Ein Engel auf Erden

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Wo Engel hausen, da ist der Himmel,
und sei’s auch mitten im Weltgetümmel.

Ḫāǧe Šams ad-Dīn Moḥammad Ḥāfeẓ-e Šīrāzī


Auch wenn Du nicht an Engel glaubst, lade ich Dich herzlich ein, weiter zu lesen. Als mir der Begriff heute Morgen in den Sinn gekommen ist, dachte ich nämlich nicht an die geflügelten Himmelsboten, sondern eher an „echte Menschen“.

Dieses Jahr war eine Achterbahnfahrt – und wie es aussieht, werden wir auch im kommenden Jahr noch ein paar Runden drehen. Aber Du und ich – wir haben es bis hier her geschafft. Und ganz sicher warst auch Du dabei nicht alleine.

Wer sind die Engel in Deinem Leben?
Wer war für Dich besonders dieses Jahr ein Engel?
Wer hat Dir gut getan?
Wer hat Dir Gutes getan?
Wer war für Dich da – hat zugehört, Dir Raum gelassen?
Wer hat Dich beflügelt?

Und – wissen diese Menschen, dass Sie Dir Engel waren oder sind?

In einem meiner letzten Trainings sollte in der Abschlussrunde jedeR TeilnehmerIN über jedeN andereN TeilnehmerIN etwas Positives aufschreiben. Die kleinen Feedbackzettel wurden dann persönlich übergeben, die Teilnehmer sahen sich dabei in die Augen und sprachen aus, was sie aufgeschrieben haben. Klingt simpel. War aber unfassbar kraftvoll. Die Energie, die am Ende im Raum stand, hat tatsächlich alle beflügelt. Anfangs hat man gemerkt, wie ungewohnt es für die meisten von uns ist, 1. wertvolles und substantielles, positives Feedback zu formulieren, das über ein „Danke“ hinausgeht, 2. ein solches Feedback auch auszusprechen und 3. es anzunehmen – ohne komisches Gefühl, ohne es klein zu reden. Aber mit jeder Rückmeldung wurde die Unsicherheit kleiner und Wertschätzung füllte den Raum.

Es gibt kaum eine bessere Art, Wertschätzung auszudrücken. Genau sagen zu können, was man am anderen gut findet, erfordert, dass man sich mit ihm oder ihr beschäftigt, sich Gedanken macht. Vielleicht ist uns vieles oft bewusst – selten aber sprechen wir es auch aus. „Näd geschännt isch g’nug g’lobt“ wie man in meinem Kulturraum so schön sagt (nicht geschimpft ist genug gelobt).
Schnell nehmen wir vieles als selbstverständlich hin, sind gut darin, zu formulieren, was uns alles fehlt – ohne zu sehen, was wir schon alles haben.

Manchmal warten wir auf das große Wunder – und übersehen die vielen kleinen um uns herum.
Manchmal überladen wir Menschen mit unseren Erwartungshaltungen – und übersehen, wieviel sie bereits für uns tun.

Welchen Deiner Engel könntest Du in den nächsten Tagen diese Wertschätzung entgegenbringen?

Und:

Wem könntest Du ein Engel sein?
Wie?

Lass‘ uns mehr zusammen zu rücken.
Das geht auch mit körperlichem Abstand und Maske – durch Taten, Worte, Blicke, eine liebevoll-wohlwollende Haltung.

Lass‘ uns einander mehr Engel sein, Flügel wachsen – denn beflügelt ist vieles leichter.

Eine gute Woche Dir!

Deine Birgit

Mach Dich auf den Weg – auf Deinen!

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Heute möchte ich eine Geschichte mir Dir teilen, die ich in einem TEDx Talk von Meister Shi Hen Yi (Shaolin Mönch) entdeckt habe (Link unter diesem Artikel, falls Dich der ganze Talk interessiert.)
Weil ich Geschichten liebe!
Weil bald Weihnachten ist – und Weihnachten die Zeit der Geschichten ist.
Und weil ich finde, sie passt hervorragend in diese Zeit in der wir oft darüber nachdenken, welchen Weg wir im Folgejahr einschlagen sollen.
Lass Dich inspirieren.

Ein Mann lebte in der Nähe eines Berges. Jeden Tag dachte er: „Wie es wohl ist, diesen Berg zu erklimmen? Und wie wohl der Blick vom Gipfel ist?“ Schließlich kam der Tag, an dem der Mann sich aufmachte. Als er am Fuß des Berges ankam, traf er auf den ersten Reisenden. Also fragte er ihn: „Wie sind Sie auf den Berg gekommen und was haben Sie auf dem Gipfel gesehen?“ Und der Reisende teilte seinen Weg und die Aussicht, die er hatte. Der Mann aber dachte sich: „Was dieser Reisende beschrieben hat, klang recht anstrengend. Ich muss einen anderen Weg nach oben finden.“ Also lief er weiter am Fuße des Berges entlang, bis er den nächsten Reisenden traf. Und wieder fragte er ihn: „Wie sind Sie auf den Berg gekommen und was haben Sie oben gesehen?“ Und auch dieser Reisende teilte seine Erfahrungen. Noch immer unentschlossen, welche Route er nehmen sollte, fragte der Mann noch 30 weitere Reisende. Als er mit ihnen allen gesprochen hatte, fasste er schließlich einen Entschluss: „Jetzt, da so viele Menschen schon ihren Weg und Ihre Sicht vom Gipfel mit mir geteilt haben, brauche ich ja gar nicht mehr da hoch.“

