Ergebnisoffene Zielsetzung?

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Diese Überschrift mag wie ein Widerspruch klingen. Wie kann ich mir gleichzeitig etwas vornehmen und trotzdem kein festgelegtes Ergebnis erwarten?
Bei dieser Formulierung geht es aber weniger um das Ergebnis – sondern mehr, wie wir damit umgehen.

„Leben ist, was passiert, wenn man anfängt, Pläne zu schmieden.“

Hand auf’s Herz – wie oft klappen die Dinge so, wie wir sie geplant haben? Manchmal habe ich sogar das Gefühl, je mehr ich plane und mir vornehme und je genauer ich meine Erwartungen formuliere, desto weniger klappt es. Das mag zum einen daran liegen, dass es schwieriger wird, je detaillierter unsere Erwartungen sind – zum anderen aber auch daran, dass wir mit jedem Detail mehr zu kontrollieren versuchen und in gewisser Weise mental „verkrampfen“.

Wir nehmen damit eine von drei Haltungen an, aus denen heraus laut Buddhismus das meiste Leid der Menschen erwächst:

  1. Etwas (Unangenehmes) verhindern wollen = Angst
  2. Etwas (Angenehmes) nicht loslassen können = Bedauern
  3. Etwas (Unangenehmes) nicht annehmen können = Ablehnung

Bedeutet das jetzt, dass wir uns gar nichts mehr vornehmen sollten – klappt ja eh in den meisten Fällen nicht?
Nein! Denn durch unsere Zielsetzung und Vorhaben geben wir unserem Leben eine Richtung, wir steuern es hin zu dem, was uns wichtig ist und wie wir leben wollen.
Wenn wir das nicht tun, laufen wir Gefahr, dass „das Leben uns passiert“ oder Andere Entscheidungen für uns treffen – und wir uns am Ende in Situationen wiederfinden, die wir gar nicht wollen.
Außerdem ist Zielsetzung wichtig, um Erfolgserlebnisse zu haben – welche wiederum unser Selbstwirksamkeitsgefühl und unseren Selbstwert stärken.
Also, weiterhin Ziele setzen und Vorhaben planen.
ABER – locker und offen bleiben, wenn es nicht so ausgeht, wie wir uns das gedacht haben.

Je gelassenerer wir mit den Unwägbarkeiten und der Unberechenbarkeit des Lebens umgehen, je flexibler wir durch es hindurch navigieren, umso schneller gelingt es uns, wieder aufzustehen, wenn wir hingefallen sind und nach vorne zu blicken. Und mehr Leichtigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir das Ziel erreichen!
Ergebnisoffen bedeutet also – sich etwas vorzunehmen, und was immer auch dabei herauskommt – anzunehmen!

Das könnte dann so aussehen:

Eine kleine Anmerkung noch: es geht hier nicht um’s Schönreden! Wenn etwas unangenehm ist, ist es unangenehm und basta. Es geht um’s Annehmen – und das beginnt mit dem Eingeständnis, dass es unangenehm ist und dass ich mich ungut damit fühle. Nicht mehr und nicht weniger.
Das alleine lässt die erste „Luft raus“, klärt den Geist und wir können unsere Energie wieder nach vorne richten.
Also – planen, ergebnisoffen bleiben und dann freuen und feiern – oder annehmen und lernen.

Was hast Du diese Woche für Pläne?

Sei gut zur Dir!

Deine Birgit

3 Gründe, warum Bewegung und Sport bei der Stressbewältigung helfen

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Es erfüllt mich mit stolz, heute einen Artikel von Haley Perlus, Ph.D. Sport & Bewegungspsychologie und zertifizierte Fitnessexpertin, zu veröffentlichen. Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, Haley persönlich kennenzulernen und kann bestätigen – Sie lebt was sie lehrt.
Da einige von uns im Moment vielleicht beurlaubt sind oder weniger Arbeit als gewöhnlich haben, mag es seltsam erscheinen, über Stress zu sprechen. Und dennoch passt es auch in diese Zeit – denn Stress ist weniger das Ergebnis von überlastet sondern mehr von überwältigt sein – was bei einigen von uns aus verschiedenen Gründen sicher zutrifft. Also hör nicht auf, Dich zu bewegen – geistig und körperlich – denn das kann Dir helfen, mit Deinem Stress fertig zu werden – ganz gleich, welcher Art er sein mag.
Viel Spaß beim Lesen, und vielen Dank an Dr. Haley Perlus!

Autorin: Haley Perlus
Wir alle haben diese Tage erlebt, an denen der Stress uns ergreift. Ein stressiges Ereignis kann den ganzen Tag, vielleicht den Rest der Woche, bestimmen. Je mehr Du versuchst, ihn zu ignorieren und durchzuhalten, desto schlimmer werden die negativen Gedanken, Gefühle und die Müdigkeit, die Deine Ernährung und Deine allgemeine Gesundheit beeinträchtigen. Die gute Nachricht ist, dass körperliche Aktivität den Blues sofort abschütteln kann, so dass geistiger Raum und Energie frei werden, um Deine Aufgaben in Angriff zu nehmen und dabei sogar etwas Spaß zu haben.
Hier sind drei Gründe, warum Bewegung eines der wichtigsten Werkzeuge in Deinem Stress-Notfallkoffer sein sollte:

