Nüscht

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Heute möchte ich Dich herzlich dazu einladen, etwas zu machen, was super wichtig für Deine persönliche Weiterentwicklung ist: nix!

Ja, Du liest richtig! Wachstum findet nämlich nicht während der Phasen der Anstrengung statt – sondern in darauffolgenden Ruhezeiten.
Das ist nicht nur beim Sport so, wo der Muskelaufbau erst durch Trainingspausen möglich wird. Das Prinzip findet sich auch in anderen Bereichen wieder:

Lösungen finden wir leichter, wenn wir uns die Aufgabenstellung vor Augen führen – und dann gedanklich loslassen (nicht umsonst hat man zündende Ideen selten, wenn man lange genug grübelt sondern eher in Momenten, an denen wir gar nicht mehr an das Problem denken).

Emotionen verarbeiten wir unter anderem im Schlaf, z.B. durch Träumen (es träumt übrigens jeder – nur kann sich nicht jeder dran erinnern).

Lernerfahrungen verinnerlichen wir, wenn wir dem Geist Ruhe gönnen, um sie in unserer Synapsen-Bibliothek richtig einzusortieren.

Bevor Du mich jetzt beim Wort nimmst, und abschaltest, gibt es noch eine Sache, die dabei wichtig ist: Deine emotionale Einstellung. Dein „fauler Tag“ wirkt sich nur positiv aus, wenn Du ihn Dir auch wirklich erlaubst und ihn in Ordnung findest – ohne schlechtes Gewissen!

Also – gönn Dir!

(Und wenn Du’s brauchst – ich erteile Dir hiermit offiziell die Erlaubnis dazu ;-))

Deine Birgit

Wundermittel Sport

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Als ich gestern Morgen auf meiner Joggingrunde entlang des Neckars war, die feuchte Herbstluft in der Nase und die Morgensonne im Rücken, da dachte ich: Sport ist einfach genial. Fast fühlte es sich so an, als könne ich der ganzen angespannten Situation – die ja nun mit dem Soft Lock Down in eine weitere Runde geht – davonlaufen. Und ein bisschen ist das auch so.

Deshalb will ich diese Woche mal eine Lanze für den Sport brechen.

Dabei muss es nicht Laufen sein  – egal, mit welchen Sportart Du ins Schwitzen kommst – sie wird Dir auf mehreren Ebenen gut tun und genau das liefern, was Du brauchst, um körperlich und seelisch gestärkt zu bewältigen, was auch immer auf Dich zukommen mag.

Damit es uns im Sinne der Salutogenese (Konzept, das erforscht, wie Gesundheit entsteht und erhalten werden kann) gut geht, brauchen wir ein Gefühl von Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit dessen, was passiert und womit wir uns beschäftigen.

Gut geht es uns folglich,  wenn wir

  • selbstbestimmt agieren können
  • ein Gefühl von Kontrolle haben
  • Selbstwirksamkeit erfahren
  • einen Beitrag zu etwas Sinnvollem leisten
  • etwas tun, was wir „drauf haben“, das uns fordert und fördert – bestenfalls sogar in den Flow kommen lässt
  • Erfolgserlebnisse haben

Eine regelmäßige Sporteinheit kann eine Insel in Deinem Alltag sein, die all das beinhaltet!

  • Du bestimmst, wann, wo, was und wie oft Du trainierst.
  • Du kannst den Ablauf kontrollieren, in Deinem Tempo und Rhythmus trainieren.
  • Dir die Sporteinheit vorzunehmen, sie erfolgreich durchzuziehen und nach einer Weile sogar positive Veränderungen an Dir wahrzunehmen stärkt Dein Selbstwertgefühl und Dein Selbstbewusstsein –  und gibt Deinem Ego einen Schub – Du hast es voll drauf!
  • Außerdem leistest Du einen wertvollen Beitrag zu Deiner Gesundheit – nicht nur der körperlichen, sondern auch der seelischen.

„Der Seele hilft alles, was auch dem Körper gut tut.“
Prof. Dr. Manfred Spitzer

Wenn Du dann noch eine Aktivität wählst, die Dir richtig Spaß macht oder sie mit etwas verknüpfst, dass Dir Freude bereitet, um Dich zu motivieren (z.B. einem schönen Ort in der Natur oder Deiner Lieblingsmusik auf den Ohren), dann ist das Ganze noch viel wirksamer.

Also, nimm das Ruder Deines Wohlbefindens in die Hand und genieße Deine sportliche Insel – am besten an der frischen Luft! (Trimm Dich Pfade im Wald erfreuen sich übrigens gerade wieder steigender Beliebtheit ;-))

Sei gut zu Dir und lass es Dir gut gehen!

Deine Birgit

Du kannst. Ende der Geschichte.

Na, wie war Deine Woche so?
Hättest Du eigentlich mehr Sport machen sollen?
Wolltest Du eigentlich mal wieder Deine Familie anrufen?
Solltest Du in diesem Online Kurs nicht schon viel weiter sein?
Würdest Du viel lieber alles auf der To Do Liste abgehakt sehen?

