Dein innerer Taxifahrer

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Heute steige ich mal direkt ein: Wie ist es Dir diese Woche ergangen? Nimm Dir mal einen Moment Zeit und blicke auf die letzten 6 Tage zurück. Hattest Du Pläne? Ist alles verlaufen, wie geplant? Was hast Du erreicht? Bist Du zu dem gekommen, was Du Dir vorgenommen hast? Hattest Du Zeit für Dinge, Aktivitäten und Menschen, die Dir wichtig sind in Deinem Leben? Waren Dein Handeln und die Investition Deiner Zeit wirkungs- und wertvoll?
Oder wunderst Du Dich, wo sie schon wieder hin ist, die Woche? Und bist Du enttäuscht, weil Du wieder keine Zeit hattest für … Fühlt es sich an, als wäre Dir die Woche passiert? Als wenn Du fleißig viel erledigt hast- aber irgendwie nix geschafft?

Das unser Zeitempfinden davon abhängt, ob wir in Gedanken schon beim nächsten Ereignis sind noch bevor wir das aktuelle bewusst wahrgenommen und verarbeitet haben – und was Du dagegen tun kannst – kannst Du in meinem Beitrag „Slow Motion im Alltag“ nachlesen.

Heute soll es um dieses „viel gemacht und nix geschafft“ Gefühl gehen. Mich überkommt es immer wieder – und ein Blick in meine elektronische To Do Liste verrät mir dann auch recht schnell warum: Es sind die Tage, an denen ich nahezu pausenlos vermeintlich wichtige und dringenden Aufgaben „abgearbeitet“ habe. Und am Abend stelle ich dann enttäuscht fest, dass das, was mir wichtig war, auf der Strecke geblieben ist.

Zack, ist es passiert. Unsere Welt wird immer lauter, schneller, bunter und vielfältiger. Die Anzahl der Möglichkeiten steigt ebenso kontinuierlich wie die der Anforderungen. Mediale Eindrücke, höhere Schlagzahl, gestresste Menschen. Oft sind wir so sehr damit beschäftigt, möglichst „schadlos“ durch den Dschungel zu gelangen, dass wir den Kontakt zu uns verlieren, dass wir total vergessen, in welche Richtung wir eigentlich unterwegs sein wollten.

Ich vergleiche das gerne mit einem Taxi, in das wir jeden Morgen einsteigen. Stell Dir vor, dass Taxi steht für Deine Fähigkeiten, Deinen Körper, Deine Energie. Es kann Dich überall hinfahren – Du musst nur zwei Dinge sicherstellen:

  1. Kümmere Dich darum, dass es in Schuss bleibt. Gönne dem Motor Pausen zum Runterkühlen, tanke es, wenn das Lämpchen angeht und kümmere Dich um regelmäßige Inspektionen.
  2. Sag Deinem Taxifahrer, wo Du hin möchtest!

Dein Taxifahrer steht für Deinen Geist und Deine Seele. Je klarer Du weißt, wohin die Fahrt gehen soll, umso wahrscheinlicher ist es, dass Du dort ankommst. Wenn Du ihm zudem noch Informationen darüber geben kannst, welche Art von Routen und Zwischenziele Dir besondere Freude bereiten, kannst Du die Fahrt durch den Dschungel sogar genießen.

Solange es jeden Morgen anspringt, wird es fahren, Dein Taxi. Tag für Tag. Wenn Dein Fahrer aber keine Informationen über Dein Ziel erhält, ist es möglich, dass Dein Taxi am Ende des Tages, der Woche, des Jahres … Deines Lebens…. an einem Ort zum Stehen kommt, an dem Du gar nicht landen wolltest. Dein Fahrer wird sich zwar damit beschäftigen, gut durchzukommen – die Route ist ihm aber egal. Er wird sich viel leichter von den Verkehrsbedingungen zur Routenänderung drängen lassen. Vielleicht steigen sogar ständig Menschen in Dein Taxi und benutzen es, um an ihr Ziel zu kommen. Der Dschungel der Alltags wird bleiben – aber auf welchem Weg und in welche Richtung Du ihn durchquerst, hängt davon ab, ob Du Dein Ziel kennst.

Ziele können sich unterschiedlich gestalten. Um im Taxi-Bild zu bleiben: normalerweise gibt es eine grundsätzliche Richtung, in der wir unterwegs sind (Was will ich in meine Leben erreichen und bewirken? Was ist mir wichtig?) und daran angelehnt dann kleinere Etappen (Wie genau kann ich das erreichen? Was muss ich dafür tun?). Wenn Du Dir darüber im Klaren bist, kannst Du Dich regelmäßig mit Deinem inneren Taxifahrer zusammensetzen und die Route besprechen. Manche Menschen machen dies zu Beginn des Jahres. Da wir aber nicht die Verkehrsmeldungen des kompletten Jahres am Neujahrstag vorliegen haben, empfehle ich, sich regelmäßiger der Reiseroute zu widmen – vielleicht sogar täglich.

