Ein Engel auf Erden

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Wo Engel hausen, da ist der Himmel,
und sei’s auch mitten im Weltgetümmel.

Ḫāǧe Šams ad-Dīn Moḥammad Ḥāfeẓ-e Šīrāzī


Auch wenn Du nicht an Engel glaubst, lade ich Dich herzlich ein, weiter zu lesen. Als mir der Begriff heute Morgen in den Sinn gekommen ist, dachte ich nämlich nicht an die geflügelten Himmelsboten, sondern eher an „echte Menschen“.

Dieses Jahr war eine Achterbahnfahrt – und wie es aussieht, werden wir auch im kommenden Jahr noch ein paar Runden drehen. Aber Du und ich – wir haben es bis hier her geschafft. Und ganz sicher warst auch Du dabei nicht alleine.

Wer sind die Engel in Deinem Leben?
Wer war für Dich besonders dieses Jahr ein Engel?
Wer hat Dir gut getan?
Wer hat Dir Gutes getan?
Wer war für Dich da – hat zugehört, Dir Raum gelassen?
Wer hat Dich beflügelt?

Und – wissen diese Menschen, dass Sie Dir Engel waren oder sind?

In einem meiner letzten Trainings sollte in der Abschlussrunde jedeR TeilnehmerIN über jedeN andereN TeilnehmerIN etwas Positives aufschreiben. Die kleinen Feedbackzettel wurden dann persönlich übergeben, die Teilnehmer sahen sich dabei in die Augen und sprachen aus, was sie aufgeschrieben haben. Klingt simpel. War aber unfassbar kraftvoll. Die Energie, die am Ende im Raum stand, hat tatsächlich alle beflügelt. Anfangs hat man gemerkt, wie ungewohnt es für die meisten von uns ist, 1. wertvolles und substantielles, positives Feedback zu formulieren, das über ein „Danke“ hinausgeht, 2. ein solches Feedback auch auszusprechen und 3. es anzunehmen – ohne komisches Gefühl, ohne es klein zu reden. Aber mit jeder Rückmeldung wurde die Unsicherheit kleiner und Wertschätzung füllte den Raum.

Es gibt kaum eine bessere Art, Wertschätzung auszudrücken. Genau sagen zu können, was man am anderen gut findet, erfordert, dass man sich mit ihm oder ihr beschäftigt, sich Gedanken macht. Vielleicht ist uns vieles oft bewusst – selten aber sprechen wir es auch aus. „Näd geschännt isch g’nug g’lobt“ wie man in meinem Kulturraum so schön sagt (nicht geschimpft ist genug gelobt).
Schnell nehmen wir vieles als selbstverständlich hin, sind gut darin, zu formulieren, was uns alles fehlt – ohne zu sehen, was wir schon alles haben.

Manchmal warten wir auf das große Wunder – und übersehen die vielen kleinen um uns herum.
Manchmal überladen wir Menschen mit unseren Erwartungshaltungen – und übersehen, wieviel sie bereits für uns tun.

Welchen Deiner Engel könntest Du in den nächsten Tagen diese Wertschätzung entgegenbringen?

Und:

Wem könntest Du ein Engel sein?
Wie?

Lass‘ uns mehr zusammen zu rücken.
Das geht auch mit körperlichem Abstand und Maske – durch Taten, Worte, Blicke, eine liebevoll-wohlwollende Haltung.

Lass‘ uns einander mehr Engel sein, Flügel wachsen – denn beflügelt ist vieles leichter.

Eine gute Woche Dir!

Deine Birgit

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