Schau zurück – was Du vergangene Woche getan und erfolgreich erledigt hast, womit Du Deine Zeit verbracht hast, ist ein Spiegel dafür, was Dir (bewusst oder unbewusst) wichtig war.

Es ist simpel:
Wenn Du „hätte – wollte – könnte – sollte“ nicht gemacht hast, war es Dir nicht wichtig.
Oder was anderes war Dir wichtiger.
Und falls Du rückblickend lauter Dinge gemacht haben solltest, die Dir nicht wichtig waren – dann wird es höchste Zeit, mal genauer hinzuschauen, wie das passieren konnte.
Kassensturz.
Reality Check.
Stell Dich – auch wenn’s vielleicht unbequem ist.
Einsicht und Annahme schafft Klarheit und macht den Weg frei.
Spar Dir das „hätte-könnte-sollte“ Jammern – und die Energie. Investiere sie weiser.

Es wird immer mehr Aufgaben und Möglichkeiten als Zeit geben.
Es ist allerdings ein Unterschied, ob Dinge deshalb „hinten runterfallen“ (vielleicht gerade die, die Dir wichtig sind?) – oder ob Du sie bewusst von der Agenda nimmst, z.B. mal nein sagst, oder Dir einfach eine realistische Zeitgestaltung eingestehst und erlaubst – um sicherzustellen, dass für „hätte-könnte-sollte“ Zeit und Raum ist.
Und Deinen Frieden damit schließt.

Du hast die Wahl – willst Du als GestalterIn oder GetriebeneR durch die nächste Woche gehen?

Was ist Dein hätte-könnte-sollte-wollte?
Was ist Dir nächste Woche wichtig?
Schreib es nicht auf die To Do Liste, sondern mach es – wenn möglich gleich.

Womit Du Deine Zeit verbringst und was Du tust zeigt der Welt und Dir, was Dir wirklich wichtig ist.

Nimm das Ruder in die Hand!

Deine Birgit

Ab in den Wald

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Ich liebe den Wald. Das ganze Jahr über. Aber jetzt im Herbst besonders, da er ein Fest für die Sinne ist. Dieses Farbenspiel der bunten Blätter, die intensiven Gerüche, die durch die feuchtere Luft noch deutlicher in die Nase dringen, der durchnässte, weiche Waldboden, die Blätter, die langsam zu Boden sinken ….

Und gerade weil jetzt die Temperaturen sinken und das Wetter häufiger von Regenschauern und hoher Luftfreuchtigkeit dominiert wird, ist es besonders wichtig, Zeit im Freien zu verbringen. Wer seinen Körper jetzt kontinuerlich in der warmen Wohnung und auf der gemütlichen Couch parkt, der ist besonders anfällig für Erkältungen – nicht nur, wenn er kälteren Temperaturen ausgesetzt ist.

Bewegung an der frischen Luft stärkt die Gesundheit und Bewegung im Wald stärkt das Immunsystem in besonderem Maße. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bereits ein Tag im Wald die Zahl unserer natürlichen Killerzellen um fast 40% steigert! Und das für sieben Tage.

Und was könnten wir zur Zeit besser gebrauchen als ein stabiles Immunsystem?

Die positive Wirkung des Waldes auf die Gesundheit ist mittlerweile gut erforscht.

Es war Anfang der 80er Jahre, als die Japanische Forstbehöre empfahl, regelmäßige Ausflüge in den Wald als wichtigen Aspekt eines gesunden Lebensstils zu etablieren. Daraus entstand Shinrin Yoku, das sogenannte Waldbaden.

Was der Wald für uns tun kann

Es ist nachgewiesen, dass der Wald wie eine Art Aromatherapie wirkt.

Er kann …

  • mit seiner Ruhe und den natürlichen Geräuschen und Gerüchen zur Entspannung beitragen
  • den Cortisol Spiegel im Blut senken (Stress lindern)
  • mit seinen Eindrücken dabei helfen, vom Alltag abzuschalten
  • Muskelverspannungen lindern
  • die Atemwege und Schleimhäute befeuchten
  • Depressionen und Burnout vorbeugen
  • den Blutdruck senken
  • Herz-Kreislauf Erkrankungen vorbeugen

Wie der Wald uns hilft

Es sind mehrere Gegebenheiten im Wald, die zu seiner gesundheitsfördernden Wirkung beitragen:

  • erhöhte Konzentration an Sauerstoff in der Luft
  • erhöhte Luftfeuchtigkeit (gut für die Abwehrfunktion der Schleimhäute)
  • Umwelteinflüsse wie Hitze oder Kälte werden durch das Blätterdach gemildert
  • das Blätterdach dient gleichzeitig auch als Lärmschutz und sorgt für ein weiches Licht, dessen Grüntöne beruhigende Wirkung haben
  • Terpene, von den Pflanzen ausgeschüttete Botenstoffe, wirken sich positiv auf unser Immunsystem aus. Wir nehmen sie über die Haut und die Atmung auf.

