Ghandis 10 Regeln – Regel 4 und Zielsetzung

Auf ein erfolgreiches Jahr!

Bereits nach Weihnachten war sie wieder da … diese Vorfreude auf was Neues… ein neues Jahr. Weitere 365 Tage … unbeschrieben, wie ein leeres Notizbuch. Wie das Gefühl, wenn man es aufblättert, es neu und unberührt riecht und man beginnt, die ersten Zeilen zu schreiben …

Ja, neues Jahr, neues Glück. Alles scheint wieder möglich, vieles soll besser und manches endlich in Angriff genommen werden.
Und wir beginnen, sie zu formulieren, unsere Wünsche und Vorsätze. Im Geiste oder vielleicht tatsächlich in einem Notizbuch oder in einer App. Voller Vorfreude, Pläne, Erwartungen …
Und zack ist es wieder vorbei. 365 Tage. Einfach so …
Dabei wollte ich doch …

Was ist  aus dem Deinem Notizbuch für 2016 geworden?
Wieviele Deiner Wünsche und Vorsätze konntest Du in die Tat umsetzen?

Bevor ich mir neue Ziele und Vorhaben setze, werfe ich immer gerne einen Blick zurück.
Was habe ich umsetzen können, was ist auf der Strecke geblieben?
Und wenn ich nach den Gründen suche, warum das ein oder andere nicht umgesetzt wurde, stolpere ich immer wieder über die selben Phänomene …

Hier ein paar Gründe, die mich in meiner Zielerreichung bremsen – im Umkehrschluß die Tipps, damit es im kommenden Jahr besser läuft:

1. Ich war nicht konkret genug.
Das sind dann so Formulierungen wie “ich mache mehr Sport”. Was ist mehr? Wie oft? Wann? Und vor allem: Warum!?
Tipp 1: Sei konkret. Wie genau fühlt es sich an und sieht es aus, wenn Du Dein Ziel erreicht hast. Was ist der erste Schritt dorthin? Wann wirst Du ihn in Angriff nehmen

2. Ich habe sie für mich behalten.
Unter den Wünschen gibt es schon einige mutige Gedanken und Ideen, die ich da so habe. Bei manchen denke ich: Wow! Wenn das ginge … und dann behalte ich sie für mich. Weil ich fürchte, dass mir andere tausend Gründe erklären, warum es nicht geht, was ich mir da denke … oder -  vielleicht noch schlimmer – mich immer mal wieder danach fragen, was aus meiner Idee geworden ist oder mich für “größenwahnsinnig” halten.
Tipp 2: Sprich mit anderen über Deine Ziele und Ideen.
Suche Dir ein Umfeld, das begeistert und neugierig mit Dir Möglichkeiten denkt. Das ist in zweierlei Hinsicht Treibstoff: zum einen motiviert ein solcher Austausch, zum anderen werden Dich Deine Gesprächspartner in die Verantwortung holen, wenn sie Dich nach dem Fortschritt deines Vorhabens fragen (denn alleine ist der eigene Schweinehund ja manchmal schwer zu bewegen :-) )

3. Ich habe ihnen keinen Raum gegeben.
Ok, Schritt 1 und 2 haben geklappt – aber dann habe ich die Schritte, die ich zur Zielerreichung unternehmen wollte nicht in meinen wöchentlichen und täglichen Ablauf eingeplant. Das war dann immer so ein “wenn-dann-alle-Pflichten-erledigt-sind-mache-ich-das-Punkt auf der To-Do Liste. Blöd nur, dass meistens am Ende der Pflichten nix mehr vom Tag übrig war oder ich einfach zu müde und platt war, den Punkt noch anzugehen. Also: wenn Dir Dein Ziel wirklich wichtig ist (prüfe hierzu auch Punkt 5!)…
TIPP 3: Plane die Schritte zum Ziel fest in Deinen täglichen/wöchentlichen Ablauf ein. Und gehe dann die Dinge nach Ihrer Wichtigkeit an – dann dürfte Dein Schritt Richtung Ziel auch nicht mehr ans Ende rutschen.

