Routine – Freund oder Feind?

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Routine
SUBST
1. die Geschicklichkeit, die jmd. durch lange Übung erworben hat
2. etwas, das durch längere Anwendung zur Gewohnheit geworden ist
3. etwas, das nur noch mechanisch ausgeführt wird, aber keinen großen Sinngehalt mehr hat
(Quelle: Bing Search)

Ist sie nun gut oder schlecht, die Routine?
Je nach Zusammenhang wird die Routine eher als negativ oder hilfreich empfunden.

Einer der größten Vorteile ist, dass wir keine Energie mehr in Entscheidungsprozesse stecken müssen, wenn wir eine Routine entwickelt haben. Es geht alles wie von selbst. (z.B. der Ablauf vom Klingeln des Weckers bis zum Verlassen des Hauses am Morgen, das Autofahren, das Zähneputzen…).

Wenn es uns gelingt, gute Gewohnheiten durch Routinen in unser Leben zu integrieren – z.B. zweimal die Woche Sport zu machen oder jeden Morgen 10 Minuten zu meditieren – können wir dadurch sogar unsere Gesundheit und Lebensqualität verbessern.

Routinen zu entwickeln bedeutet, Abläufe zu optmieren, effektiver und berechenbar zu machen. Routinen helfen uns dabei, unser Leben zu ordnen und geben uns auch eine gewisse Sicherheit (weshalb es uns so schwer fällt, sie loszulassen, wenn Veränderungen anstehen.)

Zu viel Rountine kann aber auch dazu führen, dass wir uns unglücklich fühlen. Selbst wenn es uns gelungen ist, durch Disziplin und Routinen alles in unser Leben einzuladen und zu integrieren, was uns subjektiv glücklich macht und gut tut, spüren wir eine Leere und Langeweile. Das kommt uns komisch vor, denn logisch betrachtet haben wir doch alles.
Wenn allerdings erst alle Routinen abgehakt werden müssen bevor echte „Freizeit“ (= nix geplant) einsetzen kann, kommt es oft nicht zu letzterer.
Die uns einst glücklich machende Gewohnheit ist zur Pflicht auf der To Do List mutiert und hat nun eine andere Qualität.
Außerdem fehlt das Leben, der Reiz des Neuen, das Unberechenbare, die Herausforderung.

Unser Hirn ist nämlich eine Problemlösungsmaschine – und wo kein Problem, da kein Glück durch Erfolgserlebnisse. Und damit die Problemlösungsfunktion des Hirns nicht einrostet, beginnen es, sich selbst Probleme zu suchen – und wir regen uns z.B. plötzlich über Dinge auf, die mit Abstand betrachtet nicht wirklich von Bedeutung sind.

Wie kann also eine gute Balance zwischen gesunder Routine und anregender Herausforderung geschaffen werden?

Die folgenden vier Schritte können Dir dabei helfen:

  1. Überdenke Deine Routinen – Blicke immer mal wieder mit Abstand auf Deine Abläufe. Ist das alles noch passend? Macht das alles noch Sinn? Oder ist es Zeit, hier und da etwas zu verändern? Nur weil wir etwas „immer schon so gemacht haben“ heißt es ja nicht, dass es gut oder immer noch angemessen ist.
  2. Gönne Dir einen „Scheiß-drauf-Tag“ – Erlaube Dir einen Tag, an dem Du Dich treiben lässt und machst, worauf Du richtig Lust hast .
  3. Durchbrich‘ manche Routinen ganz bewußt – mach mal was Verrücktes! Geh doch einfach mal rückwärts, kleide Dich entgegen Deiner Routine oder iss mal was, was Du noch nie probiert hast.
  4. Suche Dir eine neue Herausforderung – lerne etwas Neues oder beginne ein Hobby, am besten eines, dass Dich aus Deiner Komfortzone holt.

„Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, der sollte es mal mit Routine versuchen: die ist tödlich.“

Paul Coelho

Viel Spaß beim Er-Leben!

Deine Birgit

Was ist eigentlich Glück?

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Heute möchte ich Dir einleitend zwei Fragen stellen:

Stell Dir vor, eine gute Fee erscheint und Du hast drei Wünsche frei. Was würdest Du Dir wünschen? (Wenn Du magst, schreib es Dir gerne auf)

  1. _______________________
  2. _______________________
  3. _______________________

.

.

.

Und nun zu Frage Nummer zwei:

Würdest Du sagen, dass Glück und Zufriedenheit wichtige Ziele in Deinem Leben sind?

Wenn Du die zweite Frage mit Ja beantwortet hast, dann schau noch einmal auf Deine Liste aus Frage eins. Sind Glück und Zufriedenheit als Wunsch dabei?

Falls nicht, mach Dir keine Gedanken. Du bist nicht alleine. Während seiner Studien zum Thema „Glück und Zufriedenheit“ hat Prof. Raj Raghunathan die Feen-Frage zigfach gestellt – und selten bis gar nicht war das Glück direkt bei den drei genannten Wünschen dabei. Was die Frage aufwirft, warum dem so ist. Wenn wir glücklich und zufrieden sein wollen, warum wünschen wir es uns dann nicht direkt?

Weitere Nachforschungen und Studien haben mehrere Gründe hervorgebracht. Die folgenden beiden sind meine Favoriten – und vielleicht erkennst Du Dich ja wieder?