Wie Du den Wald nutzen kannst

Bereits regelmäßige Spaziergänge im Wald wirken sich positiv auf unsere Abwehrkäfte aus (schon 20-30 Minuten pro Tag helfen, das Stresshormon Kortisol im Blut zu reduzieren.) Wenn Du darüber hinaus nach japanischer Tradition in der Atmosphäre des Waldes baden und so seine positive Wirkung verstärken möchtest, kannst Du Deinen Spaziergang bereichern, indem Du:

  • Die Umgebung bewußt mit allen Sinnen wahrnimmst – lausche dem Rauschen der Blätter und den Geräuschen der Tiere, tauche ein in die Farben, die sich Deinen Augen bieten, nimm die Gerüche wahr, die Dich umgeben, gehe bewußt und spüre den weichen Boden unter Deinen Füßen, lasse Deine Finger über die rauhe Rinde eines Baumes gleiten, lehn Dich an ihn an …
  • ein eher langsames Lauftempo wählst
  • zu einer Zeit gehst, in der Du nicht unter Termindruck stehst
  • Pausen machst und regelmäßig trinkst. Nimm Dir eine z.B. Kanne mit Deinem Lieblingstee mit und genieße ihn ganz bewußt
  • den Spaziergang mit Entspannungsübungen, wie Qi Gong, Atemübungen oder einer kleinen Meditation kombinierst.

Also – ab in den Wald & bleib gesund!

Deine Birgit

Ich muss entspannter werden

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„Müssen“ und „entspannen“ in einem Satz – ein Widerspruch in sich, oder?
Kommt aber häufiger vor, als man denkt.

Wir sind uns bewusst, dass wir einen Ausgleich schaffen sollten zum stressigen Alltag, dass wir auf die Gesundheit achten sollten, genug Schlaf, viel trinken, gesund ernähren und, ach ja, Sport treiben. Und zwar nicht nur Ausdauertraining, damit das Herz stark bleibt, sondern auch was für die Kraft, damit wir die Haltung nicht verlieren.
Mach Summa Summarum mindestens drei Punkte mehr auf der täglichen To Do List.
Manchmal steht da auch noch Mediation drauf.
Und dann sitzen wir da, kommen nicht zur Ruhe, die Gedanken kreisen…

„Meditation ist nichts für mich. Ich streng mich so an, nichts zu denken, aber es klappt einfach nicht. Und dann sitze ich da und ärgere mich über mich selbst, dass ich das nicht hinbekomme.“ sagte neulich jemand zu mir.
Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Zumal ich den Effekt selber kenne.

Da nehmen wir uns etwas vor, damit es uns besser geht, damit wir zur Ruhe kommen – und genau das Gegenteil passiert. Meist, weil wir die Leistungsprinzipien unseres beruflichen Alltags auch auf die Freizeit und unsere Entspannung übertragen. Und plötzlich stresst uns unser Anti-Stress-Programm.
Und wir sind z.B. im Yoga Kurs eben nicht total bei uns und achten auf unser Wohlbefinden und unsere Grenzen, sondern schielen zum Nachbarn auf der Matte nebenan, um zu prüfen, ob wir die Übung nicht vielleicht besser können.

Ich erinnere mich noch, als auch auf einen Halbmarathon trainiert habe. Das war in einer Zeit, in der ich beruflich sehr viel unterwegs war. Aber der Trainingsplan musste eingehalten werden, wenn ich mein Zeit-Ziel erreichen wollte. Was passierte war, dass mir das Laufen plötzlich keinen Spaß mehr machte, es war zu Pflicht, zum Zwang geworden. Einem Zwang, den ich mir selber auferlegt hatte. Am Ende war ich nach und durch die Laufeinheiten nicht fitter sondern noch ausgelaugter.
Den Halbmarathon bin ich trotzdem gelaufen – aber mir war klar: so wollte ich nicht weiterlaufen. Mittlerweile laufe ich wieder aus Freude. Regelmäßig, ja, aber so oft und so viel, wie ich möchte. Und ich habe Platz geschaffen für anderen Sportarten und Freizeitaktivitäten, die mir auch Spaß machen. Fühlt sich runder an. Flexibler. Lockerer. Entspannter.

Und manchmal mache ein Nickerchen, statt zu meditieren. Oder einen Spaziergang statt der Laufeinheit.
Mein Kompass für entspannende Entspannung ist meine innere Stimme geworden.
Die weiß zuverlässig, was jetzt gerade gut für mich wäre, was ich brauche. Es braucht nur Ruhe, um sie wahrzunehmen – und den Willen, auf sie zu hören.

Wie „planst“ Du Deine Entspannung?

Versuche doch in der kommenden Woche einfach mal, „neutrale“ Entspannungsinseln zu schaffen. Das können immer mal wieder ein paar Minuten zwischendrin sein, aber auch längere Phasen. Dann halte inne, atme bewusst, komme erstmal zur Ruhe und spüre in Dich rein, wonach Dir ist.

Folge dem ersten Impuls und sei (ge)entspannt, was passiert!