„Man kann Dir den Weg weisen, aber gehen musst Du ihn selbst.“

Bruce Lee

Wie bedauerlich, dass sich dieser Mann nie auf die Reise gemacht hat. Denn:

  • Jeder von uns muss seinen ureigenen Weg finden, Berge zu bezwingen.
  • Es mag zwar die Möglichkeit geben, Informationen durch Worte zu teilen – aber es ist unmöglich, die Erfahrung der Klarheit zu teilen, die uns zuteil wird, wenn wir selbst auf dem Gipfel stehen.
  • Welche Anstrengungen für uns nötig sind, um den Gipfel zu erreichen, können wir nur selbst rausfinden. Nur so erlangen wir mehr Kenntnis über uns selbst.
  • Mehr Klarheit über uns selbst bedeutet, auch andere Dinge klarer zu sehen, sich bewusst zu werden, welche Entscheidungen für uns die richtigen sind, um unseren Zielen näher zu kommen. Wir können aus uns selbst heraus entscheiden, erlangen Glauben in uns selbst – und verlieren so die Zerrissenheit, Zweifel und die Unsicherheit, die immer weiter wächst, je mehr Menschen uns etwas raten.
  • Diese Klarheit steigert unseren Fokus und unsere Entschlossenheit = weniger Ablenkung = mehr Erfolgserlebnisse = mehr Selbstwirksamkeit = mehr Glück!

Gibt es einen Berg, den zu erklimmen Du „aufgegeben“ hast – der Dir aber dennoch keine Ruhe lässt?

Wo verlässt Du Dich auf die Wege anderer, weil Du bisher Deinen eigenen nicht erkundet hast?

Welches soll Dein Gipfel für das nächste Jahr werden?

Mach Dich auf den Weg!

Deine Birgit

Bist Du nüchtern?

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Ich frage das nicht, weil gerade Glühweinzeit ist. Er sei Dir vergönnt.  😉
Aber als ich beschlossen habe, im November auf Alkohol zu verzichten, ist mir klar geworden, dass wir unseren Körper mit den unterschiedlichsten Dingen betäuben – oftmals ganz unbewusst.
Oft merken wir es erst, wenn wir im entsprechenden Bereich mal „ausnüchtern“ – also uns eine Weile in Verzicht üben. Wenn wir nämlich etwas regelmäßig konsumieren, tritt recht schnell Gewöhnung ein – und wir verlieren das Gefühl für das richtige Maß. Wer z.B. schon einmal etwas länger dasselbe Parfum oder After Shave verwendet hat, wird das kennen: nach einer Weile hat man das Gefühl, dass der Duft viel schneller verfliegt. Wahr ist aber, dass wir ihn immer weniger wahrnehmen, weil sich unsere Nase schon daran gewöhnt hat. Und wenn es schlecht läuft (für unsere Mitmenschen ;-)) erhöhen wir die Menge kontinuierlich, bis wir wieder etwas riechen.

Betäubung kann einsetzen, wenn wir von etwas, das unser Belohnungssystem im Hirn ankurbelt, immer mehr brauchen, um das erwünschte Glücksgefühl zu erreichen.
Oder aber auch, wenn wir uns mir etwas kontinuierlich ablenken, um eben nicht spüren zu müssen.

Hier eine kleine Auswahl der gängigen „Betäubungsmittel“:

  • Alkohol (um locker zu werden und runterzufahren)
  • Zucker (Glücks-Kick)
  • Koffein (Energie-Kick)
  • Essen (ißt Du bei Hunger oder bei Appetit?)
  • Arbeit („noch das eine …. Wenn ich erst mal… dann …“)
  • Gedanken (Grübeln)
  • Social Media / Mobiltelefon (der Like-Kick, Befriedigung der Neugier)
  • Fernsehen (sich berieseln lassen)
  • Sport („Erleichterungs-Kick“, wenn man es geschafft hat)
  • Geschäftigkeit (immer etwas zu tun haben, auch wenn es eigentlich nicht sinnvoll oder nötig ist; keine Pause)
  • Einkaufen/Shoppen (mich selbst belohnen)
  • Nachrichten („Erregungs-Kick“)

Ob Du noch in normalem Maß genießt und konsumierst oder schon im Betäubungsmodus steckst, kannst Du herausfinden, indem Du Dir diese Fragen beantwortest:

Kannst Du es geniessen, ohne gleich wieder, immer wieder oder noch mehr davon zu wollen?

Konsumierst Du bewußt oder beiläufig? (z.B. Nachrichten im Handy oder die Tüte Chips)

Spürst Du nach eine gewissen Menge ein körperliches oder emotionales „Genug“ = Sättigungsgefühl?