  1. KÖRPERLICHE AKTIVITÄT STEIGERT DEINE SELBSTWIRKSAMKEIT IM UMGANG MIT STRESS
    Stress ist das, was wir fühlen, wenn wir glauben, dass wir die Kontrolle verloren haben oder dass wir mit einer bestimmten Situation nicht zurechtkommen. Bewegung hilft, weil sie uns einen schnellen Selbstvertrauensschub gibt, um die anstehenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Sie bietet die perfekte Gelegenheit, etwas Sinnvolles sofort zu erledigen – sei es ein 30-minütiger Spaziergang mit einem Freund im Freien, die Entdeckung des Handstandes beim Yoga, die Ausführung einer schnellen Reihe von Klimmzügen usw. Diese Gefühle des Könnens helfen uns wiederum dabei, die Kontrolle über den Rest unseres Tages zu erlangen.
  2. BEWEGUNG GIBT DIR EIN GESUNDES „HIGH“.
    Wenn wir etwas tun, das sich gut anfühlt, setzt unser Körper Chemikalien wie Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Endorphine und Serotonin frei. Zusammen produzieren diese Chemikalien ein „High“, das emotionale Energie in sich trägt, als wolle es sagen: „Mehr bitte, denn das war soooo gut!“ In der Vergangenheit hast Du diese Hochs vielleicht auf ungesunde Weise erlebt, indem Du spät nachts die Küche wegen Heißhunger aufgesucht hast, der Dich immer energiearm und durch übermäßiges Essen noch gestresster macht. Genauso wie Dopamin beim Verzehr einer Schüssel (oder einer Packung) Eiscreme freigesetzt wird, wird es auch während eines fabelhaften Indoor-Cycles oder eines Yoga-Kurses freigesetzt – dadurch wird ein gesundes Hoch erzeugt, mit der zusätzlichen Befriedigung, an diesem Tag fit zu werden.
  3. DIE POSITIVE WIKUNG DURCH BEWEGUNG IST NACHHALTIG
    Manchmal, wenn wir uns gestresst, ängstlich und überfordert fühlen, wollen wir uns einfach nur auf die Couch setzen und eine Stunde lang eine schöne ruhige Pause einlegen. Obwohl eine einstündige Ruhepause die Ängste verringert; um für den Rest des Tages positiv und energisch zu bleiben, ist es die bessere Wahl, diese Zeit für Bewegung zu nutzen. Während 40 Minuten Ruhe bis zu einer halben Stunde Deine Stimmung verbessert, wird 40 Minuten Bewegung Deine Stimmung bis zu 24 Stunden lang verbessern und mehr Energie erzeugen. Das heißt nicht, dass Du mindestens 40 Minuten lang Sport treiben mußt. Du solltest nur wissen, dass die Zeit, die Du mit Sport verbringst, im Vergleich zur gleichen Zeit, die Du mit Ruhe verbringst, Dir länger anhaltende Vorteile bringt.

Forscher untersuchen weiterhin die besten Arten von physischer Aktivität zur Stressbewältigung. Sicher ist, dass anaerobe, aerobe, kurze und längere Trainingseinheiten Dir helfen werden, Deine Muskelspannung zu reduzieren, Deine Stimmung positiv zu verändern und Dein Gefühl der Selbstkontrolle zu verbessern. Wichtiger als die Art der Übung ist, dass Du die Übungen auswählst, die Dir Spaß machen. Ansonsten ist alles gut!

Über die Autorin

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Der Wunsch, eine Karriere in Sportpsychologie zu machen begann bei Dr. Haley Perlus bereits in Alter von 12 Jahren. Ein Jahr nach ihrer Promotion, im Alter von 28 Jahren, wurde sie Professorin, öffentliche Rednerin, Beraterin von Athleten mit Stipendium der Nationalmannschaft, veröffentlichte als Autorin und wurde zur führenden Expertin der Branche ernannt. Als Unternehmerin, ehemalige Elite-Alpinskirennläuferin, Fitnessprofi und Trainerin versteht sie die Schwierigkeit, mentale Blockaden zu überwinden, so dass man schnell und beständig Ergebnisse erzielen kann. Dr. Perlus bildet, motiviert und inspiriert Menschen, damit sie ihr Spitzenpotenzial im Sport, im Wellness-Bereich und in der Wirtschaft ausschöpfen können. Mit ihrem einzigartigen 3-D-Ansatz zur Leistungssteigerung ermutigt sie Dich nicht nur zu großen Träumen, sondern gibt Dir auch die Schritte und Antworten an die Hand, die Du brauchst, um diese Träume wahr werden zu lassen.
https://drhaleyperlus.com/

Gemeinsame Podcast-Aktion: Reisen geht immer, Du musst nur die Augen schließen!

Lasst uns gemeinsam einen Podcast produzieren!

Ihr wünscht, ich produziere, Ihr genießt – Fantasiereisen an Eure persönlichen Kraft- und Entspannungsorte!

Mach mit, und werde Co-Produzent/in meines neuen Podcasts „Du mußt nur die Augen schliessen“.

Wie?

  1. Folge mir auf Instagram und Facebook
  2. Zücke Dein Handy und nimm eine Audio-Datei auf, in der Du mir folgendes verrätst:
    • Deinen Vornamen
    • Deinen persönlichen Kraft-Ort – ein Ort oder ein Umfeld, in dem Du entspannst, das Dir Freude bereitet oder Dich einfach glücklich macht. Das kann ein fiktiver Ort sein, oder ein ganz realer, an dem Du schon warst.
    • Beschreib‘ den Ort kurz: was siehst Du, was hörst Du, riechst Du, fühlst Du, schmeckst Du?
    • Was macht diesen Ort für Dich so besonders?
  3. Bitte gib mir Bescheid, ob ich Deine Angaben ganz oder teilweise für das Intro meiner Podcast Folgen verwenden darf
  4. Sende Deine Audio-Datei an podcast@birgitbaldauf.de

Aus den Einsendungen werde ich dann Fantasiereisen und Geschichten produzieren und als Podcast Folgen veröffentlichen. Ihr bekommt Bescheid, sobald es losgeht!

Ich bin sehr gespannt auf Eure Lieblingsorte und sage schon mal danke für Eure Beträge, mit denen Ihr Euch und anderen etwas Gutes tut!

Wir hören uns 🙂

Seid gut zu Euch,

Eure Birgit

Vertrauen – Du zuerst!

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„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ sagte einst der russische Politiker Lenin.
Aber was ist dran an dem Spruch?
Wie würde es Dir gehen, wenn Du immer alles kontrollieren müsstest – um zu vertrauen?
Ist es dann überhaupt noch Vertrauen?

Vertrauen hat mehrere Facetten:

Vertrauen in sich selbst, Vertrauen in den Lauf der Dinge und Vertrauen in andere Personen. Letzteres lässt sich noch einmal unterteilen in Vertrauen in Personen, die wir kennen oder mit denen wir in einer Beziehung stehen und dem Grundvertrauen in das „Gute im Menschen“ in Situationen mit Menschen, die wir nicht kennen.