Auf eine entspannte Woche.

Deine Birgit

Abschalten

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Einst haben wir es zum Telefonieren benutzt – mittlerweile ist aus dem Mobiltelefon ein Smartphone geworden. Es ist Wecker, Buch, Notizbuch, Kalender, Taschenlampe, Navigationsgerät, Tageszeitung … die Liste lässt sich unendlich fortsetzen.

Es ist erstaunlich, was diese kleinen Geräte mittlerweile alles so können – und ich gebe zu, ich bin selber ein großer Fan unserer digitalen Spielzeuge.
Richtig genutzt können sie uns sicher Zeit sparen und unsere Effektivität steigern.
Allerdings laufen wir gleichermaßen Gefahr, dass sie unsere Zeit fressen.
Wie oft habe ich mich schon dabei erwischt, dass ich das Handy in die Hand genommen habe, weil ich eigentlich etwas notieren wollte – und mich vier E-Mails und sechs WhatsApp Messages später in Facebook wiederfand und dachte: was wolltest Du jetzt eigentlich?

Gerade in der heutigen Zeit, in der Informationen von überall her auf uns „einprasseln“ ist es sehr wichtig, ab und zu den Digi-Schirm aufzuspannen, um selbstbestimmt über unsere Zeit zu verfügen und bewusster zu entscheiden, welche Informationen wir wann konsumieren.

Wann, warum und wie oft greifst Du zum Handy?

Außerdem ist es manchmal ganz spannend zu beobachten, in welchen Situationen wir zum Handy greifen und warum.

Aus Langeweile?
Weil wir nach Bestätigung oder Bespaßung suchen? (z.B. wenn wir auf Antworten auf unsere Nachrichten warten und hoffen)
Oder ist es Ablenkung, weil wir die Situation, in der wir uns befinden, nicht mögen oder lieber woanders wären?

Ohne digitalen Filter mehr und bewusster erleben

Bewusst offline zu gehen kann also auch unsere Fähigkeit stärken, unangenehme Situationen anzunehmen (kein Ablenkungsmanöver mehr möglich – zumindest nicht mit dem Handy …). Vor allem aber schärft es unsere Wahrnehmung, weil der Fokus auf das Hier und Jetzt in der analogen Welt einfach leichter fällt, wenn wir nicht vom digitalen Spielzeug abgelenkt werden.

Der Weg lässt sich bewusster wahrnehmen (und auch merken!) wenn wir nach Straßenschildern und Wegpunkten schauen – und uns nicht alleinig vom Navi führen lassen.
Ein Gespräch mit meinem Gegenüber ist so viel fokussierter, wenn ich dabei nicht das Handy auf dem Tisch liegen habe.
Die Schönheit und Details der Natur lassen sich mit dem bloßen Auge und allen Sinnen viel besser genießen und abspeichern, wenn da keine Kameralinse dazwischen ist.
Es lässt sich viel besser mit Menschen in Kontakt kommen, wenn man echte Personen nach dem Weg fragt – und nicht Google.

Abschalten bewußt planen

Probier‘ es doch einfach mal aus.
Du musst ja nicht komplett auf die wundervollen Funktionen Deines Handys verzichten. Aber wie wäre es mit geplanten und bewussten Offline-Zeiten?

Platziere Dein Handy z.B. zuhause an einem festen Ort. So kannst Du der Versuchung widerstehen, ständig drauf zu schauen.
Lege es dort z.B. von abends, x Uhr bis morgens, y Uhr ab. (Und dieser Ort sollte nicht Dein Schlafzimmer sein.)
Oder lass‘ das Handy z.B. beim Spaziergang mit dem Hund bewusst zuhause.
Falls Du keinen Hund hast, dann nimm Dir vor, es zu einem anderen Anlass auszuschalten oder beiseite zu legen – z.B. beim Essen (auch und besonders, wenn Du alleine bist!)
Und wenn Du mutig und neugierig bist, dann probier‘ doch im nächsten Urlaub mal aus, das Handy ein oder zwei ganze Tage nicht zu benutzen – und staune, wie es Dir damit geht und was passiert.

Solltest Du Dich über einen längeren Zeitraum ausklinken, so empfliehlt es sich, Dir nahestehenden Personen Bescheid zu geben, damit sie sich keine Sorgen machen. Immerhin erwarten wir mittlerweile häufig innerhalb von mindestens 24 Stunden Antwort vom anderen.

Und jetzt – wie Peter Lustig aus „Löwenzahn“ immer zu sagen pflegte (damals galt das noch für den Fernseher!) – „Ihr wißt schon – Abschalten!“

Denn: Abschalten beginnt mit dem Abschalten.

Klink Dich aus und genieße die Freiheit!

Deine Birgit

In der Stille liegt die Kraft

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Diese Woche möchte ich gar nicht allzu viele Worte verlieren.
Manchmal ist Stille einfach besser.
Stille schafft Raum.
Wir erleben sie viel zu selten. Unsere Welt ist laut, geschäftig und geprägt von medialer Dauerbeschallung.
Dabei ist Stille so wichtig.