Nüchtern betrachtet 😉 – ist Dir bewußt, wie oft und wieviel Du konsumierst?

Ist Dir bewußt, in welchen Situationen Du zum jeweiligen „Betäubungsmittel“ greifst und welches Verlangen Du tatsächlich damit stillen willst?

Konsumierst Du manchmal so viel davon, dass Du die „Überdosis“ erst bemerkst, wenn es Dir nicht mehr gut geht?

Kannst Du problemlos einen gewissen Zeitraum darauf verzichten? (Beantworte das erst mit ja, wenn Du es ausprobiert hast – Du wirst staunen!)

Vielleicht magst Du ja die nächsten Tage und Wochen einmal ein Experiment starten und auf eines Deiner beliebtesten „Betäubungsmittel“ verzichten?
Es lohnt sich durchaus! Wenn es Dir gelingt, wirst Du:

  • spannende Erkenntnisse über Dich in Erfahrung bringen
  • ein Gefühl der Kontrolle zurückgewinnen
  • achtsamer und bewußter Umgang mit Deinen Gefühlen werden
  • wieder mehr in Kontakt mit Deinem Körper und seinen Signalen sein
  • das Gefühl für das richtige (gesunde) Maß wiedererlangen
  • dieses Bewußtsein nutzen können, um besser zu steuern, was Dir gut tut
  • das jeweilige „Mittelchen“ nach dem Verzicht intensiver schmecken, fühlen, wahrnehmen
  • Dich klarer, stärker und lebendiger fühlen!

Und: wenn Du wieder in Kontakt mit Dir bist, kannst Du diese bewußte Achtsamkeit auch auf andere Bereiche übertragen.

Wie klingt das?

Auf mehr Klarheit und Lebendigkeit!

Deine Birgit

7 Trainingsschritte für Deinen Resilienzmuskel

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Neulich habe ich mir meine Laufschuhe angezogen und bin losgelaufen – obwohl es leicht geregnet hat. Auf der Strecke wurde der Regen dann stärker und der Wind blies von vorne. Und obwohl mir das Wasser mein Gesicht runterlief, passierte etwas mit mir während dieses Laufs und ich musste schließlich lächeln. Ich merkte, wie ich aus meiner Komfortzone lief und – dass es mir Spaß machte. Ich fühlte mich lebendig, pur, war voll im Moment.

Ja, es geht um Lebendigkeit. Darum, sich im übertragenen Sinne mal in den Regen – oder den Wind – zu stellen. Um ins Spüren zu kommen, ins Hier und Jetzt.
Und es geht darum, wie genau das Deine Resilienz steigern kann.

Zugegeben, wenn wir dieses Jahr mit einer Großwetterlage vergleichen, könnte man sagen, dass wir bisher ganz schön im Regen standen und jegliche Vorhersagen ungefähr genauso zuverlässig sind und waren wie der Wetterbericht 😉
Für so eine Situation gibt es nicht das passende Übungs-Pendant.

Aber es ist ein bisschen wie beim Marathon Training. Das geschieht auch in kleinen, intensiven Lauf-Etappen, die aber alle kürzer sind als 43 km.
Wie wir unbequeme Situationen verkraften und damit umgehen hängt davon ab, ob wir Unbequemes gewohnt sind. Widerstandskraft und Durchhaltevermögen erlangst Du nicht, wenn Du Dich schonst oder immer nur den Weg des geringsten Widerstandes wählst.

Unsere Resilienz ist wie ein Aushhaltemuskel. Er lässt sich trainieren – und es empfiehlt sich, das kontinuierlich zu tun, um stark genug zu sein, wenn es darauf ankommt.

Die Trainingsschritte für Deinen Resilienz-Muskel sind immer dieselben – egal ob freiwillig oder unfreiwillig:

  1. Wahrnehmen – Du merkst, dass Dich etwas stresst oder unangenehme Gedanken und Gefühle in Dir auslöst. Du erkennst sozusagen einen Trigger und gleichzeitig einen Bereich, in dem Du mehr Resilienz brauchen könntest. Bleiben wir bei meinem Lauf. Als der Regen zunahm und ich immer nasser wurde, dachte ich „Och nee, ne!“ Außerdem bemerkte ich, wie mein Schritt schneller wurde.
  2. Annehmen – Annehmen bedeutet, die Erkenntnis über Deinen Trigger zu akzeptieren. „Ok, ich bin es nicht gewohnt, im Regen zu laufen“ oder „Ich mag es nicht, mit nassen Füßen zu laufen.“
  3. Aushalten – Es geht kein Weg drumrum – nur mittendurch. Besonders in Situationen, die wir uns nicht aussuchen können heißt es jetzt simpel und ergreifend: „Aushalten, Mund halten, durchhalten.“ 
  4. Anpassen – Anpassen kann beim Aushalten helfen und sowohl das Verhalten als auch die Gedanken betreffen. Kannst Du in der unangenehmen Situation etwas anders machen, um sie Dir zu erleichtern? Welche Gedanken wären jetzt hilfreich? Worauf sollte sich Dein Fokus richten, damit es Dir besser geht? „Ein Schritt nach dem anderen – einfach weiter!“ – oder „Haha, andere gehen zur Kosmetikerin und lassen sich die Haut benetzen, damit sie frischer aussieht. Ich hab das hier inklusive :-).“ oder „Oh, was freue ich mich auf die warme Dusche und einen Tee danach.“
  5. Regenerieren – Ohne Frage – Aushalten und Anpassen kosten Energie. Deshalb ist es wichtig, Dir nach einer solchen Belastung eine Phase der Regeneration zu gönnen. Dein Resilienz-Muskel wächst in der Ruhephase – so wie jeder andere Muskel auch. Ich habe besonders genussvoll geduscht und mir schöne Musik zum Tee danach aufgelegt.
  6. Lernen – Reflektionsphase, wenn die Situation vorüber ist. Wie schwer ist Dir das Aushalten gefallen? Welche Anpassungsstrategien haben besonders gut gewirkt? Was kannst Du daraus für’s nächste Mal lernen? Mir hat besonders das Verändern meiner Gedanken geholfen – und sogar das Lächeln auf die Lippen geholt (war bei dem Gedanken mit der Kosmetikerin ;-)) Außerdem ging es mir direkt danach und auch ein paar Tage später super. Keine Erkältung. Erkenntnis: Laufen im Regen ist cool und ich kann das!
  7. Verändern – Setze Deine Erkenntnisse in die Tat um. Was machst Du beim nächsten mal (anders)? Ich werde wieder bei Regen laufen gehen und habe mir ein Regenjacke besorgt. Ich freue mich schon wieder auf das lebendige Gefühl!

Besonders spannend war für mich, dass ich alleine durch meine veränderte Haltung zu der Situation gleich zweierlei profitierte: ich fühlte mich lebendig und glücklich – und ich habe mein Aushalten trainiert und mich zudem noch in meinem Laufplan zukünftig vom Wetter unabhängig gemacht.

Wann hast Du Dich das letzte Mal im Annehmen und Aushalten geübt?
Hast freiwillig die unangenehmere Option gewählt?
Oder bist bewusst in einer unangenehmen Situation geblieben und hast sie zu Deinem Lehrer gemacht?

Wie und wo könntest Du Dich in der kommenden Woche mal bewußt „in den Wind“ stellen um Deinen Resilienz-Muskel zu trainieren?

Laß den Schirm zuhause und tauche ein ins Leben!

Deine Birgit

Das Leben ist kein Ponyhof. Warum eigentlich nicht?

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Wer behauptet eigentlich, dass es immer schwer sein muss?

Sicherlich ist nicht immer alles leicht und einfach. Aber oft haben wir auch die Tendenz, es uns selbst schwer zu machen.
Dann nämlich, wenn uns Gutes widerfährt, uns etwas leicht von der Hand geht, uns etwas in den Schoß fällt, uns etwas wie von selbst gelingt, wir etwas mühelos bekommen.
Wenn das der Fall ist, kannst Du es annehmen, kannst Du es genießen, Dich drüber freuen?
Oder wirst Du mißtrauisch?
Fragst Dich, wo der Haken ist?
Oder womit Du das verdient hast?

Und während Du grübelst oder Dein Glück runterspielst, nimmst Du der Situation den Zauber und Dir ein Stück Freude.
Das ist nicht sehr hilfreich – aber kommt nicht von ungefähr.
Es sind hauptsächlich zwei Phänomene, die diese Schwere in unser Leben bringen:
Unsere Sozialisierung und die damit verbundenen Überzeugungen und Glaubenssätze und die eigene, obere Glücksgrenze.

Nur die Harten kommen in den Garten – unsere Sozialisierung

Es gibt etliche Sprüche, die klarmachen sollen, dass das Leben eben kein Wunschkonzert ist (das ist auch so einer ;-)) Wahrscheinlich sind sie Dir auch schon begegnet: „No pain, no gain“,“ohne Fleiß keinen Preis“, „Hochmut kommt vor dem Fall“ usw.

Etwas ohne Anstrengung erreichen? Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.
Etwas ist zu günstig? Das kann ja nichts sein.
Und sogar bei der Partnerwahl „soll man bloß nicht leicht zu haben sein.“ Zack, Deckel drauf auf Verliebtheit und Freude.

Dieser Überzeugung bedient sich sogar das Marketing. Das sogenannte „Knappheits-Prinzip“ sorgt dafür, dass wir etwas für besonders begehrenswert und wertvoll halten, wenn es schwer zu haben ist oder es nur wenig davon gibt. So wird dann auch gerne mal eine künstliche Knappheit erzeugt, um den Preis in die Höhe zu treiben. (Limitierte Auflage, exklusive Mitgliedschaft …)

Deine obere Grenze des Glücks

Und dann wäre da noch eine Art innere Grenze. Es gibt so etwas wie ein persönliches Glückslimit. Wann immer der Grad an Glück, das uns widerfährt, bisher gewohnte Spären übersteigt (oder dahinter zurückbleibt), fühlt es sich komisch an. Als wenn etwas aus dem Gleichgewicht gekommen wäre. Und da unser inneres System stets darauf bedacht ist, mit möglichst geringem Aufwand den bekannten Zustand beizubehalten, beginnt unser Unterbewußtsein Gedanken und Verhaltensweisen zu initiieren, die dafür sorgen, „dass es uns bloß nicht zu gut geht“.  Deshalb, so hat die Forschung gezeigt, schnappen wir selbst nach großen Glücksereignissen, wie z.B. einem Lottogewinn, nach einer gewissen Zeit wieder in den ursprünglichen Level des Glücksgefühls zurück.