Erwiesen ist, dass Vertauen ein wichtiger Faktor für die eigene Zufriedenheit und das Lebensglück ist.
Wer nicht in der Lage ist, zu vertrauen, kann nicht entspannen.
Wer nicht entspannen kann, kann nicht glücklich sein.

Natürlich wird der Umfang unseres Vertrauens auch von bisherigen Erfahrungen beeinflusst. Forscher haben herausgefunden, dass es 5 vertrauensvolle Erfahrungen braucht, um eine Mißtrauenserfahrung auszugleichen. Damit dies funktioniert, müssen wir uns aber trotz enttäuschtem Vertrauen erneut auf Situationen einlassen, die anderen die Möglichkeit geben, Ihre Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen. Obwohl wir also schon einmal eingebrochen sind auf der Eisfläche, müssen wir uns wieder auf sie begeben, um zu erfahren, dass sie auch halten kann.
Grundsätzlich ist Vertrauen also eine innere Haltung, für die man sich entscheiden kann – trotz der Erfahrung des betrogen worden Seins.

Da wir allerdings von Natur aus darauf gepolt sind, eher zum Misstrauen zu neigen, ist die Gefahr sehr groß, dass wir nach uns einer schlechten Erfahrung in unserem Misstrauen bestätigt fühlen und uns fortan nicht mehr aufs Eis begeben – uns also selbst weiterer positiver Erfahrungen berauben.
Hier erneut eine vertrauensvolle Haltung zu generieren ist durchaus eine große Aufgabe.

Zuversichtlich stimmen mich aber folgende Erkenntnisse aus der Wissenschaft:

  • Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass man nicht über’s Ohr gehauen wird, wenn man anderen Menschen zuerst Vertrauen entgegenbringt. Wir Menschen handeln sehr kontextabhängig. In einem eher von Misstrauen geprägten Umfeld werden wir ebenfalls Skepsis zeigen. Wenn wir allerdings in Bezug auf das Verrauen in anderen in Vorlage gehen, schaffen wir ein vertrauensvolles Umfeld, was die Wahrscheinlichkeit steigert, dass unser Gegenüber das Vertrauen erwidert. Da mag unter anderem daran liegen, dass das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet wird, wenn uns Vertrauen entgegengebracht wird. Vertrauen schafft Vertrauenswürdigkeit.
  • Die meisten Menschen sind misstrauischer, als sie es sein müssten.
  • Die meisten Menschen sind vertrauenswürdiger als wir sie einschätzen.

Folgende Experimente bestätigen dies:

Das „Wallet Drop Experiment“ des Toronto Star in Kanada:
Für das Experiment wurden in Toronto innerhalb von 14 Tagen 20 Brieftaschen mit $ 200 und der Adresse des Besitzers darin an verschiedenen Orten in der Stadt absichtlich liegengelassen. Bevor Du weiterliest – was schätzt Du, wieviele Brieftaschen dem Besitzer zurückgegeben wurden?
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Auf die selbe Frage antworteten die meisten Menschen mit durchschnittlich 2,3 – also einer 10% Rückgabequote. Tatsächlich wurden aber 16 der 20 Brieftaschen mit vollem Inhalt an den Besitzer zurückgegeben – was einer Rückgabequote von 80% entspricht.

Und hier noch das zweite, wissenschaftlichere Experiment, das aus einer Reihe von „Trust Game Studien“ stammt.
Stell Dir folgendes Szenario vor:
Du nimmst mit einer weiteren Person an einer Studie teil. Ihr seid in verschiedenen Räumen und lernt Euch nie persönlich kennen. Du und die andere Personen bekommen jeweils 10 EUR. Du musst Dich nun entscheiden, ob Du Dein Geld Deinem Spielpartner zukommen lassen willst. Wenn nicht, endet das Spiel und Ihr geht beide mit 10 EUR nach Hause. Wenn Du Deinem Partner das Geld zukommen lässt, legt der Spielleiter den vierfachen Betrag oben drauf und Dein Partner bekommt 50 EUR. Dieser hat nun wiederum die Chance, mit diesen 50 EUR zu gehen – oder sie mit Dir zu teilen.
Ersteres würde bedeuten, Du gehst absolut leer aus (Verlust 10 EUR), letzteres, dass Du mit 25 EUR statt 10 EUR nach Hause gehen kannst.
Wie würdest Du Dich entscheiden?
Würdest Du die 10 EUR nehmen oder das Risiko eingehen, und Deinem Partner das Geld zukommen lassen?
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Für wie wahrscheinlich hältst Du es, dass Dein Spielpartner mit den 50 EUR von dannen zieht, wenn Du ihm das Geld zukommen lässt?
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Die Studie hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit hierfür nur bei 5% liegt! Tatsächlich haben 95% der Teilnehmer die 50 EUR mit ihrem Spielpartner geteilt.

Menschen, denen wie Vertrauen entgegenbringen reagieren also ihrerseits mit vertrauenswürdigem Verhalten.

Wie kann es uns also gelingen, zukünftig häufiger pro-aktiv Vertrauen zu schenken, um positive Erfahrungen zu machen — und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, betrogen zu werden?

Die Lösung liegt darin, die Balance zu finden, den Sweet Spot, zwischen zu wenig Vertrauen (und damit einhergehend dem Verzicht auf positive Erfahrungen und wirkliche Bindung) und zu viel/blindem Vertrauen (was eine hohe Wahrscheinlichkeit mit sich bringt, negative Erfahrungen zu machen).