Wenn wir wirklich etwas erfahren wollen – über andere und über uns – müssen wir lernen, stille Momente zu schaffen – und sie auszuhalten.

Wer redet, kann nicht zuhören.

Nur wer still ist, kann richtig zuhören.
Seinem Gegenüber und sich selbst.
Und dabei meine ich nicht nur die Stille durch Nichts-Sagen, sondern auch die innere Stille.
Wie oft formulieren unsere Gedanken schon eine Antwort auf das oder interpretieren, was unser gegenüber sagt, noch bevor er oder sie zu Ende gesprochen hat?
Wie oft hören wir zu, um zu antworten – und weniger, um wirklich zu verstehen?

Nicht jeder hat die selbe Geschwindigkeit. Manche Menschen tauen erst auf, trauen sich erst, etwas mehr preis zu geben, wenn man Ihnen Zeit und Raum schenkt.
Also, einfach mal warten und nix sagen.

Ähnlich verhält es sich mit unserem Körper und unserem Geist.
Wer kennt es nicht, das Phänomen, dass sich körperliche Beschwerden erst zeigen, wenn wir zur Ruhe kommen? Urlaub haben?
Die waren vorher auch schon da – nur haben wir sie überhört oder nicht hören wollen.
Und in unserem Kopf ist auch ganz schön was los.
Wir denken durchschnittlich 60.000-70.000 Gedanken pro Tag.
Die meisten davon sind unterbewusst, aber da ist dieses ständige Geplapper im Inneren – das uns nicht selten zu Handlungen Außen bewegt – ebenso unbewusst und automatisch. Und dieses Plappermaul in uns wird immer wieder durch Reize im Außen neu angefeuert – und wechselt das Thema schneller als Du es merkst.

Die wahre innere Stimme in uns kommt so selten bis nie zu Wort.
Im Buddhismus gibt es da ein schönes Bild:
Unsere Seele ist wie ein tiefes Gewässer. Wenn es ständig in Bewegung ist und die Wellen den Sand aufwirbeln, wird uns kein klarer Blick auf den Grund gelingen.

Also, einfach mal einen ruhigen Ort suchen, ohne Input (auch keine Entspannungsmusik), Stille aushalten und gespannt sein, was passiert (und gespannt sein, wie lange Du es aushältst ;-))

Ich wünsche Dir eine kraftvolle und stille Woche!

Deine Birgit

Warum Dankbarkeit glücklich macht

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Ich freue mich, heute einen weiteren Artikel von Dr. Haley Perlus, Ph.D. Sport & Bewegungspsychologie und zertifizierte Fitnessexpertin, zu veröffentlichen. Ich hatte letztes Jahr die Gelegenheit, Haley persönlich kennenzulernen und kann bestätigen – Sie lebt was sie lehrt.
Haley ist Expertin für Prinzipien und Strategien, die Hochleistungssportler zur Spitzenergebnissen führen. Ihr Portfolio reicht vom Mentaltraining bis zum persönlichen Energiemanagement. Die meisten Strategien lassen sich nahtlos in andere Lebensbereiche – und somit auch in unser aller Alltag – übertragen.

Im heutigen Artikel geht es um die Wertschätzung der 5 großen L für mehr Lebensfreude: Liebe, Leisten, Lernen, Lachen, Loslassen.
Viel Spaß beim Lesen, und vielen Dank an Dr. Haley Perlus!

Tatsächlich spielt es keine Rolle, wie gut wir über die „Dos and Don’ts“ einer gesunden Lebensweise Bescheid wissen, wenn wir nicht die richtige Denkweise generieren können, um unsere Absichten durchzusetzen. Geistige Stärke, insbesondere eine Haltung der Dankbarkeit, ist ein wichtiger Bestandteil von Gesundheit, Wohlbefinden und allgemeinem Glück.
Die Bedeutung einer Haltung von Dankbarkeit lässt sich am besten an den „Dankbarkeits-Fünf“ erklären: Liebe, Leisten, Lernen, Lachen und Loslassen.

Liebe.
Besonders glücksfördernd ist, wenn es uns gelingt, von einer Haltung des „ich muss“ zu einer Haltung des „ich darf“ zu gelangen. Auch wenn wir vielleicht aus extrinsischen Motiven, wie der Senkung unseres Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein gesundes Leben begonnen haben, können wir eine tiefe Wertschätzung für unser gesundes Leben und – was noch wichtiger ist – eine tiefe Liebe zu uns selbst entwickeln. Dies gelingt, wenn wir uns auf die Stärke, den Enthusiasmus, den Mut und das Vertrauen konzentrieren, die wir erfahren.
Eine Möglichkeit, unsere Perspektive zu verändern, besteht darin, alte schädliche Gedanken durch neue, stärkende und liebevolle Gedanken zu ersetzen, die eine Haltung der Dankbarkeit fördern und positive Emotionen verstärken können. Ersetze zum Beispiel „Mein Körper ist nicht für Yoga gedacht“ durch „Yoga fordert meinen Geist und meinen Körper heraus, erstaunliche Dinge zu erleben!“ und ersetze „Ich hasse Spinat, aber ich muss ihn essen“ durch „Spinat zu essen steigert mein Wohlbefinden!“