  1. Der Geläufigkeits-Effekt: Wir räumen dem Glück eine geringere Priorität ein, weil wir keine genaue Vorstellung davon haben, was Glück für uns bedeutet. Uns fehlt schlicht und ergreifend eine griffige Definition. Warum sollte ich mir von einer Fee etwas wünschen, wenn ich gar nicht weiß, das genau das dann ist? Und weil unser Hirn Dinge beiseite schiebt oder sie als nicht so wichtig erachtet, wenn sie abstrakt, nicht ganz klar oder für uns irgendwie unverständlich sind (= Geläufigkeitseffekt), tritt das Glück in den Hintergrund. Was zu diffus ist, dem wird weniger Aufmerksamkeit gewidmet – und es entgleitet uns leichter (ein bisschen wie Sprühnebel aus einem Zerstäuber). Weil unsere Vorstellung vom Glück selbst nicht konkret genug ist, widmen wir unsere Aufmerksamkeit lieber den Dingen, von denen wir glauben, dass sie uns glücklich machen – was uns zu Grund zwei bringt:
  2. Maximierung der Mittel: Wir nennen der Fee Dinge, von denen wir glauben, dass sie uns glücklich machen.  Schau nochmal auf Deine Liste: würdest Du sagen, dass a) b) c) glücklich macht? Manchmal finden sich hier Wünsche wie „viel Geld“ oder „ein schönes Haus“. Aber wozu wünscht Du Dir das? Was hoffst Du, dass sich dann einstellt, wenn Du es besitzt. Welcher Wert, welches Gefühl steckt dahinter? Die Herausforderung hier ist: manchmal fokussieren wir uns so sehr auf das Erreichen dieser „Mittel zum Glück“, dass wir das, was uns eigentlich glücklich macht, aus den Augen vernachlässigen. Die Folge: wir besitzen mehr aber sind weniger — und machen uns auf die Suche nach dem nächsten „Mittel“, in der Hoffnung, dadurch unser Glück zu finden. Manchmal opfern wir sogar gerade glücklich machende Aspekte (Zeit mit Freunden und Familie) in unserem Leben für die Erreichung von etwas, von dem wir denken, dass es uns glücklich macht (Überstunden in Job = Beförderung = mehr Geld). Hierzu eine kleine Geschichte: Ein reicher Banker macht Urlaub in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf. Eines Tages kommt er am Hafen mit einem Fischer ins Gespräch. Der Banker erkennt schnell, dass der Fischer ziemlich gerissen ist und einen guten Investmentbanker abgeben würde. »Wissen Sie«, sagt der Banker irgendwann, »Sie sind wirklich intelligent. Ich wette, Sie könnten als Investmentbanker an der Wall Street ziemlich erfolgreich sein.« »Aber warum sollte ich als Investmentbanker arbeiten wollen?«, fragt der Fischer. »Weil Sie dort ein Schweinegeld verdienen könnten«, gibt der Banker zurück und lässt demonstrativ seine Rolex aufblitzen. »Und dann?«, will der Fischer mit Unschuldsmiene wissen. »Was würde ich mit all dem Geld anstellen?« »Na, Sie könnten sich früher zur Ruhe setzen!«, antwortet der Banker begeistert. »Und wer weiß, wenn alles gut läuft, könnten Sie sogar darüber nachdenken, sich in einem kleinen Fischerdorf wie diesem hier niederzulassen und nichts anderes mehr tun, als den ganzen Tag zu fischen!« »Aber …«, hebt der Fischer an, doch er brauchte seinen Satz nicht mehr zu vollenden. Der Banker erkennt, dass der Fischer seinen Traum bereits lebt.*

Zurück zur zweiten Eingangsfrage: wenn Du diese mit JA beantwortet hast, fang‘ doch mal mit den folgenden beiden Schritten an, um Deinem Glück auf die Spur zu kommen:

  1. Finde Deine Definition von Glück. Was willst Du mit den 3 Wünschen wirklich erreichen? In welchen Situationen warst Du zum letzten Mal so richtig glücklich? Wie fühlte sich das an? Notiere Dir Deine Glücksdefinition.
  2. Wenn Du vor Entscheidungen stehst, rufe Dir diese Definition ins Bewusstsein und überlege, welche der Entscheidungen wohl eher die mit dem Glück verbundenen Gefühle auslösen oder Dich ihnen näher bringen.

Choose Happiness!

Eine glückliche Woche Dir,

Birgit

*Raghunathan, Raj. Klug, erfolgreich, und trotzdem unglücklich: Wie intelligente Menschen Zufriedenheit finden (German Edition) (S.56-57). Goldmann Verlag. Kindle-Version.

Achtsames Zuhören für mehr Zuneigung und Glück

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Autor: Happiness Academy – www.happinesscademy.eu

Wenn wir zuhören, sind wir physisch aber nicht geistig anwesend. Meistens hören wir nicht richtig zu, weil wir unser eigenes „geistiges Geschwätz“ nicht unterbinden können. Es gehen uns endlos Gedanken durch den Kopf, die damit beginnen, das Gehörte zu beurteilen, über unsere Zustimmung oder Ablehnung zu entscheiden und zu planen, was genau wir antworten sollen. Irgendwann stellen wir fest, dass wir noch nicht einmal die Hälfte von dem gehört haben, was die andere Person mit uns geteilt hat.

Manchmal unterbrechen wir das Gespräch, werden ungeduldig oder teilen unsere Meinung völlig unvorbereitet mit, weil wir nicht alles gehört haben, was gesagt wurde. Und am häufigsten verhalten wir uns genau den Menschen gegenüber so, die uns am nächsten stehen.

Es ist interessant und aufschlussreich zu sehen, aus welchen Symbolen das chinesische Wort „Zuhören“ zusammengesetzt ist:

Im oberen Teil des Wortes stecken die Symbole für Ohren (ich höre) und Augen (ich sehe).