Diese Balance nennt man intelligentes Vertrauen.
Intelligentes Vertrauen bedeutet:

  1. Vom Herzen aus mit einer grundsätzlich vertrauensvollen Haltung an Menschen und Situationen heranzugehen,  dabei aber relevante Informationen und Fakten zu berücksichtigen und zu analysieren. D.h. das Herz mit dem Kopf auszubalancieren.
  2. Dich daran zu erinnern, dass Menschen in der Regel vertrauenswürdiger sind, als Du denkst!
  3. Aufs Eis gehen: bewusst Situationen wahrzunehmen und möglich zu machen, in denen Du pro-aktiv Vertrauen schenkst und Menschen die Chance gibst, vertrauenswürdig zu handeln. Du erschaffst so ein vertrauensvolles Umfeld, dass es wahrscheinlich macht, dass Du positive Erfahrungen machst – was wiederum Dein Vertrauen stärkt.
  4. Mach es Menschen leicht, Dir gegenüber vertrauenswürdig zu handeln – geh in Vorlage und sei sympathisch, empathisch, authentisch und gut.
  5. Entziehe Deiner natürlichen Tendenz zum Misstrauen das Futter, indem Du Dich weniger negativen Schlagzeilen aussetzt und stattdessen versuchst, ein Gleichgewicht in Deinen geistigen Input zu bekommen: Ziehe am Ende des Tages mal Bilanz, was alles positiv war und wo Menschen vertrauenswürdig gehandelt haben. Suche bewusst nach positiven Schlagzeilen (z.B. bei goodnews.eu)
  6. Führe Dir die Vorteile von pro-aktivem Vertrauen vor Augen: positive Erlebnisse, echte Verbundenheit und eine gute Investition in eine bessere Gesellschaft!
  7. Und wenn es doch schiefgegangen ist? Übe Dich im Verzeihen und im Perspektivenwechsel. Manchmal jammern wir auf hohem Niveau. Wahrscheinlich geht es Dir insgesamt trotz der schlechten Erfahrung materiell noch ziemlich gut im Vergleich zu anderen Menschen. Erinnere Dich an die vielen positiven vertrauensvollen Erlebnisse. Außerdem: ziehe die Person, die Dein Vertrauen missbraucht hat, zur Verantwortung, d.h. versuche, zu verstehen und daraus zu lernen und handle klar und konsequent – aber ohne „Rachegedanken“.

Vertrauen wird in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen – nicht nur in Bezug auf zwischenmenschliche Begegnungen, sondern auch in Bezug auf allgemeine Entwicklungen.

Je komplexer eine Situation ist, desto mehr intelligentes Vertrauen ist nötig, um handlungsfähig und glücklich zu bleiben.

Und an Komplexität mangelt es uns nun wahrlich nicht.

Aber Du schaffst das, ich vertrau Dir! 🙂

Sei gut zu Dir,

Deine Birgit

Quellen:
Steven M.R. Covey, „Smart Trust: Creating Prosperity, Energy, and Joy in a Low-Trust World“
Dr. Raj Raghunathan, „If you are so smart why aren’t you happy?“

Reisen geht immer

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Heute möchte ich Dich einladen, Dich einfach zurückzulehnen und auf eine Reise zu gehen. Reisen geht nämlich immer. Egal, wie viel Geld zu hast, wie die Umstände sind, wo Du gerade bist etc.
Reisen geht immer.
Du musst nur die Augen schließen.
Was auch immer Du Dir vorstellst, wird Dich und Deinen Körper in den dazugehörigen Zustand versetzen. Unser Gehirn unterscheidet nämlich nicht zwischen tatsächlich erlebter Realität und durch die Kraft unserer Vorstellung hervorgerufenen Bildern. Die Abläufe, die im Körper in Gang gesetzt werden, sind genau die selben. „Alleine bei der Vorstellung bekomme ich schon weiche Knie.“ – Vielleicht kennst Du den Satz und auch den Zustand.

Also, warum dieses Phänomen nicht nutzen und sich einfach die tollsten Reisen vorstellen? Reisen zu Orten, die Dich entspannen, Dir Freude bereiten, Dich glücklich machen, die Kraft schenken, Dich aufbauen. Völlig kostenfrei und klimaneutral. Und Du kannst sogar an Orte reisen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt!

Also, mentalen Koffer packen, Kopfhörer auf, Augen schließen und los. Heute reisen wir in die Berge. Durch einen Klick auf die unten eingefügte Audio Datei geht es los.

Viel Freude und gute Reise!
Deine Birgit

Reisen geht immer! – Bergwelten

Opfer oder Gestalter?

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Wo führt das alles noch hin?
Was macht es mit der Wirtschaft?
Wie viele werden wohl sterben?
Warum musste es soweit kommen?
Steckt da vielleicht mehr dahinter?
Hätte die Regierung mal lieber …
Man kann keinem mehr vertrauen!
Das ist eine Katastrophe!
Ich will gar nicht wissen, was da noch alles auf uns zukommt!

Kennst Du dieses Sätze?

Ich habe den Eindruck, sie in den vergangenen Tagen und Wochen besonders oft gehört zu haben. Vielleicht hast Du sie ja selbst auch so oder so ähnlich geäußert oder sie sind in Dir in den Kopf gekommen.

Was machen Sie mir Dir?
Wir fühlst Du Dich, wenn Du sie aussprichst oder hörst?
In welchen Zustand versetzen sie Dich?
Stärken oder schwächen sie Dich?

Die genannten Sätze fallen in der Regel, wenn wir uns in der Opferrolle sehen – ausgeliefert, machtlos, hilflos. Bei dem, was momentan in der Welt passiert mag diese Perspektive noch nahe liegender sein als sonst.
Aber auch in der momentanen Situation gibt es neben den Aspekten, die wir nicht beeinflussen können mindestens ebenso viele, die wir beeinflussen können.

Die Frage ist nur, worauf richtest Du Deine Energie?
Wer hat die Kontrolle über Deine Energie, Deine Haltung, Deine Einstellung?
Du selbst oder die äußeren Umstände?
Lässt Du Dich reinziehen in den „ach was ist das alles schlimm“ Strudel?
Oder blickst Du auf das, was Du tun kannst
– oder wie Theodore Roosevelt es formulierte:

„Tu, was Du kannst – mit dem, was Du hast – dort, wo Du bist.“

Der amerikanische Unternehmensberater Steven Covey formulierte die Wichtigkeit, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wir beeinflussen können, bereits in seinem 2004 erschienenen Bestseller „7 Habits of Highly Effective People“. Darin spricht er von einer pro-aktiven Haltung im Gegensatz zu einer re-aktiven Haltung. Menschen mit einer pro-aktiven Haltung fokussieren sich auf Dinge, die in ihrer Macht stehen, Menschen mit einer reaktiven Haltung denen, die sie nicht beeinflussen können.

