Humor ist der Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens (Wilhelm Raabe)

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Vielleicht ist Dir ja akutell nicht zum Lachen zumute.
Ich sage Dir: dann jetzt erst recht!

„Wenn ich keinen Sinn für Humor hätte, hätte ich schon vor langer Zeit Suizid begangen.“ Mahatma Ghandi

Humor und das damit verbundene Lachen entspannt nämlich auf allen Ebenen – mental, körperlich und emotional.
Humor hilft uns dabei, Abstand zu gewinnen und eine gelassenere Grundhaltung zu generieren – sich selbst, einer Situation oder anderen gegenüber. Und es ist genau diese Gelassenheit, die wir in festgefahrenen Situationen benötigen, um Lösungen erkennen oder generieren zu können. So fördert Humor unsere mentale Agilität – die Fähigkeit, Situationen aus verschiedenen Perspektiven zu sehen – ganz spielerisch und mit Freude.

Sich selbst nicht so ernst zu nehmen fördert zudem die Empathie und Milde – auch gegenüber anderen Menschen. Außerdem steigert es die Fehlertoleranz und so auch den Mut, da wir weniger Angst haben, uns „lächerlich zu machen“.

Zu lachen verbessert die Lungenfunktion, versorgt unser Gehirn mit einer Sauerstoffdusche, lockert die Muskeln und massiert die inneren Organe. Die Immun-Abwehr steigt, Stresshormone bauen sich ab und Glückshormone werden freigesetzt. Wer regelmäßig ausgiebig lacht, tut also eine Menge für seine Gesundheit.

Und das beste daran: Lachen ist ansteckend! Wer humorvoll durch’s Leben geht, tut also automatisch etwas Gutes.

Schau mal hier:

Laughing Tram Man – Happiness with Rituals

LAU HI G 
TRA 
RIT 
MAN

Was bringt Dich zum Lachen?

Sei niemals „zu erwachsen“ um über Dich selbst zu lachen!

Ich wünsche Dir eine freudvolle Woche!

Deine Birgit

PS: Die Maske kann uns nicht abhalten! Wer so richtig lacht, der hat Sound und lacht auch mit den Augen!

Die Ernte genießen

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Wann hast Du zum letzten Mal die Ernte genossen?
Und damit meine ich nicht die selbst gepflückten Erdbeeren…

Wann hast Du das letzte Mal inne gehalten, um Dich nicht nur über Deine Erfolge zu freuen sondern dieses Gefühl auch einfach mal bewusst zu genießen? (Ja, Du darfst glücklich sein!)

Wie oft hetzen wir direkt weiter? Bekannte „mentale Sklaventreiber-Sätze“ beginnen meist mit „aber“ und gehen weiter mit …
„Das ist doch kein Erfolg, das ist doch selbstverständlich!“
„Das geht auch noch besser.“
„Ich freu mich besser nicht zu früh“ (der Killersatz! Ankommen in der Zufriedenheit nie möglich!)  oder
„Keine Zeit für Gefühlsduselei, da wartet noch zu viel anderes, was erledigt werden will.“

Dabei ist gerade nach eine längeren Phase der Anspannung, also wenn Du zum Beispiel viel Energie in etwas gesteckt hast und es schließlich abgeschlossen ist, die Phase der Entspannung super wichtig.

Und wenn Du nach einer anstrengenden Zeit etwas erfolgreich erledigt hast kannst Du diese Entspannungsphase wunderbar kombinieren mit dem bewussten Wahrnehmen und genießen des Gefühls, das sich einstellt, wenn Dein Erfolg Früchte trägt. Ja, Du hast die Pause verdient! – fünf Minuten, eine Stunde, einen halben Tag, vielleicht sogar einen ganzen oder mehr.

Wenn wir uns unsere Erfolge bewusst machen und sie wertschätzen, erhöht sich unser Gefühl der Selbstwirksamkeit und Kontrolle und wir praktizieren Selbstfürsorge – alles wichtige Faktoren für unser Wohlbefinden.
So sorgt das Genießen der Ernte nicht nur dafür, dass wir uns erholen – sondern wir belohnen uns gleichzeitig für unsere Anstrengungen.

Was sind Erfolge?

Am Ende definierst Du das selbst. Erfahrungsgemäß sind wir aber recht streng mit uns – also wertschätze auch die kleinen Dinge, wie z.B. die Sporteinheit, zu der Du Dich aufgerafft hast (genieße das gute Gewissen und erleichterte Gefühl danach), die gesunde Mahlzeit, die Du für Dich mit Liebe zubereitet hast (nimm Dir Zeit, zu essen und spüre, wie gut es Deinem Körper tut) oder die Hausarbeiten, die Du Dir vorgenommen und erledigt hast.
Natürlich zählen auch größere Projekte dazu, an denen Du länger gearbeitet hast oder Dinge, die Du für andere Menschen getan hast. Ich bin mir sicher, da kommt auch bei Dir täglich eine Liste mit mehreren Punkten zusammen.

Wann und wie inne halten?

Bewährt hat sich ein täglicher Rückblick am Abend.
Auf jeden Fall solltest Du aber in den Apfel Deines Erfolges beißen, wenn er Dir in die Hände fällt – d.h. immer dann, wenn Du Dich darüber freust, dass etwas gelungen ist oder Deine Arbeit sich „auszahlt“ – egal, ob das in materieller oder immaterieller Währung geschieht 😉

Worauf bist Du heute stolz?