Was sich für mich bewährt hat, sind zwei Momente am Tag, in denen ich innehalte: morgens, wenn ich aufwache – noch bevor ich mein Taxi auf die Strasse lasse und abends, bevor ich ins Bett gehe. Wie sieht der Dialog mit meinem Taxifahrer aus:

  1. Morgenroutine: Ich hole mir ins Bewusstsein, was mir wichtig ist und was ich erreichen möchte, werfe einen Blick auf die Verkehrsmeldungen des Tages (Termine ;-)), höre in mich hinein und schreibe mir dann drei Dinge auf:
    • mein Etappenziel (kann ein Monats-/Jahres- oder Projektziel sein)
    • drei Handlungen, die mich heute meinem Ziel näher bringen
    • mein Fokus oder Motto des Tages – abhängig von meinem Gefühl am Morgen und dem was ich meine, brauchen zu können (z.B. „Ich gönne mir regelmäßig Pausen,“)
  2. Abendroutine: Der Blick zurück. War ich in die richtige Richtung unterwegs? Was bedeuten die Erkenntnisse für meine weitere Routenplanung?
    • habe ich die drei Handlungen vollzogen?
    • was hat mir Freude bereitet?
    • welche Erkenntnisse konnte ich gewinnen?
    • was ist gut gelaufen? / Wofür bin ich dankbar?

Da Du nie weißt, wie sich die Verkehrslage im Laufe des Tages noch ändert, empfehle ich Dir, Deine Gedanken morgens und abends schriftlich festzuhalten. Dies kann einfach in Deinem Kalender oder einem Notizbuch geschehen – oder auch, indem Du Deine Gedanken in Dein Smartphone tippst.
Mittlerweile gibt es auch spezielle Notizbücher zur „mentalen Routenplanung“, die diese und noch weitere Kategorien enthalten. (Ich habe Dir mal ein paar Links unten eingefügt).

Wie auch immer Du Deine Route planst – ich wünsche Dir, dass es Dir gelingt, im Dialog mit Deinem „inneren Taxifahrer“ zu bleiben.

Genieß die Fahrt!

Deine Birgit

Tagebücher für die Morgen-/Abendroutine:

Das 6-Minuten Tagebuch – von Dominik Spenst

Power Journal – von KraftFabrik
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DRANBLEIBEN Erfolgsjournal – von Dran Bleiben

Mein Manifest – von Life Trust

7Mind Planer – von 7Mind

Schöne Grüße an die Füße

Wir treten den ganzen Tag auf Ihnen rum. Morgens packen wir sie in Socken oder Strümpfe, oft auch in schöne – aber leider viel zu häufig zu enge – Schuhe. Manchmal laufen wir uns Blasen (ich habe immer Eindruck, dass mein Schuh den Fuß einläuft und nicht umgedreht …). Die meiste Zeit im Jahr verbringen sie im Dunkeln – und dennoch tragen sie uns zuverlässig durchs Leben.

Unsere Füße sind ein Meisterwerk der Natur. Sie helfen uns dabei, unseren Bewegungsapparat in Balance zu halten und obwohl wir die Fußsohlen den ganzen Tag belasten, sitzen in ihnen viele wichtige und sensible Punkte, die in Verbindung zu unseren Energieleitbahnen (Meridianen) im Körper stehen. Eine fachmännisch durchgeführte Fußreflexzonenmassage kann durch das Stimulieren von Nervenwegen und der Muskelentspannung auch dem Stressabbau dienen.

Dich liebevoll Deinen Füßen zu widmen wirkt sich also auch positiv auf den Rest Deines Körpers und Dein Wohlbefinden aus. Und es gibt viele Möglichkeiten, Deinen Füßen etwas Gutes zu tun:

  • Gönne Deinen Füßen regelmäßig ein entspannendes Fußbad
  • Creme Deine Füße nach der Reinigung mit einer Fußsalbe ein und massiere sie leicht. Achte dabei bewusst darauf, dass Du allen Bereichen Deiner Füße Aufmerksamkeit schenkst (auch der Ferse und den Enden der Zehen)
  • Um zu entspannen, massierst Du Deinen gesamten Fuß (beide nacheinander) 45 Min. lang mit einem guten Massageöl ein. Wenn Du unter Stress stehst, probiere es einmal damit: In der Mitte unter dem Fußballen liegt die Zwerchfell-Solarplexus-Zone. Wenn Du diesen Punkt sanft massierst, kann sich nervöse Anspannung auflösen.
  • Eine „einfache“ Fußreflexzonenmassage kannst Du auch mit sogenannten Igelbällen durchführen. Setze Dich dazu aufrecht auf einen Stuhl und rolle mit den nackten Füßen wechselweise mit leichtem Druck über den Igelball.

Und mein letzter Tipp: Freiheit für die Füße – gehe öfter barfuß!

Beim Barfußgehen nehmen wir den Untergrund viel bewusster wahr und kommen so wieder mehr in Kontakt mit der Natur. Außerdem trainiert Barfußlaufen die (Fuß-) Muskulatur und kann so dazu beitragen, Haltungsschäden, Rückenprobleme und Senkfüße zu lindern.