Menschen mit einer reaktiven Haltung:

  • haben einen Problemfokus
  • verschwenden Ihre Zeit in Diskussionen und Empörung über Umstände, über die sie keine Kontrolle haben
  • verlieren Ihre Energie in Aktivitäten außerhalb ihres Einflussbereichs
  • konzentrieren sich auf die Schwächen anderer
  • suchen Schuldige
  • vernachlässigen die Bereiche und Aktivitäten, auf die sie Einfluss haben
  • fühlen sich deshalb zunehmend als Opfer
  • sind deshalb erfüllt mit negativer Energie
  • schwächen sich dadurch selbst und
  • verengen so ihren Blick für ihren Einflussbereich immer mehr.

Am Ende kreieren sie so einen mentalen und emotionalen Teufelskreis. Im schlimmsten Fall ist das letzte, woran sie sich noch klammern die Suche nach der Bestätigung, Recht zu haben.

Menschen mit einer pro-aktiven Haltung hingegen:

  • sind lösungsorientiert
  • sehen Chancen und Möglichkeiten
  • investieren Ihre Zeit in Ideenfindung und Veränderung/Anpassung
  • fokussieren Ihre Energie auf Aktivitäten, die in ihrem Einflussbereich liegen und etwas bewirken
  • steigern damit Ihre Selbstwirksamkeit
  • sind deshalb erfüllt mit positiver Energie und Motivation
  • stärken sich damit und
  • erweitern so Ihren Einflussbereich und Ihre Handlungsoptionen

Auch hier entsteht ein Kreislauf – in diesem Fall aber ein „Motivationskreis“.

Ja, es wird immer Dinge geben, die wir nicht beeinflussen können – und im Moment scheint es davon gerade ein paar mehr zu geben. Das Prinzip bleibt aber das gleiche. Um wirkungsvoll handlungsfähig und in einer gesunden mentalen und emotionalen Balance zu bleiben, brauchen wir:

  • die Akzeptanz des Umstands, dass es Dinge gibt, die außerhalb unserer Macht liegen
  • einen klaren, vernünftigen Blick für und Fokus auf das, was in unserer Macht steht
  • die Motivation zu tun, was in unserer Macht steht

Wenn wir an uns selbst arbeiten und eine pro-aktive Haltung einnehmen und wahren, statt uns wegen der Umstände Sorgen zu machen, ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass wir auf Ideen kommen, die am Ende die Umstände ändern.

Hier noch ein kleines Beispiel aus meinem eigenen Leben.

2011 habe ich ein Buch über Tierhaltung und Fleischkonsum gelesen. Was ich dort las, hat mich sehr mitgenommen und ja, ich war empört und entsetzt wie so etwas sein kann. Meine erste Reaktion war also eine absolut reaktive – gepaart mit dem Gedanken „was kann ich schon dagegen tun“. Ich fühlte mich hilflos und schuldig.

Wäre ich in dieser Haltung geblieben hätte ich …

  • meiner Empörung Luft gemacht und jedem – ob er wollte oder nicht – erzählt, wie schlimm das alles ist
  • jeden, der Fleisch isst, verurteilt
  • damit begonnen, jeden, der Fleisch isst, zu belehren und zu bekehren
  • dadurch bei den Personen, die ich versucht hätte, zu beeinflussen, sicherlich eher eine feindliche Haltung hervorgerufen
  • wenig Offenheit für meine Ansichten erfahren
  • die Menschen deshalb für ignorant und schlecht gehalten
  • das Bild von Menschen, die sich vegetarisch ernähren, negativ beeinflusst

Stattdessen habe ich einfach für mich eine Entscheidung getroffen und begonnen, mich konsequent fleischlos zu ernähren und

  • neue Lebensmittel entdeckt
  • viel über Ernährung dazugelernt
  • auf Grillparties so leckere vegetarische Alternativen mitgebracht, dass auch die Fleischesser probieren wollten
  • im Restaurant oft neidische Blicke auf meine vegetarische Alternative bekommen und
  • so andere dazu bewegt, es auch mal „auszuprobieren“
  • jeden, der mich danach gefragt hat, sachlich die Gründe für meine Entscheidung mitgeteilt
  • mich nach Möglichkeiten erkundigt, entsprechende Organisationen zu unterstützen

Also, was auch immer Dir wichtig ist – fokussiere Dich auf das, was Du beeinflussen kannst und was Dir wichtig ist, komm ins Handeln und spende so Dir und anderen positive Energie. Davon können wir nie genug haben in der Welt.

Stay positive and pro-active!

Deine Birgit

Tierisch glücklich

Foto.: Birgit Baldauf

Aus gegebenem Anlaß eine kleine Erinnerung für alle Haustierbesitzer: Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt das Glück zuhause sitzen 🙂 Eure Haustiere sind die beste Kompensation für die momentan rar gesäten, persönlichen Sozialkontakte.

Wahrscheinlich erzähle ich Euch nichts Neues – aber Haustiere zu haben, das ist wissenschaftlich erwiesen, ist gut für die Gesundheit und die Stimmung. Und das hat mehrere Gründe:

  1. Sein Haustier zu streicheln senkt den Blutdruck. Tiere streicheln setzt das sogenannte Bindungshormon Oxytocin frei – und zwar nicht nur beim Menschen, sondern auch bei unserem Haustier (zumindest beim Hund). Oxytocin bewirkt eine Senkung des Blutdrucks und des Cortisolspiegels (Stresshormon) und vermittelt und ein Gefühl von Ruhe und Vertrauen. Ganz nebenbei begünstigt es auch den Fettstoffwechsel – hält also schlank (es sein denn man futtert nebenher Süßkram ;-))
  2. Haustiere stärken das Immunsystem. Wer z.B. einen Hund hat, muss raus – bei Wind und Wetter. Ja, das ist nicht immer schön – aber es stärkt unsere Abwehrkräfte – ebenso wie die Tatsache, dass jeder Gassigang im Tageslicht die Vitamin D Produktion ankurbelt. Vitamin D schützt unsere Nerven, stärkt die Knochen und hat eine positive Wirkung auf unsere Stimmung. Außerdem können Haustiere Allergien lindern. Das klingt zunächst wie ein Widerspruch – fallen einem doch spontan eher sämtliche Tierhaar-Allergien ein. Nachgewiesen ist aber, dass Kinder, die mit Haustieren aufgewachsen sind, weniger Allergien entwickeln als Kinder aus haustierfreien Haushalten.
  3. Tiere leben im Hier und Jetzt und bewerten oder interpretieren nicht. Tiere agieren, erfahren, lernen, agieren, erfahren, lernen. Sie handeln immer aus der Situation heraus. Zwar erinnern sie sich durchaus an vergangene Erfahrungen, so etwas wie Bereuen, Grübeln oder sich Sorgen machen kennen sie aber nicht. Sie leben den Moment und handeln im Moment. Sie holen uns aus unseren Gedanken und wenn wir es zulassen, können wir die Welt mit ihren Augen entdecken –  ins Hier und Jetzt kommen – was gleichermaßen bereichernd und erleichternd ist.
  4. Tiere können das Selbstbewusstsein stärken: Tiere sind sehr anpassungsfähig und fügen sich in den Sozialverband mit dem Menschen ein. Dabei sind sie von uns abhängig – was uns die verantwortungsvolle – und sinnvolle – Aufgabe überträgt, gut für sie zu sorgen. Unser Handeln ist von Bedeutung und wir fühlen und selbstbewusster. Außerdem vermitteln die Routinen und die Zuverlässigkeit, die unsere Haustiere brauchen uns ein Gefühl der Stabilität und Ordnung.

Also Ihr Lieben – geniesst das Beisammensein mit Euren Fellnasen!

Und für alle die, die kein Haustier haben – vielleicht gibt es ja in der Nachbarschaft jemanden, der Hilfe beim Gassiführen seines Hundes braucht?

Passt auf Euch auf!

Herzliche Grüße,

Birgit

Du weißt, was zu tun ist.

Foto: Pixabay

Lange habe ich überlegt, was für ein Thema wohl in der momentanen Situation als Blog Artikel angebracht wäre. Mit Blick auf die Medienlandschaft und Meldungen auf allen Kanälen ist mir sofort das Thema Angst in den Sinn gekommen.

Es ist absolut natürlich, dass wir Ängste haben – Angst an sich ist nichts Schlechtes, wie jede Emotion ist auch die Angst ein wichtiger Anzeiger. Ob sie hilfreich oder hemmend ist, hängt alleine davon ab, wie wir mit ihr umgehen. Nehmen wir sie an und als Hinweis, genau dort etwas näher hinzuschauen oder nimmt sie uns ein und lähmt uns?

Als ich mir die Frage gestellt habe, was uns eigentlich im Kern Angst macht, sind mir folgende Aspekte in den Sinn gekommen:

  1. Unsicherheit:  Wir erhalten wir die unterschiedlichsten – manchmal sogar widersprüchliche –  Informationen aus zahlreichen Quellen – von medizinischen Fakten über emotionale Posts bis hin zu Bildern, die uns nahe gehen aber rational betrachtet wenig aussagekräftig sind. Wem soll ich glauben? Welche Quelle ist verlässlich? Wie geht es weiter? Und wie soll ich mich verhalten?
  2. Unbeständigkeit: Wir haben es erlebt – die Situation kann sich von heute auf morgen ändern. Was gestern noch galt, ist morgen schon anders. Wie soll ich da planen? Womit soll ich rechnen? Auf welcher Basis soll ich entscheiden?
  3. Komplexität: Es gibt zahlreiche Faktoren, die eine Rolle spielen und den Lauf der Dinge und Entscheidungen auf allen Ebenen beeinflussen: medizinische, politische, wirtschaftliche, persönliche … von den meisten habe ich nur wenig Ahnung – und auf die meisten noch weniger Einfluss.

All diese Aspekte kratzen an zwei unserer ureigensten Bedürfnisse:

  1. Sicherheit: das Bedürfnis nach körperlicher und seelischer Unversehrtheit, gepaart mit dem Wunsch nach Verlässlichkeit und Berechenbarkeit.
  2. Dominanz: das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit, nach Gestaltung von Situationen und Kontrolle über das, was geschieht und erfolgreichem Handeln.

Und dann ist mir aufgefallen, dass ich diesen Phänomenen schon in anderem Zusammenhang begegnet bin – nämlich im beruflichen Kontext.

Seit geraumer Zeit sprechen wir in der Arbeitswelt von VUCA. Einer Welt, die charakterisiert wird durch Flüchtigkeit/Volatilität (Volatility), Unsicherheit (Uncertainity), Komplexität (Complexity) und Mehrdeutigkeit (Ambiguity).

Situationen ändern sich von heute auf morgen (Volatility), wie sie sich ändern und was kommen wird, ist oft ungewiss (Uncertainity) – auch, da zahlreiche Faktoren Einfluss nehmen, die entweder erst im Nachhinein bekannt werden oder deren Einfluss nicht einzuschätzen ist (Complexity) – was wiederum dazu führt, dass ein Lernen aus vergangenen Erfahrungen nur noch bedingt möglich ist, da diese unterschiedlich interpretiert werden können (Ambiguity).

Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt, ob die Eigenschaften, Kompetenzen und Verhaltensweisen, die wir täglich brauchen, um uns in unserer „neuen Arbeitswelt“ gut zu bewegen, uns vielleicht auch in der momentanen Situation helfen können. Und ich denke: JA!