Auf Deine Erfolge!

Sei gut zu Dir,

Birgit

Ach und PS – zum Killersatz weiter oben im Text: ja, es wird vorbei gehen – auf erfolgreiche Phasen werden auch immer mal wieder Durststrecken folgen. Aber das ist kein Argument, die Hochphasen nicht zu genießen! Im Gegenteil – wie schade wäre es denn, wenn wir die Chance auslassen, den Schwung aus der Welle des Erfolgs mitzunehmen um so besser durch die Durststrecke zu kommen? Das ist so, als wolle man nix mehr essen, weil man ja eh wieder Hunger bekommt.

3 Dinge, die ich über das Zuhören gelernt habe, wenn andere über ihre Gefühle sprechen

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Über die eigenen Gefühle sprechen fällt uns manchmal nicht leicht. Vielleicht, weil wir uns selber nicht so klar sind, was uns da gerade „umtreibt“, vielleicht, weil wir Angst haben, uns verletzlich zu zeigen. Wenn es uns dann aber gelingt, wünschen wir uns ein Gegenüber, bei dem wir uns gut aufgehoben fühlen.
Bis Du solch ein Gegenüber?
Der folgende Artikel stammt aus der Feder meines lieben Freundes und Geschäftspartners Fernando Cuevas, und beschreibt sehr schön, in welche nicht so hilfreichen Muster wir manchmal Gesprächen fallen, bei denen uns jemand anvertraut, wie es ihm oder ihr gerade geht.
Erkennst Du Dich wieder?

Autor: Fernando Cuevas

  1. Geh nicht davon aus, dass Dein Rat gefragt ist – Der häufigste Fehler, dem ich zum Opfer gefallen bin (in mehr als einer Hinsicht), ist, in den „Problemlösungsmodus“ zu gehen und ein Ping-Pong-Match zu beginnen, bei dem einer eine Liste möglicher Lösungen auftischt und der andere mit Einwänden antwortet, warum sie nicht funktionieren würden. Als Faustregel schlage ich vor, dass Du der Versuchung widerstehst, Ratschläge zu geben und Dich darauf konzentrierst, die Emotionen des anderen zu bestätigen und zuzuhören, es sei denn, Du hörst eine Aussage, die eindeutig der Frage ähnelt: „Was würdest Du in meiner Situation tun?“ (Siehe Punkt 3) Wenn Du erst einmal verstanden hast, dass Deine Rolle unabhängig von Deiner Beziehung zu der anderen Person nicht darin besteht, das Problem zu beheben oder die Gefühle loszuwerden, sondern nur darin, Dein Einfühlungsvermögen zu zeigen und die Person durch den Prozess zu begleiten, fühlen sich Gespräche über Gefühle vielleicht doch nicht wie eine so schwierige Aufgabe an.
  2. Vergleiche es nicht mit Deinen Erfahrungen – Wir alle erleben dieselben Ereignisse und dieselben Verluste auf viele verschiedene Arten, daher ist die Annahme, dass das, was uns geholfen hat, auch anderen hilft oder dass das, was jemand beschreibt, mit unseren Erfahrungen vergleichbar ist, ziemlich riskant. Wenn Du Dich also dabei ertappst, wie Du Dinge sagst wie „Als mir das 1988 passiert ist…“, „Genau so habe ich mich gefühlt, als ich dachte, ich hätte meinen Ehering verloren“ oder „Ja, ich bin auch traurig, lass mich Dir von einem Albtraum erzählen, den ich dazu hatte…“ (So komisch sie auch klingen mögen, ich habe Versionen dieser „autobiografischen Antworten“, wie Dr. Covey sie nennt, öfter gehört, als Du denkst). Bleibe mit Deinem Fokus bei Deinem Gegenüber, bei dem, was er/sie schildert und den Gefühlen, die er/sie dabei hat.
  3. Validiere die Gefühle Deines Gegenübers – Gib den Menschen Raum, ihre Emotionen zu fühlen und zu verbalisieren, ohne sie zu unterbrechen. Achte auf Deine Worte und Deine nonverbalen Signale, um sicherzustellen, dass Du einen sicheren Raum für Deinen Gesprächspartner schaffst: Sage Deinem Gegenüber nicht, dass er/sie sich keine Sorgen machen soll, oder wie gut er/sie es hat und wie dankbar er/sie für das sein soll, was er/sie hat, oder versprich nicht, dass alles gut wird – höre einfach zu und bemühe Dich, nicht zu beurteilen. Meistens ist es am besten, zu schweigen, während Du aufmerksam zuhörst, oder das, was gesagt wurde, umzuformulieren. Hebe Dir die aufmunternden Worte für das nächste Gespräch auf.

Was hast Du in letzter Zeit über das Zuhören gelernt, wenn andere über ihre Gefühle sprechen?

Über Fernando Cuevas

Fernando Cuevas

Fernando ist Berater im Bereich HR und Personalentwicklung und verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. Zuletzt war er als Senior Director of Learning and Development für Europa, den Nahen Osten und Afrika bei Marriott Hotels tätig.
Er ist Wirtschafts- und Organisationspsychologe und erfahrener Coach. Er verfügt über Erfahrung im Leiten von strategischen Workshops auf Führungs-Konferenzen in Lateinamerika, Europa, dem Nahen Osten und Asien.​
Fernandos größte Leidenschaft ist es, Teams durch Entwicklungsmaßnahmen wie Teambuilding und erfahrungsbasiertes Lernen zu unterstützen und ein Lernen zu ermöglichen, das nachhaltigen Einfluss hat.

