Frieden im Außen beginnt mit Frieden in mir

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Eine Freundin von mir hat sich das „Projekt Weltfrieden“ auf die Fahne geschrieben. Mag sich erstmal etwas zu groß und zu wenig greifbar anhören – aber sie hat es auf das Wichtigste runtergebrochen, mit dem alles anfängt: nämlich mit uns selbst. Außerdem ist es ihr gelungen, es sehr greifbar zu machen: durch 30-minütige Begegnungen. 365 davon hat sie sich vorgenommen – denn, so ihre Worte, „die einfachste Form von Weltfrieden ist die Begegnung.“
Und damit trifft sie meiner Meinung nach genau ins Schwarze. Wenn wir jeden Tag unsere Fähigkeit trainieren, uns auf andere Menschen wirklich einzulassen, zuzulassen und sein zu lassen (und zwar auch auf die, die uns unangenehm sind!) ist das schon ein großer Schritt.
Dazu gehört auch, sich weiterhin respektvoll begegnen und eine friedliche Haltung wahren zu können, wenn man komplett unterschiedlicher Meinung ist oder unterschiedliche Werte vertritt.

Wenn ich mal so schaue, wie viele Verbindungen und Freundschaften in den letzten Monaten unter der COVID Krise zerbrochen sind oder gelitten haben, weil plötzlich Meinungen auseinander gingen und ein friedlicher Dialog unerreichbar schien, glaube ich dass wir da noch ganz viel lernen dürfen.
Eine lange Reise beginnt eben mit kleinen Schritten.
Wenn es mir nicht gelingt, mit meinen besten Freunden eine friedliche Diskussion über unsere Sichtweisen zu führen, dem anderen seine zuzugestehen, ohne die Person zu bewerten oder sie „bekehren“ zu wollen, wie soll es dann in der Welt gelingen?

„Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die Meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.“

Albert Einstein

Eine gute gemeinsame Lösung ist oft nur möglich, wenn alle Beteiligten offen und ohne Furcht vor Ablehnung ihre Bedürfnisse, Beweggründe und Ansichten äußern dürfen. Wenn echtes, offenes, wertfreies Interesse besteht. Wie soll ich aber den Mut aufbringen, mich zu öffnen – auch für die Meinung des anderen – wenn ich mich angegriffen fühle?

Klar, eine binär-urteilende Sichtweise ist leichter.
Und wir haben es eben auch gerne einfach:
Schwarz oder weiß
Gut oder böse
Schuldig oder Unschuldig
Richtig oder falsch
Lösung A oder B
Mann oder Frau .

Schließlich braucht unser Hirn eine Erklärung, auf Basis derer es entscheiden und Handlungen in die Wege leiten kann. Und wenn diese Erklärung nicht leicht zu finden ist, wenn wir uns mit dem Unerklärlichen oder Fremden konfrontiert sehen, bekommen wir es mit der Angst zu tun, gehen manchmal sogar in eine Abwehrhaltung. Schnell stricken wir uns eine Erklärung, mit der wir uns wohlfühlen – eine, die in unser Weltbild passt.
Aber die Welt ist und die Menschen sind (zum Glück!) zu komplex, um sie binär erklären zu können.
Sich wirklich einzulassen (auf sich selbst, den anderen, die Umstände, das Unangenehme) und dabei eine friedliche Haltung zu wahren ist eine Herkulesaufgabe die wohl lebenslange Übung erfordert – und einige Fähigkeiten, wie

  • das eigene Rechthaben loslassen zu können
  • mit einer „ich habe keine Ahnung, was es bedeutet“ Haltung in Begegnungen zu gehen
  • ein größeres Ziel (Freundschaft, Frieden, Respekt) über die eigenen Interessen zu stellen 
  • unangenehme Gefühle und in mir aufkommende Wertungen und Urteile wahrzunehmen, auszuhalten und parken zu können
  • erforschen statt erklären – mehr Fragen statt erzählen
  • es mir selber und anderen zuzugestehen, die Meinung und Sichtweise ändern zu dürfen und Irrtümer zugeben zu können

Christinas Projekt hat mich sehr inspiriert und an einen meiner Leitsätze erinnert:
Frieden im Außen beginnt mit Frieden in mir.

Ich möchte Dich einladen, gemeinsam mit mir jeden Tag ein wenig zum Frieden in uns und um uns herum beizutragen. Eine durch respektvolle Begegnungen initiierte, positive und hoffnungsvolle Stimmung ist ansteckend.

Ich bin weit davon entfernt, zu glauben, dass Frieden ein Ziel ist, dass wir irgendwann für alle Zeit erreichen werden. Ähnlich wie bei der Zufriedenheit (witzig, dass da das Wort Frieden drinsteckt ;-)) ist Frieden im Inneren und Äußeren vielmehr eine kontinuierliche Entwicklungsreise, die dem Willen und Wunsch bedarf, sie erfolgreich zu gestalten.

Wenn Du mehr über Christinas Projekt erfahren oder sogar in den 30-minütigen Dialog gehen möchtest, folge diesem Link:

365 Begegnungen – 30 Minuten für den Weltfrieden (missionpeace.global)

Ich wünsche Dir eine friedliche Woche und geh jetzt mal Frieden üben – mir fallen da in meinem Leben spontan einige Trainingsmöglichkeiten ein 😉

Friedliche Grüße,

Birgit

Erfolg heißt Verzicht

Mädchen, Luftballon, Composing, Ballon
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Du kannst alles haben und erreichen!
Nun ja. Vielleicht nicht auf einmal …

Tatsächlich leben wir hier in unseren Breitengraden in einer Gesellschaft, deren Mechanismen uns leicht glauben machen können, dass total einfach zu haben und zu erreichen ist, was ich möchte:
Mit einem Klick ist heute bestellt, morgen geliefert.
Auf Instagram sehe ich vorher/nachher Bilder von Menschen, die ihre „Body Transformation“ dokumentiert haben, bei anderen gibt es hingegen gar keine Vorher-Bilder – sondern nur die perfekte Selbstinzenierung.
Wir blicken auf berühmte Menschen in Politik, Wirtschaft, Sport und sehen überall: Erfolg ist möglich.