Wenn Du regelmäßig barfuß läufst, hast Du übrigens weniger kalte Füße. Zum einen regt das Barfußlaufen die Blutzirkulation an (die in Schuhen und Socken oft beeinträchtigt wird), zum anderen gewöhnen sich die Füße daran, nackt zu sein – so wie es auch Deine Hände gewohnt sind.

Im Sommer kannst Du auch sogenannte „Barfuß-Sinnespfade“ besuchen oder Dir selbst einen erstellen. (http://www.barfusspark.info/fuehlpfad/)

Liebe Grüße an die Füße (und an Dich),

Deine Birgit

Einatmen, Lächeln, Ausatmen

Oft werde ich gefragt, was man denn tun kann, um in Momenten des Ärgers oder der Anspannung schnell in die Entspannung zu kommen. Meistens antworte ich recht einsilbig und sage: Atmen. Manchmal auch „einatmen, lächeln, ausatmen“. Nicht selten schaut man mich dann recht ungläubig an. Ja, klingt einfach und ist es auch. Das schöne ist, unseren Atem haben wir immer dabei. Und viel zu selten nutzen wir ihn aktiv, um in einen besseren Zustand zu gelangen.

Unser Atem ist lebensnotwendig und funktioniert glücklicherweise ganz automatisch und ohne unser aktives Zutun. Und eben weil er so zuverlässig und von ganz alleine im Hintergrund arbeitet, widmen wir unserem Atem oft zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist er der perfekte Begleiter in die Entspannung.

Normalerweise passen sich Atemrhythmus und Intensität den Gegebenheiten an, in denen wir uns befinden. Sind wir angespannt, aufgeregt oder brauchen wir aus einem anderen Grund mehr Energie, wird die Atmung schneller und flacher. Liegen wir entspannt im Bett oder auf der Couch, so atmen wir tiefer und langsamer. Das erstaunliche ist: der Mechanismus funktioniert auch andersrum.

Wenn wir langsam, bewußt und tief atmen, senden wir unserem Körper das Signal, dass er entspannen kann. Das funktioniert sowohl in akuten Situationen, wenn ich mich z.B. über etwas aufrege, als auch bei Entspannungsübungen nach einem anspruchsvollen Tag.

Probiere es doch am besten gleich einmal aus. Nimm Dir jetzt ein wenig Zeit, Dich Deiner Atmung zu widmen. Such Dir einen ruhigen Ort, an dem Du in den nächsten 2-3 Minuten ungestört bist.

Wähle eine angenehme Position im Sitzen oder im Liegen. Achte dabei darauf, dass Dein Bauch und Dein Brustkorb sich beim Atmen frei entfalten können. Wenn Du bereit bist, schließe Deine Augen. Achte nun darauf, wie Dein Atem ganz von alleine ein und ausströmt. Lass‘ alle Gedanken und alles, was Dich in diesem Moment noch beschäftigt, mit jedem Ausatmen mehr und mehr los. Spüre, wie Du mit jedem Atemzug ruhiger wirst und sich Anspannungen im Körper langsam lösen. Lege nun eine Hand auf Deine Brust und die andere auf Deinen Bauch. Spüre beim nächsten Einatmen ganz bewusst, wie die Luft zunächst Deinen Herzraum füllt und dann Deinen Bauch – und wie sich beim Ausatmen zunächst Deine Bauchdecke und dann Dein Brustraum wieder senkt. Genieße nun zwei bis drei Atemzüge in Deinem eigenen Atemrhythmus. Wenn Du möchtest, achte bei den nächsten Atemzügen einmal auf die atemlosen Momente am Ende der Einatmung und am Ende der Ausatmung wahr. Genieße und noch drei weitere, bewusste Atemzüge und schenke ihnen liebevolle Aufmerksamkeit.
Kehre jetzt mir Deiner Aufmerksamkeit langsam wieder in Deine Umgebung zurück. Recke und strecke Dich, gähne gerne auch, wenn Dir danach ist und öffne dann langsam Deine Augen.

Genieße die entspannte Stimmung, nimm sie mit in Deinen Tag und bleibe gelassen.

Deine Birgit

PS: Und weil sich’s mit geschlossenen Augen so schlecht lesen lässt, gibt es diesen Beitrag hier auf meinem Blog auch als Audiodatei 😉

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Stress? Ist ja lächerlich!

„Wenn du lachst, lockerst du die Muskeln. Wenn du Tränen lachst, badest du die Seele.“  – Petrus Ceelen, Schriftsteller

Lachen ist ein echter Gesundbrunnen. Es verbessert die Lungenfunktion, versorgt das Gehirn mit einer Sauerstoffdusche, lockert die Muskeln und massiert die inneren Organe. Die Immun-Abwehr steigt, Stresshormone bauen sich ab und Glückshormone werden freigesetzt. Wer regelmäßig ausgiebig lacht, tut also eine Menge für seine Gesundheit.

Es gibt sogar eine Lachforschung, die sich mit der positiven Wirkung von Lachen auf den Körper beschäftigt.

Lachen bewirkt:

  1. dass die Atmung intensiver wird
  2. dass Glückshormone (Endorphine) produziert werden
  3. dass das Immunsystem gestärkt wird
  4. dass Stress weggelacht werden kann
  5. dass Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt und so auch Schmerzen gelindert werden.