Wir benutzen unsere Ohren zum Zuhören, wobei wir nicht nur auf die gesprochenen Worte achten, sondern auch auf den Tonfall, die Geschwindigkeit und die Betonung, um das Engagement und die Begeisterung einer Person für das Thema zu verstehen. Wenn eine Person schnell und laut spricht, wissen wir, dass sie engagiert und am Thema interessiert ist. Ist der Tonfall monotoner oder langsamer, ohne Betonung, mit weniger Modulation, können wir davon ausgehen, dass die Person nicht allzu viel Interesse am Thema hat. Allein der effektive Einsatz unseres Gehörs beim Zuhören hilft uns, viel zu verstehen!

Wir benutzen unsere Augen, um uns mit der Person zu verbinden, der wir zuhören und die uns Aufmerksamkeit schenkt. Mit den Augen beobachten wir die Körpersprache des Sprechers, um ihn besser zu verstehen. Benutzt er zu viele Gesten? Das sagt auch viel über das Maß an Selbstvertrauen und den Enthusiasmus des Sprechers aus.

In die Mitte des Wortes steht das Symbol der ungeteilten Aufmerksamkeit (ich konzentriere mich). Wir denken schneller, als wir sprechen, und deshalb neigen wir dazu, die Lücken mit unserem inneren „mentalen Geplapper“ zu füllen. Um aufmerksam zuhören zu können, müssen wir das geistige Geplapper beenden und uns ganz auf das Gespräch konzentrieren.

Am Ende des Wortes des Zeichens steht das Herz-Symbol (ich fühle).

Empathie kommt vom Herzen. Wir verbinden uns dank unseres Herzens emotional mit dem Sprecher, uns mitfühlender macht.

Das chinesische Wort für Zuhören ist deshalb so interessant, weil es die Weisheit über die Grundelemente des achtsamen Zuhörens beinhaltet.

Wir Menschen sind soziale Wesen – wie können nicht nicht kommunizieren. Das gibt uns endlos viele Möglichkeiten, achtsames Zuhören zu üben.

Versuche doch mal folgendes: Wenn Du das nächste Mal mit einem Dir nahestehenden Menschen oder Kollegen zusammen bist, gehe das Gespräch als eine Übung des achtsamen Zuhörens an. Beobachte, ob es Dir möglich ist, mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuzuhören. Höre und sieh hin, was Dir erzählt wird. Wenn Du bereits Mediation praktizierst, kennst Du das: wenn Dein Geist abgelenkt wird, lasse die Gedanken ohne zu urteilen los und konzentriere Dich wieder auf das Zuhören.

Und genau wie Glück ist auch achtsames Zuhören ansteckend. Wenn es Dir gelingt, wirst Du wahrscheinlich bald merken, dass die Menschen Dir auf dieselbe Weise zuhören.

Das größte Geschenk, das wir anderen machen können, ist, ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. In einer Welt voller Herausforderungen hilft uns das aufmerksame Zuhören, authentische Zuwendung und Aufmerksamkeit zu geben und zu empfangen.

Verzeihung?

Foto: Kranich17, Pixabay

Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken, sagt Ghandi.
Verzeihen ist wichtig für unsere Gesundheit, sagen Psychologen.
Verzeihen ist nicht so einfach, denkst Du Dir jetzt vielleicht.

Wie leicht es uns fällt, zu vergeben oder zu verzeihen, hängt sicherlich davon ab, wie stark die Verletzung ist, die wir in uns spüren. Ebenso, ob wir es alleine schaffen, unseren Groll loszulassen oder uns lieber Unterstützung suchen sollten. Sicherlich gibt es auch in Deinem Leben Ereignisse oder Situationen, an denen Du noch immer „knabberst“ oder Menschen, denen Du noch immer mit Vorbehalt oder negativen Gefühlen begegnest, weil ihr Verhalten eine Verletzung in Dir hervorgerufen hat.

Warum wird Verzeihen überhaupt nötig?

Im Prinzip gibt es drei klassische Situationen, die dazu führen können, dass wir uns verletzt fühlen:

  1. Wir sind enttäuscht, weil der andere unsere Erwartungen nicht erfüllt hat. Besonders kniffelig ist dieser Fall, wenn der andere gar nichts von unseren Erwartungen wusste – oder sie uns selbst erst bewusst werden, wenn wir uns schlecht fühlen.
  2. Wir sind verletzt, weil der andere unbewusst einen „Hot Button“ in uns aktiviert hat, ein Thema, bei dem wir aufgrund unserer Erfahrungen vielleicht empfindlicher reagieren als andere oder mit dem wir selber noch nicht unseren Frieden geschlossen haben. Manchmal wird uns auch das erst in der entsprechenden Situation bewusst.
  3. Unser Gegenüber hat wissentlich so gehandelt, dass er uns verletzt hat.

Warum fällt verzeihen schwer?

Und da tragen wir sie dann mit uns rum, diese schmerzlichen Gefühle, den Groll, den Ärger, die Enttäuschung, die Empörung, ja vielleicht sogar die Wut. Wie Steinchen, die ständig im Schuh drücken. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger – je nachdem, wie es gerade „läuft“. Warum ziehen wir den Schuh nicht einfach aus und lassen die Steinchen am Wegesrand liegen?
Vielleicht, weil wir insgeheim mit dem Groll einen emotionalen Ausgleich schaffen wollen? Unser Ärger „Vergeltung“ sein soll für die schlechten Gefühle, für die wir den anderen verantwortlich machen?
Und wir dann am Ende vielleicht darauf hoffen, dass er oder sie endlich „Einsicht zeigt“?
Vielleicht haben wir aber auch einfach Angst, dass uns dasselbe nochmal passiert und möchten das Steinchen deshalb als „Mahnmal“ behalten?

