Erschaffe etwas!

Sich einer Aufgabe zu widmen, die man gerne macht, in der man so richtig versinken kann und deren Ergebnis man am Ende sehen, schmecken, hören oder fühlen kann, hat etwas sehr Entspannendes und zutiefst Befriedigendes.

Dabei muss es nicht immer eine sehr anspruchsvolle Aufgabe sein. Es kann durchaus auch etwas sein, bei dem es Dir möglich ist, abzuschalten oder den Gedanken freien Lauf zu lassen. Zum Beispiel beim Malen oder Zeichnen. Nicht umsonst sind seit geraumer Zeit Malbücher mit z.B. Mandalas für Erwachsene der Verkaufsschlager. Solltest auch Du gerne malen und dabei entspannen können – grabe doch einfach mal die alten Buntstifte aus und drucke Dir ein Mandala zum Ausmalen aus. Oder noch besser, schnapp Dir ein leeres Blatt Papier und leg‘ einfach los. So wie früher, als wir Kinder waren und es uns egal war, ob die eine Farbe zur anderen passt, die Proportionen stimmen oder man überhaupt was erkennen kann. Lass Dein Herz Deine Hand führen.

Vielleicht liegt Dir ja aber auch eher die Musik und es steht oder liegt noch irgendwo ein Instrument rum, das Du einst gespielt aber schon sehr lange nicht mehr in die Hand genommen hast? Jetzt ist die beste Zeit dafür!

Oder vielleicht bist Du eher ein Bastler und Schrauber?  Mit einem Werkzeugraum, in dem Du die Zeit vergisst?

Oder wie wäre es, wenn Du Dich heute einmal genussvoll dem Zubereiten eines leckeren Essens widmest und es Dir danach einfach gönnst? Entweder alleine (Du bist es wert!) oder gemeinsam mit Freunden.

Kochen, Basteln, Malen, Zeichnen, Musizieren, Fotografieren – die Liste kann endlos erweitert werden.

Ich bin mir sicher, Du findest das Richtige, um den Schöpfer in Dir zu erwecken!

Viel Spaß dabei,

Deine Birgit

Foto: Pixabay

Sing‘ Dir den Stress von der Seele

Singen gegen Stress?
Ja, in der Tat! Es gilt als erwiesen, dass Singen die Gesundheit fördert und ausgeglichen und glücklich macht.
Falls Du jetzt denkst „wenn ich singe, dann macht das mein Umfeld eher unglücklich – ich kann’s nämlich nicht“, dann kann ich Dich beruhigen. Zum einen sprechen wir hier erst einmal davon, welche Wirkung das Singen auf den Sänger oder die Sängerin – also auf Dich – hat, zum anderen ist es total egal, wie gut Du singst – die oben beschriebene Wirkung stellt sich auf jeden Fall ein.

Studien haben nachgewiesen, dass Singen:

  • die soziale, psychische und körperliche Gesundheit fördert
  • die Abwehrkräfte des Immunsystems bereits nach 20 Minuten aktiviert
  • das Stresshormon Adrenalin abbaut
  • die Sauerstoffversorgung der Organe verbessert
  • das Gehirn die „Glückshormone“ Dopamin und Serotonin vermehrt ausschütten lässt
  • bei guter Zwerchfellatmung die Lunge, den Rücken und das Herz-Kreislaufsystem stärkt
  • lebensfroher, ausgeglichener und zuversichtlicher macht

Es lohnt sich also! Egal ob in der Dusche, im Auto oder – für die Mutigen, denen es keinen Stress macht, vor anderen zu singen – in der Karaokebar – Singen macht glücklich(er)!