Frühjahrsputz im Kopf

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Als ich vor etlichen Jahren aus meiner Einzimmer-Studenten-Wohnung ausgezogen bin, in der ich ca. 5 Jahre lang gewohnt habe, habe ich nicht schlecht gestaunt über die Anzahl der Umzugskartons, die sich nach und nach füllten. Die ersten 20 waren rasch gepackt – und dann war da ja auch noch der Keller! Über die Jahre hatte sich auf den 26 qm so einiges angesammelt. Zu dem, was ich von Zuhause mitgenommen hatte, kam immer wieder Neues – ohne dass ich mich von altem getrennt habe. Manchmal, weil ich es gar nicht in Betracht gezogen habe, und manchmal, weil ich mich nicht trennen konnte oder wollte.

In diesem Umzug lag also auch eine Chance. Die Chance, mal auszusortieren, loszulassen, zu überlegen, was ich wirklich noch brauche.
Wer schon einmal umgezogen ist, kennt das vielleicht: da hat man plötzlich Dinge in der Hand, von denen man gar nicht mehr wusste, dass sie existieren.
Warum sie also weiter mit rumschleppen?

Wer das mit dem gleich Zurücklassen nicht so gut schafft, packt dann „vielleicht-Kartons“ (= vielleicht brauche ich das nochmal). Das sind die Umzugskartons, die dann in der neuen Wohnug jahrelang unausgepackt im Keller stehen — und skurrilerweise manchmal sogar noch einen weiteren Umzug lang mitgeschleift werden.

Das hat mich an Gewohnheiten erinnert.

Manche unserer Gewohnheiten sind uns gar nicht bewußt. Wir funktionieren wie im Autopiloten, ohne zu hinterfragen. Vielleicht wollen wir das auch nicht, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass sie uns nicht gut tun?

Manche unserer Gewohnheiten sind wie die unausgepackten Kisten im Keller. Wir brauchen sie eigentlich nicht, manchmal stehen sie uns sogar im Weg, wenn wir Platz für Neues bräuchten. Aber wir haben uns halt schon so an sie gewöhnt, sie geben uns ein Gefühl der Vertrautheit und Sicherheit.

Und dann gibt’s noch die „Mitbringsel“, Gewohnheiten, die wir angenommen haben, weil uns jemand gesagt hat oder wir irgendwo gelesen haben, dass sie gut sind und wichtig, um erfolgreich, gesund, glücklich etc. zu sein. Vielleicht passen sie in unsere „innere Wohnung“ – vielleicht haben wir aber auch einen anderen Einrichtungsstil? Auf jeden Fall sollten wir auch sie hin und wieder hinterfragen.

„Ich kann, weil ich will, was ich muss.“ – Immanuel Kant

Meistens ist es mit Gewohnheiten wie mit einem Umzug: wir ziehen erst in Betracht, auszumisten und zu hinterfragen, wenn eine Veränderung im Außen uns dazu veranlasst und wir merken, dass es so nicht mehr geht: eine neue Arbeitssituation, neue Anforderungen im Job, ein einschneidendes Lebensereignis. Dann geht es, dann muss es gehen.

Aber warum auf den Umzug warten?

Wie wäre es mit einem regelmäßigen emotionalen und mentalen Frühjahrsputz, um bewußter zu Handeln und Raum zu halten?
Sozusagen ein „Ich kann, weil ich will“?
Wenn es uns gelingt, unsere Gewohnheiten regelmäßig „aufzuräumen“ schaffen wir uns Agilität, Leichtigkeit und Freiräume für Neues. Und ein schöner Nebeneffekt ist, dass sich der nächste „Umzug“ viel schneller und leichter bewältigen lässt.

Welche Gewohnheiten, Abläufe und Denkmuster könntest Du kommende Woche hinterfragen und ausmisten, um Raum für Neues in Deinem Leben zu schaffen?

Viel Spaß beim Entdecken, Auspacken und Loslassen!

Deine Birgit

Der Resilienz auf der Spur – Optimismus Teil 2

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Letzte Woche habe ich Dir den Optimismus als wichtigen Aspekt der Resilienz vorgestellt und darüber geschrieben, was optimistische Menschen von Menschen mit einer weniger positiven Haltung unterscheidet. (Hier geht’s zum Teil 1 des Artikels)

Besonders in Zeiten, in denen man sich fühlt, als müsse einem das Lachen eher vergehen, ist gesunder Optimismus zum Erhalt von mentaler, emotionaler und körperlicher Gesundheit essentiell. Dabei hat Optimismus nichts damit zu tun, dass Du mit einem kontinuierlich seligen Grinsen durch die Welt marschierst (auch wenn Humor manches durchaus erträglicher macht).
Vielmehr steckt hinter Optimismus mentale Agilität, d.h. die Fähigkeit, den eigenen Denkfallen auf die Spur zu kommen und förderliche Gedanken zu trainieren.

Förderliche Denkmuster zu etablieren bedeutet:

  1. Aus dem Autopiloten-Modus raus zu wollen
  2. Sich dafür zu öffnen, dass die eigenen Gedanken weder die einzig mögliche Wahrheit noch die Realität repräsentieren – sondern eben nur unsere Sichtweise.
  3. Ein Gespür für den eigenen Autopiloten zu bekommen, d.h. wahrzunehmen, wenn wir auf gewisse Reize, Stressoren oder Auslöser automatisch in die selbe Denkrille rutschen.
  4. Die Fähigkeit zu entwickeln, den Autopiloten auszuschalten, das Steuer in die Hand zu nehmen und bewusst Gedanken zu wählen, die der Situation, der Beziehung, der Lösungsfindung und/oder unserem Wohlbefinden zuträglich sind.