4. Ich war nicht locker genug.
Wirklich, einige Ziele haben es bei mir bis hierher geschafft. Aber dann kam der Ziele-Killer Nummer 4 (und der wirkt bei mir besonders stark …): Sobald die Ziele auf meiner To-Do Liste standen, fühlten sie sich plötzlich nicht mehr wie inspirierende Schritte in meine Zukunft an sondern wie Pflicht, wie ein weiteres “das musst Du machen” an. Nix mehr zu spüren von dem Drive und der Begeisterung der ursprünglichen Planung. Keine Lust mehr, zu “müssen”.
Tipp 4: Bleibe locker im Umgang mit Deinen Zielen und Wünschen.
Mach Dir bewusst, dass Du gar nichts musst bzw. Du selbst bestimmen kannst, was Du möchtest. Ja, natürlich gehört auch Disziplin dazu. Es wird sich nicht immer locker und gut anfühlen, an Deinem Ziel zu arbeiten. Aber vielleicht lohnt es sich, Dir noch einmal in Erinnerung zu rufen, warum Du dieses Ziel hast und was Dich daran motiviert. Mache eine kurze Pause zwischen den “Aufgaben der Pflichterfüllung” und Deinem “Zielschritt”, halte inne, atme durch und erinnere Dich, wie es sich anfühlen wird, wenn Du das Ziel erreicht hast.

5. Sie waren nicht attraktiv genug.
Mangelnde Attraktivität der gesteckten Ziele kann verschiedene Ursachen haben. Eine ist, dass Dir nicht wirklich klar ist, wozu Du das Ziel erreichen möchtest. Oder dass Dich das “wozu” gar nicht wirklich motiviert. Eine andere ist, dass Dir plötzlich klar wird, dass Du das Ziel für jemand anderen erreichen möchtest (es also mehr die Erwartungen  Deiner Umwelt als Deine eigenen befriedigt). Ebenfalls wichtig: groß und mutig denken und dann in kleinen Schritten loslegen. Unser Organismus ist ein sehr ökonomisches System. Für Kleinigkeiten besteht kein Grund der Begeisterung, Motivation oder Kraftanstrengung. Also:
Tipp 5: Denke groß und prüfe das warum und Deine Motivation.

6. Ich war nicht mutig genug.
Mut bedeutet, den Schritt vom Reden und sich mit dem Ziel beschäftigen ins Tun zu wagen. Mit allen Konsequenzen.  Es hilft nichts, sich drei Bücher über Marathon-Training zu kaufen, eine Laufanalyse machen zu lassen und für viel Geld die perfekte Läufer-Ausstattung zu kaufen. Irgendwann musst Du laufen! Nur dadurch erlangst Du eigentlich die Kompetenz – durch die Erfahrung beim Laufen. Nicht (nur) durch Wissen und Ausstattung.
Und hier passt Ghandis Regel Nummer 4 als schöner Abschluss ins Bild:
“Eine Unze Praxis ist mehr Wert als Tonnen Predigen.”
Tipp 6: Komme ins Handeln.
Definiere und plane Deine praktischen Schritte.

Ich wünsche Dir inspirierende erste Zeilen in Deinem “Notizbuch 2017″ und anhaltende Motivation und Begeisterung, Dein Jahr 2017 kontinuierlich zu definieren, zu gestalten und zu schreiben.

Alles Gute und viel Erfolg!

Deine Birgit

Besinnliche Adventszeit? Ehrlich?

Das Jahr neigt sich dem Ende und allerorts beginnen Weihnachtsmärkte und der Jahresendspurt. Die Adventszeit ist eingeläutet – von Besinnlichkeit und ruhigem Jahresausklang ist aber oft nicht viel zu spüren.

In den Unternehmen wird versucht, das Jahr gut zum Abschluss zu bringen. Alles, was über die Wochen und Monate immer wieder auf dem “wenn-ich-mal-Zeit-dafür-habe” oder “das-sollte-auch-noch-gemacht- werden” Stapel gelandet ist will jetzt ebenso erledigt werden wie Ablage und Jahresabschluss. Schließlich möchte man ja möglichst unbelastet und mit neuer Energie und Vorsätzen ins neue Jahr starten.

In vielen Branchen, z.B. in Hotellerie und Gastronomie, ist jetzt die Zeit der Weihnachtsfeiern und Adventsessen – also keine Spur von “Ausklang”. Bedauerlicherweise haben auch Mediziner und die Gesundheitsbranche in der Winter- und Weihnachtszeit eher mehr Patienten als weniger. Triste Herbsttage und das alleine Sein in einer Zeit, in der Gemeinschaft und Harmonie überall als Idealbild hochgehalten werden, setzen manchen Menschen schwer zu.

