Zwei Schwestern

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Liebe/r Leser/in,
der heutige Artikel kommt etwas anders daher. Meine letzte Geschichte ist schon eine Weile her – mir war wieder einmal danach.
Viel Spaß beim Lesen und inspirieren lassen!
Birgit

Zwei Schwestern wachten eines Morgens auf, sahen aus dem Fenster und freuten sich über den strahlenden Sonnenschein, den blauen Himmel und den milden, frühen Sommerwind, der ins Zimmer blies. Sie sahen sich an und wussten: ein perfekter Tag um nach draußen zu gehen!

Während die eine kurz im Bad verschwand, dann ihr Sommerkleidchen überwarf und die Haustür hinter sich zuzog, stand die andere noch vor dem Kleiderschrank.

Was anziehen?
Wie warm würde es werden?
Sie nahm ihr Handy und checkte die Wetterapp.
Sah gut aus.
Aber wenn die sich wieder einmal täuschten? Wenn Regen aufzog?
Dann doch lieber geschlossene Schuhe. Falls sie Waldwege gehen würde, eh besser.
Aber wenn sie dann irgendwo einkehren würde, wären etwas eleganter Schuhe besser.
Und vielleicht ein Pulli, falls es nach dem Regen kühler wird?
Schirm oder Regenjacke?
Und Sonnencreme, falls es nicht regnen sollte.

Sie begann, alles zusammen zu sammeln und auf dem Bett zu drapieren.
Vielleicht auch noch eine Flasche Wasser und eine Kleinigkeit zu essen?
Man weiß ja nie!

Sie ging in den Keller, um eine passende Tasche zu suchen. Es war bereits einige Zeit vergangen. Als sie wieder nach oben in die Wohnung kam und aus dem Fenster sah, hatte der Regen eingesetzt. Ganz toll, dachte sie, alles umsonst! – und begann, Ihre Ausrüstung wieder zu verräumen.

Auf dem erneuten Weg in den Keller kam ihr ihre Schwester völlig durchnäßt im Treppenhaus entgegen und sie sagte: „Du Arme! Bist Du voll in den Regen gekommen? Wie war es?“

Und ihre Schwester antwortete:

„Es war wunderbar! Ich habe mich auf der Wiese in die Sonne gelegt, den Wind auf meiner Haut genossen, bin barfuß über Waldboden gewandert, habe Beeren gepflückt und eine Quelle entdeckt, meine Füße in den See gestreckt und auf dem Rückweg im warmen Sommerregen getanzt!
Was machen wir heute Abend?“

Wieviel brauchst Du wirklich?

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Wir können uns glücklich schätzen.
Wir haben so ziemlich alles so ziemlich sofort zur Verfügung.
Nicht nur Dinge, die lebensnotwendig sind, wie Wasser und Nahrungsmittel. Auch alles andere. Und wenn es der Laden um die Ecke nicht hat, bestelle ich es halt im Internet.
Und meistens gibt’s dann nicht nur eine Variante.
Neulich stand ich vor dem Kühlregal einer größeren Supermarkt-Kette und wollte eigentlich nur einen Liter Vollmilch kaufen – und hatte die Auswahl zwischen sage und schreibe 8 verschiedenen Sorten.
Wer da nicht schon von vornherein weiß, was er will, verbringt länger mit dem Kauf von einem Liter Milch als es gedauert hat, sie zu melken 😉

Ist mehr also immer gut?

Mehr Auswahl haben, bedeutet, mehr Entscheidungen zu treffen.
Um gute Entscheidungen zu treffen, brauche ich mehr Informationen.
Um mehr Informationen zu bekommen, brauche ich mehr Zeit.
(Ich kann natürlich auch einfach ins Blaue greifen oder der Konsumberatung folgen- die freut sich ;-))

Mehr Dinge haben hat oft ähnliche Folgen.

Mehr haben heißt sich um mehr kümmern zu müssen.
Mehr putzen, mehr Instand halten, mehr versorgen.
Mehr Zeit investieren.
Einen schönen Garten zu haben ist wunderbar. Es heißt aber auch regelmäßige Gartenarbeit. Oder noch mehr zu brauchen – nämlich einen Gärtner.
Dann muss ich mich nicht mehr um den Garten kümmern, aber darum, dass ich den Gärtner bezahlen kann – und vielleicht habe ich dann weniger Zeit, im Garten zu sitzen?
Je mehr ich mir leisten möchte oder mir leiste, umso mehr muss ich leisten.

Bedeutet viel haben zu können dann tatsächlich mehr Freiheit?

Ich bin kürzlich umgezogen.
Bei so einem Umzug wandert in der Regel alles, was man hat, nochmal durch die eigenen Hände.
Ich dachte, ich hätte nicht viel „Zeugs“ – war aber dann doch erstaunt, wie oft ich mir die Fragen „brauche ich das noch?“ und „soll das mit umziehen?“ gestellt habe. Und stolz auf mich, wie oft ich sie Nein beantwortet habe.
Ja, der Moment des Loslassens ist seltsam – aber danach fühlte ich mich so viel freier und leichter.
Ebenso mit den Möbeln in meiner neuen Wohnung. Es ist noch nicht alles eingerichtet und ich stelle mir nun die Frage: wieviel Möbelstücke brauche ich eigentlich wirklich?
Was, wenn ich einfach mal mehr Raum lasse?

Raum ist in meinen Augen heutzutage genauso Luxus geworden, wie Zeit.
Also, lass uns dafür sorgen, dass wir unserem Leben mehr Raum und Zeit geben.
Einfachheit im Außen macht auch den Kopf frei.
Es ist noch kein Meisterwerk auf einer bereist vollgekritzelten Leinwand entstanden.

Wo in Deiner Wohnung (oder Deinem Leben) könntest Du ausmisten oder Dich von etwas trennen, um Dich leichter zu fühlen? Um Raum zu schaffen?

Gibt es da dieses Regal im Keller …?
Oder noch Bücher aus dem Studium …?
Oder den „brauche-ich-vielleicht-nochmal-Schrank“?

Man kann sich übrigens auch von Gewohnheiten, Gedanken oder Menschen verabschieden, die einem nicht gut tun.

Weniger ist mehr.
Geh’s an.
Und wenn Du die passende Musik dazu brauchst: Hier der Song zum Blog Eintrag:

Silbermond «Leichtes Gepäck» – SRF 3 Live Session

Und dann genieße die Leichtigkeit mit den verbleibenden 1% – und den Freiraum, den Du für Neues geschaffen hast.