Unser Leben ist das, wozu es unsere Gedanken machen.“  – Marc Aurelius 

Mentale Agilität ist deshalb so wichtig für die eigene Resilienz, weil es unsere Gedanken sind, die unsere Emotionen hervorrufen welche wiederum unsere Handlungen beeinflussen. Wie effektiv und förderlich wir reagieren hängt also davon ab, wie gut wir unsere Gedanken kontrollieren und beeinflussen können. Denn was mit uns geschieht, können wir nicht immer kontrollieren – wie wir darüber denken wollen sehr wohl (das hast Du sicher schon einmal gehört ;-))

Die 5 gängigsten Denkfallen im Autopilot

Wenn wir mit einer unangenehmen oder unsicheren Situation konfrontiert werden, ist es natürlich, dass wir nach Erklärungen suchen. Die Frage ist nur: suchen wir diese Erklärungen nur in unserem Hirn (Grübeln, Interpretieren, Denkschleifen) und machen aus dem, was wir denken eine Überzeugung – oder wählen wir, die Situation im Außen zu klären, um weiter zu kommen?
Was die folgenden 5 gängigsten Denkfallen nämlich gemeinsam haben – und das macht sie neben der stimmungssenkenden Wirkung so gefährlich: sie blockieren die Kommunikation und somit weitere Schritte auf dem Weg zur Lösung.

Lass‘ mich Dir die 5 Denkfallen an einem Beispiel demonstrieren:
Ein liebe Freundin hatte sich neulich auf einen Job beworben und keinerlei Reaktion auf ihre Bewerbung bekommen. Was sie daraufhin gemacht hat, verrate ich Dir am Ende dieses Artikels. Wie sie in Denkfallen feststeckend reagiert hätte, stellt sich so dar:

DenkfalleBedeutetGedanken meiner Freundin
1.
Gedanken lesen
Du bist überzeugt zu wissen, was andere über Dich denken (und das ist selten positiv) oder erwartest von anderen, dass sie wissen, was Du denkst.„Naja, wenn die sich nicht melden fanden die meine Bewerbung bestimmt nicht gut.“ „Wie kann man nur gar nicht antworten? Muß denen doch klar sein, dass man sich dann als Bewerber überhaupt nicht wertgeschätzt fühlt!“
2.
Selbstgeiselung
Du bist überzeugt, dass das Problem ausschliesslich an Dir liegt.„Wahrscheinlich habe ich mich zu spät beworben.“ „Oh Mann, vielleicht hatte ich die falsche E-Mail Adresse?“ „So jemanden wie mich wollen die da bestimmt nicht.“ „Hätte ich mir ja gleich denken können, dass es bessere Kandidaten gibt, als mich.“
3.
Schuldzuweisung
Du bist überzeugt, dass das Problem ausschliesslich an anderen oder den Umsständen liegt.„Wie kann man nur so nachlässig sein, nicht zu antworten?“ „Die sind da bestimmt total unorganisiert!“ „In diesen automatischen Bewerberportalen gehen Bewerbungen einfach unser tausend anderen verloren.“
4.
Dramatisieren
Du verschwendest Deine ganze Energie darauf, Dir den schlimmsten Fall vor Augen zu führen. Dabei wird das Problem immer größer und die Einschätzung, Deiner Fähigkeit, es zu bewältigen, immer kleiner.„Oh Mann, wenn ich diesen Job nicht bekomme kann ich bald meine Miete nicht mehr zahlen!“ „Wahrscheinlich kennen die meinen ehemaligen Chef und der hat schlecht über mich gesprochen!“ „Was, wenn meine Bewerbung in die falschen Hände geraten ist?“
5.
Hilflosigkeit
Du bist der Überzeugung, dass das Problem nicht zu lösen ist und Du nichts machen kannst.„Tja, so läuft das halt heutzutage bei Bewerbungen, muß man sich mit abfinden.“
„Ich hab mich an alles gehalten und alles eingereicht, was sie wollten. Dann soll es halt nicht sein.“
„Und schon wieder was, was nicht funktioniert …“

Häufig haben wir eine bevorzugte Denkfalle – welches ist Deine?
Mit welchem Programm fährt Dein Autopilot?
Wenn Du Dir dessen bewusst bist, ist das der erste Schritt, um ihn auszuschalten und neue Gedanken zu fassen.