Auch die Medizin macht sich die gesundheitsfördernde Wirkung des Lachens zunutze. So gibt es z.B. die Initiative „Clown-Doktoren“, eine Vereinigung von freiberuflich tätigen Künstlern, die Visiten auf den Kinder-Stationen von Krankenhäusern und in Altenheimen absolvieren. Hierfür werden sie speziell trainiert und ausgebildet, um Lachen, Freude und Abwechslung in das Leben der oft schwerkranken Kinder und manchmal sehr zurückgezogen lebenden Senioren zu bringen. (https://www.clown-doktoren.de/)

Wann hast Du das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht? Kannst Du Dich an Deinen letzten Lachanfall erinnern, als Du vor lauter Lachen schon gar nicht mehr wusstest, worüber Du lachst weil Du schon dazu übergegangen warst, über Dein eigenes Lachen zu lachen?

Ich selbst lache gerne (und laut ;-)) und habe damit in der Vergangenheit schon des öfteren den ein oder anderen mitgerissen. Lachen – oder auch nur die Vorstufe dazu – ein Lächeln – sind nämlich hochgradig ansteckend. Schau mal hier:
https://www.youtube.com/watch?v=Wk9-gkT2bI8
Wenn Du dem Impuls also freien Lauf lässt, tust Du nicht nur Dir was Gutes sondern auch den Menschen in Deinem Umfeld.

Da Humor sehr unterschiedlich ist, spreche ich heute mal keine Empfehlung aus. Du wirst selbst am besten wissen, was Dich zum Lächeln oder Lachen bringt. Setz Dich dem heute am besten mal so richtig aus!

Fröhlichen Sonntag!

Deine Birgit

PS: Über sich selbst lachen ist auch sehr befreiend!

Rocky tanzt den Rumba

geschrieben von Birgit Baldauf

Autorin: Birgit Baldauf

Irgendwie war es schon ein komischer Zufall, dass die beiden hier nun aufeinander trafen. Lange waren sie schon unterwegs unter der Sonne Spaniens – aber eben nicht gemeinsam.

Erfahrungen hatten sie beide bereits zuhauf sammeln können – schöne, aber auch einige gefährliche Situationen hatten sie schon meistern müssen. Manche davon hatten sich unwiederbringlich in ihre Köpfe gebrannt – und manche hatten sich in stattlichen Narben in ihrem Fell verewigt.

Und hier standen sie sich nun gegenüber auf dieser Lichtung. Das Zirpen der Grillen und die flirrende Hitze vereinigten sich mit dem Geruch des Pinienwaldes zu einer unverkennbaren Atmosphäre. Der markante Duft des jeweiligen Gegenübers wurde von der Wärme und dem leichten Wind direkt in die empfindlichen Nasen der beiden Hunde getragen. Ihre Augen trafen sich und verharrten.

Rumba war ein eindrucksvolles Exemplar – gut doppelt so groß wie Rocky. Er hatte nichts Bedrohliches und war dennoch von einer Präsenz, die keine Zweifel offenließ.
Die schwüle Brise zog über sein dichtes, hellbraunes Fell und stellte es leicht auf. Seine aufmerksamen, bernsteinfarbenen Augen wirkten dadurch noch wacher. Und – und das war der beachtlichste Punkt für Rocky – die Anzahl der Mitglieder seines Rudels, die sich hinter ihm einfanden, war beeindruckend. Ebenso beeindruckend wie die Tatsache, dass sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Was sie aber offenbar alle einte, war die Ruhe und Überzeugung, mit der sie hinter ihrem Rumba standen.

Nach einigen Minuten des Beobachtens senkte der braun gefleckte Rocky langsam seinen kleinen Kopf und reckte ihn leicht Richtung Rumba. Längst hatte seine Neugier die Anspannung besiegt und er wagte sich näher an Rumba heran. Dieser ließ ihn gewähren – selbst als Rocky begann, die Situation und Rumba mit seiner Nase zu lesen.

„Ihr seid eine erstaunlich bunte Truppe“, sprach Rocky. „Ja“, erwiderte Rumba, „und fünf fehlen sogar gerade. Die sind unterwegs zum Essen holen.“ „Warum macht Ihr das nicht gemeinsam?“ „Es hat sich herausgestellt, dass vier das am besten können. Zwei sind unsere Jagdspezialisten und die anderen beiden sind im Dorf bei den Frauen sehr beliebt und bekommen dort immer etwas zugesteckt. So haben wir eine gute Mischung aus leckeren Sachen. Außerdem begegnet man uns im Dorf eher feindlich, wenn wir alle zusammen auftauchen.“

„Und die vier dort hinten?“ fragte Rocky mit einem etwas abschätzigen Blick auf vier Hunde, die scheinbar faul in der Sonne lagen und schliefen. „Die sind wohl nicht so recht motiviert, was?“ „Oh, die solltest Du mal bei Nacht sehen“ entgegnete Rumba. „Das ist unsere Patrouille. Sehr praktisch – zwei von Ihnen sind Spezialisten für Wälder und Wiesen und wenn wir in bergiges Gebiet kommen, sind die beiden anderen unsere ‚Berglöwen‘, die alle Gefahren ausmachen und bannen“.