Diese Grenze nach oben auszudehnen erfordert, emotionales Neuland zu betreten und Freude zuzulassen und auszuhalten.

Wenn Dir also das nächste Mal etwas Schönes widerfährt oder Dir jemand etwas Gutes tut (z.B. Lob und Anerkennung ausspricht), nimm es an, nimm es auf und erlaube Dir, Dich darüber zu freuen.
Die Energie, die Dir diese Freude schenkt läßt sich dann übrigens wunderbar dafür verwenden, tatsächliche Herausforderungen mit mehr Zuversicht anzugehen.

„Ob das Leben ein Ponyhof ist oder nicht hängt ganz alleine davon ab, ob Du den Großteil Deiner Zeit mit der Mistgabel in der Hand verbringen oder lieber der Sonne entgegen reiten willst.

Darf es Dir gut gehen?
Darfst Du glücklich sein?
Darf es leicht sein?

Ich wünsche Dir eine schöne Adventszeit mit leichten Momenten und dass es Dir gelingen mag, diese anzunehmen und Deine Glücksgrenze nach oben zu verschieben!

Deine Birgit

PS: kleine Warnung zu den Risiken und Nebenwirkungen: es kann sein, dass die Menschen in Deinem Umfeld etwas irritiert reagieren, wenn Du zukünftig den Pfad der vernünftgen Ernsthaftigkeit und Problematisierung verlässt. Aber vielleicht will ja der eine oder die andere mit Dir reiten. 😉

Nüscht

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Heute möchte ich Dich herzlich dazu einladen, etwas zu machen, was super wichtig für Deine persönliche Weiterentwicklung ist: nix!

Ja, Du liest richtig! Wachstum findet nämlich nicht während der Phasen der Anstrengung statt – sondern in darauffolgenden Ruhezeiten.
Das ist nicht nur beim Sport so, wo der Muskelaufbau erst durch Trainingspausen möglich wird. Das Prinzip findet sich auch in anderen Bereichen wieder:

Lösungen finden wir leichter, wenn wir uns die Aufgabenstellung vor Augen führen – und dann gedanklich loslassen (nicht umsonst hat man zündende Ideen selten, wenn man lange genug grübelt sondern eher in Momenten, an denen wir gar nicht mehr an das Problem denken).

Emotionen verarbeiten wir unter anderem im Schlaf, z.B. durch Träumen (es träumt übrigens jeder – nur kann sich nicht jeder dran erinnern).

Lernerfahrungen verinnerlichen wir, wenn wir dem Geist Ruhe gönnen, um sie in unserer Synapsen-Bibliothek richtig einzusortieren.

Bevor Du mich jetzt beim Wort nimmst, und abschaltest, gibt es noch eine Sache, die dabei wichtig ist: Deine emotionale Einstellung. Dein „fauler Tag“ wirkt sich nur positiv aus, wenn Du ihn Dir auch wirklich erlaubst und ihn in Ordnung findest – ohne schlechtes Gewissen!

Also – gönn Dir!

(Und wenn Du’s brauchst – ich erteile Dir hiermit offiziell die Erlaubnis dazu ;-))

Deine Birgit

Wundermittel Sport

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Als ich gestern Morgen auf meiner Joggingrunde entlang des Neckars war, die feuchte Herbstluft in der Nase und die Morgensonne im Rücken, da dachte ich: Sport ist einfach genial. Fast fühlte es sich so an, als könne ich der ganzen angespannten Situation – die ja nun mit dem Soft Lock Down in eine weitere Runde geht – davonlaufen. Und ein bisschen ist das auch so.

Deshalb will ich diese Woche mal eine Lanze für den Sport brechen.

Dabei muss es nicht Laufen sein  – egal, mit welchen Sportart Du ins Schwitzen kommst – sie wird Dir auf mehreren Ebenen gut tun und genau das liefern, was Du brauchst, um körperlich und seelisch gestärkt zu bewältigen, was auch immer auf Dich zukommen mag.

Damit es uns im Sinne der Salutogenese (Konzept, das erforscht, wie Gesundheit entsteht und erhalten werden kann) gut geht, brauchen wir ein Gefühl von Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit dessen, was passiert und womit wir uns beschäftigen.

Gut geht es uns folglich,  wenn wir

  • selbstbestimmt agieren können
  • ein Gefühl von Kontrolle haben
  • Selbstwirksamkeit erfahren
  • einen Beitrag zu etwas Sinnvollem leisten
  • etwas tun, was wir „drauf haben“, das uns fordert und fördert – bestenfalls sogar in den Flow kommen lässt
  • Erfolgserlebnisse haben

Eine regelmäßige Sporteinheit kann eine Insel in Deinem Alltag sein, die all das beinhaltet!