Motiviert machen wir uns daran, uns Ziele zu stecken legen los und geben unser Bestes, bis die ersten Widerstände aufkommen, der Erfolg sich nicht so schnell einstellt oder wir merken, dass eben doch nicht alles geht.

Was nämlich bei all der euphorischen Darstellung von Erfolgsgeschichten oft vernachlässigt wird ist der steinige Weg dorthin – und die nachweislich wirklich wichtigen Fähigkeiten, die es braucht, um diesen steinigen Weg zu gehen: Durchhaltevermögen, Impulskontrolle und Bedürfnisaufschub.

Das heißt: weitermachen, auch wenn es nicht so gut läuft und jetzt auf Dinge (Bedürfniserfüllung) zu verzichten, weil ich weiß, dass dieser Verzicht bewirkt, dass ich später durch meinen Erfolg belohnt werde.

Wenn ich will, dass meine sportlichen Aktivitäten Früchte tragen, sollte ich darauf verzichten, mir zur Belohnung ein fettes Essen zu „gönnen“.
Wenn ich morgens die erste auf der Skipiste sein möchte muss ich auf’s lange Schlafen verzichten.
Wenn ich erfolgreich einen Marathon in gesundem Zustand laufen möchte, muss ich auf verschiedene Lebensmittel verzichten – und wahrscheinlich auch auf einige Treffen und Feiern mit Freunden, weil der Trainingsplan es nicht zulässt.
Wenn ich einen gewissen Job haben möchte, werde ich sicherlich auf dem Weg dorthin auch Jobs annehmen müssen, die ich nicht so dolle finde – die mich aber wegen der Kontakte oder Kompetenzen, die sie bereit halten, meinem Traumjob näher bringen.
Wenn ich mehr Freiheit möchte, werde ich auf Sicherheit verzichten müssen.
Wenn ich eine Zusatzqualifikation erwerben will, werde ich eine Zeit lang zugunsten des Lernens auf Freizeit verzichten müssen.

Manchmal ist es übrigens auch notwendig, auf liebgewonnene Überzeugungen („ich bin kein Morgen-Mensch“) oder Gewohnheiten (der Alkohol zum Feierabend) oder Gefühle (z.B. Unzulänglichkeit) zu verzichten.

Wenn Du auf dem Weg zu Deinem Ziel nicht bereit bist, für Dein Ziel auf etwas zu verzichten,  dann ist Dir dieses Etwas wichtiger als Dein Ziel.

Und ob Du etwas WIRKLICH willst, erkennst Du daran, dass Du auch die Entbehrungen (und Reaktionen anderer darauf) leicht aushälst – denn Du weißt, wofür.

Natürlich kannst Du auch auf den Verzicht verzichten – aber dann sei stark und verzichte bitte auch auf das Jammern darüber, dass sich der Erfolg nicht einstellen will. 😉
In der Psychologie nennt man das die Fähigkeit zum „Reality Check“ und zur „Selbst-Aktualisierung“ – die Kompetenz, Konsequenzen der eigenen Handlungen zu akzeptieren – und das Handeln ggf. anzupassen.

Erfolg braucht Kongruenz aus Gedanken, Haltung und Handlung – und die Fähigkeit zum Verzicht.

Wenn Du Dir also das nächste Mal ein engagiertes Ziel setzt, vergiß nicht den Reality Check:
Welche Entbehrungen wirst Du auf dem Weg dorthin in Kauf nehmen müssen und – bist Du bereit dazu?
Wenn Du letzteres mit einem klaren JA beantworten kannst, dann geh los!

Viel Erfolg,

Deine Birgit

Projektion – ein Spiegel meiner Selbst

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Und auch diese Woche beginnt mein Artikel mit einer Geschichte, weil sie wie ich finde die perfekte Einleitung für das heutige Thema ist. Die Geschichte ist nicht aus meiner Feder, sondern so reproduziert, wie ich sie einst selbst gehört habe.

Es war einmal ein Paar, das lebte in einem großen Haus mit mehreren Etagen. Eines Abends bereitete der Mann in der Küche im Erdgeschoß das Essen zu, während die Frau sich noch anderen Aufgaben im Arbeitszimmer in der ersten Etage widmete. Als das Essen fertig war, rief der Mann wie vereinbart seine Frau zu Tisch. „Essen ist fertig“ tönte es durchs Haus. Dann wurde es wieder still. Der Mann begann, während er auf die Frau wartete, mit dem Anrichten der Teller. Dann versuchte er es erneut: „Hej, kommst Du bitte zum Essen bevor es kalt wird?“ Wieder folgte seinen Worten Stille. Da merkte der Mann, wie langsam Ärger in ihm hochkroch. Das war wieder typisch! In letzter Zeit hatten sie schon öfter über das offensichtlich nachlassende Gehör der Frau gesprochen. Ohne Erfolg. Nichts hatte sie seither gemacht, kein Besuch beim Arzt, kein Check beim Akustiker, nichts. Er beschloss, noch einmal nach seiner Frau zu rufen – diesmal dazu aber ins Treppenhaus zu gehen. Als er die Tür zum Treppenhaus öffnete, erschrak er, denn seine Frau stand direkt vor ihm. „Du solltest echt mal zum Ohrenarzt“, bäffte der Mann – „hast Du mich nicht gehört?“ – „Doch, ich habe Dich gehört“, antwortete die Frau, „und ich habe Dir dreimal geantwortet…“

Besser kann man nicht beschreiben, was die Psychologie als „Projektion“ bezeichnet.