Im Privaten gilt es, Geschenke zu besorgen, die Dekoration aus dem Keller zu holen, Plätzchen zu backen und sich um die Weihnachtspost zu kümmern. Wer in den Genuss kommt, Weihnachten frei zu haben, wird sich sicherlich früher oder später auch mit der nicht so leicht zu beantwortenden Frage beschäftigen, wo verbringe ich welchen Weihnachtstag, um allen gerecht zu werden?

Wie werden Sie sich selbst gerecht in dieser Zeit?
Ist es nicht besonders jetzt wichtig, die eigenen Bedürfnisse im Auge zu behalten?

Ich wünsche Ihnen einen ausgeglichenen und harmonischen Jahresausklang und ein gesundes Jahr 2017.

Passen Sie auf sich auf!

Herzlichst,

Ihre Birgit Baldauf

 

 

Ghandis 10 Regeln – Regel 3

“Vergebe und lasse los”

“Die Schwachen können niemals vergeben. Vergeben ist ein Attribut der Starken.”

“Auge um Auge …. endet damit, dass die ganze Welt blind ist.”

“Böses mit Bösem zu bekämpfen hilft niemandem.”

Klingt logisch – denn würden wir dann nicht am Ende genau das Verhalten an den Tag legen, dass wir verurteilen? Und geben dem Bösen so nicht nur die Macht, uns zu verletzen, sondern auch noch darüber, unseren Werten untreu zu werden?

“Wie bereits in der vorherigen Regel formuliert, haben wir immer die Wahl, wie wir auf etwas reagieren. Wenn wir dieses Denkmuster mehr und mehr in unser Leben integrieren, können wir auch mehr und mehr auf eine Weise reagieren, die für uns selbst und andere förderlich ist. Wir stellen fest, dass Vergeben und Loslassen der Vergangenheit für uns selbst und die Personen in unserem Umfeld von großem Nutzen sein wird. Und unsere Zeit mit negativen Erinnerungen zu verbringen wird uns nicht weiterhelfen. Was vielmehr weiterhilft ist, sich klar zu werden, was uns die negativen Erfahrungen gelehrt haben. Wenn wir diesen Nutzen aus ihnen ziehen, können wir sie leichter loslassen. Wenn wir allerdings in der negativen Vergangenheit verharren, werde wir vermutlich nur noch mehr leiden und uns selbst so sehr im Kreis drehen, dass wir unser hilfreiches und gutes Handeln im Hier und Jetzt sabotieren.
Wenn wir nicht vergeben können, verleihen wir der Vergangenheit und anderen Personen die Macht darüber, wie wir uns fühlen. Wenn wir vergeben können, lösen wir diese Fesseln. Dann erst können wir uns zum Beispiel richtig auf die nächsten, hilfreichen Schritte konzentrieren.”

An welchen Stellen fühlen Sie sich noch “gefesselt”, also in Ihrer emotionalen und gedanklichen Freiheit eingeschränkt, weil Sie nicht vergeben können?

Was begleitet Sie bis heute immer wieder gedanklich?

Welche Fessel hat ihren Ursprung vielleicht sogar weiter in der Vergangenheit und schmerzt immer wieder, wenn Sie sich bestimmten Situationen oder Personen gegenüber sehen?

Vergeben ist sicherlich eine ähnlich große Aufgabe, wie Herr der eigenen Gefühle zu werden und zu bleiben. Und diese beiden Eigenschaften sind eng miteinander verknüpft, sind doch beim Vergeben auch oft Verletzungen und gefühlte Kränkungen im Spiel.

Vielleicht hilft es auch hier, erst einmal klein anzufangen.