Denn wie sagte eine liebe Freundin neulich zu mir:
„Wo kein Platz zum Wachsen ist, da kann nichts gedeihen.“

Einen leichten Sonntag Dir.

Deine Birgit

In der Stille liegt die Kraft

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Diese Woche möchte ich gar nicht allzu viele Worte verlieren.
Manchmal ist Stille einfach besser.
Stille schafft Raum.
Wir erleben sie viel zu selten. Unsere Welt ist laut, geschäftig und geprägt von medialer Dauerbeschallung.
Dabei ist Stille so wichtig.

Wenn wir wirklich etwas erfahren wollen – über andere und über uns – müssen wir lernen, stille Momente zu schaffen – und sie auszuhalten.

Wer redet, kann nicht zuhören.

Nur wer still ist, kann richtig zuhören.
Seinem Gegenüber und sich selbst.
Und dabei meine ich nicht nur die Stille durch Nichts-Sagen, sondern auch die innere Stille.
Wie oft formulieren unsere Gedanken schon eine Antwort auf das oder interpretieren, was unser gegenüber sagt, noch bevor er oder sie zu Ende gesprochen hat?
Wie oft hören wir zu, um zu antworten – und weniger, um wirklich zu verstehen?

Nicht jeder hat die selbe Geschwindigkeit. Manche Menschen tauen erst auf, trauen sich erst, etwas mehr preis zu geben, wenn man Ihnen Zeit und Raum schenkt.
Also, einfach mal warten und nix sagen.

Ähnlich verhält es sich mit unserem Körper und unserem Geist.
Wer kennt es nicht, das Phänomen, dass sich körperliche Beschwerden erst zeigen, wenn wir zur Ruhe kommen? Urlaub haben?
Die waren vorher auch schon da – nur haben wir sie überhört oder nicht hören wollen.
Und in unserem Kopf ist auch ganz schön was los.
Wir denken durchschnittlich 60.000-70.000 Gedanken pro Tag.
Die meisten davon sind unterbewusst, aber da ist dieses ständige Geplapper im Inneren – das uns nicht selten zu Handlungen Außen bewegt – ebenso unbewusst und automatisch. Und dieses Plappermaul in uns wird immer wieder durch Reize im Außen neu angefeuert – und wechselt das Thema schneller als Du es merkst.

Die wahre innere Stimme in uns kommt so selten bis nie zu Wort.
Im Buddhismus gibt es da ein schönes Bild:
Unsere Seele ist wie ein tiefes Gewässer. Wenn es ständig in Bewegung ist und die Wellen den Sand aufwirbeln, wird uns kein klarer Blick auf den Grund gelingen.

Also, einfach mal einen ruhigen Ort suchen, ohne Input (auch keine Entspannungsmusik), Stille aushalten und gespannt sein, was passiert (und gespannt sein, wie lange Du es aushältst ;-))

Ich wünsche Dir eine kraftvolle und stille Woche!

Deine Birgit

Wollen müssen

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Wir alle haben in den letzten Monaten ganz schön viel wollen gemusst.  Klingt wie ein Widerspruch?

Im Ernst, ist es nicht erstaunlich, was plötzlich alles möglich ist, was wir zu bewegen in der Lage sind, wenn wir scheinbar wollen müssen?
Wenn wir uns plötzlich in Situationen wiederfinden, die all das, was uns gebremst hat von bedeutungsschwer in irrelevant umwandeln?
Wenn wir statt „eigentlich-aber“ Sätzen „jetzt aber!“ sagen und aus „wenn-dann“ „wann?“ wird?

Was ich meine?

  • Monatelang haben manche Firmen versucht, Homeoffice oder Telearbeit einzuführen. Und dann kam Covid19 – und zack, ging es in vier Wochen.
  • Jedes Jahr auf’s neue nimmst Du Dir vor, Dich gesünder zu ernähren – mit mäßigem Erfolg. Und dann bespricht Dein Arzt mit Dir das Ergebins Deiner letzten Untersuchung und die gesundheitlichen Folgen, wenn Du nix änderst – und zack … mehr gesundes auf dem Speiseplan.
  • Monatelang nimmst Du Dir vor, die Familie regelmäßiger zu besuchen – aber wann nur?? Und dann gibt es da diesen Todesfall – und zack, plötzlich ist Zeit da.

Warum in Zukunft nicht einfach machen, so mit richtig Wollen, bevor aus dem „eigentlich wollte ich“ ein „hätte ich mal“ wird? Das schafft Klarheit und spart Energie und Lebenszeit. (Hätte-Hätte zieht uns nämlich ganz schön runter).

Aber was bremst uns eigentlich, warum ist es so schwer bevor es leicht sein muss?

  • Wir wollen nicht wirklich. Es ist uns in Wahrheit nicht wichtig genug – oft weil uns etwas anderes  noch wichtiger ist. Manchmal ist uns das nicht gleich bewusst, vielleicht wollen wir es auch nicht zugeben oder wahrhaben …. dass wir z.B. Geselligkeit und Treffen mit Freunden wertvoller finden als die morgendliche Joggingrunde. Also? Steh dazu und mach aus dem „eigentlich sollte ich Laufen gehen“ ein „jetzt sind meine Freunde wichtig.“
  • Wir meinen, zu müssen. Und zwar nicht aus uns selbst heraus, sondern weil wir vermuten, dass es von uns erwartet wird. Da gibt es diese „Norm“, dieses NORMal, so einen gesellschaftlichen Standard. Wenn Du Dich innerlich Sätze sagen hörst wie „das macht man halt so/nicht“ dann frag Dich mal, wer ist eigentlich diese/r MAN? Und was machst DU? Es ist Deine Entscheidung – willst Du ein NORMales Leben leben und Dich am Ende vielleicht in einer Situation wiederfinden, in die Du so nie wolltest oder willst Du DEIN Leben leben? (Das ist übrigens das mit möglichst wenig „hätte ich mal“ Sätzen am Ende.)
  • Wir haben Bedenken. Offene oder versteckte. Versteckte Bedenken kommen manchmal als Vorurteile daher – um im Sport-Beispiel zu bleiben könntest Du unterbewusst vielleicht der Überzeugung sein, dass die ganzen Sportfreaks doch alle total angespannt sind = „Wenn ich Sport mache, werde ich so ein angespannter Zeitgenosse.“ Falls Dir das bewusst wird, ist das schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Dann, Bedenken parken und einfach mal machen. Mit offenem Ausgang. Mutig sein (ohne Leichtsinn) – vielleicht wirst Du ja der/die erste total lockere sportliche/r Zeitgenosse/in? 😉
  • Wir wollen es richtig machen – oder gar nicht. Auch Perfektionismus genannt. Wir meinen, uns in alle Richtungen absichern zu müssen, alles in Betracht ziehen, auf alles vorbereitet zu sein. Dazu fallen mir nur zwei Sprüche ein: 1. Kontrolle ist eine Illusion und 2. Start before your are ready. Je leichter Dein Gepäck ist, wenn Du loslegst, desto mehr Platz ist, um auf dem Weg wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse einzupacken!