Warum es wichtig ist, zu verzeihen

Das Verrückte dabei ist: eigentlich hat unser Geist einen cleveren Mechanismus. Im Rückblick wirken die meisten negativen Ereignisse weniger schlimm – je länger sie her sind (Traumata ausgenommen). Wenn wir nun diese Ereignisse aber nicht in der Vergangenheit zurücklassen sondern durch unseren Groll immer und immer wieder in der Gegenwart durchleben, geben wir unserem System keine Ruhe, das ganze zu verarbeiten und abklingen zu lassen. Das ist wie eine heilende Wunde immer wieder aufzukratzen.

Nicht vergeben können, heißt zudem, ständig in der Vergangenheit zu leben und verhindert, die Gegenwart zu genießen und sich auf die Zukunft zu freuen.
Das zieht oftmals nicht nur magisch genau das an, was wir mit unserem Groll vermeiden wollten, die negativen Gedanken schaden auch unserer seelischen und körperlichen Gesundheit. Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, Anspannung, Bluthochdruck oder Kopf- und Magenschmerzen können die Folge sein.

Am Ende schadet es also vor allem uns selbst, wenn es uns nicht gelingt, zu verzeihen.
Grund genug, loszulassen, was ohnehin nicht mehr zu ändern ist.

Was Verzeihen eigentlich ist – und nicht ist

Manchmal fällt es uns auch schwer, weil wir Verzeihen falsch verstehen. Wenn wir verzeihen, sagen wir damit nicht, dass wir gut finden, was der andere gemacht hat. Verzeihen bedeutet, Frieden zu schließen mit dem, was Geschehen ist – und es mit allen damit verbundenen Konsequenzen anzunehmen. So wird die bisher durch die negativen Emotionen und Gedanken gebundene Kraft wieder freigesetzt und wir können nach vorne schauen.
Und das Wichtigste: Verzeihen heißt, die Verantwortung für unser eigenes Wohlbefinden wieder zu uns zurück zu holen.

4 Schritte, die helfen

Der US-amerikanische Psychologe Robert Enright, Gründer des „International Forgiveness Institute„, hat ein Modell entwickelt, das uns dabei helfen kann, zu verzeihen und inneren Frieden zu finden. Es besteht aus insgesamt 20 Schritten, die sich in folgende vier Phasen gliedern lassen.

  1. Bewusst durchleben, Gefühle zulassen – werde Dir bewusst, welche Situation Dir zu schaffen macht, lasse Deine Gefühle zu und beginne, sie anzunehmen und zu verstehen. Belasse die Verantwortung für Deine Gefühle bei Dir.
  2. Entschluss, zu vergeben – Mach Dir bewusst, welche Vorteile es mit sich bringt, zu verzeihen und mit der Situation abzuschließen. Treffe dann bewusst die Entscheidung, zu verzeihen – und stehe dazu.
  3. Verständnis – Blicke aus der Sicht der Person, die Dich verletzt hat, auf die Situation. Versuche, Dich in sie hineinzuversetzen, ihr Handeln zu verstehen – ohne es zu entschuldigen. Akzeptiere den damit verbundenen Schmerz. Lasse der Person etwas Gutes zukommen – z.B. einen guten Gedanken. Spüre, wie dadurch ungünstige Impulse wie Angriff oder Rückzug langsam nachlassen.
  4. Akzeptanz – Schließe Frieden, mit dem Geschehenen. D.h. nicht, dass Du es gut findest oder vergisst. Komm zurück zu Dir. Mach Dir bewusst, dass Du nicht alleine bist und besinne Dich auf Deine Lebenszielen und Deine Wünsche. Spüre, wie die wohltuende Wirkung des Loslassens einsetzt und wie gut es tut, schmerzliche Gefühle durch Mitgefühl, Großzügigkeit und Wohlwollen zu ersetzen.

Und übrigens: manchmal geht es auch darum, dass wir uns selbst verzeihen!

Sei großzügig und stark!

Deine Birgit

Sei ein Igel und kein Hase

Foto: Alexas_Fotos, Pixabay

Ich schreibe ja selbst gerne Geschichten. In letzter Zeit kommen mir aber immer wieder meine Lieblingsmärchen und Fabeln in den Sinn. Zuletzt, als ich wieder mal im Strom der ungeduldig eilenden Menschen mit schwamm, kam mir das Märchen vom Hasen und vom Igel in den Sinn. Und es gingen mir folgende Fragen durch den Kopf:

Wer bestimmt eigentlich die Geschwindigkeit unseres Alltags? Sind das nicht wir selbst?
Und wenn wir sie selbst bestimmen, wie kann sie uns dann zu schnell werden?
Etwa weil wir meinen, mithalten zu müssen mit der Geschwindigkeit der anderen (denen ihre eigene auch oft zu schnell ist?) – Echt jetzt? Müssen wir? Und ist das das nicht verrückt?

Und was hat das jetzt mit dem Hasen und dem Igel zu tun?

Das Märchen vom Hasen und vom Igel ist schon sehr alt (erstmals 1840 erschienen) – und doch erinnert es mich an die Dynamik, die wir in unserer heutigen Zeit scheinbar täglich lostreten.

Für alle, die es nicht kennen, hier eine kurze Zusammenfassung (und unten der Link für die ausführliche Version):

Eines schönen Tages treffen sich der Hase und der Igel auf dem Feld. Und als der Hase beginnt, sich über den Igel und seine kurzen Beinchen lustig zu machen, schlägt der clevere Igel dem etwas überheblichen Hasen einen Wettlauf vor – den der Igel am Ende gewinnt.
Wie er das macht? Indem er seine Frau um Hilfe bittet, die er am anderen Ende der Wettkampfstrecke positioniert. Und als der Hase das erste Mal ins Ziel läuft, sitzt da schon der Igel (bzw. seine Frau, die aber genauso aussieht, wie ihr Igel-Mann) und ruft „bin schon da“. Der Hase kann es nicht glauben und läuft die Strecke immer und immer wieder ab – und findet jedesmal den Igel vor, der „schon da“ ist.
Am Ende verliert der Hase die Wette und sogar sein Leben – vor lauter Erschöpfung.