3 Wege, den mentalen Autopiloten auszuschalten

AusschalterSo funktioniert’sSo hört sich’s an
1.
Beweisführung
Eine Möglichkeit, das Bewußtsein wieder an Bord zu holen ist, Deinem Geist die Aufgaben zu geben, sich die tatsächlichen Fakten vor Augen zu führen. Je mehr Beweise Du aufführen kannst, die die Denkfalle widerlegen, umso wirkungsvoller.Den Ausschalter findest Du mit einem Satz wie: „Das ist nicht wahr / das stimmt nicht, denn …“ … ich habe das Datum / die E-Mail Adresse mehrfach geprüft. „… ich habe ja auch keine Absage bekommen.“ „… ich kenne die internen Abläufe in diesem Unternehmen nicht.“
2. PerspektivwechselSetze die Zuversicht ein, um die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten, die ein besseres Bild von der Situation zeichnet.Sage Dir: „Eine hilfreichere Betrachtungsweise der Situation wäre ..“ „Man könnte es auch so sehen …“
3.
Schlachtplan
Dieser Schalter eignet sich besonders, wenn Du zum Dramatisieren neigst. Setze dem Drama einen konkreten Plan entgegen!„Wenn X passiert, dann mache ich Y.“
„Wenn ich bis morgen nichts höre, dann mache ich …“
„Wenn ich den Job nicht bekomme, dann…“

Zurück zu meiner Freundin.
Sie hat beschlossen, wie eine Optimistin zu handeln.
Sich ist nicht in den Autopiloten gegangen, sondern hat beherzt zum Telefon gegriffen (Proaktivität), um Klarheit zu bekommen (Einholen von Informationen).
Durch das nette Gespräch mit der Personalverantwortlichen konnte sie ihre Qualifikationen im Hinblick auf die Stelle detaillierter darlegen und Fragen beantworten – und wanderte so vom Absagenstapel zurück in den Bewerbungsprozess — und hat den Job!

Es lohnt sich, selbst zu fahren. 😉

Also, ran ans Steuer und raus auf die Strasse!

Gute Fahrt.

Deine Birgit

Schonhaltung des Herzens

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Die Idee für diesen Blogartikel ist mir tatsächlich bei meiner morgendlichen Yoga Einheit gekommen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass unser Körper manchmal eine Schonhaltung einnimmt, um Schmerzen zu vermeiden. Das kann z.B. nach einer Verletzung geschehen oder aber auch wenn wir durch Immobilität, Überbelastung, Fehlbelastung oder Entzündungen bei gewissen Bewegungen ein Schmerzen haben.

Vorübergehend kann diese Schonhaltung hilfreich, nötig oder bewusst gewollt sein, damit Heilung möglich ist. Bei größeren Verletzungen bekommen wir diese Schonhaltung sogar verschrieben, wenn z.B. Gelenke, Sehnen oder Knochen durch Gips, Orthese o.ä. vorübergehend stillgelegt werden.

Normalerweise geschieht die Schonhaltung allerdings unbewußt und baut sich so immer weiter auf. Meist werden wir erst dann aufmerksam, wenn wir an einer anderen Stelle im Körper Schmerzen bekommen, weil durch die dauerhafte Schonhaltung ein Ungleichgewicht entsteht, das durch eine Fehlhaltung ausgeglichen werden muss. Und so wird das Ungleichgewicht immer größer und unsere Flexibilität immer kleiner.

Und da dachte ich: ist das bei Emotionen nicht genauso?

Tendieren wir nicht auch dazu, gewisse Situationen, Menschen oder Erlebnisse zu vermeiden (oder sie uns durch besondere Härte vom Hals zu halten), wenn wir beim letzten Mal eine schlechte oder schmerzhafte Erfahrung gemacht haben?

Wenn Du z.B. einen Vortrag vor vielen Menschen gehalten und dabei einen totalen Blackout hattest, würdest Du sofort wieder auf die Bühne gehen?
Wenn Du einen Sturz hattest (vom Pferd, Fahrrad, Motorrad, beim Skifahren ….), würdest Du sofort wieder aufsteigen?
Wenn Du in Deiner letzten Beziehung verletzt worden bist, kannst Du wieder offen und vertrauensvoll in die Neue starten?

Schmerzen geschehen – egal ob durch physische oder emotionale Verletzungen. Und ja, es braucht eine gewisse Zeit der Schonung, um erst einmal Linderung zu erfahren – und zu verarbeiten (nicht zu verdrängen oder zu versteifen!).
Nimm Dir diese Zeit. Dann aber ist es wichtig, in dieser Haltung nicht zu verharren, sondern möglichst rasch wieder in Bewegung zu kommen und die Flexibilität langsam wieder aufzubauen. Das ist emotional nichts anderes als muskulär. Denn wenn wir die Schonhaltung beibehalten fühlt sich das zunächst vielleicht sicher an – hat aber auf lange Sicht unangenehme Folgen:

  1. Emotionales Ungleichgewicht:  um ein Gefühl zu vermeiden, entwickeln wir ein anderes stärker, wie z.B. Härte, um Trauer zu vermeiden.
  2. Mangelnde Flexibilität (Verkrampftheit): wir verlernen, mit gewissen Emotionen umzugehen – und leiden umso mehr, wenn wir ihnen wieder begegnen. D.h. es besteht sogar eine
  3. Größere Verletzungsgefahr.
  4. Schmerzen in anderen Bereichen: zwar mag es uns gelingen, manche Verletzungen und Schmerzen zu vermeiden. Unsere Abgrenzung verhindert aber ebenso schöne Erlebnisse, Freude und Lebendigkeit – und macht uns auf Dauer einsam.

Und wie nach einer körperlichen Schonhaltung fühlt sich der Wiedereinstieg auch nach der emotionalen unsicher und „wackelig“ an. Aber bleib dran, das legt sich mit der Zeit! Nur so bleibst Du geschmeidig, um Dein volles Potential zu entfalten und den kompletten „Bewegungsradius“ des Lebens und der Emotionen zu erfahren.

Wo hast Du Dich emotional in eine Schonhaltung zurückgezogen?
Wie könntest Du die Flexibilität wiedergewinnen?