Ich finde, aufzuhören, sich über das Verhalten anderer Personen “aufzuregen”, ist schon ein Vergeben und Loslassen im Kleinen … Dazu gibt es täglich sicherlich mehrere Übungsmöglichkeiten. :-)

Vielleicht aber fällt Ihnen auch ganz konkret jemand ein, dem Sie bisher nicht vergeben konnten.
Versuchen Sie, loszulassen.
Begegnen Sie der Person – im wahren Leben oder nur in Gedanken – noch einmal “zum ersten Mal”.  Oder versuchen Sie, das Vorgefallene dort zu belassen, wo es seinen Ursprung hatte – nämlich im Wesen der anderen Person – und nicht gegen Sie persönlich gerichtet zu sehen. Jeder von uns hat Licht- und Schattenseiten, Möglichkeiten und Grenzen.
Diese an sich und anderen wahrzunehmen und zu akzeptieren – und damit auch Erwartungshaltungen loszulassen – befreit ungemein – uns selbst und die Menschen um uns herum.

Ghandis 10 Regeln – Regel 2

“Nobody can hurt me without my permission.” Mahatma Ghandi

“Was wir fühlen und wie wir reagieren, liegt immer in unseren Händen. Es mag eine “normale” oder übliche Art und Weise geben, auf gewisse Dinge zu reagieren. Aber das ist auch schon alles. Wir haben bei so ziemlich allem die Wahl, was wir denken, wie wir reagieren und was wir fühlen. Wenig förderlich ist es, auszuflippen, über zu reagieren und negativ zu reagieren. Trotzdem kommt vielleicht manchmal ein Reflex durch. Oder eine alte Gewohnheit zeigt sich wieder. Und wenn uns dann klar wird, dass niemand außer uns selbst kontrollieren kann, wie wir uns fühlen, können wir diese Erkenntnis in unser tägliches Leben integrieren und sie zu einer Einstellung machen. Zu einer Gewohnheit, eine Einstellung, die wir mit der Zeit immer weiter festigen können. Dies zu tun, macht das Leben wesentlich einfacher und angenehmer.”

Sprich: Wir können nicht immer beeinflussen, was geschieht – aber immer, wie wir darauf reagieren.

Leichter gesagt, als getan. Zu gerne denken wir Gedanken wie “Dieses Verhalten von XY macht mich wahnsinnig!” Meist nehmen wir zuerst unsere Emotion wahr und die Person oder Situation, mit der wir konfrontiert sind, als Auslöser.

Aber schauen wir uns das einmal genauer an. Ist es nicht so, dass ich meinem Gegenüber die Macht über mich und meine Gefühle gebe, wenn ich ihm/ihr “Schuld” daran gebe, wie ich mich fühle? Was sich zunächst erleichternd anfühlt, da ich die Verantwortung abgeben kann, macht mich auf Dauer aber zum Opfer – Opferrolle. Am Ende werde ich dann zu einem Jammerer, der seinen eigenen Anteil am Ändern der Situation nicht nur nicht erkennt sondern auch verleugnet. Weil es vermeintlich einfacher ist, zu kritisieren, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Leider setze ich mich damit emotional immer stärker fest.

Ohne Frage, jeder von uns hat “Hot Buttons” – Verhaltensweisen, Situationen oder Personen, auf die wir in besonderem Maße emotional reagieren.  Spannend ist, dass diese Hot Buttons oft von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind – was zeigt, dass es die Möglichkeit einer anderen Reaktion gibt.  Und wir können sie steuern. Das ist ohnehin die wirkungsvollste Art, Einfluss zu nehmen – auf uns selbst. Das Gegenüber ändern ist hingegen mühsam bis aussichtslos (und wer sind wir denn, uns das anzumaßen und vom anderen zu verlangen?). Manchmal allerdings bewirkt ein verändertes Verhalten unsererseits eine veränderte Reaktion beim Gegenüber.  Dazu müssen wir uns aber vor allem unserer Selbst klar sein.

ICH bin also verantwortlich dafür, wie ich mich fühle.

Und dem Gefühl, das zunächst so scheinbar unmittelbar auf den Plan tritt, geht oft noch etwas voraus – nämlich meine Interpretation der Situation, des Verhaltens, dass ich wahrnehme. Und diese Interpretation lässt das Gefühl entstehen (siehe auch Blog Eintrag Regel 1).

Selbst wenn einem Verhalten oder einer Situation nur schwerlich etwas Positives abzuringen ist, habe ich noch immer die Wahl, ob ich einfach wahrnehme und annehme oder mich “wehre” – letzteres kostet mehr Energie, macht ein schlechtes Gefühl und ändert nichts.