Vielleicht war die Moral von der Geschichte 1840 eine andere.
Für mich birgt sie folgende Erkenntnisse, die aktueller sind, denn je:

  • Cleverness schlägt Eile („work smart not hard“)
  • Gemeinschaft schlägt Einzelkämpfertum
  • Potential lässt sich selten am Aussehen festmachen
  • Vor lauter Eile übersehen wir oft wichtige Details (die uns das Eilen ersparen könnten)
  • Wachstumsdenken schlägt Konkurrenzdenken – wenn jemand besser ist als Du , freue Dich darüber und lerne – anstatt in Neid, Frustration oder Konkurrenzdenken zu verfallen.

Kurz: sei ein Igel und kein Hase.

  • Wo könntest Du noch cleverer statt eiliger agieren?
  • Wo fühlst Du Dich, als müsstest Du alles alleine machen – und könntest um Hilfe fragen oder jemanden ins Boot holen?
  • Wann urteilst Du zu schnell über andere?
  • Wann gehen Dir wichtige Details flöten, weil Du so in Eile bist?
  • Wen könntest Du als Vorbild statt als Gegner sehen?

Auf dass es Dir gelingen möge, igeliger zu agieren!

Deine Birgit

Hier der Link zum vollständigen Märchen vom Hasen und dem Igel

Das Märchen vom Sich-Anstrengen

Photo: Anemone123, Pixabay

Stell Dir mal vor, sich anstrengen würde überhaupt nix bringen. Ja sogar kontraproduktiv sein. Je mehr Du es versuchst, desto weniger gelingt es Dir.

Kommt Dir das bekannt vor?

Zumindest in manchen Bereichen unseres Lebens ist das nachweislich der Fall – so zum Beispiel beim Schlaf, dem Glück, der Meditation, manchmal sogar beim Sport.

Wer kennt es nicht, das Phänomen. Du liegst im Bett und kannst nicht einschlafen. Am Anfang vielleicht, weil Du noch etwas aufgewühlt bist. Dann beginnen Gedanken durch Deinen Kopf zu strömen. Dann schaust Du auf die Uhr. Du meine Güte! Du fängst an, Dich über Dich aufzuregen, oder Dir Sorgen über den Schlafmangel zu machen ….

Ähnlich geht es so manchem beim Meditieren. Man kann auch angestrengt meditieren. Vor allem, wenn man meditiert, um …. zu erreichen. Und am Ende sitzt Du da und (er-)wartest, dass Deine Gedanken stoppen und Du entspannst – und wunderst Dich nach vier Wochen täglicher Praxis, warum es Dich mehr stresst und frustriert, als das es Dir hilft. Diese Herangehensweise konterkariert im Prinzip die Natur der Meditation – nichts erwarten, nichts erreichen, einfach nur wahrnehmen, annehmen, loslassen.

Je mehr wir manches versuchen, uns anstrengen, etwas wollen, umso enger wird unser Geist und unser Blick. Das ist wie ein mentaler Muskelkrampf. Und wer kann mit einem Krampf schon Großes leisten?

Solltest Du also in irgendeinem Bereich das Gefühl haben, dass Du Dich wahnsinnig anstrengst, aber trotzdem (oder deshalb) nicht weiter kommst, dann …

  • Halt mal inne
  • Nimm wahr
  • Nimm an
  • Lass locker
  • und staune, was passiert.

Bei den oben genannten Beispielen Schlaf, und Glück hat die Wissenschaft übrigens herausgefunden, was hilft:

  1. Werde Dir klar, was Dich glücklich macht / guten Schlaf fördert.
  2. Nehme Dein Glück / Deinen Schlaf wichtig genug, indem Du täglich auf Basis Deiner Erkenntnisse immer wieder bewusst Entscheidungen pro Glück / pro Schlaf machst.
  3. Freue Dich, wenn es klappt.
  4. Nimm an, wenn es mal anders kommt
  5. Bleibe locker.

„Sobald man aufhört sich zu verkrampfen, läuft alles wie von selbst und man kann wieder der sein, der man ist.“
Aus „Scrubs“, vierte Staffel

Bleib locker und sei Du selbst – und der Rest wird sich fügen.

Deine Birgit

Überraschung macht glücklich

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Im letzten Urlaub in den Bergen waren wir Schneeschuh Wandern. Warum das erwähnenswert ist? Weil ich zum ersten Mal Schneeschuhe an den Füßen hatte und ein super Erlebnis war. Die Vorfreude darauf, das viel bewusstere Gehen, weil sich der Schritt an die Schneeschuh Breite anpassen muss, die Begeisterung, auf diese Weise Gegenden erkunden zu können, in die wir mit normalen Schuhen nicht vorgedrungen wären und das zufriedene Gefühl danach, als wir die Tour erfolgreich abgeschlossen hatten. Es hat mich daran erinnert, wie glücklich es macht, ab und zu mal was Neues auszuprobieren und zu erleben.

Unser Hirn ein zwar einerseits bequemer Sparfuchs – es liebt Routinen und Bekanntes, denn dafür muss weniger Energie aufgewendet werden. Andererseits liebt es nachweislich auch Überraschungen und Neues. In verschiedenen Studien* konnte gezeigt werden, dass im Hirn unser sogenanntes Belohnungszentrum aktiviert wird, wenn wir Neues oder Überraschungen erleben. Die Aktivierung dieses Hirnareals bewirkt die Ausschüttung von Dopamin, im Volksmund auch als „Glückshormon“ bekannt. Diese Substanz wiederum bewirkt eine Steigerung der Motivation und des Antriebs, was wir oft als Hochgefühl und Begeisterung wahrnehmen.