Und wo ich das hier so schreibe — trifft das nicht alles auch irgendwie auf unsere Gedanken und Sichtweisen zu?

Also – Zeit für ein paar Dehnübungen – für den Körper, den Geist und das Herz – und dann ab ins Leben!

Sei gut zu Dir!
Deine Birgit

3 Regeln und 5 Tipps für schlechte Tage

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„Bist Du eigentlich immer gut drauf?“ fragte mich neulich eine Freundin, der es gerade nicht so gut ging. Wer mal mit mir zusammengelebt oder länger Zeit mit mir verbracht hat, im Urlaub z.B., kennt die Antwort auf diese Frage. Allen andere verrate ich sie jetzt hier: NEIN.

Auch ich komme an meine Grenzen und habe manchmal Tage, an denen ich mich schon kurz nach dem Aufstehen damit tröste, dass sie vorüber gehen. Keine Ahnung, wo die schlechte Stimmung an solchen Tagen herkommt – von doofen Gedanken wohl kaum, denn sie ist gefühlt schon da, bevor ich den ersten Gedanken des Tages fasse 😉
Wenn ich mich hier kontinuierlich mit allerlei Tipps zum Thema Balance und Happiness austobe und wenn ich auf meiner „Mission“ unterwegs bin, anderen Menschen dabei zu helfen, mehr Wohlbefinden und Freude zu erlangen, mag der Eindruck aufkommen, dass ich unerschütterlich positiv denke.

Ja, ich möchte Dich darin unterstützen, Deine Gedanken, Gefühle und Deinen Körper in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen um gesund, selbstbestimmt und zufrieden zu leben.
Aber damit keine Missverständnisse aufkommen: dass das nicht immer und ausnahmslos gelingt, ist normal und menschlich!

Leistungsdruck und Perfektionismus sind die falschen Begleiter auf dem Weg zu Zufriedenheit und Wohlbefinden

Vielleicht habe ich einen kleinen Vorteil, weil ich die Themen ja praktisch täglich durch meine Synapsen laufen lasse und sie so immer präsent sind. Und alles, worüber ich schreibe, habe ich sozusagen auch an mir selber ausprobiert. Ich nenne das den „Nachhilfe-Effekt“. Wenn wir etwas, was wir selber lernen, jemand anderem erklären, verfestigt sich das Gelernte noch einmal ganz anders. Und so habe ich die stille Hoffnung, dass mir das alles eines Tages in Fleisch und Blut übergeht…
Bis dahin höre ich mir aber gerne immer, wenn ich selbst mal wieder „feststecke“, meinen Lieblingskommentar guter Freude an, der da lautet:
„Lies doch einfach nochmal ein paar Deiner Blogartikel.“

Aber jetzt mal im Ernst. Schlechte Tage hat jeder. Normal.
Wie wir aber damit umgehen, entscheidet, ob wir gut durch sie durch kommen (und sich manchmal die Stimmung vielleicht schon im Laufe des Tages dreht), oder ob sie in die Verlängerung gehen.

Daher kommen hier meine 3 Regeln und 5 Tipps, um gut durch einen schlechten Tag zu kommen (Wirksamkeit im Selbstversuch nachgewiesen :-)):

3 Regeln für schlechte Tage

  1. Du mußt NICHT immer gut drauf sein.
  2. Es ist in Ordnung, traurig, wütend, enttäuscht, melancholisch, erschöpft etc. zu sein. In unserer vom Perfektionismus oder zumindest der perfekten Außendarstellung getriebenen Welt wird darüber zwar nicht so oft gesprochen – aber auch diese Gefühle gehören zu Dir – und jedem anderen Menschen auf diesem Planeten.
  3. Es geht vorbei. Gefühle und Stimmungen sind wie eine Wetterlage. Sie ziehen vorbei. Und manchmal sind die Wolken gar nicht so dicht oder beständig, wie sie zunächst wirkten.

5 Tipps für schlechte Tage

  1. Sag hallo zu Deiner „Wetterlage“ und begrüße sie beim Namen. Stell Dir dieses (unerwünschte) Gefühl wie einen (ungebetenen) Partygast vor, der vor der Tür steht, und mitfeiern möchte. Und Du weist diesen Gast ab, ohne ihn Dir anzuschauen oder seinen Namen zu kennen. Entweder geht er – aber kommt später nochmal mit Verstärkung wieder oder er randaliert die ganze Zeit vor Deiner Tür und versaut Dir die gesamte Party. Druck erzeugt Gegendruck. Also, öffne die Tür, heiße ihn willkommen und weise ihm einen Platz zu.
  2. Hör Dir an, was Dein Gast zu sagen hat – aber lass Dich nicht ins Drama verwickeln. Ein Bierchen ist ok – dann bedanke Dich bei Deinem Gefühl für das, was es Dir mitteilen wollte (z.B. dass Du auf Dich achten sollst und letzte Woche übertrieben hast, oder um welches Bedürfnis Du Dich mehr kümmern solltest …). Und dann kümmere Dich um die anderen Partygäste und ..
  3. Mache eine Sache, die Dir ein Erfolgserlebnis beschert – stelle etwas fertig, was Du schon lange aufgeschoben hast, absolviere ein Modul in einer Fortbildung, mache eine Sporteinheit, erledige etwas im Haushalt … – und mache Dir danach Deinen Erfolg bewußt. Vielleicht belohnst Du Dich auch mit etwas, z.B.
  4. Mache eine Sache, die Dir Freude macht – ruf mal wieder einen lieben Freund an, kaufe Dir Blumen, bastle oder handwerke, streichle Dein Haustier …
  5. Mache eine Sache, die Deinem Körper gut tut – koche Dir etwas Gesundes und Leckeres, mache einen langen Spaziergang, achte bewußt darauf, ausreichend zu trinken, lege eine Entspannungs- oder Meditationseinheit ein …

Auch wenn eine Sache, die Du machst, in mehrere Kategorien fällt – mache auf jeden Fall drei Dinge, die zu Freude und Wohlbefinden beitragen und Dich Selbstwirksamkeit erfahren lassen.

