Dein Lebensrad – eine runde Sache?

Foto: Pixabay

Und schon wieder eine Woche vorbei. Wieviel Zeit hast Du diese Woche mit Dingen und Menschen verbracht, die Dir wichtig sind?

In unserer heutigen Zeit der ständigen Beschleunigung kann es leicht passieren, dass wir unsere Aufmerksamkeit und Zeit immer dem Aspekt in unserem Leben widmen, der „am lautesten schreit“. Das „lauteste“ Element im System ist aber nicht immer das für uns wichtigste – und so bekommen wir das Gefühl, dass uns das Leben passiert.

Unbewußt wissen wir zwar, was wir machen sollten und wollten, sehen uns aber täglich nicht allzuviel davon umsetzen. Wenn dieses innere Spannungsfeld zum Dauerzustand wird, stellt sich eine Anspannung gepaart mit diffuser Unzufriedenheit ein, die alle Bereiche des Lebens überschatten kann. Spätestens dann sollten wir inne halten, Klarheit über das gewinnen, was uns wichtig ist und uns wieder in die Verantwortung und ans Steuer unseres Lebens zurückzuholen.

Das Lebensrad ist ein wunderbares Werkzeug, um diese Klarheit zu gewinnen und erste Schritte zu planen, damit die verschiedenen Bereiche in Deinem Leben wieder in Balance kommen.

Für die Lebensrad Übung brauchst Du ein Blatt Papier, einen Stift und ca. eine halbe Stunde Zeit. Suche Dir einen ruhigen Platz, an dem Du ungestört bist und gehe wie folgt vor:

1. Dein Lebensrad erstellen und Bereiche auswählen.
Zeichne einen Kreis und überlege, welche Bereiche Dir in Deinem Leben wichtig sind. Notiere die Bereiche aussen am Kreis. Normalerweise werden 6-8 Bereiche ausgewählt, Du kannst aber auch mehr notieren. Gängige Bereiche sind:

  • Gesundheit Beruf/Karriere
  • Partnerschaft/Familie
  • Freunde
  • Finanzen
  • Weiterentwicklung
  • (Wohn-) Umfeld
  • Freizeit und Spaß

Wenn es Dir schwerfällt, Bereiche auszuwählen, kannst Du Dich dieser Frage auch nähern, indem Du überlegst, welche Rollen Du in einem Leben inne hast – also z.B. Vater/Mutter, Tochter, Unternehmer/in, Arbeitnehmer/in, Freundin etc. – und diese Rollen notieren.
Dann ziehe von der Mitte aus eine Achse zu jedem Deiner Bereiche/Rollen und zeichne auf den Achsen jeweils eine Skala von 1-10 ein, beginnend mit 1 in der Mitte.
Dein Lebensrad könnte jetzt z.B. so aussehen:

Foto: BB

2. Deine 10.
Gehe die einzelnen Bereiche nacheinander durch und überlege, was DEIN Ideal, Deine 10 für diesen Bereich wäre. Definiere die verschiedenen Parameter, die dazu führen würden, dass Du diesen Bereich mit 10 bewerten würdest. Hierzu ist es hilfreich, wenn Du Dir ein paar Fragen stellst. Wie sieht z.B. Deine 10 für Finanzen aus? Wäre es eine schwarze 0 auf dem Konto oder ein gewisses Guthaben? Gehören Rücklagen dazu? Ein regelmäßiges Einkommen oder ein Einkommen in einer bestimmten Höhe? Wie ist es im Bereich Gesundheit und Fitness? Möchtest Du regelmäßig Sport treiben? Und was ist regelmäßig? Welche Rolle spielt die Ernährung? Achte bei der Definition Deines Ideals darauf, dass es realistisch und von Dir beeinflussbar ist. Wenn Du magst, kannst Du Dein Ideal in Stichworten neben die Bereiche schreiben.

3. Realitätscheck.
Betrachte nun die verschiedenen Bereiche erneut – aber aus aktueller Sicht. Wie groß ist Deine Zufriedenheit mit dem jeweiligen Bereich, wenn Du Dir Dein jetziges Leben betrachtest? Bewerte jeden Bereich gemessen an Deinem Ideal auf der Skala von 1-10 (1 gar nicht zufrieden, 10 absolut zufrieden) und markiere Deine Wertung auf der Achse mit einem Punkt. Verbinde am Ende die Punkte der Achsen miteinander, so dass sich ein – wahrscheinlich unrunder – Kreis ergibt.
Wie rund oder unrund sieht Dein Lebensrad aus?
Welche Bereiche brauchen die meiste Zuwendung?

Die Idee ist, dass Du mit den nächsten Schritten einer Balance Deines Lebensrades näherkommst. D.h. eine Verbesserung einem Bereich sollte keine Verschlechterung eines anderen Bereiches nach sich ziehen.

4. Ideenzeit.
Betrachte die Bereiche (zumindest alle, die unter 8 sind) und überlege, was Du tun könntest, um eine Verbesserung zu erzielen. Drehe Dein Blatt um und notiere Dir für jeden der zu verbessernden Bereiche alle Ideen, die Dir in den Sinn kommen.

5. Ins Rollen bringen.
Werfe einen weiteren Blick auf Deine Zeichnung. Wähle ein bis drei Bereiche aus, in denen Du am meisten Entwicklungspotential hast. Notiere neben jeden dieser Bereiche eine Handlung , mit der Du morgen beginnen wirst, um mehr Zufriedenheit zu erlangen. Stelle sicher, dass Du morgen daran denkst. Oft ist es auch hilfreich, mit jemandem über Deine Erkenntnisse und Vorhaben zu sprechen. (Alternativ kannst Du Deine Pläne auch gerne hier unten in den Kommentaren hinterlassen).

Wenn Du mehr der Bewegungstyp bist, kannst Du die Bereiche auch auf einzelne Blätter schreiben und im Kreis auf dem Boden anordnen. Nimm einen Block und Stift zur Hand und mache Dir darauf Notizen entsprechend der Punkte 2-5.

Auf das Dein ausbalanciertes Lebensrad geschmeidig rollen möge!

Herzlichst,

Deine Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.