Wenn also etwas neu oder überraschend und angenehm ist, sorgt unser System dafür, dass wir ein „mehr davon“ Gefühl bekommen. Ganz schön clever. Und da unsere grauen Zellen zudem bei allem Neuen bis ins Detail prüfen, ob es gut oder schlecht für uns ist, erleben wir Neues besonders intensiv.

Dabei ist dieser Effekt besonders stark, wenn positive Erlebnisse überraschend eintreten.
Soviel zur Wissenschaft.

Wie können wir uns nun die schlauen Erkenntnisse zunutze machen, um dem Glück öfter zu begegnen?

  1. Lasse los: Sich selbst überraschen ist natürlich schwierig – was geplant wird, ist keine Überraschung mehr. Dennoch kannst Du in gewissem Maße die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Überraschungen zu erleben. Das erfordert aber etwas Mut – denn dafür musst Du ab und zu loslassen oder die Kontrolle abgeben (die eh oft nur eine Illusion ist ;-)) Das letzt mal ist mir selbst das auf der Fahrt in unseren Spanienurlaub gelungen. Wir sind mit Hund und Auto unterwegs gewesen und es war klar, dass wir mehrere Tage für die Fahrt nach Spanien brauchen. Auf dieser Fahrt haben wir uns dazu entschlossen, keine Unterkünfte zu buchen, sondern tagesaktuell zu entscheiden und spontan online nach Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen. So konnten wir länger fahren – und mehr entdecken -, wenn das Wetter gut war und früher einkehren, wenn wir keine Lust mehr hatten. Wir hatten Glück – und empfanden es auch! – denn wir haben ausnahmslos tolle Orte entdeckt und interessante Menschen in schönen Unterkünften kennengelernt. Ein sehr intensives Erlebnis.
  2. Überrasche jemand anderen positiv: Eine weitere Alternative zum „sich selbst Überraschen“ ist, andere glücklich zu machen. Die Freude anderer zu sehen macht nämlich wiederum uns selbst glücklich 🙂 Dabei ist nicht so wichtig, dass die Person weiß, wer sie überrascht hat – aber hilfreich, wenn Du ihre Reaktion mitbekommst. (mehr zu diesen sogenannten „Random Acts of Kindness“ und ihrer Wirkung in meinem Artikel „RAK-eten der Freude„).
  3. Probiere selbst ab und zu was Neues: Am besten machst Du es Dir zur Routine, regelmäßig mal was Neues auszuprobieren. Damit Du daran denkst, kann z.B. eine Erinnerung in Deinem Handy hilfreich sein. Es muss ja nicht gleich eine Schneeschuh Wanderung sein. Wie wäre es zum Beispiel mit damit:
    • iss etwas, was Du noch nie gegessen hast
    • wähle einen neuen Weg zur Arbeit
    • lerne eine neue Sprache
    • probiere eine (neue) Sportart aus
    • probiere ein Dir bisher unbekanntes Getränk
    • spiele ein neues Gesellschaftsspiel
    • beginne ein neues Hobby
    • gehe ein paar Schritte rückwärts 😉
    • wähle ein „mutiges“ Kleidungstück
    • … Dir fällt bestimmt noch mehr ein 🙂

Also, wie wär’s? Womit möchtest Du Dich die kommende Woche überraschen und glücklich machen?

Viel Freude,

Deine Birgit

*Emory University, „Human Brain gets a kick our of surprises“

Geld oder Zeit?

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Autor: Happiness Academy, www.happinessacademy.eu

„Was ist wertvoller – Zeit oder Geld?“ diese Frage wird wohl immer wieder gestellt werden und die unterschiedlichsten Antworten hervorbringen.

Immer häufiger beschäftigt dieses Thema auch die Sozialpsychologie. Viele Studien zeigen, dass mehr Freizeit glücklicher macht, als mehr Geld zu haben. Dies ist auch das Ergebnis einer groß angelegten Umfrage, die 2016 in fünf Schritten unter 4.415 Menschen mit unterschiedliche Einkommen, Arbeitsplätzen und demographischen Merkmalen durchgeführt wurde.
Die Teilnehmer wurden gefragt, was sie mehr schätzen – Zeit oder Geld. Darüberhinaus mussten sie die Frage beantworten, ob sie für einen neuen Job, der mehr Freizeit bietet, weniger Gehalt in Kauf nehmen würden.
Die Studie hat gezeigt, dass Menschen, denen Zeit wichtiger ist, glücklicher und zufriedener mit dem Leben sind.

Weitere interessante Ergebnisse dieser Studie waren:

  • Es spielt keine Rolle, ob sich die Menschen mehr Zeit pro Tag oder insgesamt in ihrem Leben wünschen. Beides führt zu einem höheren Maß an Glück.
  • Menschen, die sich mehr Geld wünschen, um mehr erleben zu können, sind glücklicher als Menschen, die sich mit mehr Geld materielle Dinge kaufen wollen.
  • Teilnehmer, die auf die Frage, ob sie mehr Zeit oder mehr Geld wollen, mit Zeit antworteten, waren im Moment der Antwort etwas glücklicher als diejenigen, die sich für Geld entschieden. Daraus kann geschlussfolgert werden, dass selbst der Gedanke, Zeit mehr als Geld zu schätzen, dazu beitragen kann, unser momentanes Glück zu steigern.
  • Reiche Menschen neigen dazu, dem Wunsch nach mehr Zeit größere Präferenz als dem Wunsch nach mehr Geld einzuräumen, was bedeuten kann, dass es schwieriger ist als gedacht, auf die Frage eine aussagekräftige Antwort zu erhalten – oder dass Menschen oft das wollen, was sie nicht haben.