Sei freundlich zu Deinem „speziellen Partygast“ und dann kümmere Dich um Dich.
Nichts anderes will er Dir meistens sagen.

Sei gut zu Dir!

Deine Birgit

Mach Dich auf den Weg – auf Deinen!

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Heute möchte ich eine Geschichte mir Dir teilen, die ich in einem TEDx Talk von Meister Shi Hen Yi (Shaolin Mönch) entdeckt habe (Link unter diesem Artikel, falls Dich der ganze Talk interessiert.)
Weil ich Geschichten liebe!
Weil bald Weihnachten ist – und Weihnachten die Zeit der Geschichten ist.
Und weil ich finde, sie passt hervorragend in diese Zeit in der wir oft darüber nachdenken, welchen Weg wir im Folgejahr einschlagen sollen.
Lass Dich inspirieren.

Ein Mann lebte in der Nähe eines Berges. Jeden Tag dachte er: „Wie es wohl ist, diesen Berg zu erklimmen? Und wie wohl der Blick vom Gipfel ist?“ Schließlich kam der Tag, an dem der Mann sich aufmachte. Als er am Fuß des Berges ankam, traf er auf den ersten Reisenden. Also fragte er ihn: „Wie sind Sie auf den Berg gekommen und was haben Sie auf dem Gipfel gesehen?“ Und der Reisende teilte seinen Weg und die Aussicht, die er hatte. Der Mann aber dachte sich: „Was dieser Reisende beschrieben hat, klang recht anstrengend. Ich muss einen anderen Weg nach oben finden.“ Also lief er weiter am Fuße des Berges entlang, bis er den nächsten Reisenden traf. Und wieder fragte er ihn: „Wie sind Sie auf den Berg gekommen und was haben Sie oben gesehen?“ Und auch dieser Reisende teilte seine Erfahrungen. Noch immer unentschlossen, welche Route er nehmen sollte, fragte der Mann noch 30 weitere Reisende. Als er mit ihnen allen gesprochen hatte, fasste er schließlich einen Entschluss: „Jetzt, da so viele Menschen schon ihren Weg und Ihre Sicht vom Gipfel mit mir geteilt haben, brauche ich ja gar nicht mehr da hoch.“

„Man kann Dir den Weg weisen, aber gehen musst Du ihn selbst.“

Bruce Lee

Wie bedauerlich, dass sich dieser Mann nie auf die Reise gemacht hat. Denn:

  • Jeder von uns muss seinen ureigenen Weg finden, Berge zu bezwingen.
  • Es mag zwar die Möglichkeit geben, Informationen durch Worte zu teilen – aber es ist unmöglich, die Erfahrung der Klarheit zu teilen, die uns zuteil wird, wenn wir selbst auf dem Gipfel stehen.
  • Welche Anstrengungen für uns nötig sind, um den Gipfel zu erreichen, können wir nur selbst rausfinden. Nur so erlangen wir mehr Kenntnis über uns selbst.
  • Mehr Klarheit über uns selbst bedeutet, auch andere Dinge klarer zu sehen, sich bewusst zu werden, welche Entscheidungen für uns die richtigen sind, um unseren Zielen näher zu kommen. Wir können aus uns selbst heraus entscheiden, erlangen Glauben in uns selbst – und verlieren so die Zerrissenheit, Zweifel und die Unsicherheit, die immer weiter wächst, je mehr Menschen uns etwas raten.
  • Diese Klarheit steigert unseren Fokus und unsere Entschlossenheit = weniger Ablenkung = mehr Erfolgserlebnisse = mehr Selbstwirksamkeit = mehr Glück!

Gibt es einen Berg, den zu erklimmen Du „aufgegeben“ hast – der Dir aber dennoch keine Ruhe lässt?

Wo verlässt Du Dich auf die Wege anderer, weil Du bisher Deinen eigenen nicht erkundet hast?

Welches soll Dein Gipfel für das nächste Jahr werden?

Mach Dich auf den Weg!

Deine Birgit

Bist Du nüchtern?

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Ich frage das nicht, weil gerade Glühweinzeit ist. Er sei Dir vergönnt.  😉
Aber als ich beschlossen habe, im November auf Alkohol zu verzichten, ist mir klar geworden, dass wir unseren Körper mit den unterschiedlichsten Dingen betäuben – oftmals ganz unbewusst.
Oft merken wir es erst, wenn wir im entsprechenden Bereich mal „ausnüchtern“ – also uns eine Weile in Verzicht üben. Wenn wir nämlich etwas regelmäßig konsumieren, tritt recht schnell Gewöhnung ein – und wir verlieren das Gefühl für das richtige Maß. Wer z.B. schon einmal etwas länger dasselbe Parfum oder After Shave verwendet hat, wird das kennen: nach einer Weile hat man das Gefühl, dass der Duft viel schneller verfliegt. Wahr ist aber, dass wir ihn immer weniger wahrnehmen, weil sich unsere Nase schon daran gewöhnt hat. Und wenn es schlecht läuft (für unsere Mitmenschen ;-)) erhöhen wir die Menge kontinuierlich, bis wir wieder etwas riechen.

