Ich muss entspannter werden

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„Müssen“ und „entspannen“ in einem Satz – ein Widerspruch in sich, oder?
Kommt aber häufiger vor, als man denkt.

Wir sind uns bewusst, dass wir einen Ausgleich schaffen sollten zum stressigen Alltag, dass wir auf die Gesundheit achten sollten, genug Schlaf, viel trinken, gesund ernähren und, ach ja, Sport treiben. Und zwar nicht nur Ausdauertraining, damit das Herz stark bleibt, sondern auch was für die Kraft, damit wir die Haltung nicht verlieren.
Mach Summa Summarum mindestens drei Punkte mehr auf der täglichen To Do List.
Manchmal steht da auch noch Mediation drauf.
Und dann sitzen wir da, kommen nicht zur Ruhe, die Gedanken kreisen…

„Meditation ist nichts für mich. Ich streng mich so an, nichts zu denken, aber es klappt einfach nicht. Und dann sitze ich da und ärgere mich über mich selbst, dass ich das nicht hinbekomme.“ sagte neulich jemand zu mir.
Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Zumal ich den Effekt selber kenne.

Da nehmen wir uns etwas vor, damit es uns besser geht, damit wir zur Ruhe kommen – und genau das Gegenteil passiert. Meist, weil wir die Leistungsprinzipien unseres beruflichen Alltags auch auf die Freizeit und unsere Entspannung übertragen. Und plötzlich stresst uns unser Anti-Stress-Programm.
Und wir sind z.B. im Yoga Kurs eben nicht total bei uns und achten auf unser Wohlbefinden und unsere Grenzen, sondern schielen zum Nachbarn auf der Matte nebenan, um zu prüfen, ob wir die Übung nicht vielleicht besser können.

Ich erinnere mich noch, als auch auf einen Halbmarathon trainiert habe. Das war in einer Zeit, in der ich beruflich sehr viel unterwegs war. Aber der Trainingsplan musste eingehalten werden, wenn ich mein Zeit-Ziel erreichen wollte. Was passierte war, dass mir das Laufen plötzlich keinen Spaß mehr machte, es war zu Pflicht, zum Zwang geworden. Einem Zwang, den ich mir selber auferlegt hatte. Am Ende war ich nach und durch die Laufeinheiten nicht fitter sondern noch ausgelaugter.
Den Halbmarathon bin ich trotzdem gelaufen – aber mir war klar: so wollte ich nicht weiterlaufen. Mittlerweile laufe ich wieder aus Freude. Regelmäßig, ja, aber so oft und so viel, wie ich möchte. Und ich habe Platz geschaffen für anderen Sportarten und Freizeitaktivitäten, die mir auch Spaß machen. Fühlt sich runder an. Flexibler. Lockerer. Entspannter.

Und manchmal mache ein Nickerchen, statt zu meditieren. Oder einen Spaziergang statt der Laufeinheit.
Mein Kompass für entspannende Entspannung ist meine innere Stimme geworden.
Die weiß zuverlässig, was jetzt gerade gut für mich wäre, was ich brauche. Es braucht nur Ruhe, um sie wahrzunehmen – und den Willen, auf sie zu hören.

Wie „planst“ Du Deine Entspannung?

Versuche doch in der kommenden Woche einfach mal, „neutrale“ Entspannungsinseln zu schaffen. Das können immer mal wieder ein paar Minuten zwischendrin sein, aber auch längere Phasen. Dann halte inne, atme bewusst, komme erstmal zur Ruhe und spüre in Dich rein, wonach Dir ist.

Folge dem ersten Impuls und sei (ge)entspannt, was passiert!

Auf eine entspannte Woche.

Deine Birgit

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