Rocky war beeindruckt. Scheinbar hatte jedes Tier im Rudel seine Aufgabe. Egal wie schräg oder anders es aussah oder sich benahm, jeder konnte etwas anderes besonders gut. Sogar eine kleine, weiße Hündin – kaum größer als ein Hase – hatte ihre Aufgabe. Sie wirkte eigentlich ziemlich zurückhaltend und schüchtern. Rumba erklärte, dass sie besonders gut darin sei, Wasserquellen aufzuspüren, was dem Rudel schon des Öfteren das Leben gerettet hatte.

Rocky beneidete Rumba und war zugleich voller Bewunderung. Bisher war Rocky alleine unterwegs gewesen, musste sich durchschlagen und das Überleben oft hart erkämpfen. Häufig hätte er Unterstützung brauchen können – beim Jagen, Wachen, oder einfach nur, um Gesellschaft zu haben. Die meisten wilden Hunde, denen er bisher begegnet war, waren ebenfalls Einzelgänger und eigentlich nur darauf aus, selbst durchzukommen. Aber dieser Rumba hatte offensichtlich die Gabe, die Talente der verschiedenen Hunde zu erkennen, ihnen klar zu machen, dass sie alle voneinander profitieren können und im Rudel zu vereinen.

Und wie Rocky so vor sich hin schwärmte, kamen vier Hunde mit etlichen kulinarischen Genüssen im Maul Richtung Rudel getrabt. Sie legten sie ab und ließen zunächst Rumba essen. Dann aß der Rest des Rudels. Nach einer Weile kam auch der fehlende fünfte Hund zum Rudel zurück. Stolz präsentierte er seine Beute, die er Rumba vor die Füße legte: ein Büschel Sonnenblumen. Rumba schnaubte und schubste den kleinen dann Richtung Essen, damit auch er satt wurde.

„Was kann er besonders gut?“ fragte Rocky verwundert. „Ach“, entgegnete Rumba, „ich glaube das weiß er selbst nicht so recht. Aber er gibt sich redlich Mühe. Er ist überall dabei, aber meistens hinterher, übereifrig oder völlig daneben. Wenn ich so recht überlege, kann er eigentlich nichts so richtig“, brummte Rumba. „Aber irgendwie hat er dann doch eine sehr wichtige Aufgabe: an ihm kann ich wirklich am besten meine Gelassenheit üben.“

Als Rocky an diesem Abend an der Seite von Rumba und gemeinsam in seinem neuen Rudel einschlief, träumte er davon, dass ja eigentlich die ganze Welt ein harmonisches Rudel sein könnte. Und er war überzeugt, dass das möglich wäre – wenn nur alle ein wenig mehr Rumba im Blut hätte.

© Birgit Baldauf

Meditation

Obwohl das Thema Meditation und Ihre Wirkung mittlerweile wissenschaftlich sehr gut erforscht ist, erlebe ich oft ein wenig Zurückhaltung oder Berührungsängste, wenn ich es als Entspannungstechnik vorschlage. Vielleicht liegt es daran, dass damit die unterschiedlichsten Vorstellungen – von angenehm bis mysteriös – verknüpft werden.
Fakt ist, Meditieren kann jeder, überall und jederzeit. Man muss keine besondere Überzeugung haben oder annehmen und es bedarf keiner besonderen Talente oder Vorkenntnisse. Meditieren ist eine Reise zu Dir selbst, und auch wenn es am Anfang von Vorteil ist, dafür den selben Ort und die selbe Zeit zu wählen, ist Mediation orts- und zeitunabhängig.

Es gibt verschiedene Meditationsarten und Praktiken.
Die geführte Mediation ist wie eine Art innere Reise – manchmal eine Fantasiereise, wie sie auch in diesem Blog zu finden ist, oder ein achtsame Reise durch den eigenen Körper (Bodyscan).

Die klassische (stille) Mediation kann als eine Art mentales „Ausklinken“ aus der Umgebung und den eigenen Gedanken gesehen werden. Dies kann durch die Konzentration auf den eigenen Körper (z.B. Atmung), auf ein Mantra (Mantra-Meditation) oder auf einen echten oder visualisierten Gegenstand geschehen (z.B. Kerze).
Und so fremd ist uns das „Ausklinken“ nicht. Ich bringe hier immer gerne das Beispiel des „automatischen nach-Hause-Fahrens“ an, wenn man mit dem Auto eine bekannte Strecke wie im Autopilot abfährt und dabei in Gedanken manchmal woanders ist. Ich würde das Alltagstrance nennen. In diesem Fall allerdings „werden wir gesteuert“. Wir lassen uns durch unsere Gedanken hinfort tragen. Was durch die Meditation hingegen trainiert wird, ist unsere Wahrnehmung und die bewusste Lenkung unserer Aufmerksamkeit auf EINE Sache. Eine Eigenschaft, die besonders in anspruchsvollen Situationen sehr nützlich sein kann.

