Einatmen, Lächeln, Ausatmen

Oft werde ich gefragt, was man denn tun kann, um in Momenten des Ärgers oder der Anspannung schnell in die Entspannung zu kommen. Meistens antworte ich recht einsilbig und sage: Atmen. Manchmal auch „einatmen, lächeln, ausatmen“. Nicht selten schaut man mich dann recht ungläubig an. Ja, klingt einfach und ist es auch. Das schöne ist, unseren Atem haben wir immer dabei. Und viel zu selten nutzen wir ihn aktiv, um in einen besseren Zustand zu gelangen.

Unser Atem ist lebensnotwendig und funktioniert glücklicherweise ganz automatisch und ohne unser aktives Zutun. Und eben weil er so zuverlässig und von ganz alleine im Hintergrund arbeitet, widmen wir unserem Atem oft zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist er der perfekte Begleiter in die Entspannung.

Normalerweise passen sich Atemrhythmus und Intensität den Gegebenheiten an, in denen wir uns befinden. Sind wir angespannt, aufgeregt oder brauchen wir aus einem anderen Grund mehr Energie, wird die Atmung schneller und flacher. Liegen wir entspannt im Bett oder auf der Couch, so atmen wir tiefer und langsamer. Das erstaunliche ist: der Mechanismus funktioniert auch andersrum.

Wenn wir langsam, bewußt und tief atmen, senden wir unserem Körper das Signal, dass er entspannen kann. Das funktioniert sowohl in akuten Situationen, wenn ich mich z.B. über etwas aufrege, als auch bei Entspannungsübungen nach einem anspruchsvollen Tag.

Probiere es doch am besten gleich einmal aus. Nimm Dir jetzt ein wenig Zeit, Dich Deiner Atmung zu widmen. Such Dir einen ruhigen Ort, an dem Du in den nächsten 2-3 Minuten ungestört bist.

Wähle eine angenehme Position im Sitzen oder im Liegen. Achte dabei darauf, dass Dein Bauch und Dein Brustkorb sich beim Atmen frei entfalten können. Wenn Du bereit bist, schließe Deine Augen. Achte nun darauf, wie Dein Atem ganz von alleine ein und ausströmt. Lass‘ alle Gedanken und alles, was Dich in diesem Moment noch beschäftigt, mit jedem Ausatmen mehr und mehr los. Spüre, wie Du mit jedem Atemzug ruhiger wirst und sich Anspannungen im Körper langsam lösen. Lege nun eine Hand auf Deine Brust und die andere auf Deinen Bauch. Spüre beim nächsten Einatmen ganz bewusst, wie die Luft zunächst Deinen Herzraum füllt und dann Deinen Bauch – und wie sich beim Ausatmen zunächst Deine Bauchdecke und dann Dein Brustraum wieder senkt. Genieße nun zwei bis drei Atemzüge in Deinem eigenen Atemrhythmus. Wenn Du möchtest, achte bei den nächsten Atemzügen einmal auf die atemlosen Momente am Ende der Einatmung und am Ende der Ausatmung wahr. Genieße und noch drei weitere, bewusste Atemzüge und schenke ihnen liebevolle Aufmerksamkeit.
Kehre jetzt mir Deiner Aufmerksamkeit langsam wieder in Deine Umgebung zurück. Recke und strecke Dich, gähne gerne auch, wenn Dir danach ist und öffne dann langsam Deine Augen.

Genieße die entspannte Stimmung, nimm sie mit in Deinen Tag und bleibe gelassen.

Deine Birgit

PS: Und weil sich’s mit geschlossenen Augen so schlecht lesen lässt, gibt es diesen Beitrag hier auf meinem Blog auch als Audiodatei 😉

Foto: Pixabay

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