Rückzugsorte

Foto: Birgit Baldauf

Als Kinder haben wir uns Höhlen gebaut. Unter dem Tisch. Stühle zusammengestellt und eine Decke darüber. Oder uns unter der Bettdecke verkrochen. Taschenlampe an und gelesen. Oder wir haben uns im Sommer irgendwo draußen in einer Hecke ein Versteck eingerichtet. Abgeschirmt. Nur für uns. Keine konnte und durfte uns stören. Ein sicherer Ort.

Und heute? Wo der Trubel des Alltags stärker geworden ist, wir 24/7 online und erreichbar sind (sein können oder sein sollen) und mehr Informationen denn je auf unsere Sinne einprasseln?

Wo ist Dein Rückzugsort? Hast Du einen?
Wo fühlst Du Dich sicher, geborgen, ruhig, ungestört?

Du musst Dir Dein persönliches Refugium nicht unbedingt unterm Eßtisch einrichten – dennoch ist es durchaus empfehlenswert, einen Ort zu haben, der es Dir ermöglicht, ganz für Dich zu sein, Dich „auszuklinken“.

Ein guter Rückzugsort …

  • ist offline. Er ermöglicht es Dir, ungestört zu sein (kein Telefon, kein PC, kein Radio, kein Fernseher).
  • vermittelt Dir ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit
  • läßt Dich zur Ruhe kommen
  • läßt angenehme Emotionen in Dir aufsteigen
  • ist eine Wertschätzung Dir selbst gegenüber und ermöglicht Dir Zeit für Dich
  • kann Dir zu Tagesbeginn helfen, Deine Gedanken zu sortieren
  • kann Dir tagsüber helfen, runter zu kommen, wenn Du überwältigt bist – oder einfach eine Pause brauchst
  • kann Dir am Abend dabei helfen, den Tag Revue passieren zu lassen und mental und emotional abzuschließen.

Wie kann ein Rückzugsort aussehen?

Zurückziehen können wir uns auf zweierlei Arten: physisch und mental. Manches mal hilft es, einen physischen Rückzugsort zu haben, um mental besser abschalten zu können. Mit Hilfe eines Ankers kann uns mentale Rückzug aber auch an jedem beliebigen Ort gelingen.

Physische Rückzugsorte:

  • Ein bestimmter Platz in Deiner Wohnung – auf dem Balkon, im Lieblingssessel, im Schlafzimmer…
  • Ein mobiler Platz – z.B. die Yoga Matte. Ich bin viel auf Reisen. Aber egal, wo ich bin – sobald ich meine Yoga Matte ausgerollt und darauf Platz genommen habe, spüre ich Vertrautheit, ein Gefühl von Zuhause.
  • Ein Platz in der Natur: ein Ort im Wald, an einem See, in einer Höhle

Mentale Rückzugsorte

Mentale Rückzugsorte funktionieren in der Regel durch einen Anker. D.h. ein bestimmtes Objekt, inneres Bild, ein Duft oder ein Geräusch löst angenehme Gefühle und Ruhe in Dir aus. Das ist ein bisschen wie mit meiner Yoga Matte – wann immer ich mich auf Ihr befinde, tue ich mir etwas Gutes. Mein System verknüpft also nach einiger Zeit – Yoga Matte = Wohlbefinden. Du kannst mit einer Verknüpfung arbeiten, die schon vorhanden ist (z.B. einem Foto, dass Angenehmes in Dir auslöst) oder eine neue Verknüpfung schaffen, indem Du Momente des Wohlbefindens schaffst und einen Talisman oder ein Foto etc. in diesen Moment mit einbeziehst.

„Mentale Fotos“ funktionieren bei mir auch ganz gut. Wann immer ich etwas atemberaubend Schönes sehe (meistens Naturszenen) halte ich inne und nehme die Eindrücke und damit verbunden Emotionen ganz bewusst wahr – und speichere die Wahrnehmungen dann als inneres Bild. Das lässt sich später im Alltag jederzeit wieder vor das innere Auge holen – und generiert somit die angenehmen Empfindungen.

Als Anker funktionieren ….

  • Die Yogamatte 😉
  • Ein „echtes“ Foto
  • Ein inneres Foto
  • Ein Talisman
  • Ein Lied, eine Melodie oder ein Geräusch
  • Ein Duft (Parfum)
  • Ein Geschmack

Und nicht vergessen, Dir dann regelmäßig „me-time“ = einen kleinen Urlaub an Deinem Rückzugsort einzurichten.

 Sei gut zu Dir,

Deine Birgit

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