Leisten.
Jedes lohnende Ziel erfordert, dass man dafür kämpft. Spitzenkräfte verstehen, dass sie, um den ultimativen Genuss zu erleben, oft einige Unannehmlichkeiten ertragen müssen. Was ihnen hilft, mit dem Schmerz zurechtzukommen, ist die Anerkennung seiner Existenz, die Akzeptanz, dass er Teil des Prozesses ist, und die Dankbarkeit dafür, weil es ein Zeichen dafür ist, dass sie auf dem richtigen Weg zu persönlichen Spitzenleistungen sind.
Ein guter Freund erzählte mir einmal, dass er in jeder Trainingseinheit einen Moment des mit sich Kämpfens erlebt. Es ist in diesem Moment, in dem er sich fragt: „Warum tue ich mir das an?“ Dann erinnert er sich an seine Leistungsziele und verschiebt seine Wahrnehmung sofort in eine Haltung der Dankbarkeit für diesen Kampf. Es ist der Kampf des letzten Hochziehens, des Meilenlaufs oder der fünf weiteren Sekunden des Haltens, der unsere Ziele Wirklichkeit werden lassen kann. Nimm diese Lektion in jeden Aspekt Deines Lebens mit, der etwas Unbehagen erfordert, aber letztendlich Frieden und Glück mit sich bringt.

Lernen.
Viele meiner Klienten erklären mir, dass etwas über einen gesunden Lebensstil zu lernen überwältigend und gar nicht so leicht ist. Du hättest gerne jemanden, der Dir sagt, was Du essen und wie Du Dich bewegen sollst? Und was ist mit Dir selbst? Wäre es einfacher, wenn Dir jemand einfach jeden Tag ein festes Menü gäbe, Dir sagen würde, wie Du Dich bewegen sollst, um die meisten Kalorien zu verbrennen, und Dich dann auf den Weg schicken würde? Obwohl ich den Wunsch verstehe, weiß ich auch, dass ohne ein klares Verständnis dafür, warum Du auf eine bestimmte Art und Weise ißt und Sport treibst, das Verhalten, einfach die Anweisungen eines anderen zu befolgen, Dir nicht helfen wird, dauerhafte Ergebnisse zu erzielen.
Jeden Tag kann man viele Neuigkeiten über alle Aspekte der Gesundheit erfahren. Ich empfehle, sich das Ziel zu setzen, Inhalte zu sichten und einen Tipp zum Experimentieren auszuwählen. Sich auf einen Tipp zu konzentrieren, um ihn umzusetzen, kann helfen, das Gefühl der Überforderung zu beseitigen und Raum zu schaffen, um das gerade Gelernte wirklich zu schätzen und zu erkennen, wie es Dir helfen kann, Dein bestes Selbst zu sein.

Lachen.
Ich weiß, dass Deine Gesundheit und Deine Leistungsfähigkeit eine ernste Sache sind. Wenn Du jedoch einen Fehler machst, kann es Dir helfen, schnell wieder auf die Beine zu kommen, wenn Du die Erfahrung zu schätzen weißt und das Lachen dazu nutzt, sie zu verarbeiten. Humor ist eine Hauptzutat für Gesundheit, Glück und Belastbarkeit. Wenn Du Dich das nächste Mal in einer neuen Yogastellung unwohl fühlst, auf Deinem Trailrun stolperst oder ein neues Rezept im Ofen anbrennt, tue Dein Bestes, um dankbar zu sein für das, was Du aus dieser Erfahrung gelernt hast. Lache über Dich selbst, um dem Moment den Druck und die Anspannung zu nehmen. Dann kannst Du nicht nur schnell vorankommen, sondern hast auch gleich noch eine lustige Geschichte im Gepäck, die Du mit anderen teilen kannst.

Loslassen.
Profisportler sind besessen von ihrer Leistung, aber die meisten sind ebenso dankbar für die Zeit abseits des Spielfelds. Ihre Ziele sind wichtig – und das sollten sie auch sein. Wenn es an der Zeit ist, zu essen und Sport zu treiben, solltest Du Dich maximal auf Deine Ziele konzentrieren. Lasse sie dann „auf dem Feld“ und führe den Rest Deines Tages mit gleichem Enthusiasmus, gleicher Hingabe und gleicher Dankbarkeit durch.

Die „Dankbarkeits-Fünf“ geben einen guten Überblick darüber, was es bedeutet, eine Haltung der Dankbarkeit zu haben, die Dir helfen kann, Dein bestes Selbst zu sein. Experimentiere heute doch mal mit einer solchen Haltung und beobachte, wie sie Deine Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen beeinflusst und letztlich dazu beitragen kann, dass Du optimale Ergebnisse erzielst!