Trotzdem, was ist zu tun: der Zeit oder dem Geld dem Vorzug geben?

In Betracht gezogen werden sollte auch, dass einige Menschen im Laufe ihres Lebens dem Geld größere Bedeutung einräumen müssen. So muss sich ein mancher für den besser bezahlten Job mit längeren Arbeitszeiten entscheiden, um seinen Grundbedarf an Lebenshaltungskosten zu decken. D.h. selbst wenn er lieber mehr Zeit als Geld zu hätte, kann er es sich nicht leisten.

Untersuchungen in den USA zeigen, dass Geld für unser Glück solange wichtig ist, wie wir es brauchen, um unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen (ab ca. 75.000 US $ Jahreseinkommen ist keine Steigerung des Glückslevels mehr zu beobachten). Ist unser Grundbedarf aber erst einmal gedeckt, sollten wir darauf achten, wonach wir streben oder was wir haben wollen, um glücklicher zu sein. Dr. Raj Raghunathan, Professor für Psychologie an der Universtität Texas formuliert es in seinem Buch „Klug, erfolgreich und trotzdem unglücklich“ wie folgt:

„Der Haken an einem höheren Verdienst ist, dass die Ausgaben auf scheinbar magische Weise mit dem Einkommen steigen. Das ist ein Grund, warum ein höherer Verdienst nicht glücklicher macht. Es gibt allerdings noch einen weiteren, triftigeren: Der positive Schub auf psychologischer Ebene nutzt sich allzu schnell ab, und man benötigt eine weitere Gehaltserhöhung, um denselben psychologischen Effekt auszulösen. Die Neigung, sich schnell an mehr Geld oder an jede andere Variable für Überlegenheit (Macht, Ruhm, Schönheit etc.) zu gewöhnen, ist so geläufig, dass die sogenannte Hedonistische Adaption als eine der grundlegensten Wesensmerkmale der menschlichen Natur betrachtet werden kann. Darauf ist auch zurückzuführen, dass Lottogewinner schon zwei Jahre nach ihrem Gewinn um keinen Deut glücklicher sind als der Durchschnittsbürger – ein Umstand, den zahlreiche Studien belegen. Für den Fall, dass wir unser Glück an unserer Überlegenheit festmachen bedeutet das, dass wir im Laufe unseres Lebens immer noch reicher, mächtiger und angesehener werden müssten, um das hohe Glückslevel aufrecht zu erhalten. Man braucht kein Genie zu sein, um zu erkennen, dass dies kaum möglich ist.
Hedonistische Anpassung liefert demnach eine wichtige Erklärung, warum Materialismus unserem Glück auf lange Sicht schadet. Es gibt einen weiteren Grund: Die unrealistisch hohen Erwartungen, die Menschen an materielle Dinge hinsichtlich der Mehrung ihres Glücks hegen, gehören, wie Wissenschaftler zeigen, zu den Hauptursachen für die Unzufriedenheit materialistisch orientierter Menschen. Darüber hinaus fördert ein materialistischer Lebensstil die Selbstzentriertheit und senkt das Mitgefühl, weshalb andere eher ungern mit materialistisch eingestellten Menschen kooperieren, was auf lange Sicht das Glück eher trübt. Infolge des geringeren Mitgefühls sind Menschen häufiger bereit, auf Freude und Zufriedenheit bringende Dinge (Zeit mit Freunden/der Familie zu verbringen oder etwas für die Gesellschaft beizutragen) zugunsten von Macht oder Ruhm zu verzichten.“

Wenn Du also das nächste Mal vor der schwierigen Wahl zwischen Geld oder Zeit stehst, denke an Dein Glück und nicht nur an Deinen Geldbeutel. Solange Du es Dir leisten kannst, wähle, was Dich glücklkich macht.

Ein herzliches Dankeschön die Happiness Academy für diesen wunderbaren Artikel über den Wert von Zeit oder Geld für das Glück und für unsere Zusammenarbeit, um die Menschen glücklicher zu machen und ihnen zu helfen, ein erfülltes und freudvolles Leben zu führen.
Möge 2020 das Jahr zum Jahr für mehr Glück für alle werden!

Das Jahr abschmecken

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2019 neigt sich dem Ende – wie verbringst Du die letzten Tage des Jahres?
Nimmst Du Dir Zeit, zurückzublicken und Resümee zu ziehen?
Das empfiehlt sich sehr – noch besser ist es natürlich, wenn Du Dir dafür schon im Laufe des Jahres in regelmäßigen Abständen Zeit nimmst – aber der Jahresabschluss ist eben der klassische Zeitpunkt.

Nicht innezuhalten und zurückzublicken ist wie stundenlang ein köstliches Essen zubereitet zu haben und es dann zu servieren oder stehenzulassen, ohne es probiert zu haben.

Resümee zu ziehen ist Erfahrungen abzuschmecken. Der Blick zurück lässt alles nochmal auf der Zunge zergehen und es wird schnell klar, was gut gelungen ist, wo noch etwas fehlt, was man hätte anders machen können und vor allem – was man beim nächsten Mal anders machen möchte.

Also, lass das Jahr nicht vorübergehen, ohne Deine Erfahrungen, Erkenntnisse und Erfolge abzuschmecken. Nimm sie als Geschenk wahr, um das kommende Jahr noch besser zuzubereiten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Jahr abzuschliessen. Solltest Du ein Tagebuch oder ein Journal führen, so ist der Rückblick etwas leichter. Alternativ kannst Du aber auch Deine Kalender zur Hand nehmen – handschriftliche oder elektronische – oder/und mal durch die Fotos in Deinem Handy scrollen, die Du in diesem Jahr gemacht hast. Gleiches funktioniert auch, wenn Du aktiv in Social Media unterwegs warst, indem Du durch Deinen Feed blätterst.