Also, welche „eigentlich-aber-Sätze“ gibt es auf Deiner Liste? Aus welchem möchtest Du in nächster Zeit ein „aber jetzt!“ machen?

Deine Birgit

PS: Falls Du eine Löffelliste hast (= eine Liste der Dinge, die Du unbedingt gemacht haben möchtest, bevor Du den Löffel abgibst) — die ist ein guter Start!

Warum Dankbarkeit glücklich macht

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Ich freue mich, heute einen weiteren Artikel von Dr. Haley Perlus, Ph.D. Sport & Bewegungspsychologie und zertifizierte Fitnessexpertin, zu veröffentlichen. Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, Haley persönlich kennenzulernen und kann bestätigen – Sie lebt was sie lehrt.
Haley ist Expertin für Prinzipien und Strategien, die Hochleistungssportler zur Spitzenergebnissen führen. Ihr Portfolio reicht vom Mentaltraining bis zum persönlichen Energiemanagement. Die meisten Strategien lassen sich nahtlos in andere Lebensbereiche – und somit auch in unser aller Alltag – übertragen.

Im heutigen Artikel geht es um die Wertschätzung der 5 großen L für mehr Lebensfreude: Liebe, Leisten, Lernen, Lachen, Loslassen.
Viel Spaß beim Lesen, und vielen Dank an Dr. Haley Perlus!

Tatsächlich spielt es keine Rolle, wie gut wir über die „Dos and Don’ts“ einer gesunden Lebensweise Bescheid wissen, wenn wir nicht die richtige Denkweise generieren können, um unsere Absichten durchzusetzen. Geistige Stärke, insbesondere eine Haltung der Dankbarkeit, ist ein wichtiger Bestandteil von Gesundheit, Wohlbefinden und allgemeinem Glück.
Die Bedeutung einer Haltung von Dankbarkeit lässt sich am besten an den „Dankbarkeits-Fünf“ erklären: Liebe, Leisten, Lernen, Lachen und Loslassen.

Liebe.
Besonders glücksfördernd ist, wenn es uns gelingt, von einer Haltung des „ich muss“ zu einer Haltung des „ich darf“ zu gelangen. Auch wenn wir vielleicht aus extrinsischen Motiven, wie der Senkung unseres Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein gesundes Leben begonnen haben, können wir eine tiefe Wertschätzung für unser gesundes Leben und – was noch wichtiger ist – eine tiefe Liebe zu uns selbst entwickeln. Dies gelingt, wenn wir uns auf die Stärke, den Enthusiasmus, den Mut und das Vertrauen konzentrieren, die wir erfahren.
Eine Möglichkeit, unsere Perspektive zu verändern, besteht darin, alte schädliche Gedanken durch neue, stärkende und liebevolle Gedanken zu ersetzen, die eine Haltung der Dankbarkeit fördern und positive Emotionen verstärken können. Ersetze zum Beispiel „Mein Körper ist nicht für Yoga gedacht“ durch „Yoga fordert meinen Geist und meinen Körper heraus, erstaunliche Dinge zu erleben!“ und ersetze „Ich hasse Spinat, aber ich muss ihn essen“ durch „Spinat zu essen steigert mein Wohlbefinden!“

Leisten.
Jedes lohnende Ziel erfordert, dass man dafür kämpft. Spitzenkräfte verstehen, dass sie, um den ultimativen Genuss zu erleben, oft einige Unannehmlichkeiten ertragen müssen. Was ihnen hilft, mit dem Schmerz zurechtzukommen, ist die Anerkennung seiner Existenz, die Akzeptanz, dass er Teil des Prozesses ist, und die Dankbarkeit dafür, weil es ein Zeichen dafür ist, dass sie auf dem richtigen Weg zu persönlichen Spitzenleistungen sind.
Ein guter Freund erzählte mir einmal, dass er in jeder Trainingseinheit einen Moment des mit sich Kämpfens erlebt. Es ist in diesem Moment, in dem er sich fragt: „Warum tue ich mir das an?“ Dann erinnert er sich an seine Leistungsziele und verschiebt seine Wahrnehmung sofort in eine Haltung der Dankbarkeit für diesen Kampf. Es ist der Kampf des letzten Hochziehens, des Meilenlaufs oder der fünf weiteren Sekunden des Haltens, der unsere Ziele Wirklichkeit werden lassen kann. Nimm diese Lektion in jeden Aspekt Deines Lebens mit, der etwas Unbehagen erfordert, aber letztendlich Frieden und Glück mit sich bringt.

Lernen.
Viele meiner Klienten erklären mir, dass etwas über einen gesunden Lebensstil zu lernen überwältigend und gar nicht so leicht ist. Du hättest gerne jemanden, der Dir sagt, was Du essen und wie Du Dich bewegen sollst? Und was ist mit Dir selbst? Wäre es einfacher, wenn Dir jemand einfach jeden Tag ein festes Menü gäbe, Dir sagen würde, wie Du Dich bewegen sollst, um die meisten Kalorien zu verbrennen, und Dich dann auf den Weg schicken würde? Obwohl ich den Wunsch verstehe, weiß ich auch, dass ohne ein klares Verständnis dafür, warum Du auf eine bestimmte Art und Weise ißt und Sport treibst, das Verhalten, einfach die Anweisungen eines anderen zu befolgen, Dir nicht helfen wird, dauerhafte Ergebnisse zu erzielen.
Jeden Tag kann man viele Neuigkeiten über alle Aspekte der Gesundheit erfahren. Ich empfehle, sich das Ziel zu setzen, Inhalte zu sichten und einen Tipp zum Experimentieren auszuwählen. Sich auf einen Tipp zu konzentrieren, um ihn umzusetzen, kann helfen, das Gefühl der Überforderung zu beseitigen und Raum zu schaffen, um das gerade Gelernte wirklich zu schätzen und zu erkennen, wie es Dir helfen kann, Dein bestes Selbst zu sein.