Viele glauben, bei der Meditation sei es wichtig, an nichts zu denken. Dabei strengen sie sich so sehr an, nichts zu denken, ärgern sich oder sagen „das funktioniert bei mir nicht“, wenn Ihnen dann doch Gedanken durch den Kopf gehen.
Klingt nicht sehr entspannend.
Es ist völlig normal, dass während einer Meditation Gedanken aufkommen können – oder auch körperliche Empfindungen (wie z.B. Zucken oder Jucken verschiedener Körperstellen). Die Kunst liegt nun darin, das wahrzunehmen und anzunehmen, ihm aber keine Bedeutung zu schenken und sich weiter auf die Meditation einzulassen. D.h. wie ein externer Beobachter zu registrieren: „aha, ich denke gerade an…“ – und den Gedanken dann ziehen zu lassen. Oder „aha, da juckt es jetzt“ – und es jucken zu lassen (es hört auf, versprochen!).

Wie bei vielen Entspannungstechniken gilt auch bei der Meditation: steter Tropfen höhlt den Stein. Es ist eine Art Training der Stille für Körper, Geist und Seele. Mit der Zeit fällt das Stillsitzen immer leichter. 1-2x pro Tag ist ratsam, zu Beginn reichen 5-7 Minuten aus. Später kann die Dauer nach Belieben und Möglichkeiten gesteigert werden.

Meditiert werden kann im Sitzen oder Liegen – es sollte bequem sein, aber nicht so bequem, dass Du sofort einschläfst (im Sitzen am besten nicht anlehnen). Es ist nicht erforderlich, den Schneider- oder Lotussitz zu beherrschen. Achte aber darauf, dass Dein Brustkorb aufrecht ist und Du frei atmen kannst.

Nun aber genug Theorie – probier‘ es doch einfach mal aus. Hier ein paar Links und Tipps zum Beginnen:

1. Meditations-App „7Mind“: Hat eine schöne Einleitung und kostenfrei verschiedene Basismeditationen. Auch kannst Du hier individuelle Meditationen anlegen. www.7mind.de

2. Achtsamkeits-App „Achtsamkeit“: Auch diese App bietet einen schöne Einführung in die Meditation; die kostenfreie Version beinhaltet darüber hinaus eine geführte Achtsamkeitsmeditation und die Möglichkeit, eine individuelle Meditation (Dauer, Stille oder geführt und Hintergrundgeräusche) einzustellen.
Bei Google Play – bei iTunes

3. Youtube: Es lohnt sich, zu stöbern und auszuprobieren. Inhalt, Stimme und Art der Meditation müssen gefallen. Hier zwei Beispiele:
https://www.youtube.com/watch?v=IwqO8t-IHOY
https://www.youtube.com/watch?v=ZQLOWU-DdNY&list=PL3umatoJuZ2fI9cpjGIfhHbVMPkEMNI1T&index=38

Einen schönen Artikel zum Thema Meditations-Apps mit weiteren Empfehlungen findest Du hier bei Utopia.

Viel Spaß beim Ruhe finden und – mach Dir keinen Kopf.

Alles Liebe, Deine Birgit

Press gegen Stress

Die Akupressur ist eine Punktmassage, die der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) entspringt und auch in der japanischen Medizin angewandt wird (Shiatsu). Bei der Akupressur wird stumpfer Druck auf bestimmte Punkte des Körpers ausgeübt. Durch diesen Druck können schmerzende Punkte auf Sehnen oder Muskeln gefahrlos selbst behandelt werden. Laut TCM gibt es verschiedene Zonen und Punkte am Körper, durch die unterschiedliche Symptome und Beschwerden gelindert werden können – darunter auch Stress.

Für die Akupressur gegen Stress gibt es vier hilfreiche Punkte und Schritte, die Du wie folgt bearbeiten kannst*:

1. Handrücken: Die Talsenke gegen Stress

Der Punkt „Talsenke“ befindet sich auf dem Handrücken. Lege den Daumen Deiner rechten Hand auf die weiche Stelle zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger der linken Hand. Drücke diese Stelle zehn Sekunden lang und lasse dann für etwa zwei Sekunden locker. Diesen Rhythmus wiederholst Du eine Minute lang, dann die Seite wechseln.

2. Knie: Der „göttliche Gleichmut“ für innere Ruhe

Setze Dich auf einen Stuhl und lege beide Hände locker auf die Knie. Dort, wo der Ringfinger jetzt liegt, findest Du den Punkt „Göttlicher Gleichmut“. Massiere ihn fünf Minuten, indem Du mit den Fingern sanft nach unten streichst.

3. Brust: der Schwertfortsatz

Den Brustpunkt gegen Stress findest Du, indem Du zuerst einen Punkt oberhalb des Bauchnabels suchst. Er liegt dort, wo die Knochen des Brustbeins zusammenlaufen. Das ist der so genannte „Schwertfortsatz“. Vier Finger breit darüber befindet sich der Punkt, den Du mit Zeige- und Mittelfinger mindestens fünf Minuten lang kräftig nach oben massierst.

