Offene Neugier: die Rosinen-Übung

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Die Rosinen-Übung kommt ursprünglich aus dem Achtsamkeitstraining. Gerne wird sie auch verwendet, um an das Thema Meditation heranzuführen.

Ich finde, die Übung ist auch hervorragend dazu geeignet, unseren Anfänger-Geist und unsere Wahrnehmung zu trainieren. Kannst Du Dich noch an Deine erste Rosine erinnern? Oder den ersten Biss einer Frucht, die Du noch nie zuvor gegessen hast? Wenn wir etwas das erste Mal erleben, ist unsere Wahrnehmung vielfältiger und intensiver. Körper und Geist sind auf Lernen eingestellt, unsere Sinne geschärft, wir sind voll offener Neugier.

Heute möchte ich Dich einladen, diese offene Neugier bewusst zu aktivieren – um ein Dein Erleben zu bereichern und Deinen Geist zu fokussieren. Beides trägt dazu bei, dass Du abschalten und entspannen kannst.

Die Übung bewirkt, dass Du etwas, was in Deinem Alltag zur Selbstverständlichkeit geworden ist und was Dein Geist routiniert als gegeben hinnimmt, bewusst mit den Augen eines Neulings betrachtest. Heute verwenden wie hierfür eine Rosine – die Übung lässt sich aber auch mit anderen Lebensmitteln (z.B. einer Feige) durchführen oder auf Situationen wie das Öffnen einer Tür übertragen.

Lege Dir eine Rosine zurecht, sorge dafür, dass Du ca. 10 Minuten ungestört bist, und dann gehe wie folgt vor:

  1. Sehen – Nimm die Rosine zwischen die Finger oder legen sie in Deine Handfläche und betrachte sie von allen Seiten – so, als wäre es die erste Rosine, die Du in Deinem Leben siehst.
    Wie sieht sie aus, wenn Du sie gegen das Licht hältst? Was fällt Dir auf? Welche Details? Welche Gedanken gehen Dir durch den Kopf?
  2. Fühlen – Berühre die Rosine und bewege sie mit Deinen Fingern in Deiner Handfläche. Nehme sie zwischen die Finger, drücke ein bisschen darauf herum, spüre sie ganz bewusst. Was fühlst Du?
  3. Riechen – führe die Rosine an Deine Nase, schließe die Augen und rieche daran. Nimm Ihr Aroma ganz bewusst war. Woran erinnert es Dich?
  4. Hören – führe die Rosine an Dein Ohr und bewege sie zwischen Deinen Fingern. Drücke sie ein wenig oder lege Sie in Deine geschlossene Hand und schüttle sie. Was für ein Geräusch macht Sie?
  5. Schmecken und Fühlen – Lege die Rosine auf Deine Zunge und spüre genau hin, wie sie sich dort anfühlt, bevor zu sie zerbeißt. Bewege sie im Mund hin und her. Was kannst Du wahrnehmen? Was schmeckst Du?
  6. Essen und schmecken – wage einen ersten Biss und nimm bewusst war, wie sich die Beschaffenheit der Rosine verändert und welcher Geschmack sich nun in Deinem Mund ausbreitet. Kaue langsam, schmecke, spüre, schlucke bewusst.
  7. Nachspüren – Was nimmst Du jetzt wahr? Hättest Du Lust auf eine weitere Rosine oder eher nicht? Wie würdest Du das Erlebnis beschreiben, eine Rosine so zu essen?

Auf eine Woche voller offener Neugier, Bewusstheit und Bereicherung.

Herzlichst,

Deine Birgit

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