Tatsächlich kann das Singen in einer Gemeinschaft – wie zum Beispiel im Chor – den wohltuenden Effekt noch verstärken.
Auch das ist wissenschaftlich erwiesen. Der für mich schönste Beitrag hierzu stammt von der Schauspielerin Anke Engelke, die sich 2013 ein Jahr lang auf die Reise machte, um herauszufinden, was Menschen glücklich macht.
(„Sowas wie Glück – eine Reise mit Anke Engelke“).
In Zusammenarbeit mit Ärzten und Wissenschaftlern konnte sie nachweisen, dass das Singen im Chor glücklich macht. Für das Experiment gründete sie den „Chor der Muffeligen“, einen Chor mit Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Gründung in einer schwierigen Lebensphase befanden oder denen etwas auf der Seele lag. Über mehrere Wochen hinweg wurde anhand von Speichelproben und Befindlichkeitsfragebögen wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen, dass Singen tatsächlich glücklich macht. Allen Sängerinnen und Sängern ging es nach Ablauf der Studie besser als zu Beginn. Und das Schönste daran: der Chor existiert bis heute in Köln und und hat sich den Namen „Glücks-Chor“ gegeben.
(Weitere Informationen findest Du unten bei den Links).

Singen ist also ein kleines Wundermittel!
Wann hast Du zum letzten Mal gesungen?

Lege heute doch mal Deinen Lieblingssong auf, träller‘ einfach lautstark mit und genieße die Energie, die Du damit in Deinem Körper freisetzt!

Sing on!

Deine Birgit

Zum Weiterlesen:
Über den Chor der Muffeligen:
https://www.msn.com/de-de/unterhaltung/musik/von-anke-engelke-gegr%C3%BCndet-wie-der-gl%C3%BCcks-chor-die-k%C3%B6lner-begl%C3%BCckt/ar-AAzXdxi

https://vimeo.com/89436052

https://www.facebook.com/pages/category/Musician-Band/Der-Chor-der-Muffeligen-175330775995724/

Über die gesundheitsfördernde Wirkung des Singens:
http://www.forumgesundheit.at/portal27/forumgesundheitportal/content/contentWindow?action=2&viewmode=content&contentid=10007.689899

Und hier noch ein wundervoller Film zum Thema Singen, Musik und Chor:
„Wie im Himmel“, Schweden/Dänemark, 2004

Die gesamte ARD Doku „Sowas wie Glück“ mit Anke Engelke:
https://www.youtube.com/watch?v=D6k0BbpLEh8

Foto: Pixabay

Reise mit leichtem Gepäck

geschrieben von Birgit Baldauf

Es war einmal ein kleines Mädchen, das wollte die große weite Welt entdecken. Doch bevor es sich auf die Reise machte, wollte es alles gut planen. Es wollte ja alle Länder, Kulturen und Klimagebiete kennen lernen und musste sich folglich gut vorbereiten.

Also begann das kleine Mädchen, seinen Rucksack zu packen:

  • 120 Reiseführer, die es auf die besonderen Gegebenheiten in jedem Land hinweisen sollten.
  • 15 Wörterbücher – um überall die richtigen Worte zu finden.
  • Etliche Schuhe – um immer festen Tritt zu haben.
  • Dicke Hosen, dünne Hosen, viele Blusen, schöne Röckchen – es wollte ja auch für jede Gelegenheit passend gekleidet sein.
  • Schließlich packte das kleine Mädchen noch Proviant ein, um unterwegs immer etwas zur Hand zu haben, wenn der Hunger kommen würde.

Stolz saß das kleine Mädchen vor seinem Rucksack und freute sich darauf, endlich auf die Reise gehen zu können. Es nahm die Reiseroute zur Hand, bückte sich und wollte den Rucksack schultern. Doch als es ihn auf dem Rücken hatte, merkte es, dass er viel zu schwer war. Das kleine Mädchen kam gerade einmal bis kurz vor die Tür damit. Erschöpft lies es sich dort nieder und überlegte.

Was tun?
Es wollte diese Reise doch so sehr!
Was aus dem Rucksack auspacken und zurücklassen?
Das Essen? – Nein, das ging nicht!
Die Schuhe? – Keinesfalls!!
Die Lektüre? – Undenkbar! …

Und wie es da so saß und überlegte, kam ein Vogel mit buntem Gefieder geflogen und setze sich auf den Rucksack. Neugierig neigte der Vogel seinen Kopf und beäugte das Mädchen. Schließlich fragte er, was es denn so bedrücken würde. Das kleine Mädchen begann, ihm von der geplanten Reise zu erzählen, von der Last des Rucksacks und den Überlegungen, was zu tun ist, um die Last zu erleichtern.