Einfluss auf die eigenen Reaktionen und Gefühle zu nehmen ist sicher nicht einfach. Vor allem, weil sich unsere Verhaltensmuster oft bereits jahrelang eingeschliffen haben. Es geht also um eine Art “Neugestaltung meines Denkapparats”. Runter von der Frustrationsautobahn, auf zu neuen Denkwegen.

Machen Sie doch einfach mal einen Abstecher, biegen Sie einfach emotional einmal anders ab als sonst. Interpretieren Sie anders, nehmen Sie einfach wahr und entscheiden dann, wie Sie darauf reagieren möchten. Ganz bewusst. Und wenn Ihre Emotion wieder einmal schneller ist, als Ihre bewusste Wahrnehmung, dann nehmen Sie Ihre Emotion wahr – und dann entscheiden Sie, was sie mit Ihnen machen darf. Es ist der feine Unterschied zwischen “ein Gefühl haben” und “ein Gefühl sein”.

Und wenn Ihr neuer Abzweig sich gut anfühlt, nehmen Sie diesen Weg einfach so oft, bis aus ihm einen neue Schnellstrasse geworden ist – eine, die Sie gerne fahren.

Ghandis 10 Regeln – Regel 1

“You must be the change you want to see in the world.” Mahatma Ghandi

In Zeiten und Momenten, in denen mir der Glaube an die Welt und das Gute verloren zu gehen droht, in dem mich die Ereignisse, die Hektik, die Anonymität ratlos, hilflos, manchmal fassungslos zurücklassen, in denen mein inneres Gleichgewicht aus der Balance zu geraten scheint, besinne ich mich gerne auf große Denker und Veränderer der Geschichte. Es ist für mich absolut faszinierend, wie schon vor Jahren Worte gesprochen und Taten vollbracht wurden, die in meinen Augen noch heute absolute Gültigkeit und Aktualität haben.

“You must not lose faith in humanity. Humanity is an ocean; if a few drops of the ocean are dirty, the ocean does not become dirty.”  Mahatma Ghandi

Vielleicht gibt es ja nur eine Hand voll Probleme, die sich wiederholen und die Herausforderung unserer Spezies liegt darin, zu lernen und eine nachhaltige Lösung, einen positiven Umgang damit zu finden?

In diesem Sinne möchte ich eine Serie von Einträgen in diesem Balance Blog Mahatma Ghandi widmen – genauer seinen 10 Regeln für eine bessere Welt.

Ich hoffe, Ihnen damit ein wenig Inspiration an die Hand geben zu können, für gute und schlechte Zeiten, für innere Balance und inneren Frieden.

1. Verändere Dich selbst – beginne bei Dir

“Sei selbst die Veränderung, die Du Dir in der Welt wünschst.” M. Ghandi

Jeder von uns ist ein Teil dieser Welt – wenn wir uns verändern, beginnen wir, die Welt zu verändern.

Das bedeutet, sich bei allem, was wir bemängeln und beklagen, zu fragen: was ist MEIN Anteil? Was kann ICH verändern?

Es bedeutet, davon abzulassen, die Schuld bei anderen und im Außen zu suchen. Aufhören mit dem Jammern.
Verantwortung übernehmen.

Ganz schön unbequem.
Aber auch eine große Chance.

Die Chance, in der Welt – oder zunächst erst einmal im eigenen Leben – vom Opfer zum Gestalter zu werden.

Und die Veränderung beginnt in kleinen Schritten. Wenn wir unsere Gedanken verändern, wird sich verändern, was wir fühlen – und damit auch, wie wir handeln.

“Achte auf Deine Gedanken, sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, er wird Dein Schicksal.” Talmud

Neue Sichtweisen eröffnen neue Handlungsoptionen.

Und selbst wenn es uns gelingen sollte, unser Umfeld zu verändern ohne uns selbst zu ändern, bleiben wir in unseren Ängsten, unserer Negativität und unseren selbst-sabotierenden Verhaltensweisen verhaftet – weswegen wir wahrscheinlich nicht einmal die erreichte Veränderung als positiv wahrnehmen werden sondern früher oder später auch daran wieder etwas Schlechtes finden werden.