Die folgenden fünf Schritte helfen Dir beim persönlichen Jahresabschluss. Du kannst Deine Gedanken einfach fließen lassen oder sie Dir aufschreiben (und dann Ende des kommenden Jahres nochmal zu Hand nehmen ;-)).

  1. Meilensteine: Was ist in diesem Jahr passiert? Was waren die großen, prägenden Ereignisse in Deinem Leben?
  2. Erfolge: Worauf bist Du stolz? Was hast Du dieses Jahr erreicht (im Job, in Deinen Beziehungen, für Dich persönlich)? Wo bist Du über Dich hinausgewachsen?
  3. Erkenntnisse/Lernerfahrungen: Welche Erkenntnisse hast Du aus Deinen (positiven und negativen!) Erfahrungen und Erlebnissen gezogen?
  4. Start – Stop – Continue: Was möchtest Du im neuen Jahr anders machen oder neu beginnen (Start)? Was möchtest Du im alten Jahr zurücklassen – also aufhören zu tun? (Stop) – Was möchtest Du auf jeden Fall beibehalten? (Continue)
  5. Feiern: Vergiss nicht, am Ende alles mit einem Lächeln und Stolz zu besiegeln, indem Du feierst und genießt, was Dir gelungen ist! Das macht glücklich und schafft gleichzeitig frische Motivation und Energie für den Start ins neue Jahr.

Achte bei allen 5 Punkten darauf, dass DU der Maßstab bist! Es geht nicht um den Vergleich. Ein Erfolg muss nichts Weltbewegendes sein – aber er muss Deine Welt bewegt haben!

Lass es Dir schmecken!

Herzlichst,

Deine Birgit

Vom Glück, die richtige Entscheidung zu treffen

Foto: Pixabay

Die Weihnachtsferien stehen vor der Tür und in Gedanken an den bevorstehenden Urlaub ist mir eine Situation in den Sinn gekommen, die eng verknüpft ist mit dem Phänomen, dass wir im Alltag manchmal unser Glück und unsere Zufriedenheit für ziemliche komische Dinge opfern – wie z.B. das Rechthaben oder Geld.

In einem der letzten Winterurlaube saßen wir mit Freuden im Urlaubshotel am Frühstückstisch und diskutierten, ob wir Skifahren gehen sollten oder nicht. Ungefähr die Hälfte des Urlaubs war bereits vorüber. Der Blick in Richtung Berg offenbarte kein besonders einladendes Wetter. Wir sammelten Argumente für und wider einen Skitag – und eigentlich waren wir alle nicht besonderes motiviert. Erstaunt war ich allerdings, als eine Person in unserer Gruppe meinte: „Nee, so richtig Lust habe ich auch nicht. Aber jetzt haben wir den Skipass ja schon gekauft und das muss sich ja lohnen. Wenn wir heute nicht gehen, haben wir die bezahlten Tage gar nicht genutzt.“

Ein schönes Beispiel für ein Phänomen, dass die Wissenschaft das „Glücksparadox“ nennt. Obwohl wir wissen, was uns glücklich macht, entscheiden wir uns – wenn es darauf ankommt  – trotzdem nicht dafür.

Verschiedene Studien konnten belegen, dass mindestens 20-30% der Bevölkerung ihr Glück zugunsten anderer Ziele opfert. Theoretisch gefragt wussten beinahe alle Teilnehmer intuitiv, welche Entscheidung sie auf lange Sicht zufriedener machen würde. Vor die aktuelle Wahl gestellt, entschieden sie sich aber für die andere Option. Dieses Verhalten lässt sich in verschiedenen Zusammenhängen beobachten – egal ob in unserer Freizeit, wie in meinem oben genannten Beispiel, in unseren Beziehungen („möchtest Du Recht haben oder glücklich sein? „) oder bei unserer Berufswahl (den besser bezahlten aber weniger erfüllenden Job wählen oder den weniger gut bezahlten Job, der mit Deinen Werten und Talenten übereinstimmt?)*.

Nicht zu verwechseln ist dieses Phänomen mit der Kompetenz des Gratifikations-Aufschubs. Bei letzterer entscheiden wir uns im Hier und Jetzt ganz bewußt für die im Moment weniger glücklich machende Option – weil wir wissen, dass uns diese Entscheidung auf lange Sicht glücklich macht oder unseren Zielen näher bringt (wenn ich mich z.B. zum Sport aufraffe obwohl ich keine Lust habe, wohlwissend, dass es mir und meinem Körper danach besser geht und mich die Bewegung an der frischen Luft gesund hält).

Versuche doch in den nächsten Tagen mal, Deinem Glücksparadox auf die Spur zu kommen indem Du bei bevorstehenden Entscheidungen einen Moment innehälst. Frage Dich dann: Welche Entscheidung steht im Einklang mit meinem Wohlbefinden, meinen Zielen, meinen Werten – dem, was mich glücklich macht?

Und dann – entscheide Dich dafür!

Sollte es in der ein oder anderen Situation nicht möglich sein, Dich zugunsten Deines Glücks zu entscheiden, so stelle sicher, dass Du danach recht zeitnah zwei bis drei glücksfördernde Entscheidungen oder Handlungen umsetzt.

Falls Du Dir noch nicht so sicher bist, was Dich glücklich macht, ist es Zeit für eine Happy List – den entsprechenden Artikel dazu findest Du hier.

Klingt einfach? Na – dann los!
Entscheide Dich für’s Glücklichsein.

Deine Birgit

*Raghunathan, Rajagopal, Sunaina Chugani, and Ashesh Mukherjee (2014), “The Fundamental Happiness Paradox,” working paper, The University of Texas at Austin