Da zwitscherte der Vogel vergnügt und sagte: „Was Du tun kannst? Das ist ganz einfach! Flieg einfach los. Und wenn Du durstig wirst, dann lass Dich an einem frischen Bach nieder und trinke. Und wenn Du hungrig wirst, dann lasse Dich auf einem Apfelbaum nieder und pflücke Dir einen leckeren Apfel. Und wenn Du an einen fremden Ort kommst, dann setze Dich auf einen Hügel, beobachte und lerne – dann wirst Du verstehen. Und wenn Du an einen Ort kommst, an dem Dein schönes Gefieder nicht passend scheint, dann breite die Flügel aus, erhebe Dich in die Lüfte und flieg einfach weiter.
Du wirst sehen, Du brauchst nur Dich und Deine Flügel – und alles andere findet sich entlang des Weges.“

Da lächelte das Mädchen, bedankte sich bei dem Vogel, stellte den Rucksack zurück ins Haus und machte sich auf die Reise.

Und weil es sich so leicht und frei fühlte, sah es doppelt so viele Länder wie ursprünglich geplant.

© Birgit Baldauf

Foto: Pixabay

Gut hoch drei

Deine Energie fließt dorthin, wo Deine Aufmerksamkeit liegt.

Zu gerne erinnern wir uns ewig lang an unangenehme Dinge. Nicht, dass es schon schlimm genug wäre, dass wir sie erlebt haben, nein, wir lassen Sie auch noch wieder und wieder durch unsere Köpfe wandern. Und da Gedanken Gefühle in uns hervorrufen, durchleben wir das Unangenehme dann auch jedes Mal aufs Neue. Dabei geht einiges an Energie drauf für etwas, was sich a) ohnehin nicht mehr ändern lässt und b) auch noch unangenehm ist.
Das mag auch daran liegen, dass wir evolutionär mit einem Mechanismus ausgestattet sind, der uns vor Gefahren schützen soll. Dieser bewirkt, dass wir bevorzugt all das wahrnehmen, was nicht nach unseren Vorstellungen läuft oder unangenehm ist.
Angenehmes hingegen findet oft keine besondere Beachtung – wir nehmen es als selbstverständlich hin.
In der Hektik des Alltags, zwischen all den Dingen, die nicht nach Plan laufen, ergibt sich so in unserem Kopf recht schnell ein unausgewogenes Gesamtbild, das uns eher unzufrieden und angespannt zurücklässt.

Die gute Nachricht ist – wir sind diesem Ungleichgewicht nicht hilflos ausgeliefert. Unser Hirn ist ein ganz erstaunliches Meisterwerk der Natur – in gewisser Weise ist es wie ein Muskel. Wenn wir Muskeln immer wieder beanspruchen und trainieren, wachsen Sie und werden stärker. Unsere Denkmuster sind wie mentale Muskeln. Die Frage ist: welchen mentalen Muskel willst Du trainieren?

Es gibt eine gute Möglichkeit, unseren Blick für die guten und angenehmen Dinge in unserem Leben zu trainieren und zu fördern. Wenn Du den folgenden Tipp als tägliches Ritual etablierst, ist er besonders wirkungsvoll.

Lenke Deine Aufmerksamkeit diese Woche einmal bewusst auf alles, was gut läuft. Notiere jeden Abend drei Dinge, die angenehm waren, funktioniert haben, Dir gefallen oder Dich zum Lächeln gebracht haben. Das muss gar nichts Spektakuläres sein – oftmals sind es kleine Gesten, Momente oder Beobachtungen: der frische Kaffee am Morgen, der Mensch in der Straßenbahn, der einer älteren Dame seinen Platz anbietet, Sonne auf Deiner Haut …
Wenn es Dir schwer fällt, Dich am Abend zu erinnern, kannst Du auch im Laufe des Tages eine kurze Notiz machen – zum Beispiel in Deinem Handy – wenn Du etwas Positives erlebt hast. Gönne Dir dann am Abend 5-10 Minuten, um diese Notizen noch einmal durchsehen.