  • Du bestimmst, wann, wo, was und wie oft Du trainierst.
  • Du kannst den Ablauf kontrollieren, in Deinem Tempo und Rhythmus trainieren.
  • Dir die Sporteinheit vorzunehmen, sie erfolgreich durchzuziehen und nach einer Weile sogar positive Veränderungen an Dir wahrzunehmen stärkt Dein Selbstwertgefühl und Dein Selbstbewusstsein –  und gibt Deinem Ego einen Schub – Du hast es voll drauf!
  • Außerdem leistest Du einen wertvollen Beitrag zu Deiner Gesundheit – nicht nur der körperlichen, sondern auch der seelischen.

„Der Seele hilft alles, was auch dem Körper gut tut.“
Prof. Dr. Manfred Spitzer

Wenn Du dann noch eine Aktivität wählst, die Dir richtig Spaß macht oder sie mit etwas verknüpfst, dass Dir Freude bereitet, um Dich zu motivieren (z.B. einem schönen Ort in der Natur oder Deiner Lieblingsmusik auf den Ohren), dann ist das Ganze noch viel wirksamer.

Also, nimm das Ruder Deines Wohlbefindens in die Hand und genieße Deine sportliche Insel – am besten an der frischen Luft! (Trimm Dich Pfade im Wald erfreuen sich übrigens gerade wieder steigender Beliebtheit ;-))

Sei gut zu Dir und lass es Dir gut gehen!

Deine Birgit

Siehst Du Menschen in 3D?

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„Dass es hinter’m Horizont weitergeht, kann man nur erfahren, wenn man in der Lage ist, ihn zu überschreiten.“

Wie bereichernd aber auch herausfordernd es sein kann, den eigenen Horizont zu erweitern, d.h. seine mentalen oder auch körperlichen Grenzen zu überschreiten, ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich mich an eine Film-Reihe erinnert habe, die ich von ein paar Jahren auf YouTube gesehen habe.

Es handelt sich um HUMAN von Yann Arthus-Bertrand (Link am Ende des Artikels).
Als Fotograf, Journalist und Umweltschützer ist Arthus-Bertrand unter anderem bekannt für seine atemberaubenden Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Die Filmreihe HUMAN besteht aus drei Teilen, die keine Filme im klassischen Sinne sind. Gezeigt werden innerhalb von jeweils 90 Minuten die Gesichter von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Geschlechter, Altersklassen und Kulturen vor einem schwarzen Hintergrund. Diese Menschen berichten über Ihre Erfahrungen und Ansichten und zu den“großen Themen der Menschheit“ wie Liebe, Krieg, Tod, Armut, Arbeit etc. Die Nahaufnahmen der Menschen wechseln sich dabei mit Aufnahmen ihrer Länder aus der Vogelperspektive ab.

So einfach das Konzept der Films auch klingt, alle drei Teile haben mich total in ihren Bann gezogen. Der Blick in die Augen dieser Menschen – und gleichermaßen in ihre Seele und das, was sie bewegt hat etwas in mir in Gang gesetzt. Gerade, dass die im Film getätigten Aussagen einfach so stehen bleiben, ohne kommentiert oder bewertet zu werden bewirkt, das sich dieser Prozess in den Zuschauer verlagert. Du bekommst nicht gesagt, was Du darüber denken sollst – stattdessen konfrontiert Dich der Film innerlich mit Deiner eigenen Meinung.

Manche Ansichten und Geschichten wirkten vertraut und verständlich, andere haben mich doch sehr herausgefordert, zum Staunen und an die Grenzen meiner bisherigen Überzeugungen gebracht. Denn als ich Situationen plötzlich aus der Perspektive der erzählenden Person wahrgenommen habe, mit allen damit verbundenen Emotionen, veränderte sich mein innerer „Kommentar“ und mein Blick wurde weiter. Es war, als wenn ich bisher nur von einer Seite auf einen Gegenstand geschaut hätte und mich jemand einlädt, einmal um den Gegenstand herumzugehen und ihn von hinten zu betrachten.

Das Bild wird kompletter, bekommt neue Facetten und Dimensionen, wird 3D.

Wie oft betrachten wir die Welt in 1D?

Wie oft wollen wir unseren Standpunkt nicht verlassen und in eine andere Perspektive wechseln?

Warum sollten wir?

Weil die Welt in 3D viel schöner ist 🙂

Im Ernst: 

Sich auf die Perspektive eines anderen einzulassen, den Blick und das Herz zu weiten und so den eigenen Horizont zu erweitern, hat viele Vorteile:

Je mehr wir gesehen haben – und sei es nur durch die Augen des anderen, desto …

… leichter fällt es uns, Unterschiede anzuerkennen. Wir sehen sie nicht mehr als Hindernis, sonderen nehmen sie als gegeben hin oder sehen sogar als Bereicherung.

… mehr halten wir auch für möglich. Wenn wir mehr für möglich halten, generieren wir mehr Handlungsoptionen. Mehr Handlungsoptionen wiederum führen zu besseren Entscheidungen und verbesserter Problemlösung. Und wenn wir Probleme leichter lösen können haben wir weniger Stress. Wir werden also „fitter“ im Sinne von anpassungsfähiger.