Über die Autorin

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Der Wunsch, eine Karriere in Sportpsychologie zu machen begann bei Dr. Haley Perlus bereits in Alter von 12 Jahren. Ein Jahr nach ihrer Promotion, im Alter von 28 Jahren, wurde sie Professorin, öffentliche Rednerin, Beraterin von Athleten mit Stipendium der Nationalmannschaft, veröffentlichte als Autorin und wurde zur führenden Expertin der Branche ernannt. Als Unternehmerin, ehemalige Elite-Alpinskirennläuferin, Fitnessprofi und Trainerin versteht sie die Schwierigkeit, mentale Blockaden zu überwinden, so dass man schnell und beständig Ergebnisse erzielen kann. Dr. Perlus bildet, motiviert und inspiriert Menschen, damit sie ihr Spitzenpotenzial im Sport, im Wellness-Bereich und in der Wirtschaft ausschöpfen können. Mit ihrem einzigartigen 3-D-Ansatz zur Leistungssteigerung ermutigt sie Dich nicht nur zu großen Träumen, sondern gibt Dir auch die Schritte und Antworten an die Hand, die Du brauchst, um diese Träume wahr werden zu lassen.
https://drhaleyperlus.com/



Mut zur Frage

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Wenn wir Menschen eines nicht so gut aushalten können, dann ist es Ungewissheit.
Von Natur aus versucht unser inneres System immer wieder zur Stabilität zurückzukehren, „Unwuchten“ auszubalancieren. D.h. offene Angelegenheiten zum Abschluss bringen, in unklare Angelegenheiten Klarheit bringen und von Ungewissheit zu Gewissheit – oder zumindest zu Wissen zu gelangen. Das schafft Sicherheit, ist wie ein Anker, an dem wir uns festhalten können und an dem wir unsere Entscheidungen aufhängen.

Nur ist das nicht immer so einfach. „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, tönte es bereits in der Antike. Und nicht einmal die Wissenschaft hat Gewissheit und alle Antworten – wie wir aktuell am Thema Corona täglich mitverfolgen können.
Und das ist auch gut und richtig so. Wissenschaft hat nämlich nichts mit „alles schon wissen“ zu tun, sondern mit forschen. Es geht nicht darum, auf alles bereits eine Antwort zu haben sondern auf Basis von Fakten Annahmen anzustellen und diese dann durch das Stellen der richtigen Fragen zu überprüfen.
Und sie wieder zu verwerfen, wenn sie falsch waren.
Und sich das einzugestehen.
Und mit der dann noch immer oder wieder vorhandenen Ungewissheit leben zu können. Sie anzunehmen und wieder von vorne zu beginnen.
Also ein hochdynamischer Prozess.
Soviel zur Wissenschaft.

Nun zurück ins wahre Leben – wo es uns leider nicht immer so gut gelingt, den eben beschriebenen Lern-Kreislauf am Laufen zu halten.
Schnell soll es gehen mit der Lösung und der Bedürfnisbefriedigung. Also greifen wir gerne zu den üblichen „Quick Fixes“:
Wir gelangen zu unserer Erkenntnis, indem wir …

  • uns die Erklärungen selber stricken und ausdenken (Lücken in den Fakten selber füllen)
  • auf Erklärungen von anderen zurückgreifen (Presse, Social Media, Freunde)
  • unsere Schlussfolgerungen einzig und allein auf Basis unserer eigenen Erfahrungen ziehen.

Wie erklären uns die Realität – oder das, was wir für die Realität halten – stets so, dass sie in unser mentales Narrativ passt.

„Die Realität ist eine Illusion – wenn auch eine sehr hartnäckige. „
Albert Einstein

(Wenn Du Fabeln und Analogien liebst, schau an dieser Stelle doch mal nach der Geschichte von den Fünf Gelehrten und dem Elefanten; wenn Du eher der wissenschaftliche Typ bist, hier ein Buchtipp: Schnelles Denken, Langsames Denken)

Im Kleinen sind diese Quick Fixes nicht schlimm, manchmal ist schnelles Denken sogar notwendig – laut Hirnforschung müssen wir schließlich ca. 20.000 Entscheidungen am Tag treffen.
Dauerhaft angewandt können sie aber zu Überzeugungen und Gewissheiten führen, die uns im Weg stehen. Die verhindern, dass wir weiterkommen. Weil wir sie nicht hinterfragen. Weil wir uns immer nur in unserer Realität bewegen und so bei der Problemlösung immer wieder an der selben Stelle rauskommen.

Je tiefer er Anker unserer Überzeugung im Sand steckt, desto schwerer lässt sich der Kurs unseres Bootes ändern, wenn der Wind sich dreht.