Das wiederum hat mich beruhigt. Denn es bedeutet, wir haben schon Übung! Jetzt geht es darum, Besonnenheit zu wahren und folgende Haltungen zu kultivieren:

  1. Annehmen, was ist und offen sein für Veränderungen: Kinners, es hilft ja nix. Es ist wie es ist – und wenn wir klagen, wie schlimm alles ist, trauern, dass alles besser war und fürchten, was alles sein wird, vergeben wir wertvolle Energie, die wir an anderer Stelle gut und besser brauchen könnten. Annehmen, was ist lässt uns Volatilität besser begegnen.
  2. Neugier und Lern- und Entwicklungsfähigkeit: „Wo die Angst ist, da geht es lang.“  – Situationen und Emotionen wahrzunehmen und anzunehmen, ist der erste Schritt. Nur was man als gegeben zugrunde legt, kann geändert werden. Der zweite Schritt ist, einen Realitätscheck zu machen, d.h. sachlich auf die Situation zu blicken. Was genau macht mir Angst? Ist es realistisch? Was ist dran an all den Meldungen und an meinen Vermutungen? Was bleibt nach Abzug alles Spekulationen und Annahmen noch übrig? Was sagen die Fakten? Neugier und Entwicklungsfähigkeit hilft uns im Umgang mit Unsicherheit.
  3. Fokus setzen: Was ist mein Ziel? Worum geht es? Was muss ich dafür tatsächlich wissen? Was ist relevant für meinen Alltag? Wo bekommen ich diese Informationen her? Wenn wir jeden Tag einfach nur alles an Informationen und Meldungen passiv auf uns Einprasseln lassen ist das so, als wenn wir den ganzen Tag die Tür zu unserer Wohnung auflassen und jeder, der will, kann reinkommen und sich bedienen. Fokus setzen hilft uns, Komplexität besser zu meistern.
  4. Selbstverantwortung: Komm‘ ins Tun und schmiede einen Plan. Was kannst Du selbst beeinflussen? Was kannst Du konkret machen, um Deine Situation zu gestalten? Einen Plan schmieden und danach Handeln hilft im Umgang mit Unbeständigkeit.
  5. Sich gegenseitig unterstützen: Evolution ist Kooperation. Ebenso wie in der agilen Arbeitswelt finden wir auch in anderen Bereichen des Lebens Miteinander die besten Lösungen. Wir sollten uns also fragen: Welchen Einfluss hat mein Handeln auf andere? Wie kann ich so kooperieren, dass es zum Wohl aller ist? Was kann ich zur Lösung beitragen?

Möge es uns gelingen, diese Eigenschaften täglich zu trainieren, um inmitten des Sturms für uns und andere der Leuchtturm zu sein!

Herzlichst,

Birgit

6 Gewohnheiten, die Dein Glück schmälern

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Über einen Podcast bin ich heute auf einen Artikel im Business Harvard Review mit dem Titel: „6 Habits That Hurt Your Career“ aufmerksam geworden. Die negativen Auswirkungen der dort genannten Gewohnheiten auf das berufliche Vorankommen wurden in wissenschaftlichen Studien belegt – und sind in zahlreichen Unternehmen und Teams anzutreffen.

Beim Lesen des Artikels wurde mir bewußt, dass diese Eigenschaften nicht nur beruflich sondern ganz generell bestens dazu geeignet sind, den eigenen Weg ins Unglücklichsein zu pflastern.

Manchmal haben sich diese Gewohnheiten entwickelt, weil sie in einzelnen Situationen in der Vergangenheit scheinbar nützlich waren. Was wir aber gerne aus den Augen verlieren, ist ihre langfristige Wirkung auf unsere Beziehungen und somit auch auf unser eigenes Wohlbefinden.

Also, Augen auf und Bremse rein, wenn Du Dich bei folgendem ertappst:

  1. Konfliktvermeidung: Was klingt, wie das Vermeiden von schwierigen Gesprächen beginnt bereits früher – nämlich immer dann, wenn wir einer Situation aus dem Weg gehen oder den Angriff nach vorne wählen, um von den eigenen Unsicherheiten, Ängsten oder Fehlern abzulenken. Sich den eigenen Reaktionsmustern in solchen Situationen bewusst zu werden, ist der erste Schritt dazu, sie zu durchbrechen. Halte inne, nimm Dir Zeit zum Runterkommen und dann suche das Gespräch erneut – bewusst, pro-aktiv, sachlich und vorbereitet.
  2. Impulsivität: Impulsivität reicht von plötzlichen, emotionalen Ausbrüchen des Ärgers oder der Wut bis hin zum „Überfahren anderer“ mit den eigenen Vorstellungen und Ideen. Auch hier gilt es, ein Bewusstsein für den Auslösermoment zu erlangen und sich dann zu fragen: „Welches Gefühl will ich bei den Menschen hinterlassen, die mir begegnen?“ oder „Was könnten andere von meiner Idee halten? Welche Auswirkungen hat sie?“
  3. Schuldzuweisungen: Auch bekannt unter „Ich war’s nicht“ oder „Das ist nicht meine Schuld“ oder „Wenn XYZ nicht …., dann …“ Solltest Du diesen Reflex haben, frage Dich mal ehrlich, wie wichtig Dir das Rechthaben ist und wie Du zu Fehlern stehst (hierbei kann Dir auch mein Artikel „Fählerkultur“ helfen). Versuche Deinen Fokus zu verändern. Worum geht es wirklich? Wie kannst Du von der Suche nach Schuldigen zur Suche nach der Lösung wechseln?
  4. Kontollbedürfnis: Machst Du Dinge lieber selbst, bevor Du anderen vertrauen mußt, dass Sie es auch hinbekommen? Geht es Dir darum, dass das gewünschte Ergebnis erreicht wird oder bist Du der Überzeugung, dass man nur auf Deinem Weg zu diesem Ergebnis gelangen kann? Beginne im Kleinen damit, loszulassen und Dich einzulassen. Werde Dir klar, was Du möchtest und öffne Dich für verschiedene Vorschläge. Loslassen bereichert nicht nur Dein Leben sondern ermöglicht den Menschen in Deinem Umfeld, sich zu entfalten. Denn wie heißt es so schön: „Wer Zäune um Menschen baut, braucht sich nicht wundern, wenn er Schafe bekommt.“ (Förster und Kreuz)
  5. Perfektionismus: Mein Lieblingsthema. Oft, wenn ich jemanden auf die Frage nach seinen Schwächen sagen hören „Ich bin Perfektionist“ klingt eher Stolz als Belastung mit.  Aber echter Perfektionismus hat nix mit „100% abliefern“ zu tun – denn Perfektionisten kommen häufig gar nicht zum Abliefern, da die 100% gefühlt nie erreicht werden. Wie wär’s für den Anfang zum sich dran gewöhnen mal eine Woche lang mit „80% sind auch ok?
  6. Hunger nach Macht: Erst gestern habe ich mich mit einem lieben Freund darüber unterhalten, welche Dynamiken manchmal losgetreten werden, wenn Teams einen neuen Chef bekommen. Ehemals unterstützende Kollegen fahren plötzlich die Ellenbogen aus und es scheint erstmal nur noch darum zu gehen, wer sich am besten darstellen kann, um seine Position in der Gunst des Neuen zu etablieren. Im schlimmsten Fall auf Kosten aller anderen. Im Ernst: bei einer wirklich guten Führungskraft werden solche Verhaltensweisen genau den gegenteiligen Eindruck hinterlassen. Aber auch in Deinen privaten Beziehungen – so Du Sie aufrecht erhalten möchtest – gilt: Empathie vor Egozentrik und Kompromiss vor Kontrollzwang.