Projektion bedeutet, dass ich mich über Verhalten oder Eigenschaften einer anderen Person aufrege,  die ich mir selbst vorenthalte, nicht zugestehe oder mit denen ich selbst noch nicht im Reinen bin. Man könnte auch sagen, ich rege mich auf, WEIL ich sie mir selbst vorenthalte. Dieses „Aufregen“ kann unterschiedlich daherkommen. Als abschätziger Kommentar („Wie kann man nur so egoistisch sein, und einfach pünktlich Feierabend machen …“), als besserwisserische Erklärung („In dem Alter sollte man lieber keine so flippigen Klamotten mehr tragen …“) oder als überbetonte Distanzierung („Das käme mir nie in den Sinn!“). Besonders letztere zeigt sehr schön, was Projektion eigentlich ist: ein Abwehrmechanismus. Wir projizieren eigene innere Themen und Konflikte, indem wir unserem Gegenüber unsere unterdrückten Emotionen, Affekte, Wünsche und Impulse, die im Widerspruch zu unseren oder gesellschaftlichen Normen stehen können, unterstellen. So lenken wir automatisch von uns selbst ab – und von dem unangenehmen Gefühl, dass wir uns eigentlich selbst mit dem Thema beschäftigen sollten.

Projektion geht übrigens auch im positiven Sinne: In diesem Fall projiziere ich all das auf mein Gegenüber, was ich mir von ihm/ihr wünsche. Nicht selten kommt es dann zu Enttäuschungen, wenn sich meine „positive Unterstellung“ nicht bewahrheitet (und manchmal kippt sie dann in eine negative).

Insofern ist Projektion eine Killer für den wahren Dialog mit meinem Gegenüber – denn ich höre auf, den anderen wirklich zu sehen sondern nutze ihn als Arena für meine eigenen Themen.
Wenn mir dies bewusst ist, kann Projektion aber auch zugleich ein hilfreicher Hinweis auf einen inneren Dialog sein, den ich mit mir selbst noch führen sollte.

Denn wenn ich z.B. tatsächlich für mich beschlossen habe, dass ich in meinem Alter keine flippigen Klamotten mehr tragen möchte, kann ich das ja tun – und mir kann egal sein, wie andere das handhaben. So lange ich von meiner Entscheidung überzeugt bin, ist doch alles gut, oder? (Einzige Ausnahme: wenn das Verhalten oder die Eigenschaften des anderen mich persönlich tatsächlich in irgendeiner Form beeinträchtigen).

Also – wenn Du Dich das nächste Mal über jemanden oder etwas aufregst oder empörst sieh es als spannende Einladung, mal hinter Dein Gefühl zu schauen und Dich zu fragen: was sagt das über MICH aus?

Nutze den Blick in den Projektionsspiegel, um Dich „aufzuhübschen“ und ihn dann zu Seite legen zu können, damit Du mit Deinem Gegenüber eine echte Verbindung eingehen kannst.

Sei gut zu Dir,

Deine Birgit

Schwimmen lernt man nicht an Land

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Immer mal wieder gebe ich Entspannungskurse in einem Umfeld, das auch während der Sessions über eine gewisse Geräuschkulisse verfügt.

Am Anfang hat sich mir die Frage gestellt: geht das? Können meine Teilnehmer entspannen, wenn sie nicht komplett von Ruhe umgeben sind?

Und schon recht bald dachte ich mir dann:
Wenn mein Ziel ist, Menschen dabei zu helfen, im Trubel die Ruhe zu wahren, macht es dann nicht Sinn, die Ruhe im Trubel zu üben?

Klar, kann man sich zur Entspannung – sei es Meditation, Autogenes Training oder eine Fantasiereise – an einen möglichst ruhigen Ort zurückziehen. Und sicher hilft das auch dabei, die Akkus wieder aufzuladen.

Was aber passiert, wenn ich dann in den Alltag zurückkehre und meine Akkus leer sind, bevor die nächste Ruhephase oder ein Ruheort in Sicht sind?
Sollte ich dann nicht in der Lage sein, trotzdem „gesund“ weitermachen zu können?

Im Prinzip können Entspannungsmethoden zweierlei Nutzen haben:

  1. Runterkommen, abschalten und den Akku aufladen
  2. Techniken und Methoden kennenlernen und üben, damit der Akku sich im Alltag nicht mehr so schnell entleert.

Der erste Punkt ist wichtig, der zweite nachhaltig.

Um von 2. profitieren zu können, ist es wichtig, dass ich mich bewußt den Situationen aussetze, in denen ich mir mehr Ruhe und Gelassenheit wünsche – um zu üben, wie mir das gelingen kann.

Um wirklich schwimmen zu lernen muss man sich eben nass machen.

Und wenn es uns gelingt, die Methoden und Techniken in unseren Alltag zu integrieren, fühlen wir uns auch viel seltener leer und gestresst.

Also, nimm Dir Zeit, Deinen Akku aufzuladen aber vergiss nicht, das Gelernte auch unter den Bedingungen zu üben, für die Du es gelernt hast.

Viel Erfolg beim „Schwimmtraining“ !

Deine Birgit

Die Obergrenze des Glücks

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„Lass mir mein Problem!“
„Ich glaube, sie kann oder will gar nicht glücklich sein…“
„Und was würdest Du machen, wenn plötzlich einer vor Dir steht, der authentisch liebevoll und wertschätzend zu Dir ist? Der Dich gut findet, und das auch äußert?“

Alles Sätze, die mir in den letzten Wochen begegnet sind und mich an das Phänomen der „oberen Grenze des Glücks“ erinnert haben.
Manchmal kommen wir an bestimmten Punkten in unserem Leben nicht weiter, es wird nicht besser, weil wir uns selbst sabotieren. Das läuft oft unterbewußt – wir stehen dann nur vor dem Ergebnis und wundern uns, warum wir schon wieder an der selben Stelle gelandet sind.

Wie kann das passieren?

Was wir glauben und für möglich halten wird geprägt von unserer Sozialisierung und unseren Erfahrungen. Das beginnt bereits im Elternhaus und setzt sich im Job und der Gesellschaft fort.