Die Veränderung beginnt also mit der ehrlichen, distanzierten Einschätzung unseres Egos – und mit veränderten Verhaltensweisen, die aus den Erkenntnissen erwachsen.

Konkret:

Wenn ich es z.B. ungeheuerlich finde, dass sich eine gute Freundin schon so lange nicht mehr bei mir gemeldet hat – warum habe ich dann nicht längst selbst zum Hörer gegriffen?

Sagt das, was ich da bemängele, vielleicht etwas über mich aus?

Habe ich selbst da eventuell ein Defizit, von dem ich ablenken möchte, indem ich mit dem Finger auf andere zeige?

“Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul als über Peter.” Baruch de Spinoza

Ist es vielleicht, weil ich eine nicht so positive Interpretation der ausbleibenden Kontaktaufnahme habe? (“Sie ist dran.” / “Wenn ich ihr wirklich wichtig wäre…”).

Und wäre es für unsere Beziehung – sofern mir etwas an der Verbindung und der Person der Freundin liegt – nicht zuträglicher, wenn ich das Ausbleiben des Anrufs einfach wertfrei registriere oder – wenn überhaupt – dann eine wohlwollende Einschätzung finden würde? (“Wahrscheinlich hat sie viel um die Ohren.”)

Wie dem auch sei – mein Ärger über die Verhaltensweisen anderer wird nichts verändern – außer mein Inneres, das unter Umständen immer mehr den wohlwollenden Blick verliert. Diese Ernüchterung wiederum strahle ich aus und bewirke eine entsprechende Reaktion bei meinem Gegenüber – die mich dann in meine Annahme weiter bestätigt (dabei habe ich sie hervorgerufen).

Ein Teufelskreis, aus dem es nur einen Ausstieg gibt – das eigene Verhalten zu ändern. Selbst zu tun, was ich von andere erwarte.

Jetzt.

Wochenmarkt

Was für eine Auswahl an Eindrücken, Geräuschen, Gerüchen – vor allem an Gerüchen.

Er setzte sich, lehnte sich dabei leicht an die knallgelbe Hauswand der Bäckerei und lies alles auf sich wirken. Diese Ansammlung von Leuten und Düften war eine feine Sache. Er roch frisch gepressten Orangensaft, nassen Asphalt, erdige Kartoffeln, die Hektik der vorüberziehenden Menschen. Von links drang der Duft von frisch gebackenen Brezeln in seine feine Nase – eine kleine Kostprobe davon lag ca. 5 Schritte vor ihm auf dem regendunklen Kopfsteinpflaster. Eine der vielen gurrenden Tauben hatte begonnen, ein großes Stück durch Picken und in die Luft werfen in schluckbare Portionen zu zerteilen. Ein interessanter Anblick, wie er fand. Er drehte seinen Kopf leicht und betrachtete sich das Schauspiel eine Weile. ”Das ist mal ein schöner Platz, um zu warten”, dachte er sich.

Je länger er dem Federvieh beim Mittagsschmaus zusah, desto größer wurde sein Interesse.

Er beschloss, aufzustehen und sich die Sache aus der Nähe zu betrachten. Vielleicht, so dachte er, kann ich mir ja das Überbleibsel ergattern …

Neugierig ging seine Nase voran, er machte zwei, drei motivierte Schritte und – Mist! Da war sie wieder, diese von Menschen geschaffene Spaßbremse, diese Leine!

Nein, diesmal würde er nicht aufgeben. Er musste dieses Stück Brezel haben. Seine vier Pfoten machten drei Schritte zurück, er nahm Anlauf und lief ein zweites Mal – diesmal mit voller Wucht, der Kraft seiner ungestümen Jugend und dem unbändigen Wunsch nach Essen – in die Leine.

Er bremste kurz, das Halsband schnitt sich in seine Gurgel – ein Ruck – und da war sie! Freiheit!

Der laute Knall der reißenden Leine ließ den Futterkontrahenten gurrend und mit hektischem Flügelschlag vor ihm in die Lüfte steigen und verschwinden. Mit einem beherzten Happs ließ der junge Labrador seine Beute in sein schokobraunes Maul und seine Kehle hinuntergleiten. Seine rosa Zunge glitt über seine Lefzen, als er den Blick hob.

Da lag er vor ihm. Der Markt. Ein Spielplatz voller Möglichkeiten. (…)