Lachen.
Ich weiß, dass Deine Gesundheit und Deine Leistungsfähigkeit eine ernste Sache sind. Wenn Du jedoch einen Fehler machst, kann es Dir helfen, schnell wieder auf die Beine zu kommen, wenn Du die Erfahrung zu schätzen weißt und das Lachen dazu nutzt, sie zu verarbeiten. Humor ist eine Hauptzutat für Gesundheit, Glück und Belastbarkeit. Wenn Du Dich das nächste Mal in einer neuen Yogastellung unwohl fühlst, auf Deinem Trailrun stolperst oder ein neues Rezept im Ofen anbrennt, tue Dein Bestes, um dankbar zu sein für das, was Du aus dieser Erfahrung gelernt hast. Lache über Dich selbst, um dem Moment den Druck und die Anspannung zu nehmen. Dann kannst Du nicht nur schnell vorankommen, sondern hast auch gleich noch eine lustige Geschichte im Gepäck, die Du mit anderen teilen kannst.

Loslassen.
Profisportler sind besessen von ihrer Leistung, aber die meisten sind ebenso dankbar für die Zeit abseits des Spielfelds. Ihre Ziele sind wichtig – und das sollten sie auch sein. Wenn es an der Zeit ist, zu essen und Sport zu treiben, solltest Du Dich maximal auf Deine Ziele konzentrieren. Lasse sie dann „auf dem Feld“ und führe den Rest Deines Tages mit gleichem Enthusiasmus, gleicher Hingabe und gleicher Dankbarkeit durch.

Die „Dankbarkeits-Fünf“ geben einen guten Überblick darüber, was es bedeutet, eine Haltung der Dankbarkeit zu haben, die Dir helfen kann, Dein bestes Selbst zu sein. Experimentiere heute doch mal mit einer solchen Haltung und beobachte, wie sie Deine Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen beeinflusst und letztlich dazu beitragen kann, dass Du optimale Ergebnisse erzielst!

Über die Autorin

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Der Wunsch, eine Karriere in Sportpsychologie zu machen begann bei Dr. Haley Perlus bereits in Alter von 12 Jahren. Ein Jahr nach ihrer Promotion, im Alter von 28 Jahren, wurde sie Professorin, öffentliche Rednerin, Beraterin von Athleten mit Stipendium der Nationalmannschaft, veröffentlichte als Autorin und wurde zur führenden Expertin der Branche ernannt. Als Unternehmerin, ehemalige Elite-Alpinskirennläuferin, Fitnessprofi und Trainerin versteht sie die Schwierigkeit, mentale Blockaden zu überwinden, so dass man schnell und beständig Ergebnisse erzielen kann. Dr. Perlus bildet, motiviert und inspiriert Menschen, damit sie ihr Spitzenpotenzial im Sport, im Wellness-Bereich und in der Wirtschaft ausschöpfen können. Mit ihrem einzigartigen 3-D-Ansatz zur Leistungssteigerung ermutigt sie Dich nicht nur zu großen Träumen, sondern gibt Dir auch die Schritte und Antworten an die Hand, die Du brauchst, um diese Träume wahr werden zu lassen.
https://drhaleyperlus.com/



Mut zur Frage

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Wenn wir Menschen eines nicht so gut aushalten können, dann ist es Ungewissheit.
Von Natur aus versucht unser inneres System immer wieder zur Stabilität zurückzukehren, „Unwuchten“ auszubalancieren. D.h. offene Angelegenheiten zum Abschluss bringen, in unklare Angelegenheiten Klarheit bringen und von Ungewissheit zu Gewissheit – oder zumindest zu Wissen zu gelangen. Das schafft Sicherheit, ist wie ein Anker, an dem wir uns festhalten können und an dem wir unsere Entscheidungen aufhängen.

Nur ist das nicht immer so einfach. „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, tönte es bereits in der Antike. Und nicht einmal die Wissenschaft hat Gewissheit und alle Antworten – wie wir aktuell am Thema Corona täglich mitverfolgen können.
Und das ist auch gut und richtig so. Wissenschaft hat nämlich nichts mit „alles schon wissen“ zu tun, sondern mit forschen. Es geht nicht darum, auf alles bereits eine Antwort zu haben sondern auf Basis von Fakten Annahmen anzustellen und diese dann durch das Stellen der richtigen Fragen zu überprüfen.
Und sie wieder zu verwerfen, wenn sie falsch waren.
Und sich das einzugestehen.
Und mit der dann noch immer oder wieder vorhandenen Ungewissheit leben zu können. Sie anzunehmen und wieder von vorne zu beginnen.
Also ein hochdynamischer Prozess.
Soviel zur Wissenschaft.

Nun zurück ins wahre Leben – wo es uns leider nicht immer so gut gelingt, den eben beschriebenen Lern-Kreislauf am Laufen zu halten.
Schnell soll es gehen mit der Lösung und der Bedürfnisbefriedigung. Also greifen wir gerne zu den üblichen „Quick Fixes“:
Wir gelangen zu unserer Erkenntnis, indem wir …

  • uns die Erklärungen selber stricken und ausdenken (Lücken in den Fakten selber füllen)
  • auf Erklärungen von anderen zurückgreifen (Presse, Social Media, Freunde)
  • unsere Schlussfolgerungen einzig und allein auf Basis unserer eigenen Erfahrungen ziehen.

Wie erklären uns die Realität – oder das, was wir für die Realität halten – stets so, dass sie in unser mentales Narrativ passt.

„Die Realität ist eine Illusion – wenn auch eine sehr hartnäckige. „
Albert Einstein

(Wenn Du Fabeln und Analogien liebst, schau an dieser Stelle doch mal nach der Geschichte von den Fünf Gelehrten und dem Elefanten; wenn Du eher der wissenschaftliche Typ bist, hier ein Buchtipp: Schnelles Denken, Langsames Denken)

Im Kleinen sind diese Quick Fixes nicht schlimm, manchmal ist schnelles Denken sogar notwendig – laut Hirnforschung müssen wir schließlich ca. 20.000 Entscheidungen am Tag treffen.
Dauerhaft angewandt können sie aber zu Überzeugungen und Gewissheiten führen, die uns im Weg stehen. Die verhindern, dass wir weiterkommen. Weil wir sie nicht hinterfragen. Weil wir uns immer nur in unserer Realität bewegen und so bei der Problemlösung immer wieder an der selben Stelle rauskommen.

