Sprich drüber Teil 2 – Deine Träume

Foto: Pixabay

„Aus dem, was Du da so träumst, könnte man einen Hollywood Film machen.“ Diesen Satz höre ich des Öfteren, wenn ich meiner besseren Hälfte von meinen Träumen erzähle.

Diese Woche möchte ich Dich einladen, Deinen nächtlichen Träumen Aufmerksamkeit zu widmen und – darüber zu sprechen.

Träume sind ein interessantes Phänomen unseres Geistes. Seit jeher gibt es verschiedene Interpretationen und Blickwinkel auf das Thema – sowohl spirituelle als auch wissenschaftliche. Psychologen und Gehirnforscher konnten besonders in den letzten Jahrzehnten aufgrund der bildgebenden Verfahren viele Erkenntnisse gewinnen.
Zum Sinn des Träumens gibt es aber noch immer verschiedene Theorien.

Ungeachtet der unterschiedlichen Ansichten kann man sich seine eigenen Träume aber zunutze machen. Für mich sind sie eine Art Tür in mein Unterbewusstsein, die sich von Zeit zu Zeit mehr oder weniger weit öffnet, um mir Einblicke zu gewähren.

Erwiesen ist, dass jeder träumt – nur können wir uns nicht immer daran erinnern. Träume finden in fast allen Schlafphasen statt – am lebendigsten und bildhaftesten träumen wir allerdings in der REM Phase, die mehrmals während einer Nacht einsetzt.

Schlafen und Träumen sind der „Nachtlauf“, die Datensicherung für unser Gehirn. Die tagsüber verarbeiteten Eindrücke und Erlebnisse werden verfestigt, bearbeitet, gespeichert. Es wird sozusagen entschieden, in welchem Dateiordner das Gelernte und Erlebte abgelegt werden soll. Dabei wird auch auf bereits im Gehirn gespeicherte Informationen zurückgegriffen. Dass die Amygdala, ein Teil des Gehirns, der für das Verarbeiten von Emotionen zuständig ist, im Traum aktiver ist als im Wachzustand, lässt darauf schließen, dass wir im Traum das Erlebte emotional verarbeiten, um ihm eine Art „Label“ zu geben und es dann gemäß der Labelung einzuordnen. Besser bekannt ist dieses Label als emotionaler Marker, den das Limbische System unsere Erfahrung zuordnet, um sie zu kategorisieren.

Wenn also ähnliche Traumsymbole wiederholt auftauchen, kann es daran liegen, dass unser Hirn noch nicht das richtige „Label“ gefunden hat, also noch weiter verarbeitet – oder, dass es eben diese gespeicherte Emotion wieder hervorholt, weil es Parallelen zum aktuell Erlebten gibt. In diesem Fall kann uns das Träumen dann Hinweise zur Lösungsfindung geben.

Dem ganzen kommst Du am besten auf die Spur, wenn Du Deine Träume festhältst – zum Beispiel in einem Notizbuch, dass Du neben dem Bett platzieren kannst. Meist ist es wichtig, das Geträumte kurz nach dem Aufwachen zu notieren – denn je länger der Wachzustand andauert, umso mehr verschwimmt der Traum oder wird vom neu Erlebten überlagert.

Durch Notizen lassen sich Muster erkennen und das Aufschreiben aktiviert oft schon Zusammenhänge im Geist, die Dich Situationen im Wachleben besser verstehen lassen oder zur Lösungsfindung von brenzligen Situationen beitragen können. So bekommst Du recht schnell eine Idee, wie das Geträumte vor dem Hintergrund Deiner aktuellen Erlebnisse und Lebenssituation zu interpretieren ist.

Solltest Du dennoch einmal etwas Ungewöhnliches träumen, mit dem Du erst einmal nichts anfangen kannst, finden sich etliche Bücher zum Thema Traumdeutung auf dem Markt. Für mich selbst hat sich bewährt, in so einem Fall verschiedenen Quellen zu Rate zu ziehen. So bekomme ich unterschiedliche Ansätze und Ideen und beim Lesen schon ein Gefühl dafür, was das Geträumte für mich bedeuten könnte. (Schau mal hier: www.traumdeuter.ch)

Der beste Rategeber ist aber auch in diesem Fall: sprich mit einer Person Deines Vertrauens über Deine Träume. Darüber reden hat mehrere Vorteile:

  • Zum einen wirst Du Deinen Traum wahrscheinlich auf eine Art und Weise zusammenfassen und erzählen, die Dir bereits beim Erzählen Einsichten bringen wird.
  • Zum anderen stärkt der Austausch über Geträumtes die Empathie und Verbundenheit mit Deinem Gegenüber. Und je nachdem, wie nahe Dir Dein Gesprächspartner bereits steht, wird er oder sie wahrscheinlich auch eine Interpretation Deines Traumes parat haben, die weitere Erkenntnisse liefern kann.

Deine Träume können also dazu beitragen, Dir selbst und anderen näher zu kommen, Situationen besser zu verstehen und Lösungsansätze zu finden.

Ist das nicht traumhaft?

Also – sprich drüber!

Eine traumhafte Woche Dir,

Deine Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.