Dazu eine meiner Lieblingsmetaphern:

Der Zirkusbär
Es war einmal ein Zirkusbär. Sein Zuhause bestand aus einem kleinen Käfig. Er war bereits in einem solchen Käfig geboren worden und verbrachte seine Freizeit damit, in diesem Käfig zehn Schritt vorwärts zu machen und wieder zehn Schritte rückwärts.
Irgendwann beschloss der Zirkusdirektor, den Zirkus aufzugeben. Er fuhr mit den Bären in den Wald, stellt den Käfig ab und öffnete die Tür, bevor er abfuhr. Der Bär steckte die Nase aus der offenen Käfigtür. Nun stand ihm die Welt offen für ein Leben als ein freier Bär. ER sprang aus dem Käfig. Er stapfte einen Schritt vorwärts, vier, sechs, acht, neun… Aber nach dem zehnten Schritt ging der Bär wieder zehn Schritte rückwärts… (nach Bert Hellinger)

Vom Bären zu uns:
Die Obergrenze des Glücks ist die in uns selbstgemachte Barriere vor dem „elften Schritt.“ Das kann nicht sein, dass darf nicht sein, das gibt es nicht … (als Kinder haben wir die übrigens noch nicht).
Zu den Themen Freude, Geld und Beziehungen kommen mir hier etliche Beispiele in den Sinn:
Darf/Kann  man mit Freude und wenig Arbeitsstunden viel Geld verdienen?
Darf /Kann etwas leicht sein – oder muss man sich alles erstmal erarbeiten? Zuneigung, Einkommen… No pain no gain?
Darf ich überhaupt glücklich sein? Was passiert, wenn ich auf die Frage, wie es mir geht, authentisch mit „mir geht es super!“ antworten kann. Worüber sprechen wir dann, wenn es nix mehr zu jammern gibt? 😉 (das gehört zum Spruch „Lass mir mein Problem.“).

Die Selbstsabotage kann in verschiedenen Gewändern daher kommen. Die gute Nachricht ist, einmal erkannt, gibt es Abhilfe. Die ist zwar nicht immer leicht – aber es lohnt sich vor allem dann, wenn Du die  Welt außerhalb Deines selbstgemachten Käfigs erkunden willst.

Variante 1: „Der sichere Traum“
Wir wünschen uns etwas – glauben aber insgeheim nicht wirklich daran, dass es das gibt. Z.B. Mit weniger Arbeitsstunden mehr Geld verdienen und Spaß bei der Arbeit haben.
Sabotage: wir träumen weiter, holen den Wunsch wie ein Film hervor, um kurzfristig ein besseres Gefühl zu bekommen, aber dabei auf der Couch (Komforzone) sitzenbleiben zu können.
Abhilfe:  Sei ehrlich zu Dir, hör mal in Dich rein – was denkst Du wirklich über das Thema?  Glaubst Du wirklich dran, dass es das gibt? Und wenn Du nicht daran glaubst, bist Du bereit, zu handeln und zu schauen, ob Du Beispiele findest oder und vielleicht sogar neu zu erschaffen? (Achtung, anstrengend! ;-))

Variante 2: „Program not found“
Was wir uns wünschen steht vor uns – aber wir erkennen es nicht (noch nie gesehen oder erlebt). Stell Dir mal vor, Du hast Dein ganzes Leben lang noch nie ein Auto gesehen. Du bist immer zu Fuß unterwegs gewesen oder auf dem Fahrrad. Manchmal überlegst Du Dir, wie Du schneller ans Ziel kommen könntest. Du denkst über die Wegstrecke nach, über einen schnelleren Gang, über etwas, das Du am Fahrrad verändern könntest. Und wenn du dann das erste mal an einem geparkten Auto vorbeikommen würdest, würdest Du nie auf die Idee kommen, dass das die Lösung sein könnte!
Sabotage: Unkenntnis.
Abhilfe: Such Dir Menschen, die schon leben, erfahren oder gesehen haben, was Du Dir wünschst. Lass Dir aus verschiedenen Perspektiven zeigen, wie es aussieht, sich anfühlen kann etc. So bekommst Du ein erstes Bild.

Variante 3: „Feier Fall“
Was wir wünschen steht vor uns – und wir bekommen Angst. In diesem Fall erkennen wir es zwar,  aber fühlen uns plötzlich hilflos, ängstlich, misstrauisch – denn wir haben nie gelernt, damit umzugehen.
Sabotage: Gedanken wie „Ist der wirklich nett zu mir oder gibt es da einen Haken?“ oder „Das ist zu schön, um wahr zu sein.“ sind der Klassiker. Das geht sogar soweit, dass wir manchmal lieber in problematischen aber gewohnten Situationen bleiben (auch wenn’s doof ist, aber was wie kennen, ist berechenbar und gibt uns ein Gefühl der Kontrolle) – statt uns mutig ins Neuland stürzen und neue Schritte zu lernen (um beim Bären Bild zu bleiben).
Abhilfe: Halte die unangenehmen oder komischen Gefühle aus, die vielleicht hochkommen, wenn Du vor einer neuen Situation stehst. Nimm sie wahr und freu Dich – sie sind ein sicheres Zeichen dafür, dass Du am Ende Deiner Komfortzone angekommen bist und jetzt Geschichte schreiben und lernen kannst! Und dann wage den elften Schritt.

Variante 4: „Die Kehrseite der Medaille“ 
Wir wünschen uns etwas aber tragen insgeheim negative Glaubenssätze darüber in uns. Ein immer wieder gerne genommenes Beispiel: viel Geld auf den Konto haben.
Sabotage: Glaubenssätze wir „Geld verdirbt den Charakter.“ „Man kann nicht auf legalem Weg schnell zu viel Geld kommen.“ …
Abhilfe: Prüfe mal Deine Glaubenssätze. Und dann hinterfrage sie. Ist das wirklich so? Welche Gegenbeweise kennst Du? Im konkreten Beispiel: Was bedeutet ein „guter Charakter“ für Dich und was könntest Du mit dem Geld anstellen, um diesen zu leben?

Wo ist Deine Obergrenze des Glücks und in welchem Gewand kommt sie daher?

