Wer hat nur dieses Erwachsenwerden erfunden?

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Ist schon irgendwie komisch.
Wenn ich  Trainings oder Seminare konzipiere, bei dem es darum geht, kreativ zu sein, ist die größte Aufgabe erst einmal, unser Gehirn in einen „verrückten“ Zustand zu bringen  — damit unkonventionelle Gedanken und Ideen überhaupt Lust haben, sich zu zeigen.
Und regelmäßig entdecke ich dabei, wie sehr wir doch unseren Freigeist in ein Korsett aus Vernunft und Konventionen gepackt haben. Manchmal finden wir nicht einmal mehr den Knopf, um es zu öffnen!

Wer Kinder hat, weiß um den Zauber, die Welt durch Kinderaugen zu sehen. Naiv, neugierig, verspielt, verrückt – fasziniert von Dingen, die wir später nicht mehr annähernd so wahrnehmen können, weil wir sie analysiert, seziert und erklärt haben. Faszination Ende.
Weil wir gesagt bekommen, wie die Welt funktioniert und was „man macht und was nicht.“
Wenn es uns dann nicht gelingt, ab und zu aus diesem Rahmen auszubrechen, werden wir immer wieder mit den selben Lösungen vor den selben Problemen stehen — egal wie sehr wir uns auch anstrengen.
Denn Anstrengung oder „mehr vom selben“ ist oft nicht die Lösung.
Besonders in verrückten Zeiten wie diesen werden wir mit Schablonendenken nicht weiterkommen.
Wir wäre es, wenn wir uns ein bisschen kindliche Verrücktheit bewahren?
Sie kultivieren?
Sie genießen?
Das lässt einen nämlich nicht nur auf neue Ideen kommen sondern macht obendrein auch noch glücklich und lebendig.

Wann hast Du das letzte Mal das Gefühl gehabt, das Leben zu spüren? Von ihm durchdrungen zu werden – mit allem Konsequenzen?
Wann hast Du Dich das letzte Mal so richtig locker gemacht?
Etwas getan, worauf Du Lust hast – egal, ob „man“ das macht oder es vernünftig ist?
Deinen Gefühlen freien Lauf gelassen (bist Du noch in Kontakt mit ihnen?) – losgelassen.

Dabei geht es nicht darum, rücksichtslos Dein Ding durchzuziehen, dauerhaft verrückt zu spielen oder Dinge aus Prinzip anders machen zu wollen (auch eine Schablone …).
Es geht um eine Prise Übermut und Ausgelassenheit in der Suppe des Lebens.

Ja, iss doch mal mit den Fingern.
Oder mach die Gartenarbeit mal ohne Handschuhe, spüre die Erde, rieche sie.
Lass einen lauten Freudenschrei los, springe, tanze, singe! (Natürlich in der Öffentlichkeit :-))
Tue fremden Menschen einfach spontan etwas Gutes – hinterlasse z.B. beim Bäcker zwei Euro mehr – für den nächsten Kunden.
Oder pack Dir Musik auf die Ohren und singe laut mit.
Ziehe zwei verschiedene Paar Schuhe oder Socken an – einfach, weil Du Dich nicht entscheiden konntest – oder geh barfuß.
Besetze die Schaukeln auf dem Kinderspielplatz, lass den Schirm bei Regen zuhause ….

Oder wie sieht Deine Ausgelassenheit aus?
Da fällt Dir doch bestimmt was ein!
Höre in Dich rein.
Sei spontan.
Und dann staune, was mit Dir passiert.

Ja, Du wirst ziemlich sicher komisch angeschaut – na und?
Wenn Du mit vollem Herzen dabei bist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du andere ebenfalls zum Leben anstiftest 🙂

Und falls Du merkst, dass Dir der Kontakt zu Deinen Emotionen vor lauter Kontrolliertheit, Vernunft und sozialer Angepaßtheit verloren gegangen ist, versuche es mal hiermit:
Halte mehrmals am Tag kurz inne und spüre in Dich hinein. Versuche, zu beschreiben, wie es Dir geht, was Du fühlst. Sprich es aus.
Und falls es ein unangenehmes Gefühl ist, nimm es an und dann benenne, was Du gerne anstelle dessen fühlen würdest.
Das ist ein Anfang.

Warte nicht damit, das Leben zu spüren, zu geniessen zu leben. Nachgewiesenermaßen sagen die meisten Menschen auf dem Sterbebett, dass sie nicht bereuen, was sie gemacht haben – sondern, was sie nicht gemacht haben.

Wäre doch schade, wenn wir schon aufhören zu leben, bevor wir tot sind, oder?

Eine verrückte Woche Dir – genieße Sie !

Deine Birgit

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