Machen statt Motzen

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„Das da die Stadt nicht schon längst was gemacht hat!“ – „Der ist so in die Jahre gekommen – da müsste die Kommune halt mal Geld in die Hand nehmen.“

So oder so ähnlich muss es geklungen haben, als verschiedene Eltern im beschaulichen Städtchen Wehrheim sich über einen in die Jahre gekommenen Spielpatz unterhalten haben. Warum ein Spielplatz Thema meines Artikels ist? Weil ich es erstaunlich und beispielhaft finde, was in Wehrheim geschehen ist.

Diese Woche saß ich nach unserem gemeinsamen Training mit meiner lieben Kollegin Franziska zusammen und sie berichtete mir ganz beiläufig , wie sie gemeinsam mit anderen Eltern in Wehrheim bewirkt hat, dass der dortige Spielplatz, auf dem auch sie schon als Kind gespielt hat, saniert und modernisiert wird.

Statt zu motzen und auf die vermeintlich „Verantwortlichen“ zu schimpfen, die den Spielplatz haben in die Jahre kommen lassen, hat sie kurzerhand gemeinsam mit ihrem Bruder und weiteren Eltern die Initiative ergriffen und ist beim Bürgermeister vorstellig geworden. Dort hat sie nach Mitteln und Möglichkeiten gefragt und die Empfehlung bekommen, eine Elterninitiative zu gründen und ein Konzept für den gewünschten Umbau zu entwickeln und vorzulegen. Gesagt getan. Das daraufhin entwickelte Konzept drehte sich nicht nur um die Modernisierung der Spielplatzes sondern verpasste ihm auch eine integrative Ausrichtung. Zukünftig können sich z.B. auch Kinder im Rollstuhl an für sie geeigneten Spielgeräten erfreuen. Spielplatzfeste und weitere ehrenamtliche Tätigkeiten brachten schließlich eine Spendensumme ein, die beinahe die Hälfte der notwendigen Kosten trägt. Gemeinsam mit den in der Gemeindekasse vorhandenen Mitteln steht dem Projekt nun nichts mehr im Weg.

Eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Die Kinder bekommen einen tollen Spielplatz, die Eltern haben glückliche Kinder und sehen „ihren alten Spielplatz“ in neuem Licht, die Stadt kann sich sicher sein, die Mittel nach Bürgerwunsch investiert zu haben. Darüberhinaus sind die Eltern zusammengerückt und der Austausch zwischen Bürgern und Gemeinde hat sich intensiviert – was sicherlich auch in Zukunft von Vorteil sein wird.

Nur am Rande sei erwähnt, dass meine Kollegin in Vollzeit berufstätig ist und selber eine Tochter hat. Und ich nehme an, der Alltag der anderen Beteiligten an diesem Projekt sieht ähnlich aus.

Ich liebe diese Geschichte, denn sie beinhaltet so vieles, was uns glücklich und zufrieden macht:

  • Selbstwirksamkeit – erfahren, wie das eigene Handeln einen Unterschied bewirkt und Ergebnisse erzielt
  • Altruismus – zum Wohle der Gemeinschaft und anderer zu handeln
  • Gemeinschaft & Co-Kreation – sich mit anderen verbinden, um einander zu unterstützen und Synergien zu schaffen.

Es spricht also vieles dafür, gemäß Ghandi selbst die Veränderungen zu bewirken, die man sich in der Welt wünscht.

Und, bist Du ein Macher oder Motzer?

Möchtest Du für Dich oder andere etwas verändern? Dann beginne, in Möglichkeiten zu denken und nimm es in die Hand.

Go for it!

Deine Birgit

PS: Falls Du Dich für die Details des Projekts interessierst, klicke hier

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