Sei kein Zirkusbär! Setz den elften Schritt und erkunde die Welt!

Deine Birgit

Innere Veränderung – die Gefahr des zu schnellen oder ausbleibenden Erfolges

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Eines der größten Erfolgsgeheimnisse für die Zielerreichung und das Ändern von Gewohnheiten ist Kontinuität,  also Dranbleiben. Leichter gesagt, als getan. Die Artikel der letzten Wochen haben bereits einige Hindernisse aufgezeigt, die dazu führen können, dass wir die gewünschte Veränderung nicht angehen oder auf halber Strecke die Lust verlieren.

Dieser Liste möchte ich heute noch zwei weitere Aspekte hinzufügen:
Schnelle erste Erfolge und ausbleibende erste Erfolge.

  1. Die Gefahr des zu schnellen Erfolges:
    Wenn wir die Veränderung angehen und sich schon nach kurzer Zeit die ersten Erfolge einstellen, kann das sehr motivierend sein. Es kann aber auch dazu führen,  dass wir denken: „Och, wenn das so leicht ist,  kann ich ja langsam machen. Lässt sich ja schnell wieder herstellen.“ Dann beginnen wir, unser Vorhaben nicht mehr ernst genug zu nehmen, werden nachlässig – es rutscht auf der Prioritätenliste nach unten und…auf lange Sicht verlieren wir es wieder aus den Augen. Es war nur ein Strohfeuer. Tatsächlich kommen wir in diesem Fall nicht mal bis zum Härtetest – dass ist die Phase,  in der weitere Erfolge länger brauchen und schwerer zu erreichen sind. Manchmal werden wir sogar zurückgeworfen. Im Sport nennt man das die Plateauphase.  An diesem Punkt zeigt sich, ob wir wirklich wollen – nämlich,  wenn wir trotz Stillstand und Rückschritten dran bleiben. Dazu müssen wir aber auch nach den ersten Erfolgen weitermachen.  Außerdem lohnt es sich bei allzu schnellen Erfolgen mal zu überprüfen,  ob wir es uns vielleicht zu einfach gemacht haben? Ginge da noch mehr? Sind wir mit den Anforderungen knapp über unserer Kompetenz eingestiegen? Wenn nicht,  gerne noch eine Schippe drauflegen 😉
  2. Die Gefahr des ausbleibenden ersten Erfolges: 
    Auch das kann passieren. Wir sind ganz stolz, dass wir begonnen haben, die neue Gewohnheit in unser Leben zu integrieren aber nüscht passiert. Schnell kommt es dann zu einem „das bringt ja eh nix.“ Ernsthaft? In den allermeisten Fällen ist noch nix passiert, weil wir noch nicht lange genug am Ball geblieben sind. Wie lange bist Du schon dabei? Geduld! Eine Gewohnheit, die wir mehrere Jahrzehnte kultiviert haben lässt sich schwer in zwei Wochen ändern! Ich kenne das mit der Ungeduld gut. Als ich meine Motorradführerschein frisch gemacht hatte und mit einer Gruppe von Menschen auf Tour war, die allesamt schon über 20 Jahre Fahrerfahrung hatten, wollte ich am liebsten sofort genauso schnell und souverän fahren. Und wurde ungeduldig mit mir. Die Ungeduld kann dazu führen, dass wir uns überfordern, zu viel auf einmal wollen und dann aufhören, weil es uns nicht gut tut.  Also, bleib geduldig aber konsequent dran und beobachte weiter, was es mit Dir macht.

Was auch immer Du verändern willst – ich wünsche Dir Geduld, Durchhaltevermögen und das richtige Maß an Herausforderung. Dann kommt der Rest von selbst!

Sei gut zu Dir!

Deine Birgit

Innere Veränderung – das morgen-Phänomen

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Vielleicht kennst Du den Witz:

Kommt ein Gast in eine Kneipe und bestellt sich ein Bier. Während er den ersten Schluck trinkt, geht sein Blick an die Wand hinter dem Tresen und er entdeckt ein Schild auf dem steht: „Morgen gibt’s Freibier.“ Ein Lächeln und Freude über ein kostenloses Bier macht sich breit und der Gast beschließt, am nächsten Tag wiederzukommen. Am Tresen angekommen, sieht er das Schild und ihm wird klar …

Steht das nicht sinnbildlich auch für neue Gewohnheiten, die wir etablieren wollen?

Morgen achte ich auf meinen Zuckerkonsum. Morgen mache ich Sport. Morgen rauche ich weniger. Morgen rufe ich mal wieder eine Freundin/einen Freund an. Morgen gehe ich rechtzeitig ins Bett …
Und so kann es passieren, das nix passiert. Weil wir dem morgen-Phänomen aufgesessen sind.

Schlimmer noch, als die Tatsache, das wir nichts ändern ist aber, dass wir vor unserem inneren Elefanten, unserem Unterbewußtsein – also auch uns selbst – die Glaubwürdigkeit verlieren.
Stell Dir vor, ein guter Freund sagt Dir etwas zu – z.B. mit Dir einmal die Woche Laufen zu gehen. Und in Woche 1 sagt er ab – „aber nächste Woche ist es fest eingeplant.“ Woche 2 zieht ins Land, und Du erhältst wiederum eine Absage, mit dem Zusatz, dass es ihm leid tut. Woche 3 geschieht genau das selbe. Für wie wahrscheinlich hälst Du es, dass das was wird?

Nichts anderes machst Du mit Dir selbst, wenn Du Dinge, Dir wichtig sind, immer wieder aufschiebst. Irgendwann steht Dein Vorhaben nur noch symbolisch im Kalender oder auf Deiner To Do Liste – und Dein Elefant zuckt dabei nicht einmal mehr, geschweige denn, dass er irgendwie in Wallung kommt. Wird ja eh nicht passieren.