… bewußter werden wir uns underer eigenen Perspektive, spüren unsere Grenzen und wo wir Gefahr laufen, uns „abzugrenzen“.

… bewußter werden wir uns, dass das, was für uns normal sein mag bei anderen ein komisches Gefühl hervorrufen kann und umgekeht. Dadurch verbessern wir unsere soziale und emotionale Kompetenz.

… dankbarer blicken wir auf viele Aspekte in unserem eigenen Leben.

… demütiger werden wir in Bezug auf unsere Überzeugungen.

… facettenreicher nehmen wir die Welt und die Menschen wahr.

…  besser wird unsere Fähigkeit, uns wirklich auf unser Gegenüber einzulassen und Verbindung aufzubauen.

Das Gute daran ist: die Welt wird für uns dadurch viel bunter und vielfältiger. Der Preis dafür ist, dass wir uns von doch recht einfachem schwarz-weiß / gut-schlecht Denken verabschieden müssen. Das kann herausfordernd sein, denn die eigenen Überzeugungen dessen, was falsch und richtig ist oder wer gut und wer Böse ist, geben uns vermeintliche Orientierung, Halt und Sicherheit. Aber sie hindern uns auch gleichermassen daran, wohlwollend, offen und mit den besten Absichten aufeinandern zuzugehen.

Wenn Du bereit bist, die Menschen in 3D zu sehen, dann

  • nimm Dir doch in der nächsten Woche mal Zeit und höre jemandem offen zu, den Du „so gar nicht verstehst“. Lass Dich ein und werde Dir Deiner Grenzen bewußt – um sie dann ganz sanft aufzulösen.
  • suche Dir eine Möglichkeit, ehrenamtlich in einem Bereich tätig zu werden, der Dir neue Perspektiven eröffnet (z.B. Aushelfen in der Suppenküche, Vorleser für Kinder …)
  • schau doch mal in HUMAN rein – oder wenn Du mehr auf Action stehst: ich finde, der Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ bietet auch wunderbare Ansätze zum Perspektivwechsel. (Der lief witzigerweise sogar in 3D im Kino ;-))

Viel Erfolg beim Blick durch die 3D Brille – es gibt viel zu entdecken!

Deine Birgit

HUMAN – Teil 1
HUMAN – Teil 2
HUMAN – Teil 3

Avatar – Aufbruch nach Pandora

7 Tipps für Alleinesein ohne Einsamkeit

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Der Mensch ist ein soziales Wesen. Auch wenn Du Dich vielleicht manchmal nach ruhigen Momenten sehnst, in denen Du für Dich alleine sein kannst – wir brauchen den Kontakt zu anderen Menschen, den Austausch, das Zugehörigkeitsgefühl, ein Gefühl der Bindung.

Gerade deshalb sind die letzten Wochen und Monate auch aus psychologischer Sicht eine große Herausforderung.

Nicht nur, weil wir Abstand halten müssen und durch die Masken nur noch einen Bruchteil der vielsagenden Mimik des anderen wahrnehmen können, sondern auch, weil für manche im Homeoffice schnell ein Gefühl des sozialen Abgekoppelt-Seins aufkommen kann. Wer dann noch durch Kurzarbeit das Gefühl, einen Beitrag zu leisten, entzogen bekommen hat und alleine zuhause ist, sollte darauf achten, nicht in ein Fahrwasser zu geraten, in dem sich Alleinesein plötzlich in das Gefühl der Einsamkeit verwandelt.

Die folgenden Punkte können Dir dabei helfen, trotz widriger Umstände die Zuversicht und das seelische Wohlbefinden zu wahren:

  1. Geregelter Tagesablauf: Für viele ist nichts mehr so, wie es einmal war; es wird in geringerem Umfang gearbeitet – oder die Arbeit ist vorübergehend weggefallen oder muss an einem anderen Ort erledigt werden. Was auch immer sich geändert hat, versuche einen geregelten Tagesablauf zu wahren. Routinen geben unserer Seele Halt und Sicherheit – und kompensieren den Umstand der vielen anderen Unwägbarkeiten. Solltest Du aktuell in 100% Kurzarbeit sein, stehe dennoch zur selben Zeit auf und starte wie gewohnt in den Tag. So schön der Gedanke auch erst einmal sein mag, in den Tag zu leben, vermeide es, zu „versumpfen“. Selbst im Homeoffice hat sich mittlerweile ein Trend durchgesetzt, der dem Hirn die Signale für „Arbeitsstart“ und „Feierabend“ vermitteln soll: das Fake Commuting. Manche Homeoffice ArbeiterInnen gehen morgens wie gewohnt aus dem Haus – als ob sie zur Arbeit gehen, und kehren dann nach einer Runde um den Block an ihren Arbeitsplatz (Zuhause) zurück. So gelingt es auch leichter, vom Arbeits- in den Privatmodus zu wechseln.
  2. Tagesplan und bewusster Start: Auch ohne oder mit reduzierter Arbeit: mache Dir einen Tagesplan mit den wichtigsten Aufgaben, die Du erledigen möchtest. Da gibt es sicherlich vieles, was Du schon immer mal machen wolltest: die Fortbildung, den Garten pflegen, die Sport-Einheit, Reparaturen im Haushalt … Aufgaben erfolgreich zu erledigen gibt uns das befriedigende Gefühl des Beitrags und der Selbstwirksamkeit. Und dann …
  3. Mache Dir Deine Erfolge bewusst: wenn Du eine Aufgabe erledigt hast, mache eine kurze Zäsur, bevor Du Dich an die nächste machst. Und blicke am Abend zurück auf den Tag und notiere, was Du alles erledigt hast.
  4. Gesunder Lebensstil: Achte auf ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und Deine tägliche Bewegungseinheit. Ein ausgeglichener und gesunder Körper ist eine gute Ressource, wenn Dein Geist aus dem Gleichgewicht kommt (was er seltener tut, wenn wir körperlich ausgeglichen sind).
  5. Tu Dir Gutes: Mach es Dir schön, lass Dir z.B. ein Bad ein, lies in aller Ruhe in Deinem Lieblingsbuch, handwerke oder beschäftige Dich mit etwas anderem, dass Dir Kraft und Freude bringt. Dazu gehört auch, dass Du es Dir Wert bist, Dir mit Freude und Sorgfalt regelmäßige Mahlzeiten zuzubereiten.
  6. Fünfe-grad-sein-lassen-Tag: Ja, Du darfst ihn Dir gönnen – ab und an einen Tag, an dem Du „die Zügel schleifen lassen kannst“. Lange im Bett bleiben, Binge Watching Deiner Lieblingsserie, Couching, Pizza in Ofen schieben — wie auch immer es für Dich aussieht. Lass mal los.
  7. In Kontakt bleiben: auch wenn wir es für einen schlechten Ersatz halten – aber Telefonate und Video-Calls sind immer noch besser als kein Kontakt! Also verabrede Dich doch mal zum virtuellen Kaffee oder eine gemeinsamen Gläschen Wein über Zoom oder Skype. Bis es wieder unbeschwert persönlich möglich ist, ist das eine gute Variante, um sich „risikofrei“ zu sehen.

Pass auf Dich auf und sei gut zu Dir! Du hast Dich – und Du bist wunderbar!

Bleib gesund,

Deine Birgit

Geist auf Wanderschaft

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Heute habe ich einen Artikel darüber gelesen, dass es gut ist, die Gedanken auch einmal wandern zu lassen. In der heutigen Zeit der Optimierung und Effizienzsteigerung wird Gedankenverlorenheit eher als kontraproduktiv angesehen. Aber weit gefehlt.

Das Korsett, in das wir unseren Geist gerne in Anbetracht der vielen zu erledigenden Angelegenheiten packen und mit dem wir ihn zum Funktionieren und kontrollierten Abarbeiten bringen wollen, kann geradezu das Gegenteil bewirken.

Richtig ist – Fokus ist gut und wichtig. Wenn wir uns einer Aufgabe widmen, sollten wir mit voller Aufmerksamkeit dabei sein. Wenn aber aus fokussierter Konzentration angestrengte Kurzsichtigkeit wird, ist es mit der Produktivität schnell vorbei.
Vielleicht kennst Du das – es fühlt sich dann an, als wenn sich Dein Geist in die Aufgabe „verbissen“ hat. Wie ein Bullterrier. Der Blick wird immer enger, die Stimmung immer angestrengter, der Nacken immer steifer. Du vergisst zu trinken, zu essen und hockst stundenlang dran. Aber statt eines beschwingten Flow wirst Du gefühlt immer langsamer.

Manchmal wandert Dein Geist gerade aus einer solchen Situation heraus ab.
Doch anstatt ihn streng zurückzurufen, lass ihn mal. Vielleicht ist es gerade dann wichtig, Dich aus Deiner Anspannung zu holen.
Manchmal driften die Gedanken aber auch ab, wenn man ihnen Raum dazu gibt. Einfach mal durchatmet und sich zurücklehnt.

„Ich habe nie durch den Prozess des rationalen Denkens eine meiner Entdeckungen gemacht.“
Albert Einstein

Aus welcher Situation heraus auch immer Dein Geist beschließt, seine eigenen Weg zu gehen – lass ihn frei und folge ihm locker und neugierig auf seinem (manchmal chaotischen) Pfad. Gönne Dir und Deinem Kopf die mentale Lockerungsübung und genieße den gedanklichen Ausflug wie einen Spaziergang – einfach nur um des Spaziergangs Willen.

Vielleicht kommst Du auf neue Ideen. Die besten Ideen und Lösungen finden sich ja meistens in den ungewöhnlichsten Momenten (gerade wenn man nicht nach ihnen sucht).

Sicher wird es Dir aber danach wieder leichter fallen, Dich zu konzentrieren und Dich Deinen Aufgaben wieder mit Freude zu widmen.

Frohes Driften und gutes Gelingen für die kommende Woche!

Deine Birgit