Die genannten Gewohneiten lassen sich auch unter dem Thema „Emotionale Intelligenz“  zusammenfassen. Das gute daran: im Gegensatz zum IQ ist der EQ ein Leben lang trainierbar!

Für bereichernde Beziehungen und ein glückliches Leben.

Auf das es uns gelingen möge!

Deine Birgit 

Fählerkultur

Foto: Pixabay

„Fehler sind Lernchancen“
„Ich verliere nicht, ich gewinne oder ich lerne.“ – Nelson Mandela
„Aus Fehlern wird man klug, darum ist einer nicht genug.“ – Wilhelm Busch

Blablabla.
Die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Zum Thema Fehler gibt es viele schlaue Sprüche.
Aber jetzt mal Butter bei die Fische: wie geht es Dir mit Fehlern? Mit Deinen eigenen und den Fehlern der anderen?
Wenn Du so richtig was verbockt hast, denkst Du sofort: „Super, macht mich klüger?“

Wenn ja, Glückwunsch!
Wenn nein – Du bist nicht alleine.
Sich über Fehler zu ärgern, ist normal – allerdings sollte unsere emotionale Reaktion nicht die Hauptrolle bekommen und so der im Fehler versteckten Lernchance im Weg stehen.

Was kannst Du also tun, um eine gesunde Fählerkultur zu entwickeln?

  1. Tun – „Tun“ ist schon mal ein gutes Stichwort. Komme ins Tun! Das ist der erste Schritt. Manch einer ist so darum bemüht, sich nach allen Seiten abzusichern, alles Mögliche in Betracht zu ziehen, um bloß keine Fehler zu machen – dass er am Ende tatsächlich keine macht – weil er nämlich gar nix macht. Das ist dann so eine Art „Fehlervermeidungslähmung“. Nicht sehr hilfreich.
  2. Hinter die Kulissen schauen: Fehler gehören zum Leben – ohne Fehler gäbe es keine Evolution! Was wir von „Erfolgsmenschen“ gezeigt bekommen, ist das glänzende Ergebnis – einer oft nicht so schillernden Reise. Die meisten erfolgreichen Menschen sind mehrfach gescheitert und haben Fehler gemacht. Wenn es jemanden gibt, den Du bewunderst, lies mal seine/ihre Biographie und staune.
  3. Fehler-Erkenntnis zulassen (innerlich) – Wenn wir bisher keine gute Fehlerkultur hatten, kann es sein, dass wir eine gewisse Blindheit gegenüber unseren Fehlern entwickelt haben (verdrängen, vergessen, filtern, herunterspielen). Manchmal geschieht das auch aufgrund von mangelndem Selbstwertgefühl. Wir können das Bewusstsein hierfür wieder stärken, indem wir z.B. am Abend den Tag revuepassieren lassen und notieren, falls wir was verbockt haben. Bitte nicht falsch verstehen: es geht nicht darum, unbedingt was zu finden, was Du falsch gemacht hast oder Dich dafür zu geißeln – sondern einfach innerlich die sachliche Feststellung zuzulassen, dass Du etwas falsch gemacht hast (falls es was gab). Mach Deinen Frieden damit. Dazu kann es auch hilfreich sein, Deine mit dem Fehler verbundenen Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern sie im geschützten Raum zuzulassen und anzunehmen – ohne sie gegen Dich oder andere zu richten. Das simple Benennen des mit dem Fehler verbundenen Gefühls reicht oft schon aus („Ich ärgere mich“, „Ich bin wütend.“).
  4. Fehler zugeben (äußerlich) – Übernimm auch im Außen Verantwortung und stehe dazu, wenn Du etwas falsch gemacht hast. Keine Rechtfertigungen, keine Schuldzuweisungen, kein Schönreden oder Bagatellisieren.
  5. Fehler feiern – Hast Du schon mal über Deine Fehler gelacht? Das wird Dir immer leichter fallen, wenn Du insgesamt einen leichteren (nicht leichtfertigeren) Umgang mit Deinen Fehlern entwickelst. Sprich mit Freunden drüber, teile die Erfahrung – und hilf damit auch anderen, einen leichteren Umgang mit Fehlern zu bekommen.
  6. Fehler nutzen – Nimm Dir die Zeit und schau mal drauf – was ist passiert und warum? In der Regel gibt es die unterschiedlichsten Gründe, warum uns Fehler passieren:
    • Unkenntnis – was solltest Du noch lernen?
    • Mangelndes Vertrauen – wie kannst Du es stärken?
    • Angst vor den Konsequenzen – real oder selbstgemacht? Wie kann sie reduziert werden?
    • Unachtsamkeit – wie kannst Du mehr Fokus gewinnen?
    • Fehlende Motivation – warum warst Du nicht motiviert?

Die Härte, die wir anderen gegenüber bei Fehlern an den Tag legen spiegelt übrigens oft die Härte wider, die wir uns selbst entgegenbringen. „Ich muss immer alles richtig machen und der/die …“
So schaffen wir einen Teufelskreis: der Druck, den wir so (auf andere) ausüben, erhöht die Fehlerwahrscheinlichkeit.

Beginne, milder zu werden.

Hier noch ein schönes Video von einem sehr erfolgreichen Menschen – der ohne kontinuerliches Scheitern der Welt nie so viel hätte bescheren können:

Das größte Genie der Neuzeit? Wer war eigentlich…? | Galileo | ProSieben

Nimm’s spielerisch und weise!

Deine Birgit

PS: noch vorhandene Tippfehler in diesem Text sind (keine) Absicht 😉