4. Kopf: nach der Akupressur

Die Brustakupunktur wirkt erst dann optimal, wenn Du gleich danach einen Punkt am Kopf behandelst. Du findest ihn, indem Du Dich auf der Schädeldecke eine Verbindungslinie zwischen den Oberrändern der Ohren denkst. Von der Mitte aus gehst Du zwei bis drei Finger breit nach hinten. Dort spürst Du eine kleine Vertiefung, die Du fünf Minuten lang kräftig in Richtung Stirn massierst.

Das Schöne an der Akupressur ist, dass man sie überall und zwischendurch anwenden kann.

Ich wünsche Dir eine angenehme Woche.

Sei gut zu Dir!

Deine Birgit

*Quelle: www.focus.de/gesundheit
Foto: Pixabay

Erschaffe etwas!

Sich einer Aufgabe zu widmen, die man gerne macht, in der man so richtig versinken kann und deren Ergebnis man am Ende sehen, schmecken, hören oder fühlen kann, hat etwas sehr Entspannendes und zutiefst Befriedigendes.

Dabei muss es nicht immer eine sehr anspruchsvolle Aufgabe sein. Es kann durchaus auch etwas sein, bei dem es Dir möglich ist, abzuschalten oder den Gedanken freien Lauf zu lassen. Zum Beispiel beim Malen oder Zeichnen. Nicht umsonst sind seit geraumer Zeit Malbücher mit z.B. Mandalas für Erwachsene der Verkaufsschlager. Solltest auch Du gerne malen und dabei entspannen können – grabe doch einfach mal die alten Buntstifte aus und drucke Dir ein Mandala zum Ausmalen aus. Oder noch besser, schnapp Dir ein leeres Blatt Papier und leg‘ einfach los. So wie früher, als wir Kinder waren und es uns egal war, ob die eine Farbe zur anderen passt, die Proportionen stimmen oder man überhaupt was erkennen kann. Lass Dein Herz Deine Hand führen.

Vielleicht liegt Dir ja aber auch eher die Musik und es steht oder liegt noch irgendwo ein Instrument rum, das Du einst gespielt aber schon sehr lange nicht mehr in die Hand genommen hast? Jetzt ist die beste Zeit dafür!

Oder vielleicht bist Du eher ein Bastler und Schrauber?  Mit einem Werkzeugraum, in dem Du die Zeit vergisst?

Oder wie wäre es, wenn Du Dich heute einmal genussvoll dem Zubereiten eines leckeren Essens widmest und es Dir danach einfach gönnst? Entweder alleine (Du bist es wert!) oder gemeinsam mit Freunden.

Kochen, Basteln, Malen, Zeichnen, Musizieren, Fotografieren – die Liste kann endlos erweitert werden.

Ich bin mir sicher, Du findest das Richtige, um den Schöpfer in Dir zu erwecken!

Viel Spaß dabei,

Deine Birgit

Foto: Pixabay

Sing‘ Dir den Stress von der Seele

Singen gegen Stress?
Ja, in der Tat! Es gilt als erwiesen, dass Singen die Gesundheit fördert und ausgeglichen und glücklich macht.
Falls Du jetzt denkst „wenn ich singe, dann macht das mein Umfeld eher unglücklich – ich kann’s nämlich nicht“, dann kann ich Dich beruhigen. Zum einen sprechen wir hier erst einmal davon, welche Wirkung das Singen auf den Sänger oder die Sängerin – also auf Dich – hat, zum anderen ist es total egal, wie gut Du singst – die oben beschriebene Wirkung stellt sich auf jeden Fall ein.

Studien haben nachgewiesen, dass Singen:

  • die soziale, psychische und körperliche Gesundheit fördert
  • die Abwehrkräfte des Immunsystems bereits nach 20 Minuten aktiviert
  • das Stresshormon Adrenalin abbaut
  • die Sauerstoffversorgung der Organe verbessert
  • das Gehirn die „Glückshormone“ Dopamin und Serotonin vermehrt ausschütten lässt
  • bei guter Zwerchfellatmung die Lunge, den Rücken und das Herz-Kreislaufsystem stärkt
  • lebensfroher, ausgeglichener und zuversichtlicher macht

Es lohnt sich also! Egal ob in der Dusche, im Auto oder – für die Mutigen, denen es keinen Stress macht, vor anderen zu singen – in der Karaokebar – Singen macht glücklich(er)!

Tatsächlich kann das Singen in einer Gemeinschaft – wie zum Beispiel im Chor – den wohltuenden Effekt noch verstärken.
Auch das ist wissenschaftlich erwiesen. Der für mich schönste Beitrag hierzu stammt von der Schauspielerin Anke Engelke, die sich 2013 ein Jahr lang auf die Reise machte, um herauszufinden, was Menschen glücklich macht.
(„Sowas wie Glück – eine Reise mit Anke Engelke“).
In Zusammenarbeit mit Ärzten und Wissenschaftlern konnte sie nachweisen, dass das Singen im Chor glücklich macht. Für das Experiment gründete sie den „Chor der Muffeligen“, einen Chor mit Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Gründung in einer schwierigen Lebensphase befanden oder denen etwas auf der Seele lag. Über mehrere Wochen hinweg wurde anhand von Speichelproben und Befindlichkeitsfragebögen wissenschaftlich untersucht und nachgewiesen, dass Singen tatsächlich glücklich macht. Allen Sängerinnen und Sängern ging es nach Ablauf der Studie besser als zu Beginn. Und das Schönste daran: der Chor existiert bis heute in Köln und und hat sich den Namen „Glücks-Chor“ gegeben.
(Weitere Informationen findest Du unten bei den Links).