Betäubung kann einsetzen, wenn wir von etwas, das unser Belohnungssystem im Hirn ankurbelt, immer mehr brauchen, um das erwünschte Glücksgefühl zu erreichen.
Oder aber auch, wenn wir uns mir etwas kontinuierlich ablenken, um eben nicht spüren zu müssen.

Hier eine kleine Auswahl der gängigen „Betäubungsmittel“:

  • Alkohol (um locker zu werden und runterzufahren)
  • Zucker (Glücks-Kick)
  • Koffein (Energie-Kick)
  • Essen (ißt Du bei Hunger oder bei Appetit?)
  • Arbeit („noch das eine …. Wenn ich erst mal… dann …“)
  • Gedanken (Grübeln)
  • Social Media / Mobiltelefon (der Like-Kick, Befriedigung der Neugier)
  • Fernsehen (sich berieseln lassen)
  • Sport („Erleichterungs-Kick“, wenn man es geschafft hat)
  • Geschäftigkeit (immer etwas zu tun haben, auch wenn es eigentlich nicht sinnvoll oder nötig ist; keine Pause)
  • Einkaufen/Shoppen (mich selbst belohnen)
  • Nachrichten („Erregungs-Kick“)

Ob Du noch in normalem Maß genießt und konsumierst oder schon im Betäubungsmodus steckst, kannst Du herausfinden, indem Du Dir diese Fragen beantwortest:

Kannst Du es geniessen, ohne gleich wieder, immer wieder oder noch mehr davon zu wollen?

Konsumierst Du bewußt oder beiläufig? (z.B. Nachrichten im Handy oder die Tüte Chips)

Spürst Du nach eine gewissen Menge ein körperliches oder emotionales „Genug“ = Sättigungsgefühl?

Nüchtern betrachtet 😉 – ist Dir bewußt, wie oft und wieviel Du konsumierst?

Ist Dir bewußt, in welchen Situationen Du zum jeweiligen „Betäubungsmittel“ greifst und welches Verlangen Du tatsächlich damit stillen willst?

Konsumierst Du manchmal so viel davon, dass Du die „Überdosis“ erst bemerkst, wenn es Dir nicht mehr gut geht?

Kannst Du problemlos einen gewissen Zeitraum darauf verzichten? (Beantworte das erst mit ja, wenn Du es ausprobiert hast – Du wirst staunen!)

Vielleicht magst Du ja die nächsten Tage und Wochen einmal ein Experiment starten und auf eines Deiner beliebtesten „Betäubungsmittel“ verzichten?
Es lohnt sich durchaus! Wenn es Dir gelingt, wirst Du:

  • spannende Erkenntnisse über Dich in Erfahrung bringen
  • ein Gefühl der Kontrolle zurückgewinnen
  • achtsamer und bewußter Umgang mit Deinen Gefühlen werden
  • wieder mehr in Kontakt mit Deinem Körper und seinen Signalen sein
  • das Gefühl für das richtige (gesunde) Maß wiedererlangen
  • dieses Bewußtsein nutzen können, um besser zu steuern, was Dir gut tut
  • das jeweilige „Mittelchen“ nach dem Verzicht intensiver schmecken, fühlen, wahrnehmen
  • Dich klarer, stärker und lebendiger fühlen!

Und: wenn Du wieder in Kontakt mit Dir bist, kannst Du diese bewußte Achtsamkeit auch auf andere Bereiche übertragen.

Wie klingt das?

Auf mehr Klarheit und Lebendigkeit!

Deine Birgit

Nüscht

Foto: Pixabay

Heute möchte ich Dich herzlich dazu einladen, etwas zu machen, was super wichtig für Deine persönliche Weiterentwicklung ist: nix!

Ja, Du liest richtig! Wachstum findet nämlich nicht während der Phasen der Anstrengung statt – sondern in darauffolgenden Ruhezeiten.
Das ist nicht nur beim Sport so, wo der Muskelaufbau erst durch Trainingspausen möglich wird. Das Prinzip findet sich auch in anderen Bereichen wieder:

Lösungen finden wir leichter, wenn wir uns die Aufgabenstellung vor Augen führen – und dann gedanklich loslassen (nicht umsonst hat man zündende Ideen selten, wenn man lange genug grübelt sondern eher in Momenten, an denen wir gar nicht mehr an das Problem denken).

Emotionen verarbeiten wir unter anderem im Schlaf, z.B. durch Träumen (es träumt übrigens jeder – nur kann sich nicht jeder dran erinnern).

Lernerfahrungen verinnerlichen wir, wenn wir dem Geist Ruhe gönnen, um sie in unserer Synapsen-Bibliothek richtig einzusortieren.

Bevor Du mich jetzt beim Wort nimmst, und abschaltest, gibt es noch eine Sache, die dabei wichtig ist: Deine emotionale Einstellung. Dein „fauler Tag“ wirkt sich nur positiv aus, wenn Du ihn Dir auch wirklich erlaubst und ihn in Ordnung findest – ohne schlechtes Gewissen!

Also – gönn Dir!

(Und wenn Du’s brauchst – ich erteile Dir hiermit offiziell die Erlaubnis dazu ;-))

Deine Birgit