Routine – Freund oder Feind?

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Routine
SUBST
1. die Geschicklichkeit, die jmd. durch lange Übung erworben hat
2. etwas, das durch längere Anwendung zur Gewohnheit geworden ist
3. etwas, das nur noch mechanisch ausgeführt wird, aber keinen großen Sinngehalt mehr hat
(Quelle: Bing Search)

Ist sie nun gut oder schlecht, die Routine?
Je nach Zusammenhang wird die Routine eher als negativ oder hilfreich empfunden.

Einer der größten Vorteile ist, dass wir keine Energie mehr in Entscheidungsprozesse stecken müssen, wenn wir eine Routine entwickelt haben. Es geht alles wie von selbst. (z.B. der Ablauf vom Klingeln des Weckers bis zum Verlassen des Hauses am Morgen, das Autofahren, das Zähneputzen…).

Wenn es uns gelingt, gute Gewohnheiten durch Routinen in unser Leben zu integrieren – z.B. zweimal die Woche Sport zu machen oder jeden Morgen 10 Minuten zu meditieren – können wir dadurch sogar unsere Gesundheit und Lebensqualität verbessern.

Routinen zu entwickeln bedeutet, Abläufe zu optmieren, effektiver und berechenbar zu machen. Routinen helfen uns dabei, unser Leben zu ordnen und geben uns auch eine gewisse Sicherheit (weshalb es uns so schwer fällt, sie loszulassen, wenn Veränderungen anstehen.)

Zu viel Rountine kann aber auch dazu führen, dass wir uns unglücklich fühlen. Selbst wenn es uns gelungen ist, durch Disziplin und Routinen alles in unser Leben einzuladen und zu integrieren, was uns subjektiv glücklich macht und gut tut, spüren wir eine Leere und Langeweile. Das kommt uns komisch vor, denn logisch betrachtet haben wir doch alles.
Wenn allerdings erst alle Routinen abgehakt werden müssen bevor echte „Freizeit“ (= nix geplant) einsetzen kann, kommt es oft nicht zu letzterer.
Die uns einst glücklich machende Gewohnheit ist zur Pflicht auf der To Do List mutiert und hat nun eine andere Qualität.
Außerdem fehlt das Leben, der Reiz des Neuen, das Unberechenbare, die Herausforderung.

Unser Hirn ist nämlich eine Problemlösungsmaschine – und wo kein Problem, da kein Glück durch Erfolgserlebnisse. Und damit die Problemlösungsfunktion des Hirns nicht einrostet, beginnen es, sich selbst Probleme zu suchen – und wir regen uns z.B. plötzlich über Dinge auf, die mit Abstand betrachtet nicht wirklich von Bedeutung sind.

Wie kann also eine gute Balance zwischen gesunder Routine und anregender Herausforderung geschaffen werden?

Die folgenden vier Schritte können Dir dabei helfen:

  1. Überdenke Deine Routinen – Blicke immer mal wieder mit Abstand auf Deine Abläufe. Ist das alles noch passend? Macht das alles noch Sinn? Oder ist es Zeit, hier und da etwas zu verändern? Nur weil wir etwas „immer schon so gemacht haben“ heißt es ja nicht, dass es gut oder immer noch angemessen ist.
  2. Gönne Dir einen „Scheiß-drauf-Tag“ – Erlaube Dir einen Tag, an dem Du Dich treiben lässt und machst, worauf Du richtig Lust hast .
  3. Durchbrich‘ manche Routinen ganz bewußt – mach mal was Verrücktes! Geh doch einfach mal rückwärts, kleide Dich entgegen Deiner Routine oder iss mal was, was Du noch nie probiert hast.
  4. Suche Dir eine neue Herausforderung – lerne etwas Neues oder beginne ein Hobby, am besten eines, dass Dich aus Deiner Komfortzone holt.

„Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, der sollte es mal mit Routine versuchen: die ist tödlich.“

Paul Coelho

Viel Spaß beim Er-Leben!

Deine Birgit

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