Also, wie steht es um Deinen Forscherdrang?
Was glaubst Du zu wissen, wovon bist Du überzeugt – und wie bist Du zu dieser Gewissheit und diesen Überzeugungen gelangt?
Durch (Vor-)annahmen? – „Ich dachte, dass …“ / „Damit soll bestimmt …“ / „Wahrscheinlich wollen die …“
Durch Schlussfolgerungen? – „Wenn sich einer so verhält, dann ..“ / „Das kenn ich schon, …“
Basieren Deine Erkenntnisse auf unüberprüften Vermutungen oder auf validierten Annahmen?
Fragst Du nach?
Auch wenn es zu unangenehmen Antworten führen könnte?
Wen fragst Du? Betroffene oder Dritte?
Was fragst Du? Was Du bestätigt haben willst oder was Du wissen willst?
Wie fragst Du? Suggestiv-rhetorisch oder offen?
Wie gehst Du mit überraschenden Antworten um?
Bist Du dankbar für Erkenntnis und Offenheit oder ungläubig?
Und selbst wenn Fragen nicht möglich sind oder nicht zur Gewissheit führen, hältst Du es aus?
Oder greifst Du dann doch zum Quick Fix?
Traue Dich, zu fragen und zu hinterfragen.
Was Du hörst, was man Dir erzählt, was Du wahrnimmst – aber vor allem, was Du schlussfolgerst.
Wage es, Deine eigenen Annahmen in Frage zu stellen.
Wann immer möglich, frage direkt nach. Geht besonders gut bei Annahmen über Personen und ihre Verhaltensweisen.
Sprich mit Menschen, nicht über sie.
Und wenn es nicht möglich ist, Deine Annahmen zu überprüfen, bleib bescheiden. Wisse, dass Du wahrscheinlich nicht weißt.
Halte diese Grauzone aus.
Binäres Beurteilen fühlt sich zwar leichter an, bringt Dich aber nicht weiter.

„Solange man Helden oder Schuldige braucht, um eine Situation oder ein Problem plausibel zu erklären, hat man sie noch nicht verstanden.“
Gerhard Wohland

Wo könntest Du kommende Woche mal von Erklärmodus und Fragemodus schalten?
Welchen blockierenden Annahmen könntest Du  mal mutig durch Fragen und Forscherdrang auf den Grund gehen und vielleicht sogar sprengen?

Hab Mut zur Frage und lass Dich überraschen!

Deine Birgit

Faszinierende Faszien

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Heute werde ich nicht viele Worte verlieren – denn ich möchte etwas in Bewegung bringen – nämlich Dich!

Wohlbefinden hängt nicht nur von der mentalen Gelassenheit sondern auch von der Gelöstheit im Körper ab. Dabei beeinflussen sich Körper und Geist gegenseitig. Wenn wir uns zu wenig bewegen oder dauerhaft unter Stress stehen, schlägt sich diese Anspannung nicht selten im Körper nieder.

Beim Thema Verspannungen denken wir oft zuerst an die Muskulatur – aber es hat sich herausgestellt, dass Faszien ebenfalls eine Rolle bei Rücken- und Muskelbeschwerden haben können.
Faszien sind  Weichteil-Komponenten unseres Bindegewebes. Ihre Nährstoffversorgung funktioniert über die Lymphflüssigkeit, welche auch Stoffwechselprodukte abtransportiert. Geschmeidige Faszien sorgen also nicht nur für eine bessere Elastizität im Körper sondern wirken sich auch positiv auf den Stoffwechsel aus.
Sie haben unterschiedliche Funktionen: Manche „befestigen“ unsere Organe, unter der Oberhaut liegende Faszien dienen als eine Art schützender Puffer und die Faszien, die die Muskeln, Knochen, Sehnen, Bänder und Kapseln umhüllen sorgen für Schutz und Stabilität. Kurz gesagt: Faszien halten die Einzelteile unseres Körpers zusammen und sorgen dafür, dass wir geschmeidig in Form bleiben 😉 (Die Fleischesser unter Euch werden vielleicht dieses weiße, dünne fasrige Netz über dem Muskelfleisch kennen – das sind sie!)

Bei mangelnder Bewegung können Faszien aufgrund von zu wenig Nährstoffaustausch und fehlendem Abtransport der Lymphflüssigkeit verhärten oder verkleben. Dies kann zu eingeschränkter Funktionsfähigkeit der Muskeln und erhöhter Schmerzempfindlichkeit führen.

Um unsere Faszien funktionstüchtig und gesund zu halten, können wir sie – ähnlich wie Muskeln – trainieren. Anders als beim Muskeltraining geht es aber beim Faszientraining nicht um Aufbau sondern um Dehnung und Erhalt der Beweglichkeit und Geschmeidigkeit.

Ein Training mit der Faszienrolle bewirkt, dass der ausgeübte Druck die Versorgung mit frischer Lymphflüssigkeit anregt (ähnlich wie bei einem Schwamm, den man ausdrückt und dann ins Wasser legt). Aber auch Dehnübungen und Massagen können die Faszien in ihrer Funktion unterstützen und trainieren.

Eine schöne Kombination aus Dehn- und Federübungen sowie den Einsatz der Faszienrolle findest Du im Video Link unter diesem Artikel.

Und jetzt ab auf die Matte –  und immer schön geschmeidig bleiben!

Deine Birgit

Video: Youtube – Einfach besser leben – ca. 22 min