Singen ist also ein kleines Wundermittel!
Wann hast Du zum letzten Mal gesungen?

Lege heute doch mal Deinen Lieblingssong auf, träller‘ einfach lautstark mit und genieße die Energie, die Du damit in Deinem Körper freisetzt!

Sing on!

Deine Birgit

Zum Weiterlesen:
Über den Chor der Muffeligen:
https://www.msn.com/de-de/unterhaltung/musik/von-anke-engelke-gegr%C3%BCndet-wie-der-gl%C3%BCcks-chor-die-k%C3%B6lner-begl%C3%BCckt/ar-AAzXdxi

https://vimeo.com/89436052

https://www.facebook.com/pages/category/Musician-Band/Der-Chor-der-Muffeligen-175330775995724/

Über die gesundheitsfördernde Wirkung des Singens:
http://www.forumgesundheit.at/portal27/forumgesundheitportal/content/contentWindow?action=2&viewmode=content&contentid=10007.689899

Und hier noch ein wundervoller Film zum Thema Singen, Musik und Chor:
„Wie im Himmel“, Schweden/Dänemark, 2004

Die gesamte ARD Doku „Sowas wie Glück“ mit Anke Engelke:
https://www.youtube.com/watch?v=D6k0BbpLEh8

Foto: Pixabay

Reise mit leichtem Gepäck

geschrieben von Birgit Baldauf

Es war einmal ein kleines Mädchen, das wollte die große weite Welt entdecken. Doch bevor es sich auf die Reise machte, wollte es alles gut planen. Es wollte ja alle Länder, Kulturen und Klimagebiete kennen lernen und musste sich folglich gut vorbereiten.

Also begann das kleine Mädchen, seinen Rucksack zu packen:

  • 120 Reiseführer, die es auf die besonderen Gegebenheiten in jedem Land hinweisen sollten.
  • 15 Wörterbücher – um überall die richtigen Worte zu finden.
  • Etliche Schuhe – um immer festen Tritt zu haben.
  • Dicke Hosen, dünne Hosen, viele Blusen, schöne Röckchen – es wollte ja auch für jede Gelegenheit passend gekleidet sein.
  • Schließlich packte das kleine Mädchen noch Proviant ein, um unterwegs immer etwas zur Hand zu haben, wenn der Hunger kommen würde.

Stolz saß das kleine Mädchen vor seinem Rucksack und freute sich darauf, endlich auf die Reise gehen zu können. Es nahm die Reiseroute zur Hand, bückte sich und wollte den Rucksack schultern. Doch als es ihn auf dem Rücken hatte, merkte es, dass er viel zu schwer war. Das kleine Mädchen kam gerade einmal bis kurz vor die Tür damit. Erschöpft lies es sich dort nieder und überlegte.

Was tun?
Es wollte diese Reise doch so sehr!
Was aus dem Rucksack auspacken und zurücklassen?
Das Essen? – Nein, das ging nicht!
Die Schuhe? – Keinesfalls!!
Die Lektüre? – Undenkbar! …

Und wie es da so saß und überlegte, kam ein Vogel mit buntem Gefieder geflogen und setze sich auf den Rucksack. Neugierig neigte der Vogel seinen Kopf und beäugte das Mädchen. Schließlich fragte er, was es denn so bedrücken würde. Das kleine Mädchen begann, ihm von der geplanten Reise zu erzählen, von der Last des Rucksacks und den Überlegungen, was zu tun ist, um die Last zu erleichtern.

Da zwitscherte der Vogel vergnügt und sagte: „Was Du tun kannst? Das ist ganz einfach! Flieg einfach los. Und wenn Du durstig wirst, dann lass Dich an einem frischen Bach nieder und trinke. Und wenn Du hungrig wirst, dann lasse Dich auf einem Apfelbaum nieder und pflücke Dir einen leckeren Apfel. Und wenn Du an einen fremden Ort kommst, dann setze Dich auf einen Hügel, beobachte und lerne – dann wirst Du verstehen. Und wenn Du an einen Ort kommst, an dem Dein schönes Gefieder nicht passend scheint, dann breite die Flügel aus, erhebe Dich in die Lüfte und flieg einfach weiter.
Du wirst sehen, Du brauchst nur Dich und Deine Flügel – und alles andere findet sich entlang des Weges.“

Da lächelte das Mädchen, bedankte sich bei dem Vogel, stellte den Rucksack zurück ins Haus und machte sich auf die Reise.

Und weil es sich so leicht und frei fühlte, sah es doppelt so viele Länder wie ursprünglich geplant.

© Birgit Baldauf

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