Ergebnisoffene Zielsetzung?

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Diese Überschrift mag wie ein Widerspruch klingen. Wie kann ich mir gleichzeitig etwas vornehmen und trotzdem kein festgelegtes Ergebnis erwarten?
Bei dieser Formulierung geht es aber weniger um das Ergebnis – sondern mehr, wie wir damit umgehen.

„Leben ist, was passiert, wenn man anfängt, Pläne zu schmieden.“

Hand auf’s Herz – wie oft klappen die Dinge so, wie wir sie geplant haben? Manchmal habe ich sogar das Gefühl, je mehr ich plane und mir vornehme und je genauer ich meine Erwartungen formuliere, desto weniger klappt es. Das mag zum einen daran liegen, dass es schwieriger wird, je detaillierter unsere Erwartungen sind – zum anderen aber auch daran, dass wir mit jedem Detail mehr zu kontrollieren versuchen und in gewisser Weise mental „verkrampfen“.

Wir nehmen damit eine von drei Haltungen an, aus denen heraus laut Buddhismus das meiste Leid der Menschen erwächst:

  1. Etwas (Unangenehmes) verhindern wollen = Angst
  2. Etwas (Angenehmes) nicht loslassen können = Bedauern
  3. Etwas (Unangenehmes) nicht annehmen können = Ablehnung

Bedeutet das jetzt, dass wir uns gar nichts mehr vornehmen sollten – klappt ja eh in den meisten Fällen nicht?
Nein! Denn durch unsere Zielsetzung und Vorhaben geben wir unserem Leben eine Richtung, wir steuern es hin zu dem, was uns wichtig ist und wie wir leben wollen.
Wenn wir das nicht tun, laufen wir Gefahr, dass „das Leben uns passiert“ oder Andere Entscheidungen für uns treffen – und wir uns am Ende in Situationen wiederfinden, die wir gar nicht wollen.
Außerdem ist Zielsetzung wichtig, um Erfolgserlebnisse zu haben – welche wiederum unser Selbstwirksamkeitsgefühl und unseren Selbstwert stärken.
Also, weiterhin Ziele setzen und Vorhaben planen.
ABER – locker und offen bleiben, wenn es nicht so ausgeht, wie wir uns das gedacht haben.

Je gelassenerer wir mit den Unwägbarkeiten und der Unberechenbarkeit des Lebens umgehen, je flexibler wir durch es hindurch navigieren, umso schneller gelingt es uns, wieder aufzustehen, wenn wir hingefallen sind und nach vorne zu blicken. Und mehr Leichtigkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir das Ziel erreichen!
Ergebnisoffen bedeutet also – sich etwas vorzunehmen, und was immer auch dabei herauskommt – anzunehmen!

Das könnte dann so aussehen:

Eine kleine Anmerkung noch: es geht hier nicht um’s Schönreden! Wenn etwas unangenehm ist, ist es unangenehm und basta. Es geht um’s Annehmen – und das beginnt mit dem Eingeständnis, dass es unangenehm ist und dass ich mich ungut damit fühle. Nicht mehr und nicht weniger.
Das alleine lässt die erste „Luft raus“, klärt den Geist und wir können unsere Energie wieder nach vorne richten.
Also – planen, ergebnisoffen bleiben und dann freuen und feiern – oder annehmen und lernen.

Was hast Du diese Woche für Pläne?

Sei gut zur Dir!

Deine Birgit

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