Ja, aller Anfang ist schwer – aber

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aristoteles

Damit Du nicht den Glauben an Dich und Deine Selbstwirksamkeit verlierst, ist es wichtig, dass Du ins Handeln kommst – und zwar nicht morgen, sondern jetzt.
Solltest Du Dich im morgen-Phänomen wiedererkennen, versuche folgende Schritte, um in die Gänge zu kommen:

  1. Hand aufs Herz – willst Du es wirklich? Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum etwas, was Dir angeblich so wichtig ist, immer wieder anderen Dingen weichen muss. Wenn Du für Deine neue Gewohnheit keine Zeit hast bedeutet das ganz einfach, dass etwas anderes den Wettbewerb um Deine kostbare Zeit gewonnen hat. Etwas anderes scheint Dir noch wichtiger gewesen zu sein. War es dass? Hast Du Dich bewußt gegen das entschieden, was Du Dir vorgenommen hast und für das, was den Platz eingenommen hat? Wenn das öfter passiert lohnt es sich, Dich nochmal zu fragen, wie wichtig Dir Dein Vorhaben wirklich ist. Wenn Du z.B. einen geselligen Abend regelmäßig der Sporteinheit vorziehst ist Dir vielleicht einfach das Beisammensein mit Freunden wichtiger? Was willst Du wirklich?
  2. Max-Med-Min: Im Artikel über Überforderung habe ich schon einmal drüber geschrieben: wähle kleine Schritte. Kleine Schritte sind besser als keine Schritte! Wenn Du Dir vornimmst, etwas zu ändern, dann überlege Dir am besten ein Max, Med und Min Ziel – und stelle sicher, dass Du das Min Ziel auf jeden Fall umsetzt. Wenn Du z.B. Deine Eßgewohnheiten ändern willst, kannst Du Dir vornehmen, 5x / Woche  gesund zu kochen (max), 2x/Tag eine handvoll Obst zu essen (med) oder jeden Tag einen Apfel zu essen (oder anderes Obst, das Du magst) (min).
  3. Agile Ziele: Plane so, dass Dein Vorhaben auch Veränderungen standhält. Plane konkret, aber nicht zu detailliert. Jeden Mittwoch, 17.30 Uhr 7 km in 40 Minuten zu laufen ist vielleicht etwas zu detailliert. Was, wenn es in Strömen regnet am Mittwoch? Was, wenn es Dir nicht so gut geht? Was, wenn Du Überstunden machen musst? Was, wenn Mittwoch eine coole Einladung ansteht? Besser wäre, wenn Du z.B. regelmäßig laufen willst,  Dir  x-mal / Woche eine längere und x-mal eine kürzere Laufeinheit vorzunehmen. Stelle dann sicher, dass Du die Anzahl / Woche auf jeden Fall umsetzt – und wenn es nur 10-15 schnelle Minuten sind (siehe Punkt 2) – aber laufe!

Warte nicht weiter auf das Morgen – zapf Dir Dein Bier heute!

Let’s go!

Deine Birgit

Innere Veränderung – Flow vs. Wettbewerb

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Stell Dir vor, Du hast Dir vorgenommen, fitter und beweglicher zu werden und besuchst eine Deiner ersten Yoga oder Gruppenfitness-Stunden. Du gibst Dir redlich Mühe, aber um Dich herum scheinen alle anderen alles besser zu können. In der Vorbeuge kommen sie weiter runter, bei den Gewichten können sie mehr heben und bei der Musik kommen sie nicht aus der Choreographie oder dem Takt.

Wie fühlst Du Dich?
Hast Du Lust, nächste Woche wieder in diese Stunde zu gehen?

Was den einen motiviert oder sogar anspornt, kann die andere total blockieren und frustrieren.
Die Natur hat uns zwar ein gewisses Streben nach Überlegenheit mitgegeben (früher hing davon ja auch unser Leben ab) und auch in unserer Gesellschaft wurden wir zum Wettbewerb sozialisiert (Top Manager verdienen mehr, Klassenbeste bekommen Stipendien, Top-Stars mehr Titelblätter und günstige Konditionen …).

Das Streben nach Überlegenheit und der damit verbundene Vergleich im Außen hat aber mehrere Nachteile:

  • Wir kommen nie ins Ziel! Es gibt immer eine die mehr hat oder der besser ist -und wer definiert überhaupt, wer oder was eine gute Leistung ist?
  • Unsere Zufriedenheit und Leistung ist von anderen abhängig
  • Er schränkt unsere Sozialkompetenz ein – denn wenn wir uns besser fühlen, wenn jemand schlechter (dran) ist als wir, steigert das nicht gerade unsere Empathie und wir laufen zudem Gefahr, den anderen unsere Überlegenheit spüren zu lassen (z.B. durch das ungefragte Geben von Ratschlägen). Aber auch, wenn uns die Überlegenheit unseres Gegenübers uns selbst schlecht fühlen lässt und wir eher zum Neid als zur Freude für den anderen tendieren, wird das unseren Freundeskreis sicherlich auf Dauer eher minimieren.

Besonders blockierend ist der Vergleich mit anderen / im Außen, wenn wir unseren Selbstwert daran festmachen, wie wir abschneiden. Wenn wir in der Vergangenheit gelernt und erfahren haben, dass wir dann besonders viel Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen, wenn wir uns besser machen als alle anderen, kann das leicht passieren.

Wenn Du Dich also zum Erreichen Deines Ziels oder Deiner inneren Veränderung mit anderen vergleichst und folgendes wahrnimmst …

  • Du überhöhst den anderen und machst Dich kleiner als Du bist
  • Du merkst, dass in Dir Neid oder negative Gedanken über den anderen aufsteigen (Du suchst den Haken, das Haar in der Suppe …)
  • Du willst plötzlich zu schnell zu viel und bist ungeduldig mit Dir (das muss doch gehen!)
  • Dass der andere erreicht hat, was Dir (noch) nicht zugänglich ist, macht Dich eher ehrfürchtig schüchtern als neugierig, wie er/sie das erreicht hat

… dann ist der Wettberb mit großer Wahrscheinlichkeit nichts für Dich und blockiert Dich eher in Deinem Vorankommen, weil Deine Gedanken nicht damit beschäftigt sind, wie Du besser werden kannst, sondern warum Du so viel schlechter bist, als andere (Fokus auf negativer Blickweise = Blockade).