Je tiefer er Anker unserer Überzeugung im Sand steckt, desto schwerer lässt sich der Kurs unseres Bootes ändern, wenn der Wind sich dreht.

Also, wie steht es um Deinen Forscherdrang?
Was glaubst Du zu wissen, wovon bist Du überzeugt – und wie bist Du zu dieser Gewissheit und diesen Überzeugungen gelangt?
Durch (Vor-)annahmen? – „Ich dachte, dass …“ / „Damit soll bestimmt …“ / „Wahrscheinlich wollen die …“
Durch Schlussfolgerungen? – „Wenn sich einer so verhält, dann ..“ / „Das kenn ich schon, …“
Basieren Deine Erkenntnisse auf unüberprüften Vermutungen oder auf validierten Annahmen?
Fragst Du nach?
Auch wenn es zu unangenehmen Antworten führen könnte?
Wen fragst Du? Betroffene oder Dritte?
Was fragst Du? Was Du bestätigt haben willst oder was Du wissen willst?
Wie fragst Du? Suggestiv-rhetorisch oder offen?
Wie gehst Du mit überraschenden Antworten um?
Bist Du dankbar für Erkenntnis und Offenheit oder ungläubig?
Und selbst wenn Fragen nicht möglich sind oder nicht zur Gewissheit führen, hältst Du es aus?
Oder greifst Du dann doch zum Quick Fix?
Traue Dich, zu fragen und zu hinterfragen.
Was Du hörst, was man Dir erzählt, was Du wahrnimmst – aber vor allem, was Du schlussfolgerst.
Wage es, Deine eigenen Annahmen in Frage zu stellen.
Wann immer möglich, frage direkt nach. Geht besonders gut bei Annahmen über Personen und ihre Verhaltensweisen.
Sprich mit Menschen, nicht über sie.
Und wenn es nicht möglich ist, Deine Annahmen zu überprüfen, bleib bescheiden. Wisse, dass Du wahrscheinlich nicht weißt.
Halte diese Grauzone aus.
Binäres Beurteilen fühlt sich zwar leichter an, bringt Dich aber nicht weiter.

„Solange man Helden oder Schuldige braucht, um eine Situation oder ein Problem plausibel zu erklären, hat man sie noch nicht verstanden.“
Gerhard Wohland

Wo könntest Du kommende Woche mal von Erklärmodus und Fragemodus schalten?
Welchen blockierenden Annahmen könntest Du  mal mutig durch Fragen und Forscherdrang auf den Grund gehen und vielleicht sogar sprengen?

Hab Mut zur Frage und lass Dich überraschen!

Deine Birgit

Faszinierende Faszien

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Heute werde ich nicht viele Worte verlieren – denn ich möchte etwas in Bewegung bringen – nämlich Dich!

Wohlbefinden hängt nicht nur von der mentalen Gelassenheit sondern auch von der Gelöstheit im Körper ab. Dabei beeinflussen sich Körper und Geist gegenseitig. Wenn wir uns zu wenig bewegen oder dauerhaft unter Stress stehen, schlägt sich diese Anspannung nicht selten im Körper nieder.

Beim Thema Verspannungen denken wir oft zuerst an die Muskulatur – aber es hat sich herausgestellt, dass Faszien ebenfalls eine Rolle bei Rücken- und Muskelbeschwerden haben können.
Faszien sind  Weichteil-Komponenten unseres Bindegewebes. Ihre Nährstoffversorgung funktioniert über die Lymphflüssigkeit, welche auch Stoffwechselprodukte abtransportiert. Geschmeidige Faszien sorgen also nicht nur für eine bessere Elastizität im Körper sondern wirken sich auch positiv auf den Stoffwechsel aus.
Sie haben unterschiedliche Funktionen: Manche „befestigen“ unsere Organe, unter der Oberhaut liegende Faszien dienen als eine Art schützender Puffer und die Faszien, die die Muskeln, Knochen, Sehnen, Bänder und Kapseln umhüllen sorgen für Schutz und Stabilität. Kurz gesagt: Faszien halten die Einzelteile unseres Körpers zusammen und sorgen dafür, dass wir geschmeidig in Form bleiben 😉 (Die Fleischesser unter Euch werden vielleicht dieses weiße, dünne fasrige Netz über dem Muskelfleisch kennen – das sind sie!)

Bei mangelnder Bewegung können Faszien aufgrund von zu wenig Nährstoffaustausch und fehlendem Abtransport der Lymphflüssigkeit verhärten oder verkleben. Dies kann zu eingeschränkter Funktionsfähigkeit der Muskeln und erhöhter Schmerzempfindlichkeit führen.

Um unsere Faszien funktionstüchtig und gesund zu halten, können wir sie – ähnlich wie Muskeln – trainieren. Anders als beim Muskeltraining geht es aber beim Faszientraining nicht um Aufbau sondern um Dehnung und Erhalt der Beweglichkeit und Geschmeidigkeit.

Ein Training mit der Faszienrolle bewirkt, dass der ausgeübte Druck die Versorgung mit frischer Lymphflüssigkeit anregt (ähnlich wie bei einem Schwamm, den man ausdrückt und dann ins Wasser legt). Aber auch Dehnübungen und Massagen können die Faszien in ihrer Funktion unterstützen und trainieren.

Eine schöne Kombination aus Dehn- und Federübungen sowie den Einsatz der Faszienrolle findest Du im Video Link unter diesem Artikel.

Und jetzt ab auf die Matte –  und immer schön geschmeidig bleiben!

Deine Birgit

Video: Youtube – Einfach besser leben – ca. 22 min

Karriere geht nicht alleine

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Vielleicht wunderst Du Dich, warum ich mich diese Woche dem Thema Karriere  widme. Ganz einfach: Unsere Arbeit ist maßgeblich an unserem Wohlbefinden beteiligt. Wenn alles gut läuft, ermöglicht Sie uns Erfolgserlebnisse und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Sie fordert und fördert uns, passt zu unseren Talenten und Werten und vermittelt uns einen Sinn.
All das trägt zu unserer Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Motivation bei.
Was fehlt, wenn die Arbeit fehlt, wird zur Zeit manchem wahrscheinlich schmerzlich bewusst. Und die wirtschaftlichen Zukunftsprognosen, die aktuell zu lesen und zu hören sind, stimmen wenig zuversichtlich.
Was hat also das Thema Karriere zu suchen in einer Zeit, in der die Arbeitslosenquoten Schlagzeilen machen?
Eine Menge!