Ich lade Dich dazu ein, dieses Ritual auch über diese Woche hinaus weiter zu führen. Wahrscheinlich werden Dir schon bald mehr als drei Dinge einfallen und Dein Geist wird geschult, ein ausgewogeneres und gelasseneres Bild von der Welt zu bekommen.

Und ganz nebenbei: solltest Du wirklich mal einen dieser Tage erleben, den Du lieber vergessen willst, hilft es ungemein, sich die positiven Notizen der vergangenen Tage noch einmal zu Gemüte zu führen.

Mach’s dreimal gut,

Deine Birgit

*Foto: iStock

Slow Motion im Alltag

„Dieses Jahr ist besonders schnell vorbei gegangen“.
„Vielleicht liegt es am Alter, dass einem alles immer schneller vorkommt?“
So oder so ähnlich hört es sich an, wenn ich mich mit Freunden und Bekannten über Zeit unterhalte und wie schnell sie vergeht.
Neulich habe ich ein interessantes Interview mit Prof. Dr. Hartmut Rosa, einem der renommiertesten deutschen Zeitforscher gelesen. Darin sagt er treffend: „Wir sind … reicher an Erlebnissen, aber dennoch ärmer an Erfahrungen. Denn Erlebnisse werden nicht mehr in Erfahrungen transformiert.“
Wir haben so viele Wahlmöglichkeiten, dass wir häufig von einem Ereignis und Erlebnis ins nächste stürmen – ohne uns Zeit genommen zu haben, das letzte zu verarbeiten, bewusst abzuspeichern. Es ist, als wenn wir immer nur an der Oberfläche kratzen, aber nicht mehr in die Tiefe gehen. Alles scheint schneller und weniger intensiv. Und so sagt Prof. Rosa weiter: „Wer sich reich an Zeit fühlen möchte, sollte hin und wieder einen Tag verschwenden, nichts planen, nichts produktives Tun.“
Ich empfehle dies in Kombination mit der „Slow Motion Technik“.

Stell Dir einen Tag lang Deine Wahrnehmung einmal wie eine Kamera in einem Hollywood Film vor. Zoome im Alltag Dinge, Personen, Szenenausschnitte immer mal wieder heran. Nimm die Details ganz genau wahr. Blende vielleicht sogar gleichzeitig eine Wahrnehmungsebene etwas aus oder rücke sie in den Hintergrund (z.B. Töne / Geräusche). Vielleicht kommt Dir dann die ein oder andere Szene sogar wie Slow Motion vor, weil Du plötzlich viel bewusster und intensiver wahrnimmst.

So schulst Du Deine Sinneswahrnehmung und bereicherst Deine Eindrücke. Vielleicht bringt Dich das ein oder andere Detail sogar zum Staunen. Auf jeden Fall erlebst Du tiefer und bewusster.

Außerdem hilft Dir diese Übung, auch dann den Fokus auf etwas zu behalten, wenn Du es brauchst (z.B. wenn Du bei einer Zugfahrt an etwas arbeitest oder liest und die Person neben Dir intensiv telefoniert – passiert mir regelmäßig :-))

Im Urlaub gelingt uns das oft einfacher – wenn wir irgendwo das erst Mal sind und scheinbar alles viel intensiver wahrnehmen oder wenn wir mit einem guten Buch am Strand liegen und die Welt um uns herum vergessen.

Versuche, diesen Zauber auch in Alltagsmomenten wieder einzufangen:

  • Nimm z.B. Umgebungsgeräusche oder Stimmengewirr wie Hintergrundmusik wahr und konzentriere Dich auf etwas in Deiner Nähe.
  • Kaue beim Essen einmal etwas länger. Konzentriere Dich bewusst auf den Geschmack.
  • Betrachte eine Minute lang Deine Hände oder Finger.
  • Betrachte beim Warten in einer Schlange die Verhaltensweise des Menschen vor Dir.
  • Mach alltägliche Handlungen einmal bewusster – wie z.B. das Türen öffnen.

Setze Deinen Alltag in Szene und bereichere Deine Sinne!

Frohes Filmen,

Deine Birgit