Besser funktioniert da der Flow Zustand (kannst Du auch gerne mal ausprobieren, wenn Du ein Wettbewerbs-Tierchen bist ;))
Wenn wir beim Erfüllen einer Anforderung in den Flow Zustand kommen, dann gehen wir voll  in der Aufgabe auf und

  • nehmen uns selbst nicht so wichtig, sonderen haben den Fokus komplett auf der Aufgabe und wie wir sie gut erledigen können (und nicht auf dem Vergleich)
  • erreichen durch eben diesen Fokus eine höhere Produktivität, mehr Leistung und mehr Effektivität
  • vergessen die Zeit. Wir tauchen ein und wenn wir wieder auftauchen sind Stunden vergangen, die sich wie Minuten angefühlt haben.
  • erleben Zufriedenheit und Freude, weil wir erfolgreiche Selbstwirksamkeit spüren und in den Ergebnissen sehen.
  • sind motiviert, weiterzumachen.

Wie können wir aber den Flow Zustand erreichen, der unseren inneren Elefanten so begeistert in Bewegung versetzt und die Zielerreichung erleichtert?

  1. Fordere Dich selbst heraus – statt Dich mit anderen zu vergleichen. Du bist der Maßstab. Kein anderer steckt in Deinem Körper, Deinen Gedanken, Deinem Leben. Beat yesterday!
  2. Finde die perfekte Balance aus Anforderung und Deinen Fähigkeiten. Der optimaler Grad der Herausforderung, der Flow ermöglicht, ist weder zu hoch, noch zu gering. Wenn Du Dich also steigern möchtest, wähle eine Anforderung, die ein klein wenig über Deinem Qualifikationslevel liegt.
  3. Bleibe dran. Wenn Du die Aufgabe/Übung/Gewohnheit angehst, zieh sie durch und bleibe dran, Unterbreche sie nicht, wenn der erste Widerstand kommt oder es nicht gleich klappt. Gib dem Flow Zeit, sich einzustellen.

Flow macht glücklich.
Flow motiviert.
Flow ermöglicht Spitzenleistungen.
Flow bringt Deinen inneren Elefanten zum Tanzen!

Also – go with the flow!

Deine Birgit

Innere Veränderung – Überforderung

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Im letzten Beitrag ging es darum, dass wir unsren inneren Elefanten unter Umständen nicht in Bewegung bekommen, weil das angestrebte Ziel zu „langweilig“ ist, also eher eine Unterforderung. Unterforderung bedeutet, dass die Herausforderung fehlt, dass das Ziel nicht anspornt, keine Energie freisetzt und keine Erfolgserlebnisse ermöglicht.

Doch auch das genaue Gegenteil, nämlich Überforderung, kann dazu führen, dass Dir plötzlich die Motivation fehlt, es anzugehen. Wenn uns ein Ziel nämlich überfordert, entstehen Zweifel, ob wir es erreichen können und die Zuversicht und das Selbstvertrauen in unsere Fähigkeiten schwinden.

Aber wie kann es dazu kommen, dass wir uns von einem Ziel überfordert fühlen, wenn wir es uns doch selbst setzen können?
Dafür kann es mehrere Gründe geben:

  1. Zu groß: Wir haben „Großes“ vor – also z.B. das Erreichen einer Zusatzqualifikation oder eines Studienabschlusses, einen größeren Gewichtsverlust oder die Bewältigung einer Angst.
  2. Zu komplex (zu viel auf einmal): Wir schreiben eine lange Liste der Dinge, die zur Zielerreichung nötig sind. Und plötzlich fühlen wir uns, als wenn wir nicht nur an der einen Sache arbeiten sollten, die wir ändern wollen, sondern dafür 10 Dinge gleichzeitig angehen müssen.
  3. Zu schnell (keine Geduld): Wir wollen zu viel in zu kurzer Zeit. Das passiert vor allem, wenn wir uns in Bezug auf das was machbar ist an anderen orientieren anstatt zu analysieren, was in unserem Falle eine realistische Geschwindigkeit ist (auf Basis unserer Lebensgewohnheiten, unseres Körpers/Stoffwechsels, unserer Möglichkeiten).

 Was also können wir tun, um unseren inneren Elefanten mit unserer Zielsetzung nicht zu „erschlagen“?

  1. Kleine Schritte: Besonders, wenn Du etwas Großes vorhast, ist es wichtig, Dein Ziel in kleine Teilschritte runterzubrechen. Nimm Dir z.B. ein kleineres Wochenziel vor – wieviel Zeit möchtest Du pro Woche in Lernen investieren? Wieviel kg möchtest Du pro Woche verlieren? etc.
  2. Einfache Schritte: Ebenso wichtig wie kleine Schritte ist, dass die Schritte zur Zielerreichung einfach gestaltet sind. Sollten tatsächlich mehrere verschiedene Aspekte nötig sein, um Deine angestrebte Veränderung zu erreichen, so breche auch diese herunter. Nimm Dir in Woche 1 A vor, füge in Woche 2 B hinzu und in Woche 3 Aspekt C. So kannst Du Dir bei einem Gewichts- oder Ernährungsziel z.B. vornehmen, in Woche 1 auf Alkohol zu verzichten, in Woche 2 die Obst- und Gemüseportionen zu vergrößern, ab Woche 3 auf Deinen Zuckerkonsum zu achten etc.
  3. Deine Geschwindigkeit: prüfe vor Festlegung, bis wann Du das Ziel erreicht haben möchtest, was in Deinem Fall realistisch ist. Wenn Du z.B. eine Fortbildung anstrebst, für die es wichtig ist, 10 Stunden in der Woche zu lernen, mache 1-2 „Probewochen“. Plane Dir in diesen Wochen konkrete Zeitfenster ein, die insgesamt 10 Stunden ergeben. Blicke danach zurück: hat es geklappt? Ist es Dir leicht gefallen? Wenn es nicht geklappt hat – worauf müsstest Du verzichten, um auf die 10 Stunden zu kommen? Und bist Du dazu bereit? Oder gibt es eine andere Lösung? Z.B. den Gesamtzeitraum der Fortbildung zu verlängern? Ebenso kannst Du erst einmal 1-2 Wochen beobachten, wieviel Gewicht Du realistischerweise in der Lage bist, zu verlieren.

Zum Aspekt der Überforderung gibt es sogar einen passenden Spruch mit Elefant:

„How do you eat an elephant? One bite at a time.“

(Aber verrat’s ihm nicht – sonst bekommt er noch Angst ;-))

Was auch immer Du Dir vornimmst – geh Deinen Weg, geh ihn auf Deine Art, in Deiner Geschwindigkeit und Schritt für Schritt.

Viel Erfolg & Appetit auf’s Ziel!

Deine Birgit

Innere Veränderung – Unterforderung

Foto: Pixabay

„Laaaaaaangweilig!“ – denkt sich Dein innerer Elefant, also Dein Unterbewusstsein, wenn Du auf dem Weg zur erwünschten Veränderung nicht das richtige Maß an Anforderung wählst.
Genauso, wie das Unerreichbare oder Verbotene eine besondere Attraktivität auf uns ausstrahlt (siehe Artikel „Tod dem Verbot“) verlieren wir schnell das Interesse, wenn die Dinge  zu einfach sind oder wir sicher sind, dass wir alles im Griff haben.

Das kann auf dem Weg zu Deiner gewünschten Veränderung auf unterschiedliche Weise passieren:

  1. Du steckst Dir zu kleine Ziele – d.h. Du möchtest Dich nicht überfordern und wählst kleine Schritte auf dem Weg zum Ziel, von denen Du auf jeden Fall weißt, dass Du sie schaffst. Ein richtiges Erfolgserlebnis stellt sich dann aber nicht ein, denn Du wusstest ja schon vorher, dass es klappt und musstest Dich auch nicht so wirklich dafür anstrengen. Deinem Elefanten fehlt sozusagen der „Kick und Reiz“ bei der Sache. Denn so richtig Lust bekommt er durch das Glückshormon Dopamin, und das wird ausgeschüttet, wenn Du eine Hürde gemeistert hast! Die genau richtige Dosierung an Herausforderung findest Du, wenn Du Deine letzte Leistung als Grundlage nimmst und Dir beim nächsten Mal ein klein wenig mehr abverlangst. So viel mehr, dass Du es gerade so schaffst. Verändere eine Sache, um eine neue Herausforderung zu haben. Wenn Du beim letzten Mal z.B. 6 km gelaufen bist, kannst Du Dir diesmal 6,5 km vornehmen – oder wieder die 6 km, aber in einer schnelleren Zeit. Oder Du wählst eine andere Route für die 6 km – z.B. eine, die Treppen, leichte Steigungen oder Geländelauf beinhaltet. Den nächsten Entwicklungsschritt so zu wählen, dass die Anforderungen leicht über Deinen Fähigkeiten liegen, ist übrigens auch die beste Möglichkeit, in den Flow zu kommen (mehr dazu in einem der nächsten Artikel – stay tuned ;-))
  2. Du machst immer das Selbe – Ich spreche in diesem Fall gerne von „Routine ohne Komfortzone“. Dein innerer Elefant ist darauf spezialisiert, zu ökonomisieren. Ein echter Sparfuchs sozusagen. Wenn Du z.B. immer um die selbe Uhrzeit die gleiche Runde zum Joggen wählst, wird Dein Körper bereits nach ein paar Einheiten ausgerechnet haben, wieviel Energie dafür zur Verfügung gestellt werden muss und diese auch exakt zur Verfügung stellen – aber auch nicht mehr. Die Runde fällt Dir dann immer leichter, „Du läufst sie nur so ab, damit Du was gemacht hast“ und irgendwann ist sie so in Deinen Energiehaushalt integriert wie das Zähneputzen in die tägliche Hygiene. Es ist keine besondere Anforderung mehr – wird also auch keine weitere Entwicklung nach sich ziehen. Auch hier heißt das Zauberwort Abwechslung. Andere Uhrzeit, anderer Wochentag, andere Strecke, andere Schuhe … vielleicht sogar andere Sportart? Wenn Du z.B. Laufen als regelmäßigen Sport in Dein Leben integrieren möchtest, ist es ebenso wichtig, Deine Körpermitte zu stabilisieren, um Deinen Laufstil zu verbessern. Warum also nicht ein paar Kraftsportübungen mit dem Eigenkörpergewicht einflechten? (Plank, Situps, Liegestütz). Routine bleibt wichtig – steter Tropfen höhlt den Stein. Vielleicht nennen wir es lieber Kontinuität. Bleib dran – aber sorge für Abwechslung und Spaß und verlasse Deine Komfortzone!

Auch wenn ich ein Beispiel aus dem Sport gewählt habe – das Phänomen der Unterforderung und die beiden Gründe dafür lassen sich auch auf andere Bereiche übertragen.

Wenn Du Dir z.B. Wissen über ein neues Fachgebiet aneignen willst oder eine neue Sprache lernen, kannst Du immer zu gleichen Zeit Vokabeln pauken und immer nur die abfragen, die Du schon kannst oder … nach anderen Möglichkeiten suchen, wie einen Sprach-Tandem (Kontakt mit einem Muttersprachler in der Sprache, die Du lernen möchtest), Fernsehsendungen oder Filme in der Fremdsprache schauen, Youtube Videos anschauen, eine Fachzeitschrift mit einem Thema, das Dich interessiert, in der Fremdsprache kaufen etc.

Auf welche Veränderung Du es auch anwendest – denk an Dopamin für Dumbo!
Langweile Deinen Elefanten nicht!

Auf eine abwechslungsreiche Woche!

Deine Birgit