Niemand weiß, wie die Zukunft wirklich aussehen wird. Klar ist aber: je bewusster Du Dir bist, wer genau Du bist, was Dich auszeichnet, was Du beitragen kannst, was Du erreichen willst – und wie Du dem näher kommst, umso schneller und besser findest Du (D)einen Platz in der neuen Realität.

„Wenn wir uns nur damit beschäftigen, welche Fähigkeiten heute wichtig sind, werden wir morgen mit den Kompetenzen von gestern ausgestattet sein.“

Es ist also die beste Zeit für eine Art Bestandsaufnahme in Punkto Job.
Dazu gehört u.a., Antworten auf verschiedene Fragen zu finden, wie z.B. „Welche Rolle spielt die Arbeit in meinem Leben?“, „Was kann ich besonders gut?“, „Worauf möchte ich gerne verzichten?“, „Was ist mir wichtig?“, „Was bereitet mir Freude?“, „Worauf möchte ich am Ende zurückblicken können“ oder „In welchem Arbeitsumfeld fühle ich mich wohl?“

Perfekt lässt sich die Zeit auch dafür nutzen, Dein berufliches Netzwerk mal unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls zu erweitern. Keiner ist alleine erfolgreich – und je vielfältiger Dein Netzwerk ist, desto wertvoller für Deine berufliche Entwicklung.

Schau doch mal, ob unter Deinen Kontakten Personen zu finden sind, die sich einer oder mehreren der unten genannten Kategorien zuordnen lassen.
Am besten nimmst Du Dir ein Blatt Papier und notierst Dir unter jedem Personenkreis Namen, die Du zuordnen würdest. So hast Du recht schnell ein klares Bild, an welcher Stelle Dein Netzwerk noch ergänzt werden sollte.

Schaubild: Birgit Baldauf

Voraussetzung, bevor Du mit den Personen in Kontakt trittst ist, dass Du bereits Klarheit über Dich und Deine Ziele erlangt hast. Um die verschiedenen Karriereförderer besser erklären zu können, gehen wir mal davon aus, Du möchtest als Koch/Köchin erfolgreich sein.

Coaches: Sind keine Experten auf Deinem angestrebten Gebiet – aber Profis darin, Dir zur richtigen Zeit die richtigen Fragen zu stellen. Oft kannst Du ihre Unterstützung „punktuell“ in Anspruch nehmen – wenn Du Dich z.B. gedanklich im Kreis drehst oder an Dir zweifelst. Ein guter Coach verfügt über ausreichend Methodenvielfalt und hilft Dir, selbst die Antwort auf Deine Fragen oder den nächsten Schritt herauszufinden. Er regt Deine Selbstreflexion an und hilft Dir so, Dir selbst zu helfen. Eine Verbindung zu einem Coach ist in der Regel lösungs- und leistungsorientiert.

Mentoren: Sind in der Regel erfahrener als Du auf dem Gebiet für das Du Dich interessierst. Vor allem aber sind sie Experten in wichtigen, übertragbaren Kompetenzen (Soft Skills). Sie haben die Fähigkeit, Dich zu leiten, zu beraten, zu ermutigen und verantwortlich zu halten. Sie kennen Dich gut und und verstehen Dich, Deine Beweggründe und eventuelle Stolperfallen auf Deinem Weg. Eine Verbindung zu einem Mentor ist beziehungsorientiert und dauert oft ein Leben lang an.

Sponsoren: Vielleicht denkst Du jetzt an Werbeverträge? Und so falsch liegst Du damit gar nicht. Sponsoren sind Ermöglicher. Sie teilen ihr Wissen, stellen Verbindungen her, bringen Dich ins Gespräch (machen für Dich Werbung bei den „richtigen“ Leuten) und bieten Dir Möglichkeiten. Der Sponsor ist nicht der Starkoch sondern die Person, der das Restaurant oder das Hotel gehört, in dem der Starkoch sich austoben kann.

Experten: Die Fachmänner und Fachfrauen der Theorie. Sie sind wandelnde Lexika auf ihrem Gebiet, lieben Ihr Ressort und fordern Dich heraus, durch kontinuierliches Lernen Deine Fachkenntnisse auf dem Laufenden zu halten. Sie sind Deine Lehrerinnen und Lehrer.

Profis: Sie sind Dein leuchtendes Vorbild – dort wo sie sind, willst Du auch hin! Es ist der Starkoch oder eine Sterneköchin, die Meister darin sind, ihrer Kompetenz im Handeln eine eigene Note zu verleihen. Was Du lernen kannst: wie man das Wissen der Experten erfolgreich anwendet – und seine eigene Marke entwickelt. Experten sind erfahren und kennen und studieren kontinuierlich ihre Mitbewerber und den Markt – und lernen daraus.

Kollegen: Aktuelle oder zukünftige. Sind da, wo Du jetzt bist oder wo Du als nächstes wärst. Sie können Dir entweder wertvolles Feedback zu Deinen Stärken und Entwicklungsfeldern sowie Deinem beruflichen Ich und Deiner Wirkung auf andere geben. Oder sie sind die, die Du fragen kannst, wie Deine zukünftige Arbeit sich anfühlt und erlebt wird – z.B. in verschiedenen Küchen (Sternegastronomie, Kantine, Hotel, Krankenhaus …).

Gute Freunde: Kennen Dich persönlich und teilen Deine Werte. Wissen um Deine tieferen Beweggründe und Hemmnisse – und trauen sich auch, Tacheles zu reden und Dir ungeschöntes Feedback zu geben.

Und, wir schaut Deine Liste aus?
Mit wem möchtest Du in der kommenden Woche Kontakt aufnehmen?

Viel Erfolg beim Netzwerken!

Deine Birgit

Na, keinen Plan?

„Everybody has a plan until they get punched in the mouth.“
„Jeder hat einen Plan, bis er eins auf die Fresse bekommt.“
(Mike Tyson)

Die klaren Worte von Mike Tyson leiteten diese Woche einen wunderbaren Blog-Artikel von Förster & Kreuz ein. Er beschreibt, warum das mit dem klassischen Pläne schmieden in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert und was wir anstelle dessen tun können, um voran zu kommen und nicht in eine Art Schockstarre zu verfallen (hier geht’s zum Artikel).

Mich hat das Zitat zu einem anderen Gedanken inspiriert:
Ich glaube, wir stecken unsere Energie viel zu oft in die falschen Maßnahmen – das ausführliche Pläne Schmieden und alles tausendmal durchdenken und planen gehört meines Erachtens dazu. Versteht mich nicht falsch, ich meine nicht, dass wir uns gar keine Gedanken machen sollten. Aber wenn doch die Unvorhersehbarkeit der Dinge immer größer wird, die zu einer Situation beitragenden Aspekte immer zahlreicher, komplexer und unübersichtlicher und die Halbwertszeit von Erkenntnissen immer kürzer, sprich, wenn das Leben sich nach chaotischen Prinzipien stets wandelt, wie soll dann so etwas wie ein statischer Plan funktionieren?

Trotzdem haben wir das Gefühl, wir brauchen einen Plan – aber nicht für die Situation, sondern mehr so für uns. Dieses Durchdenken und in Betracht ziehen gibt uns ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit – in einem eigentlich unkontrollierbaren Umfeld. Vielleicht gehörst Du ja auch zu den Menschen, die Ihre planerischen Aktionen immer dann intensivieren, wenn sie meinen, dass ihnen eine Situation entgleitet oder sich aufgrund noch die dagewesener Umstände das Gefühl von Hilflosigkeit einschleicht?

Was aber kann uns dann in diesem Chaos ein ein Gefühl von Sicherheit geben?
Was sollten wir tun, anstatt zu vermessen, abzuwägen, einzuschätzen, zu beurteilen?

Statt uns damit zu beschäftigten, alle möglichen Wellen zu vermessen, denen wir eventuell ausgesetzt sein könnten, lasst uns lieber die Kompetenz trainieren, diese Wellen zu reiten.

Ich bin zwar kein Surfer, aber das Bild kommt mir sofort in den Sinn, wenn ich mir die oben beschriebenen Umstände vor Augen führe. Was nützt es dem Surfer, wenn er alles über Wellen weiß, ihren Ursprung, ihren Verlauf, ihr Vorkommen, Dauer, Größe, Volumen, Geschwindigkeit – wenn er auf seinem Brett steht und sich eine Welle aufbaut, die so bisher noch nie dagewesen ist und ihm schlicht und ergreifend die Lockerheit in den Knien und die Übung, sie zu stehen, fehlt?

Also, lasst uns unsere Energie doch lieber in den Aufbau unserer Fähigkeiten stecken, mit was auch immer auf uns zukommt souverän, lösungsorientiert und leicht (nicht leichtfertig!) umzugehen.

Nie dagewesene Wellen gab es in der letzten Zeit ausreichend – und wahrscheinlich wird die See unserer Realität auch in Zukunft ganz schön rau bleiben.

Was brauchen wir, um das zu stehen?

  1. Selbstverantwortung
  2. Offenheit für Veränderungen
  3. Pioniergeist und Neugier
  4. Fokus – im Hier und Jetzt!
  5. Kollaborationsbereitschaft
  6. Lern- und Entwicklungsbereitschaft
  7. Positive Haltung gegenüber Fehlern

Wo begegnen Dir im Alltag Situationen, in denen Du das üben kannst?

  1. Immer, wenn Du Dich bei Gedanken oder Worten wie „wenn, dann …“, „der/die sollte …“, „ich kann nichts dafür, das ist …“ erwischst, ist es Zeit, Dir ein innerliches Stopp zu setzen und Dich zu fragen: „was war/ist DEIN Beitrag an der Situation? Was kannst DU tun, um sie anzunehmen/zu ändern/zu bewältigen/zu verlassen? (Unabhängig vom Verhalten oder der Meinung anderer Personen).
  2. Wann hat sich in Deinem Leben zum letzten Mal etwas verändert? Ohne Dein Zutun? Vielleicht sogar gegen Deinen Willen? Auf eine Art, die Dir nicht gefiel? Wie hast Du darauf reagiert? Wie viel Kraft hast Du in die Gegenwehr nicht veränderbarer Umstände gesetzt? Wenn die Welle zu groß, zu schnell, zu wild ist, hilft es nix, darüber zu schimpfen. Veränderungen anzunehmen lässt sich besonders gut trainieren, wenn Du in Deinem Alltag absichtlich immer mal wieder aus Deiner Komfortzone gehst – kontrolliert sozusagen. Menschen ansprechen, wenn Du schüchtern bist, etwas anziehen, dass Du sonst nie tragen würdest, ohne Zimmerreservervierung in den Urlaub fahren etc.
  3. Auf der geplanten Route ist Stau? Die für das Abendessen geplanten Zutaten sind im Supermarkt nicht mehr erhältlich? Der Besuch kommt eine halbe Stunde zu früh? Wie geht es Dir damit? Versuchst doch mal mit „wow, vielleicht entdecke ich neue Wege, wie ich den Stau umfahren kann – dort wo kein anderer ist“. – „Was wohl passiert, wenn die Zutat x mit Zutat y ersetze? Das wird dann mein Geheimrezept!“ oder „Hej, schön dass Ihr da seid! Wollt Ihr mir bei den Vorbereitungen helfen?“
  4. Erwischt Du Dich bei dem Gedanken: „Hätte ich mal …“ – lass stecken. Der bringt nix, um die Situation, in der Du jetzt steckst, zu lösen. Schlimmer noch er zieht wichtige Energien aus dem Hier und Jetzt ab und steckt sie in die Vergangenheit – die Du eh nicht mehr ändern kannst. Stecke alle Deine Aufmerksamkeit in die einzige „Zeit“, in der Du was ändern kannst – die Gegenwart. Was genau nimmst Du JETZT wahr? Was kannst Du JETZT tun?
  5. Wann hast Du das letzte Mal jemanden um Hilfe gebeten? Oder um eine Einschätzung? Dir Ideen geholt und Anregungen? Was hindert Dich ggf. daran? Vielleicht die Tatsache, dass Du die Situation, die Du meistern musst, ganz anders einschätzt als andere? Das ist gut so! Je mehr Perspektiven, desto mehr Lösungsmöglichkeiten! Keine ist falsch oder richtig – und viele sind einen Versuch wert! Denn wer tut, was er immer getan hat wird bekommen, was er immer bekam.
  6. Frage Dich jeden Abend, was Du über den Tag hinweg gelernt hast. Dabei ist Lernen im weiteren Sinne zu verstehen. Es kann auch daher kommen als Erkenntnis – über Dich, andere, das Leben, einen Sachverhalt … oder Entdeckung – von etwas Neuem – in Deinem Umfeld, Alltag, an Dir… Vielleicht hast Du aber auch etwas Interessantes erfahren? Egal – wichtig ist, dass Du nie davon ausgehst, jetzt „fertig ausgelernt“ zu sein. Denn was Du heute gelernt hast, ist übermorgen schon überholt.
  7. Wie gehst Du mit Dir selber um, wenn Du einen Fehler machst, etwas vergisst oder etwas schief läuft? Und wie stehst Du zu der Fehlbarkeit Deiner Mitmenschen? Ohne Fehler kein Lernen. Fehler vermeiden zu wollen heißt, sich selbst zu lähmen und nicht mehr weiter zu entwickeln. Wo traust Du Dich nicht, den nächsten Schritt zu wagen aus Angst, etwas falsch zu machen oder zu scheitern?

Klingt jetzt alles vielleicht nach ganz schön viel.

Ich würde sagen, rauf auf’s Board und rein in die Wellen. Und dann – eine nach der anderen, locker in den Knien und – enjoy the ride!

Deine Birgit

Wissen ist nicht Kompetenz

Foto: Pixabay

Google Suche:
Entspannung -ungefähr 32.400.000 Ergebnisse 
Achtsamkeit – ungefähr 6.970.000 Ergebnisse
Meditation – ungefähr 399.000.000 Ergebnisse
Emotionale Intelligenz – ungefähr 2.050.000 Ergebnisse
Resilienz – ungefähr 2.220.000 Ergebnisse

Worüber schreibt man, wenn zu allem schon so viel gesagt und geschrieben wurde?

Diese Woche möchte ich Dich einladen, Dir nicht noch mehr Wissen „reinzuziehen“, sondern etwas damit zu machen. Denn Wissen ist nicht gleich Kompetenz.
Wie oft denkst Du Dir, wenn Du etwas liest oder einen Podcast hörst: „Jaja, ist ja nix Neues, weiß ich alles schon“?
Aber was machst Du mit all dem Wissen?
Hättest Du es auch generieren können, wenn man Dich danach gefragt hätte?
Und vor allem: weißt Du, es anzuwenden?

Kompetent sind wir nicht dann, wenn wir über eine Sache alles wissen.
Wissen ist die Basis- Kompetenz aber bedeutet, vom Wissen ins Handeln zu kommen, d.h. unsere Kenntnisse anzuwenden und Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln – und vor allem, die Bereitschaft dazu zu haben.

Um in einem Gebiet kompetent zu sein, braucht es also …

  1. Das Wissen
  2. Auf Basis dieses Wissens erlernte Fähigkeiten und Fertigkeiten
  3. Die Bereitschaft, diese Fähigkeiten und Fertigkeiten anzuwenden und umzusetzen
  4. Die Fähigkeit, das Erlernte auf zukünftige Situationen zu übertragen (auch wenn diese der gelernten Situation nur ähnlich sind = Transferleistung).

Nehmen wir mal an, Du neigst zum Grübeln. Dabei wandert Dein Geist von einem Thema zum anderen, kommt vom Stöckchen auf’s Steinchen – und nie zur Ruhe. Ständig ist sie da, die Stimme in Deinem Kopf – der sogenannte „Monkey Mind“.
Du forschst nach, was Du dagegen tun kannst und findest die 5-4-3-2-1 Methode.

  1. Du weißt nun, dass es sie gibt und wie sie funktioniert und denkst Dir: „Praktisch, muß ich mal ausprobieren.“
  2. In Deiner nächsten „Monkey Mind Phase“ erinnerst Du Dich daran und versuchst es. Sie funktioniert nicht gleich – Dein Geist wandert weiter. Aber Du bleibst dran, bis Du Erfolg hast.
  3. Du wiederholst die Methode jedes Mal, wenn Dein Geist sich wieder um sich selber dreht, um besser darin zu werden, ihn zu stoppen.
  4. Ein paar Wochen später siehst Du Dich mit einer Situation konfrontiert, die so komplex ist, dass sie Dich total überfordert. Du weißt gar nicht, wo Du anfangen sollst. Dein Verstand fühlt sich blockiert an, Du kannst keinen vernünftigen Gedanken fassen. Du fragst Dich, ob die Monkey Mind Methode hierfür auch funktioniert und probierst es aus. Und siehe da – Dein Geist entspannt und es fällt Dir leichter, einen Plan zu fassen.

Ich bin der Meinung, dass wir momentan super viele Möglichkeiten präsentiert bekommen, all das anzuwenden, was wir in der Theorie wissen und mal gelernt haben.
Die beste Zeit, auszuprobieren, ob es funktioniert.

Wie steht’s um die Kompetenz des „Annehmens, was ist“, wenn man auf Kurzarbeit geschickt wird?
Was machen wir mit der Erkenntnis, dass Socializing zum Stressabbau beiträgt in Zeiten von Social Distancing?
Und wenn wir wissen, wie wichtig es ist, sich zu fokussieren und lösungsorientiert zu denken – wie gut gelingt uns das wenn wir der täglichen Berichterstattung ausgesetzt sind?

Bevor ich Dir heute also ein neues Thema präsentiere, möchte ich Dich einladen, in den alten zu stöbern.

Worin könntest Du noch kompetenter werden?
Welches Wissen wartet auf Anwendung?
Auf welchem Gebiet ist es Zeit, Deinen Kenntnissen Taten folgen zu lassen und Fertigkeiten zu entwickeln, damit es Dir besser geht?

-> Such Dir EINE Sache aus.
-> Nimm Dir EINE Handlung vor, um vom Wissen ins Tun zu kommen,
-> Widme Dich dieser Handlung EINMAL am Tag.
-> Reflektiere, in welch anderen Situationen Dir diese Kompetenz auch zugute kommen könnte und – probier‘ sie dort aus!

Viel Erfolg